| Links | Mitglied werden | Glossar | Admin e-mailsitemapsearchhome  
       
 
 
 

Kommunikation - Aktuell

 

 
 

26.11.2009
Presseerklärung PSR/IPPNW Schweiz vom 26.11.2009 zur Diskussion über die statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie

>>Version zum Drucken (pop-up)


22. Januar 2009
Ärzte gegen den Atomkrieg: Obama macht Hoffnung auf atomare Abrüstung

>>Version zum Drucken (pop-up)

 


7. Januar 2009
Stop the bloodshed!
IPPNW Statement on the Violence in Gaza and the conflict between Israel and Palestine.

>>Version zum Drucken (pop-up)

 


16. November 2008
US Wahlen und die Globale Nukleare Abrüstung
von Michael Christ, Geschäftsführer der IPPNW International

>>Version zum Drucken (pop-up)

 


6. November 2008
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon unterstützt Atomwaffenkonvention

>>Version zum Drucken (pop-up)

 


3. August 2008
National and Global Leaders Must Stop the US/India Nuclear Trade Deal, Says MPI Chairman

>>Version zum Drucken (pop-up)

 


4. Februar 2008
Nuclearisation in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive Action - postponed till 2009 or later

>>Version zum Drucken (pop-up)


4. November 2007
Hilfe für die Kinder von Tschernobyl!

>>Version zum Drucken (pop-up)


17. Juli 2007
Debatte über KKW-Sicherheit nach Erdbeben


12.11.06
Nuclearisation in Europe and the Middle East – From Threat to Preventive Action

>>Version zum Drucken (pop-up)


23.04.06
Radioaktive Gesundheitsschäden verjähren nicht

>>Version zum Drucken (pop-up)

>>> en français (pop-up)


30.10.05
20 Jahre Tschernobyl – die Strahlenkrankheiten nehmen unaufhörlich zu.


19.10.05
Friedenstaube radioaktiv verseucht


22.09.05
WHO publiziert verharmlosenden Bericht zu den Folgen 20 Jahre nach Tschernobyl

>>Version zum Drucken (pop-up)


15.08.05
Good News!
Prof. Yuri I. Bandazhevsky ist frei !

>>Version zum Drucken (pop-up)


29.05.05
1'000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005
Bekanntgabe der 1000 Namen

>>Version zum Drucken (pop-up)


29.05.05
"The fate of the liquidators"
Longterm followup of the true victims of the Tchernobyl Accident


26.02.05
Strahlenschutz Schweiz gefährdet –
Offener Brief der PSR/IPPNW an das BAG

>>Version zum Drucken (pop-up)


06.11.05
Rethinking Nuclear Energy and Democracy after September 11, 2001

>>Version zum Drucken (pop-up)


07.07.2004
Europäische Petition gegen Atomenergie


02.12.03
Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in Children (15.2.2003)

>>Version zum Drucken (pop-up)


22.11.2003
Krieg macht krank, auch der im Irak


9.11.2003
Ausstieg aus der Atomkraft


19.05.03
SoA-Abstimmungen vom 18.5.2003

>>Version zum Drucken (pop-up)


24.03.2003
Die Meinung von PSR/IPPNW/CH zum Krieg gegen den IRAK

>>Version zum Drucken (pop-up)


15.01.2003
Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in Children

>>Version zum Drucken (pop-up)


12.11.2002
PSR/IPPNW Schweiz fordert eine friedliche Lösung der Irakkrise

>>Version zum Drucken (pop-up)


22.09.2002
Das Nein aus Nidwalden

>>Version zum Drucken (pop-up)


26.04.2002
"Rethinking Nuclear Energy and Democracy after September 11th 2001"

>>Version zum Drucken (pop-up)

Pressestimmen zu Symposium:

Tagesanzeiger 29.4.2002

>>Version zum Drucken (pop-up)

Baslerzeitung (BAZ) 27.4.2002

>>Version zum Drucken (pop-up)

AMues, Bulletin Nr 63, Juli 2002, Jürg Aerni

>>Version zum Drucken (pop-up)


Datum
WAA - Atomtransporte und die Verschmutzung der Weltmeere. Die Freisetzung radioaktiver Isotopen bedroht unser Genom und verursacht Krebs. WAA setzt unnötig Isotopen frei.

Genetische Folgeschäden und Krebs verursacht durch das zu Ende gehende Atomzeitalter. Stop it!

Zum Beispiel Todgeburten und Leukaemien
>download pdf (acrobat 4.0) 28 kb

Zum Beispiel Mutationen am Minisatellitengenom:
>mehr

Zum Beispiel Schilddrüsenkrebs
>download pdf (acrobat 4.0) 19 kb

 

 

 

Presseerklärung PSR/IPPNW Schweiz vom 26.11.2009 zur Diskussion über die statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie

Ungenügende statistische Nachweiskraft für Schweizer Studie zu
Kinderkrebs um Atomkraftwerke ?

>>Version zum Drucken (pop-up)

Seit dem 1. Sept. 2008 wird an der Schweizer CANUPIS-Studie gearbeitet, mit Ergebnissen ist 2011 zu rechnen. CANUPIS steht für „Childhood Cancer and Nuclear Power Plants in Switzerland“. Die Studie prüft, ob Kinder, die in der Nähe eines der vier Schweizer Atomkraftwerk-Standorte leben oder aufgewachsen sind, ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs, insbesondere an Leukämie zu erkranken. Ein solcher Zusammenhang war für Deutschland mit der im Dezember 2007 veröffentlichten KiKK-Studie (Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken) eindeutig nachgewiesen worden.

CANUPIS wurde von der Krebsliga Schweiz (KLS) und dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegeben. An der Finanzierung sind auch Schweizer Energieunternehmen beteiligt, die allerdings, um Interessenskonflikte zu vermeiden, ihre Beiträge an das BAG überweisen müssen. Die Studie wird ausgeführt vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM), Direktor: Prof. Dr. med. Matthias Egger, in Verbindung mit dem Schweizer Kinderkrebsregister (SKKR) an der Universität Bern. Federführend ist die Leiterin des SKKR, Privatdozentin Dr. C. Kuehni.

Bezüglich des Studiendesigns war KiKK als „Fall-Kontroll-Studie“ angelegt, d.h. jedes in der Umgebung eines der 16 deutschen AKW-Standorte an Krebs erkrankte Kind unter 5 Jahren wurde mit drei gesunden Kindern gleichen Alters und gleichen Geschlechts aus der gleichen Region hinsichtlich der Wohnentfernung zum nächsten AKW-Abluftkamin verglichen.

In der Schweiz wäre ein solches Design wegen der zu geringen Zahlen statistisch von vornherein nicht aussagekräftig gewesen. Deshalb hat man sich bei CANUPIS für eine gesamtschweizerische Langzeitstudie, eine sog. „Kohorten-Studie“ entschieden: Alle zwischen 1985 und 2007 geborenen Schweizer Kinder (nicht nur die bis 5, sondern alle bis 15-Jährigen) werden erfasst und die Wohnorte der an Krebs erkrankten Kinder ab Geburt bis zur Diagnose mit den Wohnorten der gesunden Kinder in Bezug auf die Entfernung zu einem AKW-Standort verglichen.

Die statistische Nachweiskraft („statistical power“) der CANUPIS-Studie wird allerdings bezweifelt: Heute ist im „Schweizer Krebsbulletin“ Nr. 4/2009 ein Letter to the Editor „Sufficient Statistical Power for CANUPIS ?“ (Ausreichende statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie?) von Dr.Claudio Knüsli, Dr.Hagen Scherb und Dr.Martin Walter zu lesen. Eingehende statistische Berechnungen veranlassen die Autoren zu dem Schluss, das Risiko von falsch negativen Studienresultaten müsse als inakzeptabel hoch eingestuft werden, falls das Ausmaß des Krebserkrankungsrisikos in der Umgebung von Atomkraftwerken in der Schweiz und in Deutschland im ähnlichen Bereich liegt.

Die Verfasser des Letter to the Editor schlagen deshalb vor, es möge ergänzend untersucht werden, ob die Resultate der Schweizer Studie von denjenigen der deutschen KiKK-Studie signifikant verschieden sind.

In einer Replik widerspricht die CANUPIS-Studienleitung der Sicht der Verfasser des Letter to the Editor nicht, möchte die Diskussion aber erst weiterführen, wenn Resultate vorliegen. Hinsichtlich Powerberechnungen vor Studienbeginn wird ferner auf das internationale Expertenteam verwiesen, das die CANUPIS-Studie berät.

IPPNW hat aufmerksam registriert, dass in dieses „Wissenschaftliche Advisory Board“ (Beratungsgremium) der CANUPIS-Studie auch Prof. Maria Blettner, Leiterin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz, berufen wurde. Blettner war gemeinsam mit Dr.Peter Kaatsch vom Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz federführend bei der KiKK-Studie. Bei der Vorstellung der Ergebnisse, die eine eindeutige Risikoerhöhung für Kinderkrebserkrankungen zeigten, fiel sie durch folgende wissenschaftlich unhaltbare Behauptung auf: „Aufgrund des aktuellen strahlenbiologischen und strahlenepidemiologischen Wissens kann die von deutschen Kernkraftwerken emittierte ionisierende Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert werden“. Die KiKK-Studie hatte nie das Ziel verfolgt – und dementsprechend nie über die notwendige Aussagekraft verfügt – , Radioaktivität als Ursache auszuschliessen.

„Zusätzlich hat Frau Prof. Blettner die extreme Strahlensensibilität von Embryos, Feten, Säuglingen und Kleinkindern nicht berücksichtigt; ferner vertraut sie hinsichtlich des „aktuellen strahlenbiologischen und strahlenepidemiologischen Wissens“ auf veraltete Berechnungsmodelle zur Radionuklidverteilung in der AKW-Umgebung, zur Inkorporation von Radioisotopen mit Atmung, Essen und Trinken, zur Verweildauer in verschiedenen Organen, zu Dosis-Wirkungsbeziehungen etc.“, so der deutsche IPPNW-Kinderarzt Dr. Winfrid Eisenberg. „Wenn Frau Prof. Blettner ihren Einfluss nun auch in der Schweizer Kinderkrebsstudie geltend macht, muss man sich um die Neutralität der Ergebnisbewertung sorgen.“

Der Leserbrief, sowie eine Replik der Canupisstudienleitung, im Schweizer Krebsbulletin findet sich hier:

http://www.ippnw.ch/content/pdf/LetterToTheEditorSKB.pdf

Die Wochenzeitung (WOZ) hat dazu recherchiert und sie hat zu diesem Thema publiziert am 3.12.2009 (Susan Boos)

22. Januar 2009
Ärzte gegen den Atomkrieg: Obama macht Hoffnung auf atomare Abrüstung

spacer

>>Version zum Drucken (pop-up)

Die Schweizer Sektion der Internationalen Ärztinnen und Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), die 1985 den Friedensnobelpreis erhielten, sieht in der Antrittsrede von Präsident Barack Obama erste Anzeichen einer amerikanischen Initiative zur nuklearen Abrüstung: Der amerikanische Präsident habe die „Minderung der nuklearen Gefahr“ zu einem von vier Vorrangthemen seiner Außenpolitik erhoben. Er habe die Zusammenarbeit mit „früheren Feinden“ zu diesem Zweck versprochen und sich zu Multilateralimus bekannt. Auch seine klare Aussage, dass militärische Stärke keine ausreichende Voraussetzung für nationale Sicherheit sei, deute in diese Richtung.

Nach Auffassung des Präsidenten der Schweizer IPPNW, Dr. Claudio Knüsli, Onkologe, Basel, muss Obamas Rede zusammen mit der Stellungnahme der designierten Außenministerin, Hillary Clinton, gelesen werden. Sie hatte kürzlich in einer Anhörung des Senats ein neues nukleares Abkommen mit Russland, die Ratifizierung des Teststoppvertrags und Verhandlungen über ein Verbot der atomaren Spaltstoffproduktion für Waffenzwecke als vorrangige Schritte bezeichnet. Damit könnte auch die Abrüstungskonferenz in Genf aus ihrer jahrelangen Blockade erlöst werden. „Wir hoffen natürlich“, so Dr. Knüsli, „dass vom amerikanischen Präsidenten, der sich im Wahlkampf zum Ziel einer kernwaffenfreien Welt bekannt hat, in naher Zukunft noch deutlichere Worte und vor allem Taten kommen. Aber dies ist bereits ein Anfang!“

Für die Schweizer IPPNW ÄrztInnen sind dies willkommene Neuigkeiten: Sie sind mit der Ausrichtung des IPPNW-Weltkongresses betraut, der im August 2010 in Basel stattfinden wird. Der Präsident des Organisationskomitees, Prof. Dr. Andreas Nidecker, Radiologe, Basel, erwartet das „größte Abrüstungsmeeting der globalen Zivilgesellschaft auf Schweizer Boden. Obamas Rede lässt hoffen, dass es ein positives Treffen wird.

