Liebe Mitglieder
Liebe Freundinnen und Freunde von PSR/IPPNW Schweiz
Unterschriftenbogen
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Version française du texte ci dessous
Das Parlament hat eine folgenschwere Kehrtwende vollzogen: Nationalrat und Ständerat haben sich dafür ausgesprochen, das Neubauverbot für Atomkraftwerke in der Schweiz aufzuheben. Damit folgt das Parlament dem indirekten Gegenvorschlag des Bundesrats zur sogenannten Blackout-Initiative.
Für PSR/IPPNW Schweiz ist klar: Dieser Entscheid ist nicht nur energiepolitisch falsch. Er ist auch aus medizinischer, gesundheitspolitischer und friedenspolitischer Sicht unverantwortlich.
Atomkraft ist keine normale Energiequelle
Als Ärztinnen, Ärzte und Gesundheitsfachleute wissen wir: Ionisierende Strahlung ist unsichtbar, aber sie schädigt menschliches Gewebe und Erbgut. Bei hohen Dosen drohen akute Strahlenschäden. Aber auch niedrige Dosen ionisierender Strahlung sind aus medizinischer Sicht nicht harmlos. Sie erhöhen das Risiko für Krebserkrankungen; zudem gibt es wissenschaftliche Hinweise auf Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, immunologischen Effekten und genetischen Folgen.
Besonders verletzlich sind Kinder, Schwangere und ungeborenes Leben. Auch im sogenannten Normalbetrieb setzen Atomkraftwerke radioaktive Stoffe frei: in kleinen, gesetzlich limitierten Mengen. Gerade deshalb darf die Diskussion nicht so geführt werden, als handle es sich bei Atomkraft um eine gewöhnliche technische Infrastruktur. Wo ionisierende Strahlung freigesetzt wird, geht es immer auch um Gesundheitsschutz, Vorsorge und Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Schwere Atomunfälle sind selten: aber sie ereignen sich weltweit doch immer wieder. Wenn sie geschehen, betreffen sie nicht nur eine Anlage oder eine Region. Sie belasten ganze Gesellschaften über Jahrzehnte: durch Evakuierungen, Verlust von Heimat, psychische Traumatisierung, medizinische Langzeitüberwachung, kontaminierte Böden und die ständige Unsicherheit über gesundheitliche Folgen. Tschernobyl, Fukushima und andere Atomunfälle haben gezeigt, dass die Folgen eines schweren Atomunfalls weit über das hinausgehen, was ein Gesundheitssystem im Normalbetrieb bewältigen kann.
Katastrophenmedizin hat Grenzen
Die zentrale Lehre der ärztlichen Friedensarbeit lautet: Nicht jede Katastrophe lässt sich medizinisch beherrschen. Bei einer grossen radioaktiven Freisetzung gibt es keine einfache Therapie, keine rasche Entwarnung und keine vollständige Wiederherstellung der betroffenen Lebensräume. Die wirksamste Prävention besteht darin, solche Risiken gar nicht erst neu zu schaffen.
Neue Atomkraftwerke würden die Schweiz über viele Jahrzehnte erneut an eine Hochrisikotechnologie binden. Sie würden zusätzlichen radioaktiven Abfall erzeugen. Die Entsorgung hochradioaktiver Abfälle ist technisch, finanziell und politisch enorm aufwändig und muss über Zeiträume gedacht werden, die jede heutige Institution übersteigen. Auch wenn einzelne Länder bei der Realisierung eines Tiefenlagers weiter sind als andere, bleibt die Verantwortung für hochradioaktiven Abfall über Jahrtausende eine ausserordentliche Belastung für kommende Generationen.
Auch die Technologiefrage ist ungeklärt
Neben der Finanzierung ist auch offen, welche Reaktortechnologie in der Schweiz überhaupt zum Einsatz kommen könnte. Die in Europa zuletzt realisierten oder im Bau befindlichen Reaktoren zeigen erhebliche Kosten-, Zeit- und Sicherheitsprobleme. Gleichzeitig bleiben sogenannte Reaktoren der «Generation IV» weitgehend Zukunftsversprechen: Sie werden mit erhöhter Sicherheit, weniger Atommüll und besserer Brennstoffnutzung beworben, sind aber bisher nicht als marktreife Lösung verfügbar.
