Atomkraftwerk Saporischschia

Atomkraftwerke in Kriegsgebieten

UKRAINE: Sicherung und Sicherheit von AKW im Kriegsgebiet

Wir Ärztinnen und Ärzte sind erschüttert über das menschliche Leid durch die sinnlosen Kriegshandlungen in der Ukraine.
Wir begrüssen das am 2.3.2022 beschlossene Vorgehen der IAEA.

IAEO-Generaldirektor Rafael Mariano Grossi ist bereit, zum AKW Tschernobyl zu reisen, um eine verbindliche Zusage der Konfliktparteien in der Ukraine betreffend Sicherung aller ukrainischen AKW zu erreichen.

In «7 Säulen» werden die Forderungen formuliert:

1.         Die physische Unversehrtheit der Anlagen – seien es die Reaktoren, die Brennelementbecken oder die Lager für radioaktive Abfälle – muss erhalten bleiben;
2.         Alle Sicherheits- und Sicherungssysteme und -einrichtungen müssen jederzeit voll funktionsfähig sein;
3.         Das Betriebspersonal muss in der Lage sein, seinen Sicherheits- und Sicherungspflichten nachzukommen, und es muss in der Lage sein, Entscheidungen frei von unangemessenem Druck zu treffen;
4.         Für alle kerntechnischen Anlagen muss eine gesicherte externe Stromversorgung aus dem Netz vorhanden sein;
5.         Es muss ununterbrochene logistische Versorgungsketten und Transporte zu und von den Standorten geben;
6.         Es muss wirksame Systeme zur Strahlungsüberwachung vor Ort und außerhalb des Standorts sowie Maßnahmen zur Notfallvorsorge und -bewältigung geben; und
7.         Es muss eine zuverlässige Kommunikation mit der Aufsichtsbehörde und anderen Stellen geben.

https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/iaea-director-general-grossis-initiative-to-travel-to-ukraine

Die Vereinigung PSR/IPPNW Schweiz schliesst sich diesen Forderungen an

Kriegshandlungen um AKW müssen dringend eingestellt werden und es muss eine Schutzzone um die AKW im Kriegsgebiet festgelegt werden. Damit das AKW-Personal seine Arbeit korrekt ausführen kann, sind annehmbare Lebensbedingungen unerlässlich, weshalb auch die umliegende Wohngemeinden zur Schutzzone gehören müssen.
Solange die Sicherheit nicht garantiert ist, sollten ganze Reaktorblöcke abgeschaltet werden, um die Leistung zu reduzieren.
Der Angriff auf die Atomanlage Saporischschja rüttelt die Welt auf. Wir werden uns bewusst, wie verletzlich AKW im Kriegsfall sind. Wir realisieren, dass ein grösserer Atomunfall fruchtbare Landstriche auf Jahrzehnte hinaus verseuchen kann – im Falle der «Kornkammer» Ukraine wäre dies eine Katastrophe, welche schlimme Auswirkungen für viele Länder hätte.
So utopisch es auch tönen mag, es ist die Realität unseres Jahrhunderts: Ohne Weltfrieden ist das Schicksal der Menschheit besiegelt. Mit allen Mitteln ist eine Verhandlungslösung anzustreben.

Zur Situation im Atomkraftwerk Saporischschja

Das Ausmass der Schäden durch einen Angriff der russischen Streitkräfte auf die Atomanlage vom 1.3.2022 auf den 2.3.2022 und deren Folgen sind schwer verifizierbar. Das sehr grosse AKW mit mehreren Blöcken hat eine Flusswasserkühlung und Naturzug-Kühltürme. Die Kühlsysteme müssen redundant sein, Notkühlsysteme sind unentbehrlich. Glücklicherweise laufen 5 von 6 Reaktoren aktuell (Pressekonferenz der IAEA vom 2.3.2022) nicht, der 4. Reaktor ist auf 60% Leistung gedrosselt.

Da es sich um Druckwasserreaktoren handelt, haben die die 6 Reaktorblöcke getrennte Kühlkreisläufe. Der gefährlichere Primärkreislauf verlässt das Containment nicht, ist also etwas besser geschützt. Das Containment beinhaltet den Reaktor, der auf gar keinen Fall unter Beschuss geraten darf.

Die unglaubliche Grösse des AKW Komplexes ist für Kämpfer unübersichtlich, es ist zu hoffen, dass eingesetzte Soldaten gut informiert sind, und sich dessen bewusst sind, dass Kühlanlagen des AKW keinen Kampfhandlungen ausgesetzt werden dürfen. 

Wichtig ist auch, dass das AKW-Personal aufgrund der Kriegshandlungen nicht reduziert wird, die Betreiber von Atomanlagen sind ein kleines, gut eingespieltes Team – und jede Anlage hat ihre speziellen Eigenheiten. Wird die Gruppe der Reaktorführer kleiner, erhöht dies die Unsicherheit.

Die sicherste Massnahme wäre natürlich die Abschaltung des AKW, damit würde auch der Kühlbedarf drastisch reduziert und die Anlage in einen sichereren Zustand überführt.

Wo steht das AKW geographisch? Hier klicken um es auf google maps zu finden

21 Kommentare zu „Atomkraftwerke in Kriegsgebieten“

  1. Die Situation im AKW Saporischschja ist gemäss Rafael Grossi von der IAEA prekär.

    Update 88 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    Update 88 vom 6.8.2022 übersetzt aus dem Englischen mit Deepl

    Generaldirektor Rafael Mariano Grossi gab heute eine Erklärung ab, in der er seine große Besorgnis über den Beschuss des ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja am Freitag zum Ausdruck brachte und erneut betonte, wie wichtig es ist, dass die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) so bald wie möglich eine Mission von Experten für nukleare Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen an den Standort entsenden kann.

    Die Ukraine teilte der IAEO mit, dass das externe Stromversorgungssystem der Anlage durch den Beschuss beschädigt worden sei, dass aber zwei Stromleitungen weiterhin in Betrieb seien, so der Generaldirektor. Außerdem wurde das Notfallsystem eines der drei in Betrieb befindlichen Reaktoren der Anlage ausgelöst. Dieser Block sei infolge der Ereignisse vom Freitag vom Netz getrennt worden, so die Ukraine.

    Die Ukraine teilte der IAEO außerdem mit, dass es keine Schäden an den Reaktoren selbst, keine Freisetzung von Radioaktivität und keine Berichte über Verletzte gegeben habe. Allerdings seien eine Stickstoff-Sauerstoff-Station, die den Betrieb der Anlage unterstützt, und ein Hilfsgebäude beschädigt worden. Die Feuerwehr habe einen Brand in der Stickstoff-Sauerstoff-Station schnell gelöscht, aber sie müsse noch repariert werden, so die Ukraine. Die IAEO hat auch Informationen über einen Beschuss in der Nähe des Lagers für abgebrannte Brennelemente erhalten.

    Am Samstagmorgen waren zwei der sechs Blöcke des AKW Saporischschja in Betrieb und die Strahlungssituation war normal, teilte die Ukraine der IAEO mit.

    Auf der Grundlage der begrenzten Informationen, die zur Verfügung stehen, sagte Generaldirektor Grossi, dass die IAEO-Experten eine vorläufige Bewertung vorgenommen hätten, wonach die derzeitige Situation der nuklearen Sicherheit und der Gefahrenabwehr im AKW stabil erscheine und keine unmittelbare Gefahr für die nukleare Sicherheit bestehe.

    Die IAEO werde die Entwicklung der Situation, den Fortgang der Reparaturen und alle Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit am Standort weiterhin genau beobachten, sagte er.

    Der Generaldirektor erklärte, dass die Ereignisse vom Freitag gegen mehrere der sieben unverzichtbaren Säulen der nuklearen Sicherheit verstoßen hätten, die er zu Beginn des Konflikts dargelegt hatte:

    Säule 1 (Physische Integrität): Jede militärische Aktivität – wie z.B. Beschuss – innerhalb oder in der Nähe einer kerntechnischen Anlage hat das Potenzial, eine inakzeptable radiologische Folge zu verursachen.
    Säule 2 (Alle Sicherheits- und Sicherungssysteme und -ausrüstungen müssen jederzeit funktionsfähig sein): Infolge des Beschusses wurde in einem der Blöcke der Notfallschutz aktiviert, Dieselgeneratoren wurden in Betrieb genommen, und die Stickstoff-Sauerstoff-Station sowie ein Hilfsgebäude wurden beschädigt.
    Säule 3 (Betriebspersonal): Diese jüngsten Aktivitäten erhöhen die Belastung des Betriebspersonals weiter.
    Säule 4 (Energieversorgung): Diese ist durch die Beschädigung des externen Stromversorgungssystems beeinträchtigt worden.
    Säule 6 (Strahlungsüberwachung und Vorkehrungen für den Notfall): Beim derzeitigen Zustand des Standorts gefährdet der jüngste Beschuss die bereits beeinträchtigten EPR-Vorkehrungen und Reaktionsmöglichkeiten weiter. Das Strahlungsüberwachungssystem ist jedoch weiterhin in Betrieb.