>top

spacer
punktlinie
spacer
spacer
punktlinie
spacer

7. Januar 2009
Stop the bloodshed!
IPPNW Statement on the Violence in Gaza and the conflict between Israel and Palestine.

spacer

>>Version zum Drucken (pop-up)

We, physicians who have the mission to protect life and promote health, cannot accept the present suffering and bloodshed taking place in Gaza. We urge all parties to immediately take all the necessary steps to achieve an immediate, complete, and stable ceasefire in the Gaza Strip and the South of Israel, and to provide sufficient medical care for all the victims who suffer from severe injuries.
We also call upon you to facilitate the renewal of negotiations for a comprehensive and lasting peace treaty between Israel and the Palestinians, based on the mutual right of both peoples to freedom and security.
IPPNW believes that peace in Palestine and Israel is not possible unless there is an end to illegal occupation of land and the use of force; recognition of legitimate boundaries; and a genuine commitment to non-violent conflict resolution. As physicians from all over the world we cannot in any way accept such indiscriminate and disproportionate use of violence against civilians as we are now witnessing. We therefore urge all parties to support the United Nations in their urgent responsibility to intervene and stop this humanitarian catastrophe, which could also ignite a regional war.
International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), recipient of the Nobel Peace Prize in 1985, is a non-partisan, global federation of national affiliates in more than 60 countries, including Israel and Palestine, dedicated to research, education, and advocacy relevant to the prevention of all wars. To this end, IPPNW seeks to promote non-violent conflict resolution and to minimise the effects of war. IPPNW has long advocated a peaceful and just resolution of the Israeli-Palestinian conflict and has developed a Medical Roadmap for peace in the Middle East.

For more information, please see http://www.ippnw.org/Events/Past/Regional/Ant2002.html
Helsinki, Moscow, and Stockholm on January 6, 2009


Vappu Taipale Sergey Kolesnikov Ime John

Co-presidents of IPPNW


John Loretz

Program Director
IPPNW
66-70 Union Square, Suite 204
Somerville, MA 02143
Tel: +617 440 1733
Fax: 617-440-1734

www.ippnw.org


International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN)
www.icanw.org

>top

spacer
punktlinie
spacer
spacer
punktlinie
spacer

16. November 2008
US Wahlen und die Globale Nukleare Abrüstung*
von Michael Christ, Geschäftsführer der IPPNW International

spacer

>>Version zum Drucken (pop-up)

US Election and Global Nuclear Disarmament

Dear IPPNW Friends,

After eight dark years of neo-con rule, the American people voted for hope and change, backed by global demand for progressive new US leadership. It feels like a new dawn.

The election of President Barack Obama brings newfound hope that the United States will become a champion for peace. During the campaign, President-Elect Obama pledged to end the Iraq war, to restore the rule of law, to close Guantánamo Bay, to reaffirm the Geneva Conventions, to pursue diplomacy, and to respect and participate in the United Nations. Like all US presidents, he has said he supports a strong military, and we may not find ourselves in agreement with everything he proposes. But of special importance to IPPNW is the prospect that the US under President Obama may finally show real leadership a global effort to eliminate nuclear weapons entirely.

On the campaign trail, candidate Obama said, “A world without nuclear weapons is profoundly in America’s interest and the world’s interest. It is our responsibility to make the commitment, and to do the hard work to make this vision a reality.”

We have before us an historic opportunity to set in motion the political forces for a nuclear free world. Indeed, as Ira Helfand has been stressing, Obama’s election presents us with what may be “our last best chance to end the nuclear era.”

This may be our moment. But as Obama himself said during his speech Tuesday night, “This victory alone is not the change we seek – it is only the chance for us to make that change. And that change cannot happen if we go back to the way things were. It cannot happen without you.”

It is you – the doctors, medical students, health workers, and activists who carry the IPPNW baton today – who hold the promise of this moment. Now comes the hard part. While we now have a US president who is sympathetic to what we have to say, we will have to work doubly hard over the next weeks and months to make our voices heard.

We all know that what politicians say on the campaign trail does not always translate into policy once they come to power. The pressure on the new administration to keep nuclear weapons will be strong and relentless. Just look at the most recent government plans to rebuild the country’s nuclear weapons infrastructure, with the goal of ensuring a steady flow of new nuclear warheads for the next 50 to100 years. In fact, the Pentagon still insists that the US will need as many as 4,500 nuclear weapons for the rest of the 21st century!

Our task is to make sure that President Obama makes good on his pledge of US leadership to rid the world of nuclear weapons. And thanks to MAPW and a core group of stalwarts we have a running start – the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons.

We have heard time and time again that nuclear disarmament cannot happen without US leadership and commitment. Such leadership may now be on the horizon, but it requires that we boost our own spirit of activism and cooperation, equal to the historic opportunity at hand. Let us expand our exchange of ideas, strategies, and actions.

Our task is to make sure that President Obama makes good on his pledge of US leadership to rid the world of nuclear weapons. And, thanks to MAPW and a core group of stalwarts, we have a running start – the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons.

Inauguration day is on January 20th. Between now and then, the Obama Administration will need to hear from abolitionists in the US and around the world that the elimination of nuclear weapons is our highest priority. IPPNW has concrete plans to promote the Nuclear Weapons Convention—our practical roadmap to a nuclear-weapons-free world—in the United Nations, in the Rudd Commission, in dialogues with decision-makers, and during the months leading up to the 2010 NPT Review. PSR-USA will no doubt be redoubling its own outreach. We must now put the Obama administration at the top of the list of decision makers who will hear from us directly, and through your governments, that we expect a nuclear-weapons-free world to become a reality.

Let us recommit ourselves, now in this moment of historic opportunity, to our own creed: ICAN Abolish Nuclear Weapons!

In Peace,

Michael Christ
Executive Director

P.S. The ICAN Working Group and the IPPNW Executive Committee meet regularly by conference call and will be discussing further IPPNW’s response to the election. Your thoughts about how to make the most of the new opportunities ahead would be most welcomed. John Loretz and I have also had initial conversations with some of our NGO partners about how we might partner with other leading international NGOs and Nobel laureates to send a strong message on and after inauguration day—we’ll keep you posted


Michael Christ

Executive Director

International Physicians for the Prevention of Nuclear War,

1985 Nobel Peace Prize

66-70 Union Square, Suite 204
Somerville, MA 02143 USA
Tel: 617-440-1733, ext. 207
mchrist@ippnw.org

www.ippnw.org

www.icanw.org

>top

spacer
punktlinie
spacer
spacer
punktlinie
spacer

6. November 2008
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon unterstützt Atomwaffenkonvention

spacer

>>Version zum Drucken (pop-up)

IPPNW-Arzt wird internationale Abrüstungskommission beraten

IPPNW-Presseinfo vom 31.10.2008

>link

Die Idee einer "Atomwaffenkonvention" als Wegbereiter für eine atomwaffenfreie Zukunft hat weitere prominente Unterstützung erhalten: Letzte Woche sprach sich UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon für eine Atomwaffenkonvention aus. In seiner Rede bei einer Veranstaltung des "East-West-Institute" am 24. Oktober beschrieb er fünf Schritten zur Abrüstung. U. a. forderte Ki-Moon die Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages (insbesondere die Atomwaffenstaaten) auf, ihre Vertragsverpflichtungen zu erfüllen und Verhandlungen mit dem Ziel der nuklearen Abrüstung aufzunehmen.

Für die nukleare Abrüstung könnten entweder sich wechselseitig verstärkende, bisher separate Instrumente zusammengefasst oder eine Atomwaffenkonvention mit einem starkem Verifikationssystem ausgehandelt werden. Weiter merkte er an, dass er einen entsprechenden Entwurf einer Atomwaffenkonvention, der einen guten Ansatz bieten würde, allen UN-Mitgliedsstaaten zugeschickt hat.

Der Modellentwurf, den Generalsekretär Ban Ki-Moon hier erwähnt, wurde erstmals 1997 von drei Friedensorganisationen herausgegeben und von Costa Rica bei den United Nations eingereicht. Die zweite Auflage erschien 2007 unter dem Titel "Securing Our Survival (SOS)". Ban Ki-Moon ist einer von vielen prominenten Politikern, die eine Atomwaffenkonvention befürworten. Am 1. Juli 2008 wurde eine Erklärung von Europa-Abgeordneten veröffentlicht, in der sie ebenfalls die Atomwaffenkonvention befürworten. Die Erklärung wurde bisher von mehr als 100 MdEPs unterzeichnet. Weitere Unterstützer können Sie auf der Kampagnenhomepage finden: www.icanw.org/prominent-supporters

Die internationale ICAN-Kampagne der IPPNW, die die Schaffung einer Atomwaffenkonvention zum Ziel hat, kann einen weiteren Erfolg verbuchen. Der Vorsitzende der neuen internationalen Kommission für Nichtverbreitung und Abrüstung Gareth Evans hat den australischen IPPNW-Arzt und Leiter der ICAN-Kampagne Professor Dr. Tilman Ruff zum offiziellen Berater ernannt. Die Internationale Kommission wurde vom australischen Premierminister Kevin Rudd im Juni 2008 ins Leben gerufen. Am 21. Oktober traf sich die so genannte "Rudd"-Kommission zum ersten Mal. Gareth Evans ist ehemaliger australischer Außenminister, Leiter der International Crisis Group und Mitglied der WMD-Commission (sog. Blix-Kommission). Ein Video mit einer Aussage zu ICAN von Gareth Evans können Sie unter www.icanw.org/videos finden. Weitere Informationen über die internationale Kommission für Nichtverbreitung und Abrüstung finden Sie unter: www.icnnd.org.

General Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, wurde überraschenderweise ebenfalls Mitglied in der "Rudd"-Kommission. Zurzeit bemüht sich die deutsche IPPNW um einen Gesprächstermin mit General Naumann, um ihn zu bitten, die jüngste Auflage des Modellentwurfs einer Atomwaffenkonvention zu lesen und detailliert zu kommentieren. General Naumann hat 2007 mit anderen ehemaligen Militärs eine Studie mitverfasst, die "präventive" Angriffe mit Atomwaffen befürwortet.

Der Modellentwurf einer Atomwaffenkonvention "Securing Our Survival (SOS)":
www.icanw.org/securing-our-survival

Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 – 69 80 74 14

>top

spacer
punktlinie
spacer
spacer
punktlinie
spacer
spacer
3. August 2008

National and Global Leaders Must Stop the US/India Nuclear Trade Deal, Says MPI Chairman

spacer

>>Version zum Drucken (pop-up)

July 23, 2008: The proposed U.S.-India nuclear trade deal would critically undermine the Non-Proliferation Treaty and must be stopped, former Canadian Senator Douglas Roche, Chairman of the Middle Powers Initiative, said today.

“MPI calls once again on all relevant governments and international authorities to use their authority to stop the agreement from being reached,” Senator Roche said.

On July 22, Indian Prime Minister Manmohan Singh narrowly survived a no-confidence motion by a vote of 275 to 256 after two days of bitter debate, heckling of the Prime Minister and widespread charges of vote-buying. More than a domestic issue, this vote clears the way for vote on the nuclear deal with the US.

The arrangement, first proposed by President Bush and Prime Minister Singh in 2005, would have India accept safeguards on civilian – but not military – nuclear facilities in return for access to the global market of civilian nuclear fuel and technology. This proposal would reverse a 30-year policy of the United States of restricting nuclear-related exports to India, which has never joined the nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT). Should this agreement go through, it will undercut a founding principle of the NPT: the sharing of nuclear technology should be limited to non-nuclear weapon states who have foresworn nuclear weapons by joining the treaty. By striking a special deal with India, the United States is undercutting a primary rationale for non-nuclear weapon states for joining the NPT.

The Middle Powers Initiative insists that this is not merely an agreement that can be struck between the two heads of state. Besides the Indian parliament, the US House and Senate must vote on the deal. Internationally, the International Atomic Energy Agency (IAEA) needs to conclude a special safeguard agreement with India and the Nuclear Suppliers Group (NSG) has to agree to waive rules on nuclear transfers to states without full-scope safeguards. The IAEA Board of Governors meets in August and the NSG meets in September. Afterwards, the proposal goes back to the US Congress.

“All these bodies have a responsibility to refuse to support this ill-conceived proposal. In particular, we call on members of the NSG, which must make this decision unanimously, to reject the deal,” Senator Roche said.

MPI maintains that the United States and India must show absolute commitment to nuclear disarmament and non-proliferation before this agreement can be completed without damaging the NPT. The US and India must sign and ratify the Comprehensive Test Ban Treaty and a verifiable Fissile Materials Cut-off Treaty. In addition, India must make a formal declaration accepting the NPT obligation of good-faith negotiation for the elimination of nuclear weapons.

>http://www.middlepowers.org/index.html

>top

 

spacer
punktlinie
spacer
spacer
4. Februar 2008

Nuclearisation in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive Action

spacer
spacer spacer
monte verità

2nd Conference
Nuclearisation in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive Action”

Planned for April 2008 - postponed till 2009 or later

>MAIL from Werner Van Gent

>>Version zum Drucken (pop-up)

After the success of the conference "Nuclearisation in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive Action" in March 2007, a wish was expressed from various participants to hold this conference yearly. The aim was to provide a forum for opinion makers, where contacts can be made, new and old ideas can be exchanged and provoked in a neutral and supportive environment.

After the good experience in 2007, we were convinced that we could realise a 2008 conference.

A call for donations has resulted in an amazing amount of sFr. 8000.-.Also a further sFr. 7000.- are confirmed. (sFr. 4000.- from the canton Tessin and sFr. 3000.- from Novartis). However, further applications for sponsorship, which included a detailed documentation of the 2007 conference, remained without success until after our deadline of Christmas 2007.

According to the decision of our board meeting (November 2007), the 2008 conference is now postponed until 2009. Apparently we didn’t manage to articulate the possible financial benefit to the banks, the groups and the foundations.

However, the ignorance towards the social and economic coherences between nuclear energy, nuclear weapons is alarming.

