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PSR/IPPNW Schweiz - Jahresbericht 2004/2005

JahresberichtNr 10
Publikations-/ resp. Aenderungsdatum
30.11.2005 00 00 00
Berichtsperiode 2004/2005
Ort der GV Bern
Jahresbericht Liebe Mitglieder

PSR/IPPNW Schweiz blickt auf ein erfolgreiches und arbeitsintensives Vereinsjahr zurück. Beginnen wir mit dem KSR-Workshop (eidg. Kommission für Strahlenschutz und Überwachung der Radioaktivität) „Unter- oder überschätzen wir das Strahlenrisiko signifikant?“, welcher im Januar stattfand. Die in dem Workshop besprochenen Risiken radioaktiver Strahlung im Niedrig-Dosisbereich, boten die öffentlichkeitswirksame Möglichkeit für PSR/IPPNW einen offenen Brief an das BAG in der Schweizerischen Ärztezeitung zum Thema „Strahlenschutz Schweiz gefährdet“ zu publizieren.

In dem Artikel wurde vor allem die unausgeglichene Referentenauswahl kritisiert, da das brisante Thema kontrovers beurteilt wird und im Hinblick auf die Aktualisierung der Strahlenschutzrichtlinien auch ausschlaggebend für die Schweiz ist. An einem Treffen im Vorfeld des Workshops mit Vertretern des BAG und Mitgliedern der KSR, konnte die Kritik der PSR vorgebracht werden. Dass die Stellungnahme der PSR/IPPNW im offiziellen Abschluss-bericht des KSR-Workshops publiziert wurde, darf als Erfolg unserer Bemühungen gewertet werden.

Zu diesem Thema wurde ein weiterer umfangreicher Artikel von Martin Walter „Strahlenschutz – Argumente gegen die von der ICRP (Internationale Kommission für Strahlenschutz) vorgesehenen Lockerungen der Regeln“ in der Schweizerischen Ärztezeitung veröffentlicht.

Wir unterstützten die Kampagne „atomwaffenfrei bis 2020“ der Mayors for Peace. Wir konnten die Mayors for Peace Mitglieder, die Stadtpräsidenten von Lausanne, Thun, Luzern, Genf und Bern dazu bewegen, die Initiative mit Ihrer Unterschrift zu unterstützen.

Die Middle-East Kommission, in der Arthur Muhl die PSR/IPPNW Schweiz vertritt, konnte die Idee einer atomwaffenfreien Zone im Nahen Osten an einem Treffen mit der IAEA in Wien und in einem Gespräch mit Dr. Andreas Reinicke, dem Leiter des Nahost-Referates im Berliner Auswärtigen Amt, persönlich besprechen. Vor allem bei der IAEA stiess der Vorschlag auf offene Ohren.

In der zweiten Jahreshälfte waren wir vor allem mit den Vorbereitungen zu unserem Internationalen Symposium „Health of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the Chernobyl Explosion“ ausgelastet. Dank Michel Fernex konnten wir viele wichtige Referenten aus der Ukraine, Belarus und Russland zur Teilnahme bewegen und damit die medizinische Fakultät der Uni Bern als Unterstützerin des Anlasses gewinnen. Das Symposium fand am 12. November in Bern statt.


Aktivitäten im Detail:
November 2004:

Dank Michel Fernex erscheint in der „Swiss Medical Weekly“ eine weitere Publikation zum Thema unseres Symposiums vom Feb. 2003; Okeanov AE, Sosnovskaya EY, Priatkina OP. „A national cancer registry to assess trends after the Chernobyl accident“.

4. November: eine IPPNW Delegation trifft sich mit Vertretern der IAEA in Wien. Besprochen wurde die Idee einer atomwaffenfreien Zone im mittleren Osten, die von der IAEA sehr unterstützt wird. Arthur Muhl hat die PSR/IPPNW Schweiz an diesem Meeting vertreten.

18. November: Die PSR/IPPNW Regionalgruppe St. Gallen organisierte im Natur- und Kunstmuseum den gutbesuchten, und auch im St. Galler Tagblatt ausführlich erwähnten, Anlass „Energiestadt St. Gallen?“

27. November: Vorstandssitzung und Generalversammlung in der Wirtschaft Neumarkt in Zürich. Mit interessantem Bericht von Heike Tomalak „Persönliche Eindrücke vom IPPNW-Kongress in Peking“.