    In seiner Erklärung sagte Generaldirektor Grossi, dass jegliche Militäraktion, die die Sicherheit des AKW Saporischschja – der größten Anlage dieser Art in Europa – gefährde, völlig inakzeptabel sei und vermieden werden müsse.

    Die IAEO konnte die von Russland besetzte Anlage im Süden der Ukraine seit Beginn des Konflikts vor mehr als fünf Monaten nicht mehr besuchen.

    Generaldirektor Grossi erklärte, er werde sich weiterhin um die Entsendung einer IAEO-Mission an den Standort bemühen und betonte, dass dies dazu beitragen würde, die Lage im Bereich der nuklearen Sicherheit und der Gefahrenabwehr dort zu stabilisieren.

    Was die Sicherheitsüberwachung betrifft, so erhält die IAEO weiterhin Fernüberwachungsdaten von den vier in Betrieb befindlichen KKWs, aber es gibt immer noch einen teilweisen Verlust der Übertragung von Überwachungsdaten aus dem AKW Tschernobyl, sagte der Generaldirektor.

    Die Ukraine teilte der IAEO heute außerdem mit, dass zehn der 15 Kernenergiereaktoren des Landes derzeit am Netz sind, darunter zwei im AKW Saporischschja, drei im Rivne AKW, drei im South Ukraine AKW und zwei im Khmelnytsky AKW.

  2. Martin Walter

    Update 87 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    22.Juli 2022

    The Director General of the International Atomic Energy Agency (IAEA), Rafael Mariano Grossi, said recent reports about the Zaporizhzya Nuclear Power Plant (ZNPP) indicate an increasingly alarming situation there and he called for maximum restraint to avoid any accident that could threaten public health in Ukraine and elsewhere.

    “These reports are very disturbing and further underline the importance of the IAEA going to the Zaporizhzya plant. I’m continuing my determined efforts to agree and lead a safety, security and safeguards mission to the site as soon as possible. It is urgent,” Director General Grossi said.

    The IAEA has not been able to visit the Russian-occupied facility in Ukraine’s south since before the conflict began five months ago. It is therefore not in a position to confirm or deny the reports about the country’s largest nuclear power plant (NPP), with six reactors.

    “However, we take them very seriously. From the beginning of the military conflict in Ukraine, the IAEA has warned about the risk of a severe nuclear accident in a country with 15 reactors at four operational NPPs. In view of the recent unconfirmed reports about events at or near the Zaporizhzya NPP, I am gravely concerned about this very real danger, with potentially serious consequences,” Director General Grossi said.

    “It is extremely important that no action is taken that could in any way jeopardize the safety of this plant, which is also Europe’s largest. During a conflict of this nature, a nuclear facility can be damaged unintentionally. It must be avoided at all costs.”

    In recent weeks, there have been a series of reports – both in the media and in the form of official communications received by the IAEA – suggesting that the already difficult and stressful conditions facing Ukrainian staff at the plant have deteriorated further, an issue that the Director General has previously spoken about. In addition, there have been reports in recent days indicating other potential dangers for the plant’s safety.

    Director General Grossi has repeatedly stressed that the IAEA must be able to send a mission to the Zaporizhzya NPP to conduct essential safety, security and safeguards activities at the facility.

    As an independent and impartial organization, the presence of the IAEA would also be crucial for having a better understanding of the situation at the NPP, which has been controlled by Russian forces since 4 March but continues to be operated by its Ukrainian staff, he said.

    In relation to safeguards, the IAEA is continuing to receive remote safeguards data from the four operational NPPs, but it is still experiencing a partial loss of safeguards data transfer from Chornobyl, the Director General said.

    Ukraine separately informed the IAEA today that ten of the country’s 15 nuclear energy reactors are currently connected to the grid, including three at the ZNPP, three at the Rivne NPP, two at the South Ukraine NPP, and two at the Khmelnytskyy NPP. The other reactors have been shut down for regular maintenance. Safety systems remain operational at the four NPPs, and they also continue to have off-site power available, Ukraine said.

  3. Martin Walter

    Update 75 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    11.5.2022

    Remote transmission of safeguards data from Ukraine’s Chornobyl Nuclear Power Plant (NPP) has been fully re-established, Director General of the International Atomic Energy Agency (IAEA), Rafael Mariano Grossi, said today. This resulted from the deployment of new transmission channels based on satellite technologies and of other technical work conducted by the Agency since the visit of safeguards inspectors and technicians to the Chornobyl NPP, 26-27 April 2022. This is the first time that remote data from all sites where such systems are in place in Ukraine, including all nuclear power plants and associated spent fuel storage facilities, has been transferred in full to the IAEA Headquarters since the two months interruption at the Chornobyl NPP. “This is a very important step for the IAEA to continue to implement safeguards in Ukraine,” Director General Grossi said. “However, implementing safeguards also includes in-field verification activities. The situation at Zaporizhzhya NPP continues to be challenging owing to the presence of Russian forces and Rosatom personnel at the site. Although the IAEA continues to adjust its safeguards activities, the situation is unsustainable. I have therefore proposed to lead a visit to Zaporizhzhya NPP, including safeguards inspectors and nuclear safety and security experts, after the necessary consultations and at the earliest possible opportunity,” he added. Ukraine separately informed the IAEA today that there had been no significant developments related to nuclear safety and security in the country over the past 24 hours. Regarding the country’s 15 operational reactors at four NPPs, Ukraine said seven are currently connected to the grid, including two at the Russian-controlled Zaporizhzhya NPP, two at the Rivne NPP, two at the South Ukraine NPP, and one at the Khmelnytskyy NPP. The eight other reactors are shut down for regular maintenance or held in reserve. Safety systems remain operational at the four NPPs, and they also continue to have off-site power available, Ukraine said.“

    Auf Deutsch übersetzt mit Deepl:

    Die Fernübertragung von Überwachungsdaten aus dem ukrainischen Kernkraftwerk (KKW) Tschernobyl wurde vollständig wiederhergestellt, so der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Mariano Grossi, heute. Dies ist das Ergebnis der Einrichtung neuer Übertragungskanäle auf der Grundlage von Satellitentechnologien und anderer technischer Arbeiten, die von der Agentur seit dem Besuch von Inspektoren und Technikern der Sicherheitsüberwachung im Kernkraftwerk Tschernobyl am 26. und 27. April 2022 durchgeführt wurden. Dies ist das erste Mal, dass seit der zweimonatigen Unterbrechung im KKW Tschernobyl Ferndaten von allen Standorten, an denen solche Systeme in der Ukraine vorhanden sind, einschließlich aller Kernkraftwerke und der zugehörigen Lager für abgebrannte Brennelemente, vollständig an den IAEO-Hauptsitz übertragen wurden.

    „Dies ist ein sehr wichtiger Schritt für die IAEO, um die Sicherheitsüberwachung in der Ukraine fortzusetzen“, sagte Generaldirektor Grossi. „Zur Umsetzung der Sicherheitsüberwachung gehören jedoch auch Verifikationsaktivitäten vor Ort. Die Situation im KKW Saporischschja ist aufgrund der Anwesenheit russischer Streitkräfte und des Rosatom-Personals auf dem Gelände weiterhin schwierig. Obwohl die IAEO ihre Überwachungsaktivitäten weiter anpasst, ist die Situation unhaltbar. Ich habe daher vorgeschlagen, nach den erforderlichen Konsultationen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Besuch im KKW Saporischschja zu leiten, an dem auch Inspektoren der Sicherheitsüberwachung und Experten für nukleare Sicherheit und Gefahrenabwehr teilnehmen“, fügte er hinzu.

    Die Ukraine teilte der IAEO heute gesondert mit, dass es in den letzten 24 Stunden keine nennenswerten Entwicklungen in Bezug auf die nukleare Sicherheit und Sicherung in ihrem Land gegeben habe.