To postpone the conference was a hurtful decision. But - not only for us. See Mail from Werner van Gent.

With our next mail-out we will ask our donors if we can take the donations across to 2009.

Yours Günter Baitsch

MAIL from Werner Van Gent

This is indeed very unpleasant news. Especially as the connection between Nuclear power stations and non-peaceful use of nuclear energy should be clear. It doesn' t take a physics genius to understand that fuel elements can be transformed relatively easily in their initial stages, and that leaking fuel elements can provide a population, like in the Ukraine, with cancer.

I do not know either, what can be done to make the contemporary society -of which seems to have its brain increasingly switched off - aware of these problems. For the Tsunami, people spend umpteen millions, from the threat of miserably dying from radiation, people close their eyes.

I will be in Basel towards the end of February and maybe we could meet to discuss our ideas.

Kind Regards

Your Werner van Gent

(translation: Mirjam Baitsch)

>top

 

spacer
punktlinie
spacer
spacer
9. Dezember 2007

Studie zu Leukaemie bei AKW's

spacer
spacer spacer
leukaemie bei akws

Berlin (dpa) - Das Risiko für Kinder an Leukämie (Blutkrebs) zu erkranken nimmt nach einer Studie zu, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist Auftraggeber der Studie. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte die Überprüfung der Ergebnisse durch die Strahlenschutzkommission an.
Ob das erhöhte Krebsrisiko für Kinder aber tatsächlich durch die Strahlenbelastung aus einem Kernkraftwerk verursacht wird, steht laut Bundesumweltministerium und BfS nicht fest. Die Strahlenbelastung der Bevölkerung müsste durch den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland um mindestens das tausendfache höher sein, um den beobachteten Anstieg des Krebsrisikos erklären zu können, erklärte das Ministerium. Das BfS erklärte, das Ergebnis könne «nicht plausibel mit den tatsächlichen Ableitungen aus den Reaktoren erklärt werden». Allerdings könnten auch andere mögliche Risikofaktoren, die im Zusammenhang mit Leukämie bei Kindern in Betracht zu ziehen seien, «den entfernungsabhängigen Risikoanstieg derzeit nicht erklären».
Laut der Studie nimmt die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort zu. Im Umkreis von fünf Kilometern um die deutschen Kernkraftwerke wurde für den Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt, dass 77 Kinder an Krebs, davon 37 an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären nach Darstellung der Wissenschaftler 48 Krebs- beziehungsweise 17 Leukämiefälle zu erwarten gewesen. Nach der Studie treten somit zusätzlich 1,2 Krebs- beziehungsweise 0,8 Leukämiefälle pro Jahr in der näheren Umgebung von allen 16 untersuchten Standorten auf.
Nach Angaben des Ministeriums befasst sich die Studie ausschließlich mit dem statistischen Zusammenhang der Entfernung des Wohnorts vom Standort des Atomkraftwerks. Zu den Ursachen der erhöhten Krebsraten enthalte die Studie keine Aussagen. Über die Studie hatte die «Süddeutsche Zeitung» (Samstag) zuerst berichtet.
Die Untersuchung wurde von der Mainzer Professorin Maria Blettner geleitet und von einem vom BfS eingesetzten zwölfköpfigen Expertengremium begleitet. Sie umfasste 1 592 an einem Krebs erkrankte Kinder und 4 735 nicht erkrankte Kinder als Kontrollgruppe. Untersucht wurden 41 Landkreise in der Umgebung der 16 Standorte der Kernkraftwerke. Die neue Studie ist die dritte in einer Reihe entsprechender Untersuchungen des Kinderkrebsregisters. Das Ergebnis passt nach Auffassung des BfS zu ähnlichen Untersuchungen, die weltweit durchgeführt werden.
Gabriel kündigte an, sein Ministerium werde nach Prüfung der Ergebnisse über das weitere Vorgehen entscheiden. Der niedersächsische SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner forderte den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, sollte die Gesundheitsschädlichkeit von Atommeilern nachgewiesen werden. «Kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass Atomkraftwerke aufgrund ihrer Strahlung gesundheitsschädlich sind, müssen alle Atommeiler in Deutschland sofort abgeschaltet werden», sagte der SPD- Spitzenkandidat bei der Landtagswahl Ende Januar der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover. Der frühere Umweltminister verwies auch auf die rätselhaften Leukämie-Fälle in der Elbmarsch in der Umgebung des Atomkraftwerks Krümmel und des Forschungskernreaktors in Geesthacht in Schleswig-Holstein.
Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte die beschleunigte Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke. Es seien zwar noch nicht alle Fragen beantwortet, dennoch handele völlig verantwortungslos, wer für einen längeren Betrieb von Atomkraftwerken oder gar den Neubau eintrete. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderte mehr Tempo beim Atomausstieg.

Quelle: dpa-info.com GmbH

Und in der Schweiz? Kein AKW-Standortkanton in der Schweiz führt ein Krebsregister. Im Kanton Solothurn ist die Kinderleukaemieincidenz gemäss einer Dissertation von Pierre Morin (pdf 75291 kb) fast zwei mal höher als im Schweizerischen Durchschnitt. Die Solothurner Regierung kämpft im Auftrag des Parlamentes um einen neuen Reaktor, Gösgen 2.

>mehr

>top

 

spacer
punktlinie
spacer
4. November 2007

Hilfe für die Kinder von Tschernobyl!

>>Version zum Drucken (pop-up)

Aufruf zur Unterstützung/Erhaltung des Institutes Radioprotection „Belrad“ in Belarus.

Lesen Sie dazu das Schreiben des Vereins „Kinder von Tschernobyl, Belarus“ an den weissrussischen Botschafter, Ambassadeur Viktar Schykh in Paris vom 15. August 2007.

>Version française
Download pdf [180KB]

>English version
Download pdf [128KB]

Der Verein Kinder von Tschernobyl, Weissrussland sowie PSR / IPPNW Schweiz unterstützen seit Jahren das unabhängige Strahleninstitut Belrad von Prof. V. Nesterenko in Minsk. Belrad organisiert Messungen der radioaktiven Verstrahlung, informiert und führt Strahlenschutzmassnahmen bei der betroffenen Bevölkerung durch. Zum Beispiel wird Pektin, ein Nahrungszusatz aus getrockneten Apfelrückständen, Kindern mit einer hohen Radiocaesium-Belastung während drei Wochen mit dem Essen verabreicht. Pektin ist ein anerkanntes Mittel zur Bekämpfung der Intoxikation durch Schwermetalle (Blei, etc.). Caesium ist ein Schwermetall, das ebenfalls durch Pektin aus dem Körper abgeführt wird. Eine dreiwöchige Pektinkur kostet pro Kind 3-5 Dollar, zuzüglich Kosten für die Strahlenmessungen und Arbeitszeit. Die Caesium 137 Belastung kann dadurch um einen Faktor von 3-5 reduziert werden.

Während des Kalten Krieges in den 60er Jahren, hatten die Russen Pektine entwickelt, um die Soldaten und die Bevölkerung während eines Atomkrieges schützen zu können, da Pektine nicht nur Caesium sondern auch Strontium und Uranderivate wie auch Plutonium aus dem Organismus eliminieren.

Die WHO studierte die Toxikologie von Nahrungszusätzen; die Pektine sind die sichersten Präparate, die man im Tierversuch lebenslang auch während Schwangerschaften ohne Risiken für den Nachwuchs verabreichen durfte. Solche Pektin-Präparate sind bei uns in jedem Lebensmittelgeschäft (zur Herstellung von Konfitüre und Süssigkeiten) erhältlich.

>top

 

spacer
punktlinie
spacer
17. Juli 2007

Debatte über KKW-Sicherheit nach Erdbeben

spacer
spacer spacer
strahlenschutz

17. Juli 2007, 17:45, NZZ Online:

Das bei dem schweren Erdbeben in Zentraljapan beschädigte Atomkraftwerk bleibt auf Weisung der Regierung vorerst abgeschaltet. Nach einem Leck und einem Transformatorbrand wurden weitere Vorfälle bekannt... Der Betreiber Tokyo Electric Power Co. des der Leistung nach weltgrössten Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa gab zunächst am Montag nach anfänglichem Zögern zu, dass neben dem Transformatorbrand 1200 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gespült wurden.

>zum Artikel

>top

spacer
punktlinie
spacer

12.November 2006 (updated 25.02.07)

Nuclearisation in Europe and the Middle East – From Threat to Preventive Action

>> Version zum Drucken (pop-up)

 

spacer spacer
logo

Program (updated 25.02.07)
Download pdf [268KB]

>Final Statement
>> Version zum Drucken (pop-up)

spacer

IPPNW Switzerland cordially invite you to attend a symposium, which will take place this spring, from March 22nd to 25th on beautiful Monte Verità, above Locarno in the Southern Swiss Canton of Ticino. The general topic will be the „Growing nuclearisation of the world“. Specifically we want to discuss, if the time has come to promote Nuclear Weapon Free Zones in Europe and the Middle East, if the IAEA should be strengthened in the control function and mutual respect in political negotiations.

In the past, in (not so) diplomatic exchanges, substantial mistakes were made by powerful countries critical of other proud nations with a long history. Mistakes based on misconceptions, mistrust and lack of respect. On the other hand certain principles, which govern the peaceful coexistence of nations have not been respected by local powers. Hatred here and there, posturing and menaces today increase the chance for military attacks, not only in the Middle East but also on the Korean Peninsula. As predicted, unfortunately global horizontal proliferation has increased the risk for deployment of nuclear weapons. As physicians we have to say: In case of a nuclear war: we cannot help. Prevention of a nuclear war is the only way.

IPPNW in the past has received the Nobel peace prize for successful mediation between the former Sowjet Union and the Western nations. It is hoped, that discussions during the planned symposium again will contribute to a better mutual understanding of the problems. Furthermore we do expect, that the realistic goals of Nuclear Weapon Free Zones in Europe and the Middle East can be defined and necessary political measures and next steps towards such zones be talked about. In this context we consider it a high priority, to discuss openly, honestly and with respect for cultural differences between the participants. Speakers experienced in international diplomacy and knowledgable of the political and security issues in the Middle East and Europe will be present on Friday and Saturday. It is intended to summarize the proceedings of the symposium and make concrete proposals directed to the political decision makers in Europe and the Middle East or other rational citizen in these regions.

We hope to attract people interested in debating the issues of countering nuclear proliferation and of promoting security in a future world without nuclear weapons. We all need to advance the ever so necessary peacework in the Middle East.

Dr. med. Günter Baitsch,

Prof. Dr. med. A. Nidecker,

Dr. med. Claudio Knüsli

>top


 

Radioaktive Gesundheitsschäden verjähren nicht

>> Version zum Drucken (pop-up)

>>> en français (pop-up)

Presseerklärung vom 24.4.2006 der Ärztinnen und Ärzte für Soziale Verantwortung Schweiz zum 20.Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl

Claudia Bürgler, Geschäftsführerin PSR/IPPNW Schweiz und
Claudio Knüsli, Präsident PSR/IPPNW Schweiz

Die Explosion des Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl vom 26. April 1986 hat die Welt für immer verändert. Mit dem SuperGAU begann für Millionen Menschen eine neue Zeitrechnung. Der Wind schickte die todbringende radioaktive Wolke rund um die Welt. Seither fordert die grösste industrielle Katastrophe aller Zeiten Jahr für Jahr mehr Opfer in den verstrahlten Gebieten. In der Ukraine sind weit mehr als 2´500´000 Menschen als Tschernobylopfer anerkannt. In Weissrussland hat sich die Geburtenrate seit 1986 halbiert und die Todesrate nahm um 50% zu. Die weiträumige radioaktive Verstrahlung des Bodens führt über die Nahrungskette nach wie vor zu einer anhaltenden inneren Strahlenbelastung der Menschen, was insbesondere auch die Kinder krank werden lässt. Krebs, vor allem des Magendarmtraktes, der Harnwege, der Lunge, der Brust und der Schilddrüse nehmen massiv zu. Aber auch Herzkreislaufkrankheiten, Schädigungen der Stoffwechselorgane, des Nervensystems sowie der Immunabwehr und Missbildungen bei Neugeborenen häufen sich in beängstigendem Ausmass. Genetische Veränderungen bei Strahlenopfern lassen für kommende Generationen Schlimmes befürchten. Selbst bei uns in der scheinbar fernen Schweiz muss laut Bundesamt für Gesundheit von 200 Tschernobyl-bedingten Krebstoten ausgegangen werden.

Verheimlichung und Verfälschung durch Regierungsbehörden…
Während die Regierung der ehemaligen Sowjetunion den Menschen tagelang das Ausmass der Katastrophe zu verschleiern versuchte, arbeiteten Hunderttausende junge Männer fieberhaft daran, den brennenden Reaktor zu löschen und mit dem Sarkophag, einer Betonhülle, zu sichern. Diesen heldenhaften Einsatz bezahlten die meisten von ihnen mit ihrer Gesundheit oder gar mit ihrem Leben. Die Bevölkerung der weiträumig verseuchten Gebiete war ebenso schutz- und informationslos über Wochen und Monate der Strahlenbelastung ausgesetzt.