Aus Sicht von PSR/IPPNW Schweiz ist es unverantwortlich, ein Neubauverbot aufzuheben, bevor die technologischen Risiken, die Sicherheitsfragen, die Kosten und die gesundheitlichen Folgen eines möglichen Unfalls umfassend geklärt sind.
Zivile und militärische Atomtechnologien sind untrennbar verbunden
PSR/IPPNW Schweiz engagiert sich seit Jahrzehnten gegen die humanitären Folgen atomarer Technologien. Zivile und militärische Atomtechnologien sind nicht identisch. Aber sie sind historisch, technisch und politisch eng miteinander verbunden – wie untrennbare siamesische Zwillinge. Uranabbau, Anreicherung, Brennstoffkreislauf, radioaktive Abfälle, Sicherheitsregime, Proliferationsrisiken und atomare Verwundbarkeit gehören zum Gesamtbild.
Gerade in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen ist es falsch, die Abhängigkeit von atomaren Lieferketten und von hochkomplexen, verletzlichen Grossanlagen auszubauen. Uran für Schweizer Atomkraftwerke stammt nicht aus der Schweiz. Es kommt aus internationalen Lieferketten, die politisch, ökologisch und menschenrechtlich problematisch sein können. Russland, Kasachstan, Niger oder andere Uranförderländer bieten keine Garantie für eine unabhängige, sichere und friedenspolitisch verantwortbare Energieversorgung.
Eine sichere Energieversorgung muss dezentral, erneuerbar, bezahlbar und möglichst risikoarm sein. Atomenergie ist eine Energiequelle von gestern: teuer, langsam, zentralistisch, sicherheitspolitisch verletzlich und mit Folgelasten verbunden, die weit über unsere eigene Lebenszeit hinausreichen.
Die Bevölkerung muss das letzte Wort haben
2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung den Weg des Atomausstiegs und des Ausbaus erneuerbarer Energien bestätigt. Nun will das Parlament diesen Entscheid rückgängig machen – ohne dass zentrale Fragen geklärt sind: Wer würde neue AKW finanzieren? Wer trägt das Risiko? Wer bezahlt im Schadensfall? Wer übernimmt die Verantwortung für zusätzlichen radioaktiven Abfall über Jahrtausende? Und weshalb soll die Schweiz erneut auf eine Technologie setzen, deren Risiken im Ernstfall nicht medizinisch beherrschbar sind?
Darum unterstützt PSR/IPPNW Schweiz das Referendum gegen die Aufhebung des AKW-Neubauverbots und trägt das breite Bündnis «Nein zu neuen AKW» mit.
Die Unterschriftensammlung beginnt voraussichtlich Ende Juni. Wir werden uns als medizinische Friedensorganisation mit unserer spezifischen Stimme einbringen: sachlich, klar und mit dem Fokus auf Gesundheit, Prävention und Verantwortung gegenüber heutigen und kommenden Generationen.
Wir bitten um Unterstützung
Ein Referendum und ein anschliessender Abstimmungskampf brauchen Zeit, Engagement und finanzielle Mittel. Wir bitten deshalb unsere Mitglieder sowie Unterstützerinnen und Unterstützer:
Unterschreiben Sie das Referendum, sobald die Unterschriftenbogen verfügbar sind.
• Helfen Sie beim Sammeln von Unterschriften.
• Informieren Sie Ihr Umfeld über die gesundheitlichen, gesellschaftlichen und friedenspolitischen Risiken neuer Atomkraftwerke.
• Unterstützen Sie PSR/IPPNW Schweiz mit einer Spende für die bevorstehende Referendumsarbeit.
Sobald die Unterschriftenbogen verfügbar sind, werden wir auf unserer Website darauf hinweisen und den Download ermöglichen. Wenn möglich sollen die Bogen auch unpersonalisiert heruntergeladen werden können.
Für Spenden klicken Sie auf diesen Link, laden Sie den Einzahlungsschein herunter und senden Sie den Betrag an unser Konto.
Ihre Spende hilft uns, fundierte Informationen zu erarbeiten, medizinische Argumente sichtbar zu machen, Veranstaltungen zu organisieren und die Stimme der Gesundheitsfachleute in die öffentliche Debatte einzubringen.
Weitere Informationen zu unserer Veranstaltung im OSZE-Jahr 2026 finden Sie ebenfalls auf unserer Website. Dort sind auch Hinweise auf die Referate der Vortragenden vom Anlass vom 16. Juni 2026 abrufbar.