    Was die 15 in Betrieb befindlichen Reaktoren in vier Kernkraftwerken des Landes betrifft, so erklärte die Ukraine, dass sieben derzeit am Netz sind, darunter zwei im russisch kontrollierten Kernkraftwerk Saporischschja, zwei im Kernkraftwerk Riwne, zwei im Kernkraftwerk Südukraine und einer im Kernkraftwerk Chmelnyzkyj. Die acht anderen Reaktoren sind für regelmäßige Wartungsarbeiten abgeschaltet oder werden in Reserve gehalten. Nach Angaben der Ukraine sind die Sicherheitssysteme in den vier KKWs weiterhin funktionsfähig, und sie verfügen auch weiterhin über eine externe Stromversorgung.

  4. Martin Walter

    Aus „Social Institutions and Nuclear Energy“, Alwin M. Weinberg, Science Vol 177, 7 July 1972

    Zum Thema Atomkraftwerke und Atomenergie

    „But the price that we demand of society for this magical energy source is both a vigilance and a longevity of our social institutions that we are quite unaccustomed to.“

    „Aber der Preis, den wir von der Gesellschaft für diese magische Energiequelle verlangen, ist eine Wachsamkeit und Langlebigkeit unserer gesellschaftlichen Institutionen, die wir bis heute nicht erreicht haben.“

    In diesem Zusammenhang: Wo stehen wir da heute?

  5. Martin Walter

    Update 67 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    April 29th 2022

    Ukraine formally informed the International Atomic Energy Agency (IAEA) today about the situation at the Zaporizhzhya Nuclear Power Plant (NPP), which is controlled by Russian forces but still operated by its Ukrainian staff, Director General Rafael Mariano Grossi said.

    Ukraine said its nuclear specialists “continue to perform their duties and maintain, as far as possible during the war, the safety of the nuclear facilities” in the country.

    Ukraine also said that Rosenergoatom – a unit of Russian state nuclear company Rosatom – had sent a group of nuclear specialists to the Zaporizhzhya NPP, naming eight. It said they demanded daily reports from plant management about “confidential issues” on the functioning of the NPP, covering aspects related to administration and management, maintenance and repair activities, security and access control, and management of nuclear fuel, spent fuel and radioactive wastes.

    Ukraine separately informed the IAEA today that personnel at the Zaporizhzhya NPP – the country’s largest with six reactors – were “working under unbelievable pressure”.

    Russian forces seized the plant on 4 March. Director General Grossi has repeatedly expressed concern about the extremely stressful and challenging work conditions for personnel at Ukraine’s nuclear facilities during the conflict, especially at Zaporizhzhya and the Chernobyl site, which the Russian military controlled for five weeks before withdrawing on 31 March.

    Earlier this month, Ukraine informed the IAEA that “the morale and the emotional state” of staff at Zaporizhzhya were “very low”.

    In his summary report on nuclear safety, security and safeguards in Ukraine that was issued yesterday, Director General Grossi said the situation at Zaporizhzhya “continues to be challenging and requires continued attention owing to the presence of Russian forces and Rosatom personnel at the site while operational management remains with Ukrainian plant operators”.

    The report added that although the IAEA continues to adjust its safeguards activities, the situation will become unsustainable. “Therefore, the Director General has proposed to lead a visit to the Zaporizhzhya NPP after the necessary consultations and at the earliest possible opportunity,” it said.

    Separately today, Ukraine informed the IAEA that there had been no significant developments related to nuclear safety and security over the past 24 hours in the country.

    Regarding the country’s 15 operational reactors at four nuclear power plants, Ukraine said seven are currently connected to the grid, including two at the Zaporizhzhya NPP, two at the Rivne NPP, two at the South Ukraine NPP, and one at the Khmelnytskyy NPP. The eight other reactors are shut down for regular maintenance or held in reserve. Safety systems remain operational at the four NPPs, and they also continue to have off-site power available, Ukraine said.

    In relation to safeguards, the IAEA said that the remote transfer of safeguards data from the Chornobyl NPP to the Agency’s Vienna headquarters is gradually being restored after its technicians this week upgraded the unattended monitoring systems installed at the site and deployed new transmission channels based on satellite technologies. The transmission from Chornobyl had been interrupted for two months. For the four operational NPPs in Ukraine, remote data is being transferred to the IAEA.

    Deutsche Uebersetzung mit deepl:

    Die Ukraine hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) heute offiziell über die Situation im Kernkraftwerk Saporischschja informiert, das von den russischen Streitkräften kontrolliert, aber weiterhin von ukrainischem Personal betrieben wird, so Generaldirektor Rafael Mariano Grossi.

    Die Ukraine erklärte, dass ihre Nuklearspezialisten „weiterhin ihre Aufgaben erfüllen und die Sicherheit der Nuklearanlagen im Land so weit wie möglich aufrechterhalten“.

    Die Ukraine teilte außerdem mit, dass Rosenergoatom – eine Einheit des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom – eine Gruppe von Nuklearspezialisten in das Kernkraftwerk Saporischschja entsandt habe, die acht Personen benannte. Die Gruppe verlangte von der Betriebsleitung tägliche Berichte über „vertrauliche Fragen“ zum Betrieb des KKW, die Aspekte im Zusammenhang mit Verwaltung und Management, Wartungs- und Reparaturarbeiten, Sicherheit und Zugangskontrolle sowie die Entsorgung von Kernbrennstoffen, abgebrannten Brennelementen und radioaktiven Abfällen betreffen.

    Die Ukraine teilte der IAEO heute gesondert mit, dass das Personal des KKW Saporischschja – mit sechs Reaktoren das größte des Landes – „unter unglaublichem Druck“ arbeite.

    Russische Streitkräfte hatten die Anlage am 4. März in ihre Gewalt gebracht. Generaldirektor Grossi hat wiederholt seine Besorgnis über die extrem stressigen und schwierigen Arbeitsbedingungen für das Personal in den ukrainischen Kernkraftwerken während des Konflikts zum Ausdruck gebracht, insbesondere in Saporischschja und am Standort Tschernobyl, den das russische Militär fünf Wochen lang kontrollierte, bevor es sich am 31. März zurückzog.

    Anfang dieses Monats teilte die Ukraine der IAEO mit, dass „die Moral und der emotionale Zustand“ des Personals in Saporischschja „sehr niedrig“ seien.

    In seinem gestern veröffentlichten zusammenfassenden Bericht über die nukleare Sicherheit, Sicherung und Sicherungsmaßnahmen in der Ukraine erklärte Generaldirektor Grossi, dass die Situation in Saporischschja „weiterhin eine Herausforderung darstellt und aufgrund der Anwesenheit russischer Streitkräfte und des Rosatom-Personals am Standort ständige Aufmerksamkeit erfordert, während die Betriebsführung weiterhin bei den ukrainischen Betreibern liegt“.

    Der Bericht fügte hinzu, dass die IAEO ihre Überwachungsaktivitäten zwar weiterhin anpasst, die Situation jedoch unhaltbar wird. „Daher hat der Generaldirektor vorgeschlagen, nach den erforderlichen Konsultationen und zum frühestmöglichen Zeitpunkt einen Besuch im Kernkraftwerk Saporischschja durchzuführen“, hieß es.

    Unabhängig davon teilte die Ukraine der IAEO heute mit, dass es in den letzten 24 Stunden in ihrem Land keine nennenswerten Entwicklungen im Bereich der nuklearen Sicherheit und Sicherung gegeben habe.

    Was die 15 in Betrieb befindlichen Reaktoren in vier Kernkraftwerken des Landes betrifft, so erklärte die Ukraine, dass sieben derzeit am Netz sind, darunter zwei im KKW Saporischschja, zwei im KKW Riwne, zwei im KKW Südukraine und einer im KKW Chmelnyzkyj. Die acht anderen Reaktoren sind für regelmäßige Wartungsarbeiten abgeschaltet oder werden in Reserve gehalten. Die Sicherheitssysteme der vier KKWs sind weiterhin in Betrieb, und sie verfügen auch weiterhin über eine externe Stromversorgung, so die Ukraine.

    In Bezug auf die Sicherheitsüberwachung teilte die IAEO mit, dass die Fernübertragung von Überwachungsdaten aus dem KKW Tschernobyl an den Hauptsitz der Agentur in Wien allmählich wiederhergestellt wird, nachdem ihre Techniker in dieser Woche die am Standort installierten unbeaufsichtigten Überwachungssysteme aufgerüstet und neue, auf Satellitentechnologie basierende Übertragungskanäle eingerichtet haben. Die Übertragungen aus Tschernobyl waren zwei Monate lang unterbrochen worden. Für die vier in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in der Ukraine werden Ferndaten an die IAEO übertragen.