…und Zensur der wissenschaftliche Daten zu den Gesundheitsfolgen durch die IAEA sowie Bevormundung einer schwachen WHO
1986 äusserte Hans Blix, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde, Wien, „angesichts der Vorzüge der Atomenergie könne man sich ein Tschernobyl jedes Jahr leisten“. Bereits 1995 verhinderte die IAEA die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse eines WHO-Kongresses über die Gesundheitsschäden nach Tschernobyl. Sie bevormundet die Weltgesundheitsorganisation kraft eines Vertrages von 1959. Dieser verpflichtet die WHO zur Zustimmung durch die IAEA bei Projekten, die sich Gesundheitsfolgen durch Radioaktivität widmen. Dieser Vertrag bedarf dringend einer Änderung, was auch PSR/IPPNW Schweiz seit Jahren fordern. Er schränkt die WHO in ihrer Handlungsfähigkeit ein. Nicht Strahlenexperten, sondern Trinkwasserspezialisten der WHO mussten sich mit den Radioaktivitätsfolgen befassen – statt Schäden am Erbgut wurde Zahnkaries studiert! Nicht verwunderlich ist auch, dass der WHO-Bericht vom September 2005 zu den Folgen nach Tschernobyl durch die an der Verbreitung der Atomenergie interessierte IAEA veröffentlicht wurde. Dementsprechend nannte er verfälschte und unglaubhaft niedrige Opferzahlen. Diese verharmlosende Vertuschungsstrategie, die die Opfer für ihr Unglück selbst verantwortlich macht und ein zweites Mal zu Opfern werden lässt, ist schärfstens zu verurteilen.

Von Tschernobyl lernen !
Die Katastrophe lehrt uns, dass ein unbeherrschbarer Unfall in einem Atomkraftwerk oder ein Terroranschlag auf ein solches jederzeit möglich ist. Die Folgen sind inakzeptabel. Radioaktive Gesundheitsschäden verjähren nicht. Eine Laufzeitverlängerung der AKWs auf 40 Jahre nimmt das Risiko von 1 zu 6 in kauf, dass es in Europa zu einem erneuten, nicht beherrschbaren nuklearen Unfall kommt. PSR/IPPNW Schweiz weisen zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe nicht nur auf die Notwendigkeit weiterer Forschung und Aufarbeitung der Reaktorkatastrophe hin, sondern warnt eindringlich vor den Gefahren der Atomkraft. Wir appellieren an die Behörden und die Energiefachleute in der Schweiz, ihre Verantwortung für eine sichere, atomenergiefreie und zukunftsfähige Energiepolitik wahrzunehmen.

Claudia Bürgler, Geschäftsführerin Claudio Knüsli, Präsident

 

Literatur zur Presseerklärung vom 24.4.2006 der Ärztinnen und Ärzte für Soziale Verantwortung Schweiz zum 20.Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl


1. Tschernobyl, Auswirkung auf Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte; Wien, 12.-15.4.1996 Permanentes Völkertribunal und Internat. Ärztekommission zu Tschernobyl, ISBN 3-00-001500-0 ; p. 171

2. WHO, Effect of Radiation on Human Heredity, Geneva 1957

3. Resolution WorldHealthAssembly 12.40; 28.5.1959

4. Health of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the Chernobyl Explosion; Bern, 12.11.2005
Download pdf [157KB]

5. Williams D.; Lessons from Chernobyl; BMJ 2001 Vol 323 p. 643

6. LE SACRIFICE, Film par E.Andreoli et W.Tchertkoff Production FELDAT Film 2003)
>link

7. ATOMIC LIES, Film by W.Tchertkoff, Production FALO – TSI 2002 (Televisione Svizzera Italiana)
>link

8. Nakajima H.; 20-23 November 1995, WHO Genf: Conférence Internationale sur les Conséquences de Tchernobyl et d‘autres Accidents Radiologiques sur la Santé

9. Risikotechnik Atomenergie (IPPNW)
>link

10.Risiko für einen SuperGAU in Europa bei 16 Prozent (IPPNW)
>link

11.Homepage PSR/IPPNW Schweiz
http:// www.ippnw.ch

>top


 

30.10.05
"First Salzburg Conference on updating Nuclear Law" - Ein Bericht von Andreas Nidecker (Vorstandsmitglied PSR/IPPNW Schweiz)

>>Version zum Drucken (pop-up)

Vom 20.- 23. Oktober 2005 fand der von der Salzburger Plattform gegen Atomgefahren (plage) organisierte Kongress statt. Chancen und Probleme des internationalen und nationalen Atom- und Umweltrechts wurden von Fachleuten aus der ganzen Welt mit NGOs erörtert.

Bericht von Andreas Nidecker (Vorstandsmitglied PSR/IPPNW Schweiz):

Conference on "Updating International Nuclear Law" in Salzburg, Oct 20-23, 2005 – Report by A. Nidecker (Exec. Committee PSR / IPPNW Switzerland) for Vital Signs

Nuclear research and nuclear industry have managed to grow, and survive, because of highly favourable structures found in international law and institutions. For this reason PLAGE, the Austrian Plattform against nuclear dangers, is trying to initiate a process aimed at the adjustment of international law to the dimensions of nuclear risks. With the industry presently trying to make a comeback, such a process appears ever more urgent and long overdue.

At this recent international conference, experts and NGO representatives debated the topic “Updating International Nuclear Law”. There was a number of high ranking law professors and practicians present, including three former winners of the Alternative Nobel prize. Eastern and Western Europe, the US, South Africa, India, Argentina, New Zealand and the pacific regions were represented and the talks and discussions were of high quality. Analyses were presented of the existing human- and environmental rights situation, its deficits and also the chances for fighting the industry. The undersigned was able to attend the conference during one day.

Many presentations on Saturday focussed on experiences made by the speakers in the course of frequently longtime battles with the nuclear industry. There were tales of terrible terrestrial destruction e.g. by the French nuclear authorities COGEMA in former French uranium mines in the Limousin region but also in the pacific test sites of the Marshall islands by the US military. Light was shed on the legal precautions taken by the industry, in order to avoid or diminish later recompensation payments. Also it was mentioned, how difficult it can be to obtain the appropriate documents and to prove that damage has been done. How can the financial amount of damages be calculated and what are the indirect monetary values for an intact ecosystem and for rehabilitation measures, was asked. It was stated, that expert opinions need to be professional, yet unfortunately many of the experts are in Govt. or industry positions and therefore biased. Lawyers for the Marshall Island people, at the time forcefully displaced of their homeland by the US also spoke of their ongoing fight against their own Government.
Another case were claims by New Zealand and Australia in the Seventies against France. Based on lack of compensation benefits against harm due to nuclear fallout, the French eventually had to stop atmospheric nuclear testing in the South pacific. This decision had model character for later ruling by the International Court of Justice. Influential in the above case was the existing rights of using the high seas. Nowadays similar situations exist as e.g. between Great Britain and Ireland, due to the contamination of the sea by Sellafield nuclear waste. Existing treaties have to be strengthened and are to be respected. Also, jurisdiction has to consider in all cases, that once irreparable damage has been done, compensation is no longer possible. This fact needs to be understood by desicionmakers and are but one of many reasons, why legal norms and institutions have to be strengthened. The power of civil societies and the NGOs in this regard is important and environmental hazards have to be negotiated profoundly today.

On speaker spoke of the renewed interest in nuclear power in the US and the political present push for legal „streamlining“ of licencing applications by the industry. Also the US Govt. is subsidizing the nuclear industry with 6 Billion $ and unfortunately the public opinion on NP is somewhat shifting due to global warming and peaking of the oil. In 2002 the programme „Nuclear power 2010“ was launched, entirely emphasizing the road the American Govt intends to take re the energy future. Generation IV Nuclear power (NP) plants are intended to be better, safer and more economical. Due to the fact, that recyling of nuclear waste is not permitted in the US, a new waste repository in the Yucca Mountain Nevada has been or will shortly be taken into use. In the US, in the opinion of this speaker, little can be done to fight the resurgence of nuclear power. Liability claims therefore have little chances to receive compensation.

A speaker from Argentina, winner of the alternative Nobel Prize, emphasized the need to continuously supply the media with well researched packs of information and use direct actions to influence nuclear and nonnuclear regulations in the courts. He advocated the creation of local, regional, national and continental nuclear free zones as effective measure in the fight against nuclear weapons and power. We, the people need to „smell“ opportunities and ought not to forget, that behind the „media“ there are always people, and people can be treated politely, informed and therefore influenced regarding our own concerns.
One member of the Deutsche Bundestag and member exec. Committee of EUROSOLAR emphasized the need to change the EURATOM treaty and proposes EURENEW instead of EURATOM. EURATOM is an anachronistic treaty. Its commission is funnelling huge amounts of Euros into nuclear fusion and fission research, when it has been recognized, that indeed nuclear power indeed has been a huge failure. NP is supplying a mere 5% of electricity to the world markets, despite of all the massive, decadelong financial support it received by many Govts. The speaker sees a huge disparity between funding and research and one – in his opinion – totally flopped technology. EURATOM treaty should be changed and Renewables should be funded in the future, but Germany and the strong EU countries are not likely to change treaty for now. Still, individual countries could withdraw from the treaty, which in theory is a possibility to exert influence on it and is future handling. Renewable could flourish much better, if a framework for their subsidizing would exist. China may soon become a world leader in renewable energy implementation, as it is adapting its legislation and favoring environmental protection and the renewables in the future.
A representative of Austria finally presented the new Austrian act on third party liability for nuclear damage. Even though Austria does not have Nuclear power plants, its neighbouring countries do and therefore put the Austrian population at risk. The legal framework presented gives several good definitions e.g. as „what is nuclear damage“ and what may plaintiffs ask for in cases of nuclear damage. In this new legal document, the NP plant operator has to prove, that he did not cause radiation damage, which is quite the contrary as it is custom in most other countries. Situations are dealt with, what could legally be done, when NP plants abroad „damage“ Austrian citizen. Although this new legal act is political, it was accepted by the Austrian Govt. The Act on third party liability could be a model for other countries. It tries to put the nuclear industry at par to other industries, as so far and legally it has been priviledged.

A law professor from the US, former delegate to the Rio Conference 1992 wrote a book: „Defending the Environment: Civil Society Strategies to enforce International Environmental Law“, Transnational Publishers, Inc. Ardsley, New York. The author told of the great hurdles which exist in international litigation against operators of NP and other plants and the responsible parties in environmental accidents. She proposes to 1) define clearly the problem: what has been polluted? Water? Air? Soil? The issue has to be narrowed down. Who are the responsible actors? 2) Use a forum to publish the observations and 3) Use credible experts. In the book presented, a huge list of organisations and individuals, who have been involved in civil and environmental rights issues and claims is given.

Discussions on Sunday focussed on the right to a safe and healthful environment and asked, if the human right to environment has been recognized under international law. Furthermore strategies for the future and the role of civil society and NGOs were discussed.
It is the strong belief of the undersigned, that the continued fight against NP and Nuclear Weapons needs an all out effort by a great number of different groups of Civil Society and professionals as Lawyers and Medical Doctors may see a need for future closer cooperation, to the benefit of our environment and the public in many concerned countries and regions.

Infos: www.plage.cc
A.Nidecker, Basel 25.10.05
Prof. Dr. med. A. Nidecker
Vorstand PSR / IPPNW Switzerland c/o IMAMED Radiologie Nordwest 4058 Basel / Schweiz
Tel. +41 61 686 42 42
andreas.nidecker@imamed.ch; anidecker@bluewin.ch

>top


30.10.05
20 Jahre Tschernobyl – die Strahlenkrankheiten nehmen unaufhörlich zu.

Film- und Diskussionsabend.

„Atomare Lügen“

Dokumentarfilm von Wladimir Tschertkoff.

Freitag, 11. November 2005, 20.00 Uhr im Kornhausforum in Bern.

Eintritt frei!

Programm
(Download pdf 341KB)

>top


19.10.05
Friedenstaube radioaktiv verseucht

Zum unglaublichen Fehlentscheid, der IAEA den Nobelfriedenspreis 2005 zu verleihen, verweisen wir auf die Stellungsnahme der IPPNW Deutschland

>link

>top


22.09.05
WHO publiziert verharmlosenden Bericht zu den Folgen 20 Jahre nach Tschernobyl

>>Version zum Drucken (pop-up)

Die am 5.9.2005 veröffentlichten Zahlen der WHO* zu den Opfern nach der Katastrophe von Tschernobyl sind unglaubwürdig und unverständlich. Die Erklärung findet sich im Vertrag vom 28.5.1959, der die WHO de facto unter die Kontrolle der IAEA brachte. Der WHO sind die Hände gebunden: Untersuchungen zu den Gesundheitsfolgen durch Radioaktivität sowie deren Publikation

müssen von der Internationalen Atomenergieagentur IAEA bewilligt werden. Die Tatsache, dass die WHO selber erst 5 Jahre nach dem Super-Gau ihre Untersuchungen in Tschernobyl aufnehmen konnte, dokumentiert ihre Hilflosigkeit. Dass der aktuelle WHO-Bericht unter www.iaea.org eingesehen werden muss, macht nur allzu deutlich, wie sehr selbst die Logistik der obersten Weltgesundheitsbehörde von der Atomlobby abhängt. PSR/IPPNW Schweiz fordert die Entlassung der WHO aus der Abhängigkeit der IAEA schon seit Jahren!