Dezember 2004:

7. Dezember: PSR/IPPNW Schweiz sendet einen offenen Brief an die USA-Botschafterin in Bern, mit einem dringenden Appell: die Militäroperationen in den irakischen Städten seien unverzüglich zu beenden, einen festen Abzugstermin für die Okkupationstruppen zu bestimmen und die völkerrechtlichen Verbote und Gebote für Besatzungsmächte zu respektieren.

Jean-Luc Riond publiziert im Schweizerischen Archiv für Tierheilkunde (SAT) den Artikel „Kontamination der Nahrungskette mit Cäsium-137 und Strontium-90 in der Schweiz“.

Produktion und Versand der PSRnews 03/2004 inkl. Jahresbericht.

Januar 2005:

Aufruf an die Mayors for Peace Mitglieder, die Kampagne „atomwaffenfrei bis 2020“ zu unterstützen.

16. Januar: Telefonkonferenz betreffend Vorgehen zu dem am 27. Januar stattfindenden KSR-Workshop „Unter- oder überschätzen wir das Strahlenrisiko signifikant?“, in welchem die Risiken radioaktiver Strahlung im Niedrig-Dosisbereich zur Sprache kommen.

19. Januar: In der Schweizerischen Ärztezeitung erscheint der von PSR/IPPNW verfasste offene Brief „Strahlenschutz Schweiz gefährdet“ an das BAG betreffend des KSR-Workshops, in diesem Brief wird vor allem die unausgeglichene Referentenauswahl kritisiert. Der Brief fand grosses Echo.

24. Januar. Claudio Knüsli, Michel Fernex, Jean-Luc Riond und Martin Walter treffen Vertreter des BAG und der KSR um im Vorfeld die geäusserte Kritik am Workshop zu besprechen. Es wurde vereinbart, in Kontakt zu bleiben und Informationen auszutauschen.

27. Januar: Teilnahme von Claudio Knüsli, Martin Walter und Michel Fernex am KSR-Workshop. Die Stellungnahme der PSR/IPPNW erscheint im offiziellen Abschlussbericht des Workshops.

28. Januar: Wir konnten den neuen Stadtpräsidenten von Bern, Alexander Tschäppät, als neues Mitglied bei Mayors for Peace gewinnen.

Februar 2005:

3. Februar: Auf Initiative von Arthur Muhl senden wir Condoleeza Rice einen Brief anlässlich Ihres Aufenthaltes in Israel und Palästina, indem wir sie unter anderem um Unterstützung der Idee einer „Atomwaffenfreien Zone“ im Nahen Osten bitten.

Versand der Mitgliederbeitragsbriefe.

März 2005:

3. März: Vorstandssitzung in Olten.

6.-13. März 2005: Forat Sadry und Andi Nidecker nehmen an der Middle-East-Tour einer US-Delegation teil, die Israel und die palästinensischen Gebiete bereiste. Themenschwerpunkt war die medizinische Hilfe aber auch politischen Themen wurde angeschnitten u.a. der israelische Reaktor Dimona, die Tatsache israelischer Atomwaffen und das Konzept einer atomwaffenfreien Zone im Gebiet. Es gab viele eindrückliche Begegnungen mit Menschen aus dem Konfliktgebiet, unter anderem auch mit Vanunu, dem israelischen „Atomspion“.

23. März: Forat Sadry und Andi Nidecker verfassen einen Brief an Michelin Calmy Rey betreffend Freilassung Vanunu, der im März erneut inhaftiert wurde.

April 2005:

8.-10. April: Vorstands-Brainstorming Wochenende in Martin Vosselers Haus in Elm. Das Wochenende bot Gelegenheit für eine Standortbestimmung, Aufgleisung neuer Projekte und dem Austausch von Ideen, Motivation etc.

24. April: Konferenztelefon - erste Besprechung des geplanten Liquidatoren-Kongresses.

Am 25./26. April fand wie alle Jahre die Tschernobylmahnwache in Basel statt. Der Anlass wurde von Jugendlichen und Mitgliedern der Organisationen NWA und PSR/IPPNW organisiert.

Produktion, Versand der PSRnews 01/2005

Mai 2005:

3. Mai: Die IPPNW-Middle East Commission trifft Dr. Andreas Reinicke, den Leiter des Nahost-Referates im Berliner Auswärtigen Amt, zu einem Gespräch über friedenssichernde Massnahmen in Nahen Osten, die mögliche Beteiligung von NGO’s, und die Idee einer atomwaffenfreien Zone. Das Treffen kam auf Initiative von Arthur Muhl und Liz Waterston zustande und wurde durch Jens-Peter Steffen von IPPNW Deutschland vermittelt.