  6. Martin Walter

    Zur Frage, ob russische Soldaten nach Arbeiten in Chernobyl an einer akuten Strahlenkrankheit leiden, wie dies in neueren Berichten in der Presse und von Beyond Nuclear International Weekly vermutet wird, nimmt auch R M Grossi von der IAEA am 31.3.2022 Stellung.

    Update 38 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    (published march 31 2022)

    The Director General of the International Atomic Energy Agency (IAEA), Rafael Mariano Grossi, arrived in Kaliningrad today for talks with senior Russian officials tomorrow morning. This follows his detailed discussions yesterday with senior Ukrainian government officials at South Ukraine Nuclear Power Plant (NPP) to review the concrete steps that need to be taken to immediately deliver urgent technical assistance for nuclear safety and security to Ukraine. Director General Grossi will return to the IAEA’s Vienna headquarters on Friday and hold a press conference later in the afternoon.

    Ukraine today informed the IAEA that the Russian forces that have been in control of Chornobyl Nuclear Power Plant (NPP) since 24 February had, in writing, transferred control of the NPP to Ukrainian personnel and moved two convoys of troops towards Belarus. A third convoy had also left the city of Slavutych, where many of the Chornobyl NPP staff live, and moved towards Belarus. In addition, Ukraine reported that there are still some Russian forces on the Chornobyl NPP site but presumed that those forces are preparing to leave.

    Ukraine has not reported any staff rotation at the Chornobyl NPP since 20-21 March.

    The IAEA is in close consultations with Ukrainian authorities on sending the Agency’s first assistance and support mission to the Chornobyl NPP in the next few days, Director General Grossi said.

    The IAEA has not been able to confirm reports of Russian forces receiving high doses of radiation while being in the Chornobyl Exclusion Zone. The IAEA is seeking further information in order to provide an independent assessment of the situation.

    Out of the country’s 15 operational reactors at four sites, the regulator said nine were operating, including two at the Russian-controlled Zaporizhzhya NPP, four at Rivne, one at Khmelnytskyy, and two at South Ukraine. The other reactors are shut down for regular maintenance, it added.

    In relation to safeguards, the Agency said that the situation remained unchanged from that reported previously. The Agency was still not receiving remote data transmission from its monitoring systems installed at the Chornobyl NPP, but such data was being transferred to IAEA headquarters from the other NPPs in Ukraine.

  7. State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine

    Informationen zum aktuellen Stand des ZNPP (29.03.2022)
    Veröffentlicht am 29. März 2022 15:40

    Uebersetzt mit deepl

    Das KKW Saporischschja und die Stadt Enerhodar sind seit dem 4. März 2022 von russischen Militäreinheiten besetzt. Neben den Militärs des Aggressorlandes halten sich auch Vertreter der Staatlichen Atomenergiegesellschaft der Russischen Föderation „Rosatom“ seit langem illegal auf dem Gelände des KKW Saporischschja auf, der Zweck ihres Aufenthalts ist unbekannt.

    Das KKW-Personal und seine Familien stehen unter ständigem psychischen Druck durch die Anwesenheit feindlicher militärischer Besatzer auf dem KKW-Gelände und in der Satellitenstadt sowie durch eine große Anzahl von Militärfahrzeugen. Es wurden Fälle registriert, in denen das KKW-Personal von russischen Invasoren zum Verhör festgehalten wurde.

    Wir betonen, dass der psychische und physische Druck auf das KKW-Personal und seine Familien die Wahrscheinlichkeit von Personalfehlern deutlich erhöht, was wiederum zu Notfällen und Unfällen führen kann.

    Zwei KKW-Blöcke sind in Betrieb, die übrigen befinden sich in Reparatur und im Standby-Modus.

    Die behördliche Aufsicht über die Nuklear- und Strahlungssicherheit direkt am Standort des KKW Saporischschja ist nicht möglich, ebenso wenig wie der Zugang der staatlichen SNRIU-Inspektoren zum Standort. Es gibt keine zuverlässigen Informationen über den Zustand der kerntechnischen Anlagen am KKW-Standort. Das SNRIU steht in Kontakt mit der Leitung des ZNPP.

    Nach Angaben der Leitung des ZNPP:

    Das Betriebspersonal überwacht weiterhin den Zustand der Kraftwerksblöcke und gewährleistet deren sicheren Betrieb gemäß den Anforderungen der Betriebsverfahren;

    Der Betrieb des KKW wird ausschließlich vom Personal des KKW Saporischschja durchgeführt, eine ständige Rotation des Personals ist gewährleistet;

    Es wurden keine Änderungen der radiologischen Situation am Standort des KKW, im Kontrollbereich und im Beobachtungsbereich festgestellt.

  8. Update 37 – Erklärung des IAEO-Generaldirektors zur Lage in der Ukraine

    52/2022

    Wien, Österreich, veröffentlicht um 19:15 MESZ, 2022 März 30

    Aus dem Englischen übersetzt mit deepl

    Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Rafael Mariano Grossi, besuchte heute das Kernkraftwerk (KKW) der Südukraine, um mit hochrangigen ukrainischen Regierungsvertretern und Mitarbeitern zusammenzutreffen und die technische Unterstützung der IAEO für die Sicherheit und Sicherung der kerntechnischen Anlagen des Landes einzuleiten.

    Der Generaldirektor führte ausführliche Gespräche mit Energieminister German Galushchenko, dem Leiter der Atomaufsichtsbehörde Oleg Korikov, dem Leiter der Betreibergesellschaft Energoatom, Petro Kotin, und dem KKW-Direktor Igor Polovych. Sie besprachen die konkreten Schritte, die unternommen werden müssen, um der Ukraine diese dringende Hilfe unverzüglich zukommen zu lassen.

    „Es ist von entscheidender Bedeutung, vor Ort zu sein, um die Ukraine in diesen extrem schwierigen Zeiten wirksam zu unterstützen“, sagte Generaldirektor Grossi. „Die Präsenz der IAEO vor Ort wird dazu beitragen, die Gefahr eines nuklearen Unfalls zu verhindern, der schwerwiegende Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Umwelt in der Ukraine und darüber hinaus haben könnte“, fügte er hinzu. Weitere Einzelheiten finden Sie in der gestrigen Erklärung hier.

    In der heutigen regelmäßigen Aktualisierung der Lage im Bereich der nuklearen Sicherheit und Sicherung erklärte die Ukraine, dass seit dem 20. und 21. März kein Personalwechsel im Kernkraftwerk Tschernobyl stattgefunden habe. Die Anlage befindet sich seit dem 24. Februar unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte.

    Von den 15 in Betrieb befindlichen Reaktoren des Landes an vier Standorten waren nach Angaben der Regulierungsbehörde neun in Betrieb, darunter zwei im russisch kontrollierten KKW Saporischschja, vier in Riwne (Block 1 ist ans Netz gegangen), einer in Chmelnyzkyj und zwei in der Südukraine. Die anderen Reaktoren sind wegen regelmäßiger Wartungsarbeiten abgeschaltet, heißt es weiter.

    In Bezug auf die Sicherheitsüberwachung erklärte die Agentur, dass die Situation gegenüber den früheren Berichten unverändert sei. Die Agentur erhalte immer noch keine Datenfernübertragung von ihren im KKW Tschernobyl installierten Überwachungssystemen, aber solche Daten würden von den anderen KKW in der Ukraine an den Hauptsitz der IAEO übertragen.

  9. State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine update as of 18 March 2022

    Aktueller Stand des KKW Saporischschja vom 18. März 2022
    Veröffentlicht am 18. März 2022 15:55

    Uebersetzt mit Deepl

    Das KKW Saporischschja und die Stadt Enerhodar befinden sich seit mehr als zwei Wochen unter der Kontrolle russischer Militäreinheiten.

    Der aktuelle Zustand der Kraftwerksblöcke ist unverändert: zwei Blöcke sind in Betrieb, zwei Blöcke werden repariert (Blöcke 1 und 6), die übrigen sind abgeschaltet.

    Drei der vier 750-kV-Hochspannungsleitungen (Saporischschja, Süddonbas und Kachowka) wurden aufgrund der Feindseligkeiten in der Region beschädigt. Darüber hinaus wurde am 17. März 2022 in der Zeit von 14:00 bis 20:00 Uhr die induktive Kopplungsleitung (750/330 kV) zwischen dem KKW ZNPP und dem Wärmekraftwerk Zaporizhzhia aufgrund von Schäden unterbrochen. Diese Leitung kann vom ZNPP genutzt werden, um die Stromversorgung der Prozesssysteme der Kraftwerksblöcke und die Leistungsabgabe im Falle eines Ausfalls aller vier regulären Hochspannungsleitungen sicherzustellen. Nach der Beseitigung der festgestellten Schäden wurde die Betriebsfähigkeit der Leitung wiederhergestellt.

    Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region und der Einnahme des ZNPP-Geländes und der angrenzenden Gebiete durch die russischen Besatzungstruppen besteht eine potenzielle Gefahr eines Stromausfalls im ZNPP. Nach den Sicherheitsanalysen der Kraftwerksblöcke des ZNPP ist der vollständige Ausfall der externen Stromversorgung eines Kraftwerksblocks das auslösende Ereignis eines Auslegungsstörfalls.

    Die behördliche Aufsicht über die Nuklear- und Strahlungssicherheit direkt am Standort des ZNPP wird derzeit nicht ausgeübt, aber das SNRIU bleibt in ständigem Kontakt mit dem ZNPP.

    Nach Angaben der Leitung des ZNPP:

    Das Betriebspersonal überwacht weiterhin den Zustand der Kraftwerksblöcke und gewährleistet deren sicheren Betrieb gemäß den Anforderungen der Betriebsverfahren;
    der Betrieb des KKW wird ausschließlich vom Personal des KKW Saporischschja durchgeführt, eine ständige Rotation des Personals ist gewährleistet;
    es wurden keine Änderungen der radiologischen Situation auf dem Gelände des KKW oder im Kontroll- und Beobachtungsbereich festgestellt;
    Die Suche nach gefährlichen Gegenständen, die infolge des Beschusses des KKW Saporischschja durch das russische Militär auf dem Gelände und im angrenzenden Gebiet aufgetaucht sind, geht weiter;
    Vertreter der Staatlichen Atomenergiegesellschaft der Russischen Föderation „Rosatom“ halten sich weiterhin auf dem Gelände des KKW auf.

    https://snriu.gov.ua/en/news/zaporizhzhia-npp-status-update-18-march-2022

    Die Seite der „State Nuclear Regulatory Authority der Ukraine“ ist seit ein paar Tagen wieder online

  10. Widersprüchliche Pressemeldungen zum Problem externe Stromzufuhr zu den Anlagen in Tschernobyl

    Dazu einen letzten aufrufbaren Update des State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine aus dem Webarchiv (abgeholt am 13.3.2022), da die offizielle Seite offline ist:

    Chornobyl NPP facilities, current situation (March 11, 2022)

    Published 11 March 2022 15:05

    All the Chornobyl NPP facilities located in the Exclusion Zone continue to remain under the control of the aggressor country.

    On 9 March 2022, starting from 11:22, the power supply is not available at the Chornobyl NPP site, and, accordingly, there is no connection with the ChNPP personnel present directly at the site. Regulatory control over the state of nuclear and radiation safety at the Chornobyl NPP site and in the Exclusion Zone, as well as control over nuclear materials at the enterprise is impossible to exercise.

    The operation of the Exclusion Zone automated radiation monitoring system has not been restored yet.

    The real situation at the site is currently unknown.

    According to the management of the Chornobyl NPP, currently located in Slavutych, an additional supply of diesel fuel for diesel generators ensuring emergency power supply to the spent nuclear fuel storage facilities (ISF-1 and ISF-2), as well as to the New Safe Confinement above the Shelter, was delivered to the NPP site. Attempts to restore the external power supply to the site are in progress.
    und:
    https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-18-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine

  11. Update 17 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

    publiziert am 10.3.2022

    auf Deutsch übersetzt mit Deepl

    Die Ukraine hat die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) darüber informiert, dass sie heute die Kommunikation mit dem Kernkraftwerk (KKW) Tschernobyl verloren hat, einen Tag, nachdem die von Russland kontrollierte Anlage die gesamte externe Stromversorgung verloren hat, so Generaldirektor Rafael Mariano Grossi.

    Der Generaldirektor erklärte, die Agentur habe Kenntnis von Berichten, wonach die Stromversorgung des Standorts wiederhergestellt worden sei, und erwarte nun eine Bestätigung.

    Zuvor hatte die ukrainische Aufsichtsbehörde der IAEO mitgeteilt, dass Notstromdieselgeneratoren das Kernkraftwerk Tschernobyl mit Strom versorgten. Der anschließende Ausfall der Kommunikation hatte zur Folge, dass die Aufsichtsbehörde der IAEO keine aktuellen Informationen über den Standort mehr liefern konnte.

    Nach den Informationen, die vor dem Ausfall der Kommunikation eingegangen waren, waren beide Stromleitungen der Anlage beschädigt worden, so dass sie vom Netz getrennt wurde, so die ukrainische Aufsichtsbehörde. Um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten, müssten diese Leitungen entweder repariert werden oder die Generatoren, die zwei Tage lang Treibstoff enthielten, müssten mit zusätzlichem Diesel versorgt werden. Die Dieselgeneratoren versorgten Systeme, die für die Sicherheit wichtig sind, einschließlich der Systeme für abgebrannte Brennelemente, die Wasserkontrolle und die chemische Wasseraufbereitung, so die Aufsichtsbehörde, und fügte hinzu, dass der Betreiber nicht in der Lage war, einige Funktionen wie die Strahlungsüberwachung, die Lüftungssysteme und die normale Beleuchtung aufrechtzuerhalten.

    Wie in Update 16 berichtet, wird die Trennung vom Netz jedoch keine kritischen Auswirkungen auf die wesentlichen Sicherheitsfunktionen des Standorts haben, an dem sich verschiedene Anlagen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle befinden, da das Kühlwasservolumen in der Anlage für abgebrannte Brennelemente ausreicht, um die Wärmeabfuhr ohne Stromzufuhr aufrechtzuerhalten.

    Die Aufsichtsbehörde bestätigte diese Einschätzung, indem sie feststellte, dass der Sicherheitsanalysebericht für das Lager für abgebrannte Brennelemente am Standort zu dem Schluss kam, dass es im Falle eines totalen Stromausfalls „keine Auswirkungen auf die wesentlichen Sicherheitssysteme“ geben würde, einschließlich der Stromversorgung durch Notstromquellen wie Dieselgeneratoren. Darüber hinaus konnte der Betreiber bestätigen, dass die Strukturen und Systeme des Lagerbeckens für abgebrannte Brennelemente nicht beschädigt sind und ihre ursprünglichen Funktionen beibehalten werden.

    Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass das Personal auch bei einem Ausfall der Notstromversorgung in der Lage wäre, den Wasserstand und die Temperatur des Brennelementlagerbeckens zu überwachen. Allerdings würden sie diese Arbeiten unter sich verschlechternden Strahlenschutzbedingungen durchführen, da die Belüftung der Anlage unzureichend ist. Sie wären auch nicht in der Lage, die betrieblichen Strahlenschutzverfahren zu befolgen.

    Der Generaldirektor äußerte sich besorgt über die sich verschlechternden und erschöpfenden Bedingungen für das Personal des Kernkraftwerks Tschernobyl, das seit dem Tag vor der Übernahme der Kontrolle durch die russischen Streitkräfte am 24. Februar nicht mehr in der Lage war, sich zu bewegen. Er sagte, dass dadurch auch ein wichtiger Sicherheitspfeiler in Frage gestellt wird, der besagt, dass „das Betriebspersonal in der Lage sein muss, seine Sicherheits- und Sicherungsaufgaben zu erfüllen und Entscheidungen ohne unangemessenen Druck zu treffen“. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kommunikation völlig ausgefallen ist. Zuvor konnte der Standort per E-Mail mit der Aufsichtsbehörde kommunizieren.

    Zum Status der in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerke teilte die Aufsichtsbehörde mit, dass acht der 15 Reaktoren des Landes weiterhin in Betrieb seien, darunter zwei im KKW Saporischschja, drei in Riwne, einer in Chmelnyzkyj und zwei in der Südukraine. Die Strahlungswerte an den vier Standorten seien normal, hieß es.

    Die Stromversorgungssituation am Standort des KKW Saporischschja ist gegenüber dem Bericht in Update 16 unverändert. Der Standort verfügt über vier Hochspannungsleitungen (750 kV) außerhalb des Werksgeländes und eine zusätzliche Leitung in Bereitschaft. Zwei der vier Leitungen wurden beschädigt, so dass derzeit nur zwei Leitungen zur Verfügung stehen, zuzüglich der Bereitschaftsleitung. Der Betreiber teilte der IAEO mit, dass der Strombedarf des KKW außerhalb des Standorts mit einer verfügbaren Stromleitung gedeckt werden kann. Darüber hinaus sind Dieselgeneratoren bereit und funktionsfähig, um Notstrom zu liefern.