Die Zensur durch die IAEA ist leider auf breiter Ebene wirksam. Nicht nur „Wissenslücken“, sondern auch die aktive Unterdrückung von wissenschaftlichen Daten ist mitunter Ursache für die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmass der Gesundheitsschäden durch den AKW-Unfall. So ist das weissrussische Krebsregister durchaus eine verlässliche Grundlage zur Dokumentation der überproportional steigenden Krebsinzidenz in den stark radioaktiv verstrahlten Gebieten. Die in der Swiss Medical Weekly (www.smw.ch) bereits im Oktober 2004 publizierte Arbeit von Okeanow zu diesem Thema wird jedoch im aktuellen WHO-Rapport nicht zitiert. Ebenso fehlt ein Hinweis auf eine Publikation von Tondell von 2004, die die Zunahme der Krebshäufigkeit in Nordschweden im Zusammenhang mit den stark radioaktiven Niederschlägen nach der AKW-Explosion bringt.

Die Tatsache, dass die mittlere Lebenserwartung der Menschen in den verstrahlten Gebieten um 10 Jahre zurückgegangen ist, lässt sich nicht allein auf Panik und Verunsicherung oder soziale und wirtschaftliche Folgen der AKW-Katastrophe zurückführen. Ein solcher Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Korrekt ist, dass es Hunderttausenden von Erwachsenen und Kindern in den betroffenen Gebieten körperlich und psychisch miserabel geht. Besonders betroffen sind die sogenannten Liquidatoren – 800 000 Aufräumarbeiter, die die stark verstrahlte AKW-Ruine und ihre Umgebung grösstenteils ungeschützt dekontaminieren mussten. Mindestens 100 000 von ihnen - damals junge, gesunde Männer - sind bereits verstorben, mehr als ein Drittel ist invalid. Für sie ist es besonders bitter, als Simulanten und nicht als Opfer einer riesigen humanitären Katastrophe wahrgenommen zu werden. Bei Liquidatoren wurden in einem hohen Prozentsatz strahlungsbedingte linksseitige Hirnschäden (bei Rechtshändern) objektiv mittels EEG (Elektroenzephalographie) und MRT (Magnetresonanztomographie) nachgewiesen. Zusammen mit den Schäden an Augen, Gehör und Gleichgewichtsorgan erklärt diese linkshemisphärische Degeneration zwangslos einen Teil der psychischen Phänomene wie Antriebslosigkeit und Depression als hirnorganische Strahlenfolgen. Diese, sowie weitere durch Radioaktivität hervorgerufene Gesundheitsschäden wie vorzeitige Alterung, Kreislauf -, Krebs- und Stoffwechselerkrankungen sowie Immunschwäche werden Gegenstand unseres wissenschaftlichen Symposiums an der Universität Bern vom 12.11.2005 sein.
> Informationen und Anmeldung

*Pressemitteilung zum WHO Bericht. Wien (sda/dpa). Der Atomunfall von Tschernobyl vor knapp 20 Jahren fordert gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO schätzungsweise 4000 Menschenleben. Die meisten Opfer seien unter den 1000 Atom-Arbeitern und Katastrophenhelfern zu beklagen. Diese waren unmittelbar nach dem Atomunfall extrem hoher radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Bis Mitte dieses Jahres geht die WHO von 50 Todesfällen aus, die in direktem Zusammenhang mit Tschernobyl stehen. Dies teilte die UNO-Organisation am Montag in Wien mit. In ihrem 600 Seiten starken Bericht kommen die UNO-Experten zu dem Schluss, dass das Unglück «keine schwerwiegenden, negativen gesundheitlichen Folgen für die übrige Bevölkerung in der Umgebung der Atomkraftwerke» haben dürfte. Auch habe man - mit Ausnahme einiger begrenzter Gebiete - «keine weit reichende, radioaktive Verseuchung festgestellt, die eine ernste Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen würde». Armut und damit verbundene Krankheiten sowie psychische Erkrankungen würden eine weit grössere Bedrohung für die örtliche Bevölkerung darstellen als die Strahlung. Fortdauernde Mythen und falsche Vorstellungen über die Strahlung hätten zu einem «lähmenden Fatalismus» unter der Bevölkerung in der Region geführt. Allerdings gehen die Verfasser des Berichts davon aus, dass von den insgesamt mehr als 200000 Menschen, die zwischen 1986 und 1987 im schwer verstrahlten Gebiet arbeiteten, «schätzungsweise 2200 an den Folgen der Verstrahlung sterben dürften»

>top


15.08.05
Good News!

Prof. Yuri I. Bandazhevsky ist frei !

>>Version zum Drucken (pop-up)

Am 5. August 2005 hat die weissrussische Regierung Prof. Yuri Bandazhevsky, den ehemaligen Direktor des Medizinischen Institutes in Gomel, überraschend freigelassen. Bandazhevsky war 2001 zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt worden, nachdem er den Behörden vorgeworfen hatte, das Ausmass der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl verschleiert zu haben. „Ich habe das nicht erwartet, und ich habe nicht drauf gehofft“ sagte Bandazhevksy als er nach Hause* in die Hauptstadt Minsk zurückkehrte. Bandazhevsky wurde 1999 festgenommen und zwei Jahre später von einem Militärgericht wegen angeblicher „Bestechlichkeit“ verurteilt worden.

Zahlreiche Organisationen (auch Amnesty International) haben sich seit Jahren für seine Freilassung eingesetzt, unter anderen auch PSR/IPPNW Schweiz.

PSR/IPPNW Schweiz hofft nun, dass er an ihrem Symposium „Health of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the Chernobyl Explosion“ das am 12. November im Inselspital in Bern stattfindet, teilnehmen kann.

PSR/IPPNW Schweiz, 10. August 2005

Unterstützungsappell!

Die CRIIRAD: Kommission für unabhängige Forschung und Information zur Radioaktivität in Frankreich hat eine internationale Aktion gestartet:

Werden Sie einer der 3'000 Mitbegründer des biomedizinischen Forschungslabors in Weissrussland! Dieses Labor soll Professor Bandazhesky und seiner Gattin Galina erlauben, Ihre Forschungen weiterzubetreiben.

Infos: www.criirad.org

>top


29.06.05
1'000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005
Bekanntgabe der 1000 Namen

>>Version zum Drucken (pop-up)

Bern, 29.6.2005 - 1000 Frauen aus über 150 Ländern sollen dieses Jahr gemeinsam den berühmten Friedensnobelpreis erhalten! Die offizielle Nomination wurde im Januar 2005 beim Nobelkomitee in Oslo deponiert. Ab sofort sind die Namen der 1000 Frauen unter www.1000peacewomen.org öffentlich zugänglich. Die Zahl 1000 ist ein Symbol, denn die 1000 vorgeschlagenen Frauen stehen stellvertretend für unzählige Frauen, die sich weltweit für Frieden und Menschenwürde einsetzen.

Eine der 1000 Frauen ist unser langjähriges, aktives Mitglied Solange Fernex. Wir gratulieren Ihr und allen anderen ganz herzlich!
PSR/IPPNW Schweiz.

ganze Pressemitteilung des Komitees 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis:
(Download pdf 108KB)

>top


29.05.05 (updated: 22.09.05)

Health of Liquidators (clean-up workers), 20 Years after the Chernobyl Explosion
International scientific meeting
November 11/12, 2005
Berne / Switzerland
Organized by PSR / IPPNW Switzerland

Programmheft:
(Download pdf 275KB)

>Online application

>top


26.02.05
Strahlenschutz Schweiz gefährdet –
Offener Brief der PSR/IPPNW an das BAG (14. Januar 2005)

>>Version zum Drucken (pop-up)

Anlass zum Brief, der auch in der Schweizerischen Ärztezeitung vom 19.1.05 publiziert wurde, hat die einseitige Zusammensetzung der Referentenliste des Strahlenschutz-Workshops der KSR (Eidgenössische Kommission für Strahlenschutz und Überwachung der Radioaktivität) vom Donnerstag, 27.1.2005 in Bern gegeben. Diese wissenschaftliche Veranstaltung befasste sich dieses Jahr mit der Niedrigdosis-Radioaktivität. Deren Relevanz wird international kontrovers beurteilt, was angesichts der geplanten Revision der ICRP1990-Richtlinien von grosser Brisanz ist.

PSR/IPPNW Schweiz geht es um eine offene, transparente und ausgewogene Diskussion dieses Themas, das aus präventivmedizinischer Sicht von enormer Tragweite ist, wie die Hintergrundinformationen des Offenen Briefes dokumentieren. Mit Erleichterung hat PSR/IPPNW anfangs Januar von einer kritischen Stellungnahme der KSR zum Entwurf der neuen ICRP-Richtlinien Kenntnis genommen. Es war der KSR jedoch leider kurzfristig nicht mehr möglich, zusätzlich unabhängige Referenten ins bereits feststehende Programm des Workshops aufzunehmen. Eine Folgeveranstaltung der PSR/IPPNW mit ausgeglichener Referentenbesetzung soll Ende dieses Jahres realisiert werden.

Weitere Informationen:

Offener Brief an das BAG vom 14. Januar 2004
(Download pdf 683KB)

Final Report des KSR-Workshops 2005
(Download pdf 683KB)

>top


06.11.2004
Rethinking Nuclear Energy and Democracy after September 11, 2001

>>Version zum Drucken (pop-up)

Das Buch zum Kongress vom 26. April 2002 ist publiziert!

Der IPPNW Global Watch Report präsentiert eine repräsentative Auswahl von Referaten, gehalten von Wissenschaftlern, Politikern und Mitgliedern von NGO`s anlässlich des im Titel erwähnten PSR/IPPNW-Symposiums in Basel.
Die Auswertungen und Analysen ergeben einen vertieften Einblick bezüglich aktuellen Sicherheitsstandards von Atomanlagen. Die Kernenergiepolitik von Japan und einigen europäischen Ländern, bereits erstellte Ausstiegsszenarien aus der Kernenergie, kommen ebenso zur Sprache wie die Analyse einiger ernster Unfälle in Tokaimura (Japan) und Tschernobyl (Ukraine).
Gefahrenanalysen veranschaulichen das Problem Flugstrassen und ihre oft erschreckende Nähe zu grossen Atomanlagen. Die Rolle der Militärs in Beziehung zur zivilen Kernenergienutzung werden am Beispiel von Frankreich erläutert, die wichtige Rolle der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) aufgezeigt.
Der vom Symposiumskoordinator Mycle Schneider neu geschriebene Beitrag über den letzten Stand der Auswirkungen der Tschernobylkatastrophe zeigt, dass die Symposiumsbeiträge heute aktueller denn je sind.

Publiziert von IPPNW International 2004

90 Seiten, in englischer Sprache, Fr. 15.-- innerhalb der Schweiz (Europa zuzüglich Portokosten) zu bestellen bei:
PSR/IPPNW Schweiz, sekretariat@ippnw.ch

>top


07.07.2004
Europäische Petition gegen Atomenergie

Renaissance der Atomenergie in Europa verhinderm!
Unter dem Motto "Eine Million Europäer verlangen den Ausstieg aus der Atomenergie" starten zahlreiche Organisationen aus ganz Europa am Tschernobyl-Gedenktag (26. April 2004) eine Unterschriftenaktion.
> http://www.ippnw.at/presse/0404-petition-gg-atomenergie.shtm

>top


02.12.2003
Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in Children (15.2.2003)

>>Version zum Drucken (pop-up)

Einzelne Publikationen:

Schaffner Andreas: Chernobyl - opening the pages to scientific authors from Eastern Europe - Editorial in der Schweizerischen Medizinischen Wochenschrift
Swiss Med Wkly 2003;133:488-490 - www.smw.ch
(Download pdf 86KB)

Dubrova Youri E.: Monitoring of radiation-induced germline mutation in humans
Swiss Med Wkly 2003;133:474-478 - www.smw.ch
(Download pdf 173KB)

Bandazhevsky Y.I.: Chronic Cs-137 incorporation in children’s organs
Swiss Med Wkly 2003;133:488-490 - www.smw.ch
(Download pdf 140KB)

Okeanov A. E., Sosnovskaya E. Y., Priatkina O. P.: A national cancer registry to assess trends after the Chernobyl accident
Clinical Institute of Radiation Medicine and Endocrinology Research, Minsk, Belarus
Swiss Med Wkly 2004;134:645–649 · www.smw.ch
(Download pdf 159KB)

Bandajevsky Y.I., Bandajevskaya G.: Cardiomyopathies au césium 137
Cardinale, Tome XV, No 8, octobre 2003, 40-43
(Download pdf 399KB)

>top


22.11.2003
Krieg macht krank, auch der im Irak

Ein internationales Team von Ärzten und Wissenschaftlern der IPPNW forderte heute in London die britische und die US-Regierung auf, endlich für ein funktionierendes Gesundheitswesen im Irak zu sorgen und verlässliche Daten über die Erkrankten, Verletzten und Toten im Irak zu sammeln. Ein Ergebnis der Studie: Der Gesundheitsstatus der Iraker ist heute schlechter als vor dem Krieg.
> http://www.ippnw.de/index.php?/s,1,3,47,64/o,article,895/

>top


9.11.2003
Ausstieg aus der Atomkraft

Das Thema Atomkraft ist weiter aktuell. Die deutsche IPPNW führt im Mai 2004 einen Kongress in Berlin zum Thema Atomzeitalter durch.
Konsultieren Sie die Website in Deutschland
> www.atomkongress.de

>top


SoA-Abstimmungen vom 18.5.2003

>>Version zum Drucken (pop-up)

Martin Walter für die IPPNW/PSR/CH

Wir haben verloren. Wir sind enttäuscht. Nicht nur aus gesundheitspolitischen Gründen waren wir für „2 x Ja“, auch aus Gründen wirtschaftlicher Vernunft und aus der Hoffnung auf eine positive gesellschaftspolitische Vision, eine Vision der Entwicklung unserer demokratischen Institutionen und aus der Hoffnung auf dringende Innovationen an unserem Industriestandort Schweiz. Uns ist es nicht gelungen, unsere Mitbürger davon zu überzeugen, dass mit einer dezentralen Energieproduktion der Weg frei zu machen ist für unser Ziel, ohne Angst vor einem Atomunfall leben zu können. Dabei sind die gesundheitlichen Probleme, die aus aus der Atomenergie resultieren, sowie die Folgen für das Erbgut der Menschen und aller lebenden Organismen, für uns alle offensichtlich. Wir verstehen unsere Gegner aus Wirtschaft und Politik nicht. Wer wird einst die wahren Kosten der Atomtechnologie tragen? Wer wird den Verlust an Demokratie, den das neue Kernenergiegesetz bringt, verantworten? Im Lande, das „Demokratie“ bisher als das Label getragen hat.