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement
PSR/IPPNW Schweiz
version française
Non à de nouvelles centrales nucléaires : pourquoi PSR/IPPNW Suisse soutient le référendum
Chères et chers membres,
Chères amies et chers amis de PSR/IPPNW Suisse,
Le Parlement a opéré un revirement lourd de conséquences : le Conseil national et le Conseil des États se sont prononcés en faveur de la levée de l’interdiction de construire de nouvelles centrales nucléaires en Suisse. Le Parlement suit ainsi le contre-projet indirect du Conseil fédéral à l’initiative dite « Blackout ».
Pour PSR/IPPNW Suisse, une chose est claire : cette décision n’est pas seulement erronée sur le plan de la politique énergétique. Elle est également irresponsable du point de vue médical, sanitaire et de la politique de paix.
L’énergie nucléaire n’est pas une source d’énergie ordinaire
En tant que médecins et professionnel·les de la santé, nous savons que les rayonnements ionisants sont invisibles, mais qu’ils endommagent les tissus humains et le patrimoine génétique. À fortes doses, ils peuvent provoquer des atteintes aiguës dues aux radiations. Mais même de faibles doses de rayonnements ionisants ne sont pas anodines du point de vue médical. Elles augmentent le risque de cancers ; des données scientifiques indiquent également des liens possibles avec des maladies cardiovasculaires, des effets immunologiques et des conséquences génétiques.
Les enfants, les femmes enceintes et les enfants à naître sont particulièrement vulnérables. Même en fonctionnement dit normal, les centrales nucléaires rejettent des substances radioactives : en petites quantités, dans les limites fixées par la loi. C’est précisément pourquoi le débat ne doit pas être mené comme s’il s’agissait d’une infrastructure technique ordinaire. Là où des rayonnements ionisants sont libérés, il est toujours aussi question de protection de la santé, de précaution et de responsabilité envers les générations futures.
Les accidents nucléaires graves sont rares, mais ils se produisent bel et bien à travers le monde. Lorsqu’ils surviennent, ils ne touchent pas seulement une installation ou une région. Ils affectent des sociétés entières pendant des décennies : évacuations, perte du lieu de vie, traumatismes psychiques, surveillance médicale à long terme, sols contaminés et incertitude permanente quant aux conséquences sanitaires. Tchernobyl, Fukushima et d’autres accidents nucléaires ont montré que les conséquences d’un grave accident nucléaire dépassent largement ce qu’un système de santé peut prendre en charge en fonctionnement normal.
La médecine de catastrophe a ses limites
L’un des enseignements centraux du travail médical pour la paix est le suivant : toutes les catastrophes ne peuvent pas être maîtrisées médicalement. En cas de libération massive de radioactivité, il n’existe ni traitement simple, ni levée d’alerte rapide, ni restauration complète des milieux de vie touchés. La prévention la plus efficace consiste à ne pas créer de tels risques.
De nouvelles centrales nucléaires lieraient à nouveau la Suisse, pour de nombreuses décennies, à une technologie à haut risque. Elles produiraient des déchets radioactifs supplémentaires. La gestion des déchets hautement radioactifs est extrêmement complexe sur les plans technique, financier et politique ; elle doit être pensée sur des périodes qui dépassent toute institution actuelle. Même si certains pays sont plus avancés que d’autres dans la réalisation d’un dépôt en couches géologiques profondes, la responsabilité liée aux déchets hautement radioactifs demeure, pour des millénaires, une charge extraordinaire imposée aux générations futures.
La question technologique reste elle aussi ouverte
Au-delà du financement, la question de savoir quelle technologie de réacteur pourrait concrètement être utilisée en Suisse reste également ouverte. Les réacteurs récemment réalisés ou en construction en Europe montrent d’importants problèmes de coûts, de délais et de sécurité. Dans le même temps, les réacteurs dits de « génération IV » restent largement des promesses d’avenir : ils sont présentés comme plus sûrs, produisant moins de déchets nucléaires et utilisant mieux le combustible, mais ils ne constituent pas encore une solution disponible et éprouvée sur le marché.