    Eine weitere Herausforderung für dieselbe Anlage besteht darin, dass es derzeit nicht möglich ist, die für die Durchführung geplanter Reparaturen erforderlichen Ersatzteile, Ausrüstungen und Fachkräfte an den Standort zu liefern, und dass die Wartungstätigkeiten an Block 1 auf das von den Betriebsverfahren der Anlage geforderte Mindestmaß reduziert wurden.

    Der Generaldirektor erklärte ferner, dass die IAEO mit den ukrainischen Behörden bezüglich der Strahlungsüberwachungssysteme in der Ukraine in Kontakt stehe.

    Bezüglich des Verlustes der Datenfernübertragung von den Sicherungssystemen, die zur Überwachung von Nuklearmaterial und -aktivitäten im KKW Tschernobyl und im KKW Saporischschja installiert wurden (siehe Update 16), war die IAEO nicht in der Lage, die Kommunikation mit diesen installierten Überwachungssystemen wiederherzustellen.

    Generaldirektor Grossi führte heute Gespräche mit den Außenministern der Ukraine und der Russischen Föderation – Dmytro Kuleba und Sergei Lavrov – in Antalya, Türkei. Nach seiner Rückkehr nach Wien gab er eine Pressekonferenz.

  12. Chornobyl NPP facilities, current situation as of 10 March 2022 at 15:00

    Published 10 March 2022 20:00

    All Chornobyl NPP facilities in the exclusion zone remain under the aggressor’s control.

    On 9 March 2022 at 11:22, the last power supply line on the site was lost. There is no possibility to communicate with personnel directly on site. Regulatory control over nuclear and radiation safety at the Chornobyl site and in the exclusion zone, as well as control of nuclear materials at the ChNPP, has been completely lost.

    Restoration of electricity supply and, accordingly, communication with the operational personnel of the Chornobyl NPP are not currently possible because of hostilities in the area where high-voltage lines are damaged.

    Prior to the loss of communication, all spent nuclear fuel of the Chornobyl NPP was stored in two interim spent fuel storage facilities (ISFs):

    ISF-1 (wet storage facility)
    ISF-2 (dry cask storage facility).
    There is no nuclear fuel at Chornobyl NPP Units 1, 2, 3.

    Scheduled transport of spent fuel from ISF-1 to ISF-2 was suspended before the Russian troops captured the site.

    The actual situation on the site is currently unknown.

    According to the information available to SNRIU after loss of power, the emergency diesel generators have been turned on to supply power to systems important to safety of the facilities, including ISF-1, ISF-2 and New Safe Confinement over the Shelter (Shelter NSC).

    In case of failure-free operation, the amount of diesel fuel for diesel generators will be sufficient for 48 hours since the instant the external power is lost.

    Potential threats at the Chornobyl NPP facilities in case of loss of emergency power supply

    ISF -1

    As of 10 March 2022, 19,442 spent fuel assemblies are placed at ISF-1. The decay heat is removed from the nuclear fuel by circulation of the coolant (water) in the cooling pool. This function requires power supply.

    In case of total blackout, including loss of emergency power supply, ISF-1 personnel will lose the possibility of:

    remote monitoring of the radiological situation in the storage facility rooms;
    remote control of the water level and temperature in the cooling pool;
    makeup of the cooling pool and its water treatment;
    fire alarm monitoring;
    maintenance of required temperature in ISF-1 rooms.
    When water temperature in the cooling pool reaches 40 °С because of intensive evaporation, this will lead to conditions in which instrumentation may fail and it will be very complicated for the personnel to take measures to control potential emergencies and accidents. The radiological situation at ISF-1 will also significantly deteriorate and the personnel will be subjected to additional doses.

    Also, according to the design, if the ventilation system becomes inoperable and compensatory measures cannot be taken, explosive concentrations of hydrogen may be generated through radiolysis.

    ISF -2

    Spent nuclear fuel is stored at ISF-2 according to the passive principle.

    In case of total blackout, including loss of emergency power supply, the ISF-2 personnel will lose the possibility of:

    remote monitoring of the radiological situation in the storage facility rooms and site;
    maintenance of required temperature in ISF-2 rooms;
    fire alarm monitoring.
    Shelter NSC:

    Total blackout of the Shelter NSC, including loss of emergency power, will cause:

    loss of automated monitoring over the parameters that characterize nuclear and radiation safety and condition of unstable structures destroyed in the April 1986 accident at Unit 4;

    inactivation of safety-significant ventilation systems and integrated control system;

    inability to use safety-significant systems that are on standby in normal operation, such as the neutron absorber introduction system, liquid radioactive waste management system and fire protection system.

    Therefore, long-term loss of power at the Chornobyl NPP, together with the limited capabilities of the operating personnel, who are now physically and psychologically exhausted because of the impossibility to change shift and the constant presence of armed occupants, will lead to loss of control over the safety parameters and inability to effectively respond to internal and external initiating events, such as fires if they occur, which in turn can lead to severe radiation effects.

    In addition, after loss of emergency power supply, the ventilation and air conditioning systems will stop their operation in rooms of all radiologically hazardous facilities of the Chornobyl NPP; this will cause additional doses to personnel, including those during walkdowns and mitigation of potential accident consequences.

    Radioactive contamination on the Chornobyl NPP site and in the exclusion zone will increase as well because the occupant fails to comply with radiation safety requirements and strict access control procedures.

  13. State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine update as of 12.00 of 10 March 2022

    The Zaporizhzhia NPP and the town of Energodar have been under control of the Russian military troops for six days.

    There are currently two units of the Zaporizhzhia NPP in the grid. Two 750 kV high-voltage lines remain disconnected due to damage: Zaporizhzhia and South Donbass lines.

    Operational personnel monitor the condition of the power units and ensure their safe operation in accordance with the requirements of operating documents. There are shifts of both operational personnel and a part of daily shift staff.

    On 9 March 2022, maintenance activities were resumed at Zaporizhzhia NPP Unit 1. However, as the NPP and adjacent territory are occupied by the Russian troops, it is not currently possible to deliver the necessary spare parts, equipment, and specialized personnel to the site to perform previously planned maintenance. It is planned to reduce the scope of maintenance at Unit 1.

    Unit 6 was put into emergency maintenance after the oil system of the unit transformer was damaged in the shelling of the Zaporizhzhia NPP site by the Russian troops. The Unit 6 transformer is under maintenance. The maintenance work is complicated by the lack of highly specialized maintenance personnel and equipment at the Zaporizhzhya NPP.

    We emphasize that incomplete and/or untimely implementation of maintenance measures for equipment important to safety can decrease its reliability and in turn lead to its failure and emergencies and accidents.

    Walkdowns are continued to identify and dispose of ammunition that did not explode in the shelling and capture of the Zaporizhzhia NPP by Russian troops. We emphasize that any explosive items at NPP pose a direct threat to the safety not only of personnel but also of the NPP as a whole!

    When the Zaporizhzhia NPP was attacked, the training center building was fired upon by artillery systems; as a result, a part of the training center rooms burned down and some of the rooms were damaged and unexploded shells were found in them. In this regard, the training and retraining of personnel since the capture of the Zaporizhzhia NPP by enemy troops have been stopped.

    We emphasize that incompliance with personnel training and skill maintenance plans decreases the level of nuclear and radiation safety at the Zaporizhzhia NPP.

    The automated radiation monitoring system for the NPP and the automated radiation monitoring systems for the control and observation areas operate in normal mode; no changes in the radiological situation at the NPP site or in the control and observation areas have been recorded.

    The Zaporizhzhya NPP website does not work; real-time information on the radiological situation is not available to the public.

    As rooms of the residential SNRIU Nuclear Safety Inspectorate at the Zaporizhzhia NPP were destroyed in the shelling on 4 March 2022 and personnel safety cannot be ensured, the SNRIU state inspectors work remotely. There is currently no independent regulatory oversight of nuclear and radiation safety directly at the Zaporizhzhia NPP site.

    The town has electricity, water and heat supply; town government and utilities are working. At the same time, there is no possibility to deliver food to stores or drugs to pharmacies as such supplies are blocked by the occupier. Most internet providers are still down, and so are ATMs and POS terminals. There is shortage of fuel at gas stations. The evacuation of civilians, primarily children, women, elderlies and people with special needs was arranged from Energodar to Zaporizhzhya.