Ist Tschernobyl, sind die Leiden der weissrussischen und ukrainischen Bevölkerung vergessen?

Atomenergie ist ein hoffnungsloser Fall auf der Intensivstation, einer den man am 18.5 2003 nicht hatte sterben lassen wollen. Die Schläuche werden ihm gezogen werden! Von der gleichen économiesuisse, die heute seine Weiterbehandlung hat beschliessen lassen, aber von den gleichen Exponenten der Wirtschaft also auch, die die Swissair und andere stolze Schweizer Unternehmen ins Grounding geführt haben. Ihr, der écomomiesuisse, scheint unsere Bevölkerung ihr Vertrauen zu schenken. Schade!

So oder so: Ein neues Schweizerisches AKW wird nicht mehr gebaut werden!

>top



Die Meinung von PSR/IPPNW/CH zum Krieg gegen den IRAK

>>Version zum Drucken (pop-up)

Der unnötige Irak-Krieg – Stellungnahme von PSR/IPPNW-CH
PD Dr. med. vet. Jean-Luc Riond

Trotz unserer Bemühungen und Widerstände, haben wir die letzten Vorbereitungen für die Führung eines Krieges und den Einmarsch der US- und UK-Armeen ohne UNO-Mandat im Irak folgen können. Völkerrechtlich ist dieser Krieg nicht gerechtfertigt. Die StudentInnen des Fachgebietes Völkerrecht der Universität Mainz lernen – wie andere StudentInnen auch, dass ein Krieg ohne Ermächtigung des UNO-Sicherheitsrates rechtswidrig ist. Die höchst simplifizierte Unterteilung des mächtigsten Mannes der Welt, George W. Bush, in „böse“ und „gute“ Staaten stösst auf kein Verständnis. Die Vereinigten Staaten sind auf die naive Rhetorik des „Westerns“ zurückgefallen. Massenvernichtungswaffen wurden durch die UNO-Inspektoren im Irak nicht gefunden. Inzwischen ist der Nachbarstaat Iran auf dem Weg zum Bau einer Atombombe, ohne grosse Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auf sich zu ziehen. Nach der Patt-Situation im Versuch zur Vorbeugung des Krieges, ist jetzt die UNO ausschliesslich damit beschäftigt, humanitäre Hilfe zu leisten. Um diesbezüglich nur ein Problem zu erwähnen: Die Nahrungsversorgung wird zusammenbrechen, und die Wasserversorgung ist für breite Teile der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet. Das internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) wäre mit der Aufgabe der Aufrechterhaltung der Wasserversorgung während des Krieges beschäftigt. Es ist dazu nicht fähig. Breite Schichten der verarmten Einheimischen können sich die nötigen Vorräte an Wasser nicht beschaffen. Können wir da als Beobachter sitzen? Kann man trotz dieser auswegslosen Situation lediglich auf einen „Lerneffekt“ der Menschheit hoffen statt zu handeln? Könnte im nächsten Konflikt, der mit Sicherheit kommen wird, die Diplomatie nicht nur eine Chance erhalten, sondern diese wahrnehmen und dann auch den Sieg davontragen?

PSR/IPPNW Schweiz, sowie die Dachorganisation IPPNW/International setzen sich gegen einen Krieg gegen den Irak ein. Diese Stellungnahme beruht auf folgenden Argumenten:

Nur eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates hat völkerrechtlich die Legitimation, die Anwendung von Gewalt gegen den Irak sanktionieren. Mit den völkerrechtlich formulierten Voraussetzungen ist nur dann ein Krieg gerechtfertigt. Zur Frage der Legalität eines Krieges haben sich in einem Brief an die Tageszeitung „The Guardian“ 16 Völkerrechtsprofessoren aus Oxford und Cambridge, der London School of Economics und der Pariser Sorbonne geäussert (NZZ Nr. 56, Seite 5; 8-9/03). Sie sind der Ansicht, dass es gegenwärtig zur Anwendung militärischer Gewalt keine Rechtfertigung unter internationalem Recht gibt. Die Doktrin der vorsorglichen Selbstverteidigung (vorbeugender Militärschlag, preemptive strike) gegen einen hypothetischen künftigen Angriff habe keine Rechtsgrundlage. Vor einer Militäraktion müsse der Uno-Sicherheitsrat eine klare Zustimmung ausdrücken. Viele Länder, unter anderem Frankreich, Deutschland und Russland, haben sich gegen die sofortige Anwendung von Gewalt eingesetzt. Mehr Zeit sollte für die Uno-Inspektionen eingeräumt werden. Hinzu kommt, dass der Krieg in der britischen Öffentlichkeit sehr umstritten ist. Der Schulterschluss zu den Amerikanern hat Premierminister Tony Blair politisch in seinem eigenen Land mehr und mehr isoliert. Präsident Bush wird von einem grossen Teil des US-amerikanischen Volkes unterstützt, um gegen seine höchst simplifizierte Vorstellung der „Achse des Bösen“ und der „Schurkenstaaten“ auf der Suche nach al-Kaida-Mitgliedern oder deren Zellen zu kämpfen.

Der Volkswille, der in Strassendemonstrationen ausgedruckt wurde, sollte respektiert werden. Am 15. und 16. Februar demonstrierten Millionen von Menschen in allen fünf Erdteilen gegen den drohenden Krieg im Irak. In Bern versammelten sich 40'000 Personen. Seither wurden Antikriegsdemonstrationen regelmässig in der ganzen Welt gehalten. Am Mittwoch den 5. März zum Beispiel gingen in der ganzen Schweiz Tausende von Schülern und Schülerinnen auf die Strassen. Die Bahnhofstrasse in Zürich wurde durch den Protest der Gymnasialschüler und -schülerinnen teilweise lahm gelegt. In der indonesischen Hafenstadt Surabaya (Ostjava) hat am Sonntag, den 9. März 2003 die bisher grösste Kundgebung gegen einen Irak-Krieg in ganz Südostasien stattgefunden. Zwischen Mehr als 2 Millionen Menschen nahmen am friedlich verlaufenen Massengebet teil, zu welchm eine gemässigte muslimische Organisation - Nahdlatul Ulama (Indonesiens grösste Muslimorganisation) - aufgerufen hatte.

Der Krieg ist keine Lösung für die Regelung der zahlreichen Konflikte im Nahen Osten und überhaupt auf der Welt, vor allem aber für denjenigen der Kurden im Norden des Iraks und für die Schiiten im Süden des Landes. Die Hoffnungen für die Schaffung einer Kurden-Nation sind sehr stark. Neue Chancen und Perspektiven für diese Region können mit anderen Mitteln als der Gewaltanwendung geschaffenb werden. Die Gründung eines vollwertigen Palästinensischen Staates, der seinerseits Israels Existenzrecht und Nachbarschaft anerkennt und respektiert, ist unbedingt nötig, um Frieden in der Region und der ganzen Welt zu gewährleisten.

Das in Genf von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey initiierte Expertentreffen über die humanitären Folgen eines Irak-Krieges erinnert an die verheerenden Konsequenzen eines Krieges im Nahen Osten für die Bevölkerung und für die Umwelt in deren Region. Hunderttausende Opfer sind der wahrscheinliche Preis an Menschenleben für den Krieg und eine gleich hohe Zahl von Flüchtlingen ist auf der anderen Seite der Grenze zu erwarten. Der Gebrauch von Munition mit abgereichertem Uran, wie im ersten Golfkrieg und im Kosovo-Krieg, und von biologischen und chemischen Waffen könnte den Irak langfristig verschmutzen und gesundheitliche Probleme grössten Ausmasses auslösen. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Krebstoten im Südirak extrem stark zugenommen. Die Mögichkeit eines Zusammenhanges zwischen dem Einsatz von uranhaltigen Geschossen, welche die alliierten Streitkräfte während des Golfkrieges im südlichen Irak gebraucht haben, und der stark gestiegenen Morbiditäts- und Mortalitätsrate ist zu dieser Zeit keineswegs ausgeschlossen.

Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) Mohammed al-Baradei hat keinen Beweis erbringen können, dass ein Atomwaffenprogramm im Irak aktiv verfolgt worden ist. Die Anschuldigungen der US beruhen zum Teil auf gefälschten Dokumenten, die behaupteten, dass der Irak in den letzten Jahren versucht hätte, Uran aus dem Niger zu beziehen. Wer die Fälschungen angeordnet hat ist unklar. Viele hatten ein Interesse, den Irak anzuschwärzen. Vieleicht sogar Herr Bush?

Die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich erwägen den Einsatz von Atomwaffen als eine Option zur Abwehr irakischer Angriffe mit Massenvernichtungswaffen. Eine Eskalation der Gewalt bis zur Anwendung von Atomwaffen ist durchaus möglich. Die Strategen prüfen den Einsatz taktischer Nuklearwaffen im Irak in zwei Fällen. Zum einen könnten die USA mit Bunkerbrechern unterirdische Befestigungsanlagen angreifen, die wirksam gegen herkömmliche Sprengstoffe geschützt sind. Zum anderen liesse sich unter Umständen dank Atomwaffen verhindern, dass das Regime in Bagdad seinerseits Massenvernichtungswaffen gegen amerikanische Soldaten einsetzt. Nach dem Chemiker Heiner Staub, Chef der Gruppe Abrüstung im Labor Spiez, der zweimal in den 90er-Jahren bei einer Uno-Inspektion in Irak war, gibt es keine ernsthafte Bedrohung mit chemischen und biologischen Waffen aus dem Irak, da die Waffensysteme zum grossen Teil veraltet und rostig sind.

Der Irak als Ziel und Testfeld? Er dient sicher nicht für die Erprobung neuer Waffen, wie: unbemannte Flugobjekte, Roboter und computergesteuerte Aktionen mit virtueller Organisation. All dies dient nicht den Interessen der Menschheit.

>top


Program of the Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in Children

>>Version zum Drucken (pop-up)

Zentrum für Lehre und Forschung (ZLF) Cantonal Hospital Basel / Switzerland Saturday February 15, 2003 (8.30 am to 5 pm)

Organized by
PSR / IPPNW Switzerland
and the
Faculty of Medicine,
University of Basel, Switzerland

PSR / IPPNW Switzerland / Schweiz / Suisse
Physicians for Social Responsibility / International Physicians for the Prevention of Nuclear War
Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges
Médecins pour une Responsabilité Sociale / pour la Prévention de la Guerre nucléaire

Faculty of Medicine, University of Basel
Medizinische Fakultät der Universität Basel
Faculté de médecine, Université de Bâle

Welcome | Bienvenue | Willkommen

Program February 15th, 2003

08h30 Registration

09.00h Morning Session

9h00 M. Fernex: Welcome - Health Consequences of Chernobyl. The Role of 137Cs

9h10 V. B. Nesterenko: Monitoring of the 137Cs-Accumulation in Children from the Chernobyl Regions. Efficiency of Existing Radioprotective Measures

9h30 G. Bandazhevskaya: Radiocaesium and Cardiac Diseases in Children

9h50 Discussion: M. Fernex

10h10 H.J. Müller: Genetic and Hereditary Consequences of Chernobyl

10h15 Y. E. Dubrova: Monitoring of Radiation-Induced Germline Mutation
in Humans. The Chernobyl Experience

10h35 R. Goncharova: Population Mutagenesis Dynamics in Wild Mammals Exposed to Chronic Low-Dose Radiation, over more than 20 Generations

10h55 Discussion: H.J. Müller

11h15 Coffee break

11h30 G. I. Lazjuk: Findings from a National Register for Congenital Malformations

11h50 A. Körblein: Perinatal Mortality in Germany and Congenital Malformations in Bavaria, after Chernobyl

12h10 Discussion: M. C. Addor

12h30 Lunch in Hospital Cafeteria

13.30h Afternoon Session

13h30 R. Herrmann: Radiation and Tumors

13h35 A. E. Okeanov: A National Cancer Register to Assess Trends after
an Accident.