Du point de vue de PSR/IPPNW Suisse, il est irresponsable de lever l’interdiction de construire de nouvelles centrales nucléaires avant que les risques technologiques, les questions de sécurité, les coûts et les conséquences sanitaires d’un éventuel accident aient été clarifiés de manière approfondie.
Les technologies nucléaires civiles et militaires sont indissociablement liées
PSR/IPPNW Suisse s’engage depuis des décennies contre les conséquences humanitaires des technologies nucléaires. Les technologies nucléaires civiles et militaires ne sont pas identiques. Mais elles sont étroitement liées sur les plans historique, technique et politique – comme des jumeaux siamois indissociables. Extraction de l’uranium, enrichissement, cycle du combustible, déchets radioactifs, régimes de sécurité, risques de prolifération et vulnérabilité nucléaire font partie d’un même tableau d’ensemble.
Dans une période marquée par des tensions géopolitiques croissantes, il est particulièrement erroné de renforcer la dépendance à l’égard des chaînes d’approvisionnement nucléaires et de grandes installations hautement complexes et vulnérables. L’uranium destiné aux centrales nucléaires suisses ne provient pas de Suisse. Il est issu de chaînes d’approvisionnement internationales qui peuvent être problématiques sur les plans politique, écologique et des droits humains. La Russie, le Kazakhstan, le Niger ou d’autres pays producteurs d’uranium n’offrent aucune garantie d’un approvisionnement énergétique indépendant, sûr et responsable du point de vue de la politique de paix.
Un approvisionnement énergétique sûr doit être décentralisé, renouvelable, abordable et aussi peu risqué que possible. L’énergie nucléaire est une énergie d’hier : coûteuse, lente, centralisée, vulnérable sur le plan sécuritaire et liée à des charges qui dépassent largement la durée de notre propre vie.
La population doit avoir le dernier mot
En 2017, le peuple suisse a confirmé la voie de la sortie du nucléaire et du développement des énergies renouvelables. Aujourd’hui, le Parlement veut revenir sur cette décision – sans que des questions essentielles aient été clarifiées : qui financerait de nouvelles centrales nucléaires ? Qui porterait le risque ? Qui paierait en cas de dommage ? Qui assumerait la responsabilité de déchets radioactifs supplémentaires pendant des millénaires ? Et pourquoi la Suisse devrait-elle miser à nouveau sur une technologie dont les risques, en cas d’accident grave, ne peuvent pas être maîtrisés médicalement ?
C’est pourquoi PSR/IPPNW Suisse soutient le référendum contre la levée de l’interdiction de construire de nouvelles centrales nucléaires et s’associe à la large alliance « Non à de nouvelles centrales nucléaires ».
La récolte de signatures commencera vraisemblablement à la fin du mois de juin. En tant qu’organisation médicale pour la paix, nous nous engagerons avec notre voix spécifique : de manière factuelle, claire, et en mettant l’accent sur la santé, la prévention et la responsabilité envers les générations actuelles et futures.
Nous appelons à votre soutien
Un référendum et la campagne de votation qui suivra nécessitent du temps, de l’engagement et des moyens financiers. Nous appelons donc nos membres ainsi que nos sympathisant·es à nous soutenir :
– Signez le référendum dès que les feuilles de signatures seront disponibles.
– Aidez à récolter des signatures.
– Informez votre entourage sur les risques sanitaires, sociétaux et de politique de paix liés à de nouvelles centrales nucléaires.
– Soutenez PSR/IPPNW Suisse par un don en faveur du travail référendaire à venir –> LIEN – Veuillez remplir le bulletin de versement et verser le montant sur notre compte.
Dès que les feuilles de signatures seront disponibles, nous l’indiquerons sur notre site Internet et permettrons leur téléchargement. Si possible, les feuilles pourront également être téléchargées sans personnalisation préalable.
Vous trouverez les informations relatives aux dons sur notre site Internet : www.ippnw.ch. Votre don nous aide à élaborer des informations fondées, à rendre visibles les arguments médicaux, à organiser des événements et à faire entendre la voix des professionnel·les de la santé dans le débat public.
Vous trouverez également sur notre site Internet de plus amples informations sur notre événement organisé dans le cadre de l’année de l’OSCE 2026. Des indications concernant les interventions des conférencières et conférenciers de l’événement du 16 juin 2026 y sont également disponibles.
Avec nos chaleureux remerciements pour votre soutien et votre engagement, PSR/IPPNW Suisse