    Uebersetzung auf Deutsch mit Deepl:

    Das KKW Saporischschja und die Stadt Energodar stehen seit sechs Tagen unter der Kontrolle der russischen Streitkräfte.

    Derzeit sind zwei Blöcke des KKW Saporischschja am Netz. Zwei 750-kV-Hochspannungsleitungen sind aufgrund von Schäden weiterhin abgeschaltet: Die Saporischschja- und die Süd-Donbass-Leitung.

    Das Betriebspersonal überwacht den Zustand der Kraftwerksblöcke und gewährleistet deren sicheren Betrieb gemäß den Anforderungen der Betriebsunterlagen. Das Betriebspersonal ist in Schichten eingeteilt, wobei ein Teil des Personals der Tagesschicht angehört.

    Am 9. März 2022 wurden die Wartungsarbeiten am KKW Saporischschja Block 1 wieder aufgenommen. Da das KKW und das angrenzende Gebiet jedoch von den russischen Truppen besetzt sind, ist es derzeit nicht möglich, die erforderlichen Ersatzteile, Ausrüstungen und Fachkräfte an den Standort zu liefern, um die zuvor geplanten Wartungsarbeiten durchzuführen. Es ist geplant, den Umfang der Wartungsarbeiten an Block 1 zu reduzieren.

    Block 6 wurde in eine Notfallwartung versetzt, nachdem das Ölsystem des Blocktransformators beim Beschuss des KKW Saporischschja durch die russischen Truppen beschädigt worden war. Der Transformator von Block 6 befindet sich in der Wartung. Die Wartungsarbeiten werden durch den Mangel an hochspezialisiertem Wartungspersonal und -ausrüstung im KKW Saporischschja erschwert.

    Wir weisen darauf hin, dass die unvollständige und/oder nicht rechtzeitige Durchführung von Wartungsmaßnahmen an sicherheitsrelevanten Ausrüstungen deren Zuverlässigkeit beeinträchtigen kann, was wiederum zu deren Ausfall und zu Notfällen und Unfällen führen kann.

    Die Durchsuchungen werden fortgesetzt, um Munition zu identifizieren und zu entsorgen, die bei der Beschießung und Einnahme des KKW Saporischschja durch russische Truppen nicht explodiert ist. Wir betonen, dass alle explosiven Gegenstände im KKW eine direkte Bedrohung nicht nur für die Sicherheit des Personals, sondern auch für das gesamte KKW darstellen!

    Als das KKW Saporischschja angegriffen wurde, wurde das Gebäude des Ausbildungszentrums von Artilleriesystemen beschossen; infolgedessen brannte ein Teil der Räume des Ausbildungszentrums ab, einige Räume wurden beschädigt und es wurden nicht explodierte Granaten in ihnen gefunden. In diesem Zusammenhang wurde die Ausbildung und Umschulung des Personals seit der Einnahme des KKW Saporischschja durch feindliche Truppen eingestellt.

    Wir betonen, dass die Nichteinhaltung der Pläne für die Ausbildung des Personals und die Aufrechterhaltung der Fähigkeiten das Niveau der nuklearen und Strahlungssicherheit im KKW Saporischschja verringert.

    Das automatische Strahlungsüberwachungssystem für das KKW und die automatischen Strahlungsüberwachungssysteme für die Kontroll- und Beobachtungsbereiche arbeiten im Normalbetrieb; es wurden keine Veränderungen der radiologischen Situation am KKW-Standort oder in den Kontroll- und Beobachtungsbereichen festgestellt.

    Die Website des KKW Saporischschja funktioniert nicht; Echtzeitinformationen über die radiologische Situation sind für die Öffentlichkeit nicht verfügbar.

    Da die Räume der stationären Inspektionsstelle für nukleare Sicherheit SNRIU im KKW Saporischschja bei dem Beschuss am 4. März 2022 zerstört wurden und die Sicherheit des Personals nicht gewährleistet werden kann, arbeiten die staatlichen SNRIU-Inspektoren aus der Ferne. Derzeit gibt es keine unabhängige Aufsichtsbehörde für nukleare und Strahlungssicherheit direkt am Standort des KKW Saporischschja.

    Die Stadt verfügt über Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung; die Stadtverwaltung und die Versorgungsunternehmen arbeiten. Gleichzeitig gibt es keine Möglichkeit, Lebensmittel in die Geschäfte oder Medikamente in die Apotheken zu liefern, da diese Lieferungen durch den Besetzer blockiert werden. Die meisten Internetprovider sind immer noch außer Betrieb, ebenso wie Geldautomaten und POS-Terminals (bargeldlose Verkaufsstellen – Kartenbezahlsysteme). An den Tankstellen ist der Treibstoff knapp. Die Evakuierung von Zivilisten, vor allem von Kindern, Frauen, älteren Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen, wurde von Energodar nach Saporischschja veranlasst.

  14. Martin Walter

    State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine – eine Mitteilung der ukrainischen regulatorischen Behörde vom 8.3.2022

    ChNPP Einrichtungen, die Situation ab 08 März 2022, 11:00

    Veröffentlicht am 08. März 2022 um 14:30 Uhr

    Übersetzt aus dem Englischen mit Deepl

    Alle Anlagen des Kernkraftwerks Tschernobyl, die sich in der Sperrzone befinden, befinden sich nun schon den dreizehnten Tag in Folge unter der militärischen Kontrolle des Aggressorlandes, das Personal des Kernkraftwerks Tschernobyl hat mutig und heldenhaft seine Aufgaben ohne Rotation erfüllt, um den sicheren Betrieb der Anlagen zu gewährleisten.

    Eine behördliche Kontrolle über den Stand der nuklearen Sicherheit und des Strahlenschutzes auf dem Gelände des KKW Tschernobyl und in der Sperrzone ist derzeit nicht möglich.

    Der Betrieb des automatischen Strahlungsüberwachungssystems der Sperrzone wurde noch nicht wiederhergestellt.

    Nach den Informationen, die das Personal des Kernkraftwerks Tschernobyl über die verfügbaren Kommunikationskanäle erhalten hat, befinden sich die Sicherheitsparameter der Anlagen des Kernkraftwerks Tschernobyl immer noch innerhalb der Standardgrenzen.

    Die stationären und zellularen Telefonverbindungen mit dem Personal des KKW Tschernobyl, das derzeit auf dem Gelände des KKW arbeitet, sind noch nicht wiederhergestellt.

    Der Eisenbahn- und Autoverkehr mit dem KKW Tschernobyl ist noch nicht wiederhergestellt.

    Auch der Betrieb der Hochspannungsleitung HVL-330 „Lisova“ wurde nicht wiederhergestellt.

    Planmäßige Tätigkeiten, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Systemen und Ausrüstungen der Anlagen des KKW Tschernobyl, die vom Tagespersonal durchgeführt werden müssen, werden seit dem 24. Februar 2022 aufgrund der Besetzung nicht mehr durchgeführt. Darüber hinaus werden die Tätigkeiten, die unter Beteiligung von Vertragsunternehmen durchgeführt werden müssen, nicht ausgeführt.

    Diese Situation hat bereits dazu geführt, dass einzelne Sensoren für den Neutronenfluss, die Gammastrahlendosisleistung und die Strahlenkontamination nicht wieder in Betrieb genommen werden konnten. Die Betriebsunfähigkeit der oben genannten Geräte erschwert die vollständige Kontrolle der Kritikalität und einer Reihe von Strahlungsparametern in einem der Shelter-Gebäude.

    Die verfügbaren Informationen über die Sicherheitsparameter zeigen einen Trend zur stetigen Verschlechterung einer Reihe von Indikatoren, insbesondere der Konzentration langlebiger Radionuklide in der Atmosphäre. Die Besetzer der Anlage verstossen weiterhin in grober Weise gegen die Strahlenschutzbestimmungen und die strengen Zugangskontrollen im Unternehmen und in der Sperrzone, was zu einer Verschlechterung der Strahlungssituation im Unternehmen und in der Sperrzone führt und zur Verbreitung der radioaktiven Kontamination außerhalb der Sperrzone beiträgt.

    Das Original hier:

    https://snriu.gov.ua/en/news/chnpp-facilities-situation-update-08-march-2022-1100

  15. Martin Walter

    Update 15 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine
    vom 8.4.2022
    Uebersetzung aus dem Englischen mit Deepl

    Die Ukraine teilte der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) heute mit, dass es für die sichere Bewirtschaftung des Kernkraftwerks (KKW) Tschernobyl immer dringlicher und wichtiger werde, rund 210 technische Mitarbeiter und Wachleute, die dort arbeiten, seit die russischen Streitkräfte vor fast zwei Wochen die Kontrolle über das Gelände übernommen haben, rotieren zu lassen, so Generaldirektor Rafael Mariano Grossi.