13h55 Discussion: C. Knüsli

14h20 Coffee Break

14h35 U.O. Keller: Immunological and Endocrine Disorders in Children

14h40 N. Gres: Radiocontamination and Severity of Infectious Diseases

15h00 E. Eliseeva: Incidence of Different Diseases in Children in Belarus

15h20 U. Zumsteg: Type I Diabetes Mellitus in Switzerland

15h30 Discussion: U.O. Keller

15h45 G. Holländer: Induction of Autoimmune Mechanisms and Ionizing Radiation

16h05 T. Vorontsova: Variations of Autoimmune Reactions Intensity in Children with Diabetes mellitus or Thyroiditis, according to the Radiocontamination

16h25 Discussion: G. Holländer

16h50 A. Nidecker: Conclusions

17h00 End of Symposium


Adresses of Organizers and Speakers

Organizers

Fernex, Michel, Prof Dr. med (emer.), PSR/IPPNW Schweiz, Postfach 167, CH-4118 Rodersdorf, Switzerland
s.m.fernex@wanadoo.fr

Nidecker, Andreas, Prof. Dr. med., PSR/IPPNW Schweiz, CH-4005 Basel, Switzerland
andreas.nidecker@imamed.ch

Speakers

Addor Marie-Claude, EUROCAT Registre vaudois, Centre Hospitalier Universitaire Vaudois
marie-claude.addor@chuv.hospvd.ch

Bandazhevskaya, Galina, Dr. med., Institute for Radioprotection "Belrad", Charity House, Staroborisovsky-Tract 11, 220114 Minsk, Belarus

Dubrova, Yuri, PhD, Department of Genetics, University of Leicester, LE1 7RH, United Kingdom
yed2@leicester.ac.uk

Eliseeva, Elena, Dr. med., Children Hospital No 8, Esenina Str. 66 (19-249), 220025 Minsk, Belarus

Gontcharova, Rose, Prof. PhD, Antimutagenesis Laboratory, Institute of Genetics and Cytology, 27, Akademichnaya St. 220072 Minsk, Belarus antimut@biobel.bas-net.by

Gres, Nika, Prof. Dr. med., Scientific and Clinical Research, Institute of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova str. 23, 22014 Minsk, Belarus

Herrmann, Richard, Prof. Dr.med, Director Onchological Dept, University Hospital, CH-4032 Basel, Switzerland
herrmann@uhbs.ch

Hollaender, Georg A., Prof. Dr. med., Paediatric Immunology, Department of Research, Hebelstrasse 20, CH-4031 Basel, Switzerland
georg-a.hollaender@unibas.ch

Keller, Ulrich O., Prof. Dr. med., Endocrinology, Diabetes & Clinical Nutrition, University Hospital, CH-4031 Basel, Switzerland
ukeller@uhbs.ch

Koerblein, Alfred, PhD, Umweltinstitut Munich, Winzerstrasse 48, D-80797 Munich, Germany
ak@umweltinstitut.org


Knuesli, Claudio, Dr. med., Oncology, Clara Hospital, CH-Basel, Switzerland
claudio.knuesli@claraspital.ch

Lazjuk, Gennady, Prof. Dr. med., Department of Genetics, Belarus Institute for Hereditary Diseases, Orlovskaya 98, 220053 Minsk, Belarus,

Muller, Hansjakob, Prof. Dr. med., Medical Genetics, UKBB, Dept. for Clinical Biological Sciences, PO Box, CH-4005 Basel, Switzerland
hansjakob.mueller@unibas.ch

Nesterenko, Wassily B., Prof., Institute for Radioprotection "Belrad", Charity House, Staroborisovsky-Tract 11, 220114 Minsk, Belarus
nester@hmti.ac.by

Okeanov, A.E., Prof. Dr. med., Scientific and Clinical Research, Institute of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova str. 23, 22014 Minsk, Belarus

Vorontsova, Tatiana V., Dr. med., Scientific and Clinical Research, Institute of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova str. 23, 22014 Minsk, Belarus

Zumsteg, Urs, Dr. med., Paediatric Diabetology, University Children's Hospital, Römergasse 8, PO Box, CH-4005 Basel, Switzerland
urs.zumsteg@unibas.ch

>top


PSR/IPPNW Schweiz fordert eine friedliche Lösung der Irakkrise

>>Version zum Drucken (pop-up)

Die IPPNW veröffentlichte am 12.11.2002 in London und Washington DC eine britische IPPNW-Studie über die Folgen eines erneuten Krieges gegen den Irak. Die Autoren der Studie rechnen mit mehreren hunderttausend Toten als direkte und indirekte Kriegsfolgen. (Bomben, völliger Zusammenbruch der Infrastruktur).

Unter Völkerrechtlern herrscht Einigkeit, dass ein Angriff auf den Irak einen eklatanten Bruch des Völkerrechtes darstellt. Das Recht des Stärkeren, das Gesetz des Dschungels darf zu keinem Zeitpunkt das Handeln bestimmen.

Die bewusste Inkaufnahme der in der IPPNW-Studie beschriebenen Folgen, ist ein Kriegsverbrechen. Allen Bemühungen und Fälschungen zum Trotz gibt es keinerlei Beweise, dass das Regime in Bagdad über Massenvernichtungswaffen verfügt oder Kontakte zu Al Quaida unterhält.

Der Diktator im Irak muss mit den Mitteln des Völkerrechtes in die Schranken gewiesen werden. Gleiches muss für die Bush-Junta gelten.

PSR/IPPNW Schweiz
Sie finden die oben erwähnte Studie unter:
http://www.medact.org/tbx/pages/sub.cfm?id=556 oder
http://www.ippnw.org/CollateralDamage.html

>top


Das Nein aus Nidwalden

>>Version zum Drucken (pop-up)

Mit 57.5% der Stimmen hat die Nidwaldner Bevölkerung am 22.9.2002 gegen einen Sondierstollen in den Wellenberg gestimmt!

Dr. med. Martin Walter, CH-2540 Grenchen

Ein Lager für sogenannt schwach- und mittelaktive Atomabfälle ist heute in weite Ferne gerückt, denn in den Wellenberg wird es nicht kommen. Es wäre, wenn der Bund es trotzdem noch dorthin befehlen würde, dies das Ende der Demokratie in der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Bundesrat Moritz Leuenberger kommentierte den Entscheid des Nidwaldnervolkes denn auch am Abend im Fernsehen genau in diese Richtung: Es müsse nun ein totaler, ein totaler Neubeginn gemacht werden!

Was meint er wohl damit? Den Neubeginn der Atomkraft oder den Neubeginn der Standortsuche?

Das letztere wäre intellektuell gesehen nicht weniger falsch als das erste. Es gibt nämlich keine Lösung für das Entsorgungsproblem in Sachen AKW, es gibt einzig und allein Schadensbegrenzung.

Es muss jetzt also, Herr BR Leuenberger, nicht schon wieder ein falscher Anfang, sondern endlich, endlich ein gutes - oder das bestmögliche - Ende gemacht werden!

BR Moritz Leuenberger und seine Kollegen Politiker sollten diese Sache jetzt doch einmal - vielleicht auch zusammen mit Frau SR Christine Beerli von der VERA - tiefer bedenken. Weil es keine Lösung für das Atommüllproblem gibt, sollten sie, wenn die Schweizer Bevölkerung kein Endlager will, einen ersten sinnvollen Schritt der Schadensbegrenzung machen: nämlich den baldestmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie einleiten.

Die SoA-Initiativen liegen goldrichtig und sie sind der einzig intellektuell und politisch gangbare Weg aus der Atomfalle.

>top


Program of the IPPNW sponsored European-Japanese Symposium
"Rethinking Nuclear Energy and Democracy after 09/11 2001"

>>Version zum Drucken (pop-up)

26 - 27 April 2002 at the Radisson SAS Hotel, Basel, Switzerland

| Welcome | Willkommen

Program and presentations -

the presentations will be updated as soon as possible
> to download available presentations click the links below

Summary of the Symposium - a presscomment

Morning Session 9h00 - 12h30, 26 April 2002

Opening by Prof. Dr. Andreas Nidecker, MD, Executive Council Member and former President of PSR/IPPNW Switzerland
>Prof. Dr. med.A. Nidecker: Opening Symposium in English (pdf-Download 64 kb)

Greetings by Prof. Dr. Leonhard Burckhardt, Greater City Council of Basel (CH)
>Welcome (pdf download in English 80 kb)

Introduction by Dr. Monika Brodmann, IPPNW Switzerland, Member of the Board of IPPNW-International

1. Part: Environmental and Social Impact / Risk Assessment Procedures

Session Chairs: Prof. Dr. Abraham Béhar, MD, PhD, Co-President of
IPPNW, President of AMFPGN France (French affiliate of IPPNW), and
Dr. Jean-Luc Riond, DVM, PhD, President of PSR / IPPNW Switzerland

Five presentations, 15-20 minutes each

Dr. Angelika Claussen, MD, President of IPPNW Germany
Theory and practice in Germany

Presentation in German (pdf-Download 81kB)

Dr. Tetsunari Iida, Executive Director, Institute for Sustainable Energy
Policies (Japan)
Theory and practice in Japan


Presentation (Power Point-file Download 152 kB)

Mycle Schneider, Executive Director, WISE-Paris and Board Member,
Takagi Fund for Citizen Science (France-Japan)
The Citizen Science Concept - the role of independent and counter expertise

Presentation in English (pdf-Download 98 kB)

John Large, Large and Associates, London (UK)
The aftermath of the US attacks: The end of probabilistic risk analysis?

Presentation in English (pdf-Download 147 kB)
Presentation (Power Point-file Download 4.13 MB)


Dr. Tom Vanden Borre, Nuclear Law Expert, Councillor in the Policy Coordination Unit of the Belgian Prime Minister’s Office
Are nuclear operators liable and insured in case of an act of terrorism on a nuclear facility or shipment

Presentation in English (pdf-Download 163 kB)

 

Afternoon Session 14h30 - 17h30, 26 April 2002

2. Part: Nuclear Policy Decision Making - Possibilities and Barriers for the Various Actors in the Decision Making Process

Session Chairs: Prof. Mitsuhei Murata, Prof. of Comparative Civilizations, former Japanese Ambassador to Switzerland (Japan) and Dr. Martin Walter, MD, Executive Council and former President of PSR / IPPNW Switzerland

Prof M. Murata Opening Part 2 in English (pdf-Download 67 kb)

Four presentations, 15-20 minutes each

Dr. Wolfgang Jeschki, former Executive Director, Directorate for Nuclear
Safety HSK (CH)
Reactor Safety: The role and importance of the nuclear safety authority

Presentation in German (pdf-Download 110kB)
Presentation in English (pdf-Download 84kB)

Tobias Münchmeyer, Nuclear Campaigner, Greenpeace-International (NL-D)
Nuclear policymaking - what role for NGOs?

Pierre Conesa, Director of Prospective and assessment center, French
Ministry of Defence
The role of the militar

Presentation in English (pdf-Download 79 kB)

Dr. Peter Steiner, President of the Committee for the Co-determination of the Nidwaldner People on Nuclear Installations, MNA, Canton Nidwalden (CH)
Of local public consultation and decision making on nuclear issues: The
Nidwalden Case

Presentation in German (pdf-Download 103 kB)

 

Evening Round Table Discussion 18h00 - 20h00, 26 April 2002

Nuclear Energy in a Democratic State - What Role for Decentralized Decision Making?

Introduction by Prof. Dr. Gerhard Roller, Technical College Bingen
Democratic concepts, safety and security in a nuclear world


Presentation in German (pdf-Download 103 kB)

Key note speech by Jean-François Collin, former Director of the Minister’s Office of Dominique Voynet
Who decides: the minister, the top administration or the industry?

Presentation in English (pdf-Download 117kB)
Presentation in French (pdf-Download 89kB)

Moderation:

Mycle Schneider, Executive Director, WISE-Paris and Board Member, Takagi Fund for Citizen Science (France-Japan)

Participants in Round Table:

Olivier Deleuze, Minister of Energy and Sustainable Development, (Belgium)

Jean-François Collin, former Director of the Minister's Office of Dominique Voynet, Environment Ministry France

Kazuyuki Takemoto, farmer, Principal Organizer of the Kashiwazai-Kariwa referendum (Japan)

Rebecca Harms, Chairman of the Green Group, Parliament Lower
Saxony, (Germany)

Dr. Peter Steiner, President of the Committee for the Co-determination of the Nidwaldner People on Nuclear Installations, MNA, Canton Nidwalden (CH)

 

Morning Session 9h00 - 12h30, 27 April 2002

3. Part: Nuclear Risks - Pre- and Post-Event Measures

Session Chairs: Prof. Dr. Michel Fernex, MD and Dr. Arthur Muhl,
DC, Executive Council Members and former Presidents of PSR / IPPNW
Switzerland

Key note speech by David Waller, Deputy Director General, Department of Management, International Atomic Energy Agency, IAEA (Austria)
September 11: Ways and means to protect against Nuclear Terrorism:
An IAEA Perspective

Presentation in English (pdf-Download 102kB)

Five presentations, 15-20 minutes each

Ed Lyman, Scientific Director, Nuclear Control Institute, Washington, USA
Terrorism threat and nuclear power - Recent developments and lessons to be learned

Presentation in English (pdf-Download 93kB)

Dr. Keith Baverstock, MD, Regional Advisor for Public Health and Radiation, World Health Organization, WHO (Finland)
Between iodine prophylaxis and evacuation

Presentation in English (pdf-Download 76 kB)

Dr. Ian Fairlie, Independent Consultant (UK)
Protection from radiation: Uncertainties in radiation doses and risks

Presentation in English (pdf-Download 104 kB)

Hideyuki Ban, Director Citizens' Nuclear Information Center, Tokyo (Japan)
The Tokai-mura accident management

Presentation in English (pdf-Download 1140 kB)

 

Afternoon Session 14h30 - 17h30, 27 April 2002

4. Part: Nuclear Phase Out Policy Implementation

Session Chairs: Dr. Monika Brodmann, MD, International Councillor and former President of PSR / IPPNW Switzerland, Board of Directors IPPNW and John Loretz, Central Office of IPPNW, Boston

Five country case studies, 15-20 minutes each, 10 minutes questions and 30 minutes final discussion

Dr. Klaus Renoldner, MD, President of OMEGA (Austrian affiliate of IPPNW)
Austria: From referendum to constitutional prohibition of nuclear energy

Summary in English (pdf-Download 83 kB)

Rebecca Harms, Chairman of the Green Group, Parliament Lower
Saxony, (Germany)
Germany: The planned phase out

Kazuyuki Takemoto, farmer, Principal Organizer of the Kashiwazai-Kariwa
referendum (Japan)
Japan: From a local referendum to national plutonium phase-out?