16. – 27. Mai. Jean-Luc Riond realisierte mit Rose Goncharova das von der KFPE und PSR unterstützte wissenschaftliche Austauschprogramm „Health impacts in animals of chronic exposure to low doses of radiation in Belarus“ in Minsk.

17. Mai: Jean-Luc Riond überzeugt den Stadtpräsidenten Maxime Zuber von Moutier, Mayors for Peace beizutreten.

20.-22. Mai: Heike Tomalak und Andi Nidecker nehmen an der internationalen IPPNW-Retraite zum Thema „Zukunfts-Perspektiven der internationalen IPPNW“ in London teil. Ein Brainstorming im Auftrag des internationalen Vorstandes zur Projektentwicklung und Kommunikationskultur.

27./28. Mai: Die Ostschweizer PSR-Regionalgruppe beteiligt sich aktiv am 1. Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (SUFO) in St. Gallen.

Juni 2005:

11.-12. Juni: Erneutes Vorstandswochenende in Elm. Neben der Standortbestimmung, der Ausarbeitung neuer Initiativen wurde vor allem das im November geplante Symposium „Health of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the Chernobyl Explosion“ ausgearbeitet.

24. Juni: Mit Hilfe von Guy Morin konnten wir die Stadt Basel zu einem Beitritt bei Mayors for Peace gewinnen.

29. Juni: Die Initiative 1’000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 gibt die Namen der 1’000 Frauen bekannt. Unser Mitglied, Solange Fernex, ist eine der nominierten Friedensfrauen.

Juli 2005

In der Schweizerischen Ärztezeitung erscheint der Artikel von Martin Walter „Strahlenschutz – Argumente gegen die von der ICRP (Internationale Kommission für Strahlenschutz) vorgesehenen Lockerungen der Regeln“.

Einladungen Referenten für das November Symposium und erste Schreiben mit der Bitte um Unterstützung an potentielle Sponsoren.

August 2005:

7. August: Im Rahmen eines Seminars zum 60-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Friedensrates im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen fand eine Matinée zum Gedenken der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki statt, die PSR/IPPNW organisierte und von Christine Dieterle (Geige) und Dani Fehr (Zimbal) musikalisch untermalt wurde. Urs-Peter Frey, Arthur Muhl und Jean-Luc Riond hielten eindrückliche Referate.

9. August: Prof. Yuri Bandazhevsky wird endlich freigelassen! Sein Pass jedoch wird immer noch zurückgehalten.

Produktion und Versand der PSRnews 02/2005

September 2005:

5. September: Die WHO publiziert einen Bericht, der die „Folgen 20 Jahre nach Tschernobyl“ leider erwartungsgemäss völlig verharmlost. PSR/IPPNW Schweiz reagiert mit mehreren Leserbriefen, Forumsbeiträgen und einer klaren Stellungnahme. Siehe www.ippnw.ch

29. September: Vorstandsitzung in Olten mit anschliessendem Roundtable mit befreundeten NGO’s. Thema: „20 Jahre nach Tschernobyl“, gemeinsame Aktionen, Unterstützung, Syner-giennutzung.

30. September: Versand der Symposiumsprogrammhefte.

Oktober 2005:

Versand der Generalversammlungs-Einladungen und des Flyer des öffentlichen Begleitprogrammes: Film- und Diskussionsabend „20 Jahre Tschernobyl – die Strahlenkrankheiten nehmen unaufhörlich zu“, am 11. November im Kornhausforum in Bern.

20.–23. Oktober; Andi Nidecker nahm an der „First Salzburg Conference on updating Nuclear Law“ teil, die von der Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (plage) organisiert wurde. Chancen und Probleme des internationalen und nationalen Atom- und Umweltrechts wurde von Fachleuten aus der ganzen Welt mit Nichtregierungsorganisationen erörtert.

29./30. Oktober: Arthur Muhl und Andi Nidecker vertreten die Schweiz am Europäischen IPPNW Treffen in Aubagne in Frankreich.

Für den Jahresbericht:

11. November 2005, Jean-Luc Riond







 

 
 

 

 

 

 
       
     
   
     
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