    Im Gegensatz zum Personal in den in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerken, das regelmäßig rotiert, ist im Kernkraftwerk Tschernobyl seit dem Tag vor dem Einmarsch des russischen Militärs in die Unglücksstätte von 1986 am 24. Februar dieselbe Schicht im Einsatz und hat dort praktisch die letzten 13 Tage verbracht, so die Aufsichtsbehörde.

    Die ukrainische Aufsichtsbehörde fügte hinzu, dass das Personal Zugang zu Lebensmitteln, Wasser und in begrenztem Umfang auch zu Medikamenten hatte. Die Situation des Personals verschlechtere sich jedoch zunehmend. Sie forderte die IAEO auf, die internationale Unterstützung zu leiten, die für die Ausarbeitung eines Plans zur Ersetzung des derzeitigen Personals und zur Einrichtung eines wirksamen Rotationssystems in der Anlage erforderlich ist.

    Generaldirektor Grossi hat wiederholt betont, dass das Personal, das die kerntechnischen Anlagen betreibt, die Möglichkeit haben muss, sich auszuruhen und in regelmäßigen Schichten zu arbeiten, da dies für die nukleare Sicherheit insgesamt entscheidend sei. Die Fähigkeit des Personals, Entscheidungen ohne unangemessenen Druck zu treffen, gehört zu den sieben unverzichtbaren Säulen der nuklearen Sicherheit, die er auf einer Sitzung des Gouverneursrats der IAEO am 2. März erläuterte, die einberufen wurde, um die Auswirkungen der Situation in der Ukraine auf die Sicherheit und die Sicherungsmaßnahmen zu erörtern.

    „Ich bin zutiefst besorgt über die schwierige und stressige Situation, in der sich die Mitarbeiter des Kernkraftwerks Tschernobyl befinden, und über die potenziellen Risiken, die sich daraus für die nukleare Sicherheit ergeben. Ich fordere die Kräfte, die die tatsächliche Kontrolle über die Anlage haben, auf, dringend die sichere Rotation des Personals dort zu erleichtern“, sagte er heute.

    Der Umgang mit Nuklearmaterial im Kernkraftwerk Tschernobyl wurde vorerst auf Eis gelegt, fügte die Aufsichtsbehörde hinzu. Der Standort, der in einer Sperrzone liegt, umfasst stillgelegte Reaktoren sowie Anlagen für radioaktive Abfälle. Die Aufsichtsbehörde erklärte, sie könne nur per E-Mail mit der Anlage kommunizieren.

    Um zum Schutz der ukrainischen Atomanlagen beizutragen, hat sich der Generaldirektor bereit erklärt, zum KKW Tschernobyl oder an einen anderen Ort zu reisen, um sich von den Konfliktparteien das Engagement für die Sicherheit aller ukrainischen Atomanlagen zu sichern.

    Der Generaldirektor wies auch darauf hin, dass die Datenfernübertragung der im KKW Tschernobyl installierten Überwachungssysteme ausgefallen ist. Die Agentur prüft derzeit den Status der Überwachungssysteme an anderen Standorten in der Ukraine und wird in Kürze weitere Informationen zur Verfügung stellen.

    Zum Status der in Betrieb befindlichen ukrainischen Kernkraftwerke erklärte die Aufsichtsbehörde, dass acht der 15 Reaktoren des Landes in Betrieb seien, darunter zwei im KKW Saporischschja, das seit letzter Woche von russischen Streitkräften kontrolliert wird, und dass das Personal der Anlagen im Schichtbetrieb arbeite. Die Strahlungswerte an den Standorten seien normal, so die Behörde.

  16. Martin Walter

    State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine

    Zaporizhzhya NPP, status update
    Published 08 March 2022 10:00

    For the fourth day in a row, the Zaporizhzhya NPP and the Enerhodar city remain under the control of Russian military units.

    Two power units of Zaporizhzhya NPP are in operation and are connected to the grid, one unit is in outage, the others are in the shutdown mode.

    Operational personnel monitor the state of power units and ensure their safe operation in accordance with the requirements of the operating documentation.

    The NPP automated radiation monitoring system and automated radiation situation monitoring system in the control and observation areas operate in standard mode, changes in radiation situation at the NPP site, control and observation areas are not registered.

    The 750 kV high-voltage line remains disconnected due to its damage occurred on 6 March 2022 in the area of Vasylivka settlement, Zaporizhzhya region.

    The Zaporizhzhya NPP website is currently not functional, the information on the radiation situation is not available to the public in real time mode.

    Due to launching national roaming between the Ukrainian mobile operators in the test mode, mobile communication is being improved, including in the Zaporizhzhya NPP area.

    There is no possibility to supply the foodstuff to the shops, most of the Internet service providers do not provide Internet access services until now.

    We emphasize that any psychological pressure on NPP personnel and interference in their work has a negative impact on nuclear and radiation safety!

    https://snriu.gov.ua/en/news/zaporizhzhya-npp-status-update

  17. Martin Walter

    State Nuclear Regulatory Inspectorate of Ukraine

    Updated information about Zaporizhzhia NPP (ZNPP)
    Published 07 March 2022 11:35

    As of 10.00, 2 units of the Zaporizhzhia NPP (ZNPP) are connected to the grid. One unit is under preventive maintenance and the others are shut down.

    On 6 March 2022 at 16:06, the 750 kV high-voltage line was damaged and thus disconnected in the area of Vasylivka, Zaporizhia region, during fierce fighting.

    According to management of ZNPP, which is under control of Russian troops, operational personnel monitor the condition of the power units and ensure their safe operation in accordance with the requirements of the operating procedures.

    The automated radiation monitoring system for the NPP and the automated radiation monitoring systems for the control and observation areas operate in normal mode; no changes in the radiological situation at the NPP site or in the control area and observation area have been recorded. Since the Zaporizhzhia NPP website does not currently work, information on the radiological situation at the NPP site and in the control and observation areas that is posted in real time is not available to the public.

    The presence of armed enemy troops and heavy equipment on the territory of the Zaporizhzhia NPP and in Energodar creates psychological pressure on both NPP personnel and the population.

    There are interruptions with mobile connection in the town, most internet providers do not work and there are food problems. All this has a negative impact on the emotional condition of the NPP staff and significantly affects the assurance of NPP nuclear and radiation safety.

    https://snriu.gov.ua/en/news/updated-information-about-zaporizhzhia-npp-znpp

  18. Martin Walter

    Die IAEA ist alarmiert, da die Kommunikation zwischen dem Reagulator und den Betreibern nicht mehr einwandfrei funktioniert seit 6.3.2022.

    Dazu ein Zitat aus der IAEA-Pressemitteilung vom 6.3.2022:

    „In a second serious development, Ukraine has reported that the Russian forces at the site have switched off some mobile networks and the internet so that reliable information from the site cannot be obtained through the normal channels of communication.

    This has been confirmed by Ukraine’s nuclear regulator which informed the IAEA today that it had started having major problems in communicating with staff operating the Zaporizhzhya NPP. Less than 24 hours after Ukraine’s regulatory authority said it had been able to maintain communications with Ukraine’s largest nuclear power plant, it today said the phone lines, as well as e-mails and fax, were not functioning anymore. Mobile phone communication was still possible, but with poor quality.“

    https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-13-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine

  19. Jacques Schiltknecht

    Wenn die Invasoren AKW als Druckmittel einsetzen, gefährden sie die Kornkammer Ukraine, geschätzt 1/7 der weltweiten Weizenproduktion.
    Hüngersnöte könnten folgen, die Gefahr steigt ohnehin.

  20. Martin Walter

    Staff at Ukraine’s Zaporizhzhia nuclear plant under Russian orders, IAEA says.

    Staff at Ukraine’s Zaporizhzhia nuclear power plant continue to operate it, but management is now under the orders of the commander of the Russian forces that seized it last week, the UN nuclear watchdog said.

    “I’m extremely concerned,” International Atomic Energy Agency chief, Rafael Grossi, said in a statement, adding that Russian forces had cut off some mobile networks and the internet, complicating communications with the plant.

    “Management and staff must be allowed to carry out their vital duties in stable conditions without undue external interference or pressure.”

    https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-13-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine

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