Presentation in English (pdf-Download 164 kB)

Dr. Tomas Kåberger, President, Ecotraffic Energy Research, Göteborg (Sweden)
Sweden: The missed phase out

Presentation in English (pdf-Download 139 kB)

Conrad U. Brunner, Member of the Board of Directors, Swiss Agency for
Energy Efficiency (CH)
Switzerland: Democratic decision-making: The case of referenda for a nuclear phase-out

Presentation in English (pdf-Download 98kB)
Slides in English (pdf-Download 176kB)

 

Evening Event, 19h00, 27 April 2002 See below

Other Events before, during and after the Symposium

25. April 2002, 18h00: "Chernobyl: Misinformation?" / "Desinformation in Sachen Tschernobyl?" "Tchernobyl et Contre-Vérités?"
Première of documentary at the "Offene Kirche St. Elisabethen"
(5 minutes walking distance from the SAS Radisson Hotel)
The television producer, Wladimir Tschertkoff, will attend this presentation.

25 April 2002, 19h30 - 21h00: Welcome Drinks and Buffet SAS Radisson Hotel - For all speakers and participants (sponsored by the city of Basel)

26 April 2002, 07h15 - 08h00: Morning Church Service honouring Chernobyl Day at the "Offene Kirche St. Elisabethen"
Pfr. Felix Felix, Dr. Martin Walter, MD, Anne Sibylle Frey

26 April 2002, 18h00 - 20h00: Round Table Discussion "Nuclear Energy in a Democratic State": See program

Evening of 26 April 2002:
Dinner on your own!
(A few seats have been tentatively booked at the restaurant of Hotel
Radisson. Anybody interested to have dinner at the hotel, please indicate
this at the organizers desk until the Friday afternoon break)

27 April 2002 Surprise Evening Event in the Canton Baselland including dinner (sponsored for all participants). Buses leaving 18h30 in front of the hotel SAS Radisson.

28 April 2002 Optional Tour A to the Bernese Alps of Switzerland, including railway trip to "Top of Switzerland" at 3475 meters above sea level (Jungfraujoch)

28 April 2002 Optional Tour B to Zürich, including City Tour and visit of the Kunsthaus Zürich (Comprehensive Retrospective of the painter William Turner)

>top

Pressestimmen zum Symposium

Pressestimmen zum Symposium - Tagesanzeiger vom 29.4.2002

>>Version zum Drucken (pop-up)

Atomkraftwerke sind nicht terrorsicher

Atomanlagen mit ihrem riesigen Schadenspotenzial sind weltweit nicht für Terroranschläge wie am 11. September gerüstet. Die Atomlobby redet deshalb nicht gern darüber.

Von Felix Maise, Basel

"Rethinking Nuclear Energy and Democracy after 09/11" hiess der zweitägige Kongress der internationalen Vereinigung Ärzte für soziale Verantwortung, der am Samstag in Basel zu Ende ging: Der Terroranschlag auf die New Yorker Twin Towers und das Pentagon in Washington hat nicht nur die atomkritische, 1985 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnete Ärzteorganisation aufgeschreckt, sondern auch die politischen Verantwortlichen in den AKW-Standortländern und die Atombranche selber. Nur reden Letztere darüber weniger gerne und öffentlich, als es die Ärztevereinigung in Basel tat.
Denn Atomanlagen mit ihrem gewaltigen Schadenspotenzial sind auf Terroranschläge à la New York und Washington nicht vorbereitet. Das musste in Basel auch der Vertreter der Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) in Wien, David B. Waller, eingestehen. Die IAEA sei derzeit aber daran, entsprechende Massnahmen zu treffen.
Die zwei unabhängigen Nuklear-Sicherheitsexperten am Kongress zeichneten ein sehr viel düstereres Bild als der Wiener Atombeamte. Edwin S. Lyman, wissenschaftlicher Direktor des privaten Nuclear Control Institutes in Washington, wusste über die US-amerikanischen Vorkehrungen nach dem 11. September nicht viel Hoffnungsvolles zu berichten. Zwar habe man in der Atombranche und bei den zuständigen staatlichen Behörden die Brisanz der Ereignisse sofort erkannt, aber angesichts der Schwierigkeiten und Kosten möglicher Gegenmassnahmen das Problem so schnell wie möglich unter den Teppich gekehrt. Als Einziges sei in gewissen Staaten die Bewachung der Anlagen verstärkt worden, aber nicht einmal das überall.

Sellafield ein leichtes Ziel

Zu einem ähnlich kritischen Bild kam auch John H. Large, der mit seiner privaten Nuklear-Sicherheitsfirma private Unternehmen und staatliche Behörden berät, so letzthin etwa Russland und eine holländische Spezialfirma bei der Bergung des russischen Atom-U-Boots "Kursk". Er hat im Auftrag von Greenpeace untersucht, wie sicher die besonders gefährliche britische Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield vor Terroranschlägen wie in New York ist. Large berichtete in Basel über die beunruhigenden Ergebnisse seiner Arbeit, die noch nicht publiziert sind.
Danach könnten sich Terroristen problemlos die Informationen verschaffen, die sie für ein erfolgreiches Attentat auf Sellafield bräuchten. Die meisten Angaben dazu seien auf öffentlich zugänglichen Kanälen zu bekommen. So existierten genaue Pläne der relativ weitläufigen Anlage, aus denen ein optimaler Absturzort eines Flugzeugs zu eruieren wäre. Sämtliche ältere Anlagen seien baulich kaum geschützt, und mit einem voll getankten Passagierjet, der beim Absturz in Flammen aufgehen würde, würden auch die besser geschützten Gebäude kaum sicherer sein, zumal wohl sofort viele von einer externen Stromversorgung abhängige Sicherheitssysteme ausfallen würden.
Sellafield liegt auch geografisch an exponierter Stelle, da zahlreiche Flugrouten nur unweit an der Anlage vorbeiführen. Large errechnete, dass ein entführter Jumbo nur vier bis fünf Minuten bräuchte, um von seiner normalen Route abzuweichen und auf die Atomfabrik von Sellafield abzustürzen.

Auch Schweizer Werke unsicher

Der 11. September stelle die bisher übliche Sicherheitsphilosophie im internationalen AKW-Bau grundsätzlich in Frage. Denn bisher habe man auf Grund von Unfall-Erfahrungswerten die Sicherheitsanforderungen bestimmt. "Seit dem 11. September gibt es jetzt aber einen ganz neuen Faktor, nämlich den bewusst geplanten Absturz. Und damit sind alle probabilistischen Risikoanalysen nichts mehr wert", so Large.
Gegenüber dem "Tages-Anzeiger" äusserte sich der britische Nuklear-Risikomanager auch skeptisch zur Terrorsicherheit der schweizerischen Atomanlagen. Vor einer Woche hatte die Schweizer Atomkontrolle, die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK), vor den Medien gemeldet, die Schweizer AKW seien in diesem Punkt relativ sicher. Er wisse zwar, dass die beiden neueren AKW Gösgen und Leibstadt Flugzeugabstürze in ihre Pläne einbezogen hätten. Dabei betrachte man aber in erster Linie die Gebäudestärke der kritischsten Anlageteile, etwa des Containments direkt um den Reaktorkern, und gehe von kleineren Flugzeugen aus. "Wenn ein voll getanktes Passagierflugzeug der heutigen Grösse aufs Werkgelände stürzt, würden auch schweizerische AKW ausser Kontrolle geraten", ist er überzeugt.

>top

 

Pressestimmen zum Symposium - Basler Zeitung (BAZ) 27.4.2002

>>Version zum Drucken (pop-up)

Atomrisiken nach dem 11. September

Von Markus Lohr

Eben erst hat die "Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen" (HSK) Entwarnung gegeben: Die Betonhüllen um die Schweizer Atomkraftwerke seien sicherer als bisher angenommen und würden auch einem aufprallenden Flugzeug Stand halten, schreibt die HSK in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht. Vom Terror des 11. September geweckte Horrorvorstellungen über die Folgen eines Attentates auf einen Atommeiler verweist die HSK ins Reich der Fantasie.Kein Grund zur Sorge also? Mitnichten. Die Einschätzung der HSK bezieht sich lediglich auf die Betonummantelung von Schweizer Kernkraftwerken, während in Mittel- und Osteuropa dutzende Meiler stehen, die schlechter gesichert sind. Ausserdem teilen keineswegs alle Experten die Zuversicht der HSK. Die Aufsichtsbehörden in Deutschland und Frankreich jedenfalls sehen die Wirksamkeit der Sicherheitsmassnahmen bei einem Flugzeug-Attentat nicht garantiert. Kommt hinzu, dass sich Terroristen auch andere Möglichkeiten ausdenken könnten, das Zerstörungspotenzial von Kernkraftwerken freizusetzen. Wie wenig es braucht, um auf ein AKW-Gelände vorzudringen, hat die Umweltorganisation Greenpeace wiederholt vorgeführt - letztmals am Donnerstag dieser Woche in Zorita, 80 Kilometer östlich von Madrid: Ganze fünf Stunden brauchten dort die Sicherheitsleute, um die Umwelt-Aktivisten wieder von der Reaktorkuppel herunterzuholen.

Symposium in Basel

Dass Atomanlagen Ziel von Terroranschlägen sein könnten, ist nicht neu. Neu ist, dass es seit dem Terrorinferno von New York und Washington ein geschärftes Bewusstsein dafür gibt. Zum Beispiel bei den ÄrztInnen für Soziale Verantwortung und zur Verhütung des Atomkrieges (PSR/IPPNW): Sie haben am Freitag und am Samstag zu einem zweitägigen Symposium nach Basel geladen, um unter dem Eindruck des 11. September über Atomenergie, ihre Risiken und ihre demokratische Kontrolle zu diskutieren. Unter den zahlreichen Referenten sorgte gestern Freitag vor allem der Brite John Large für Aufsehen. Large arbeitete bis 1988 für die britische Atomenergiebehörde, bevor er sich selbstständig machte. Als Fachmann geniesst er internationales Ansehen; nach dem spektakulären Untergang des russischen Atom-U-Bootes "Kursk" im Oktober 2001 leitete er das Expertenteam, das die nuklearen Risiken der Havarie abzuschätzen hatte. Im Gefolge des 11. September hat Large die atomare Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield genauer unter die Lupe genommen - mit beunruhigenden Resultaten: Technisch beschlagene Terroristen können laut Large in öffentlich zugänglichen Dokumenten alle notwendigen Informationen finden, um die Schwachpunkte im Sicherheitsdispositiv von Sellafield zu identifizieren. Die Wiederaufbereitungsanlage, deren Gebäulichkeiten über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren errichtet und erweitert wurden, sei in keiner Weise gegen einen Terrorangriff aus der Luft gewappnet. Und auch mit nachträglichen Massnahmen kann laut Large der Schutz der Anlage nur geringfügig verbessert werden.

Überforderte Sicherheitsleute

Nicht minder beängstigend die Ausführungen von Edwin Lyman, wissenschaftlicher Direktor des Washingtoner Nuclear Control Institute. Bei Scheinattacken durch die US-Aufsichtsbehörden hätten es die Sicherheitsleute in rund der Hälfte der getesteten Atomanlagen nicht geschafft, die Angreifer vom Zugang zu den zentralen Bereichen zu hindern. In den neunziger Jahren hat die US-Atomindustrie laut Lyman die Budgets für Sicherheitsmassnahmen drastisch gekürzt, um den Atomstrom billiger zu machen.Das Fazit eines Rundtischgespräches zum Abschluss des ersten Tages des Basler Symposiums lag am Freitagabend auf der Hand: Die Gefahr eines Terroranschlages ist ein zusätzliches Risiko bei der Nutzung der Atomenergie - und ein zusätzliches Argument für den Ausstieg.

>top

 

Pressestimmen zum Symposium - AMues, Bulletin Nr 63, Juli 2002

>>Version zum Drucken (pop-up)

Gegen Atomkraft - Für Demokratie

Jürg Aerni, AmueS, Aktion Mühleberg stilllegen

Zum 16. Jahrestag der Atom-Katastrophe von Tschernobyl organisierten die ÄrztInnen für soziale Verantwortung PSR/IPPNW in Basel ein zweitägiges internationales Symposium. Die Internationale Atomenergie-Agentur war ebenso vertreten wie der japanische Widerstand gegen die Verwendung von Plutonium-Brennstoff in AKW. Ein Umdenken nach dem Anschlag auf das World Trade Center fordern atomkritische Kreise; die Offiziellen sehen sich kaum gestört...

Erzwingt der hollywoodsche Techno-Anschlag ein Umdenken?
Die Tagung der PSR Schweiz stand unter dem Zeichen "Rethinking nuclear energy and democracy". Damit waren zwei Gedankenstränge gemeint:

Hat sich nach dem "11. September", dem Anschlag auf das World Trade Center, für die wissenschaftliche Beurteilung der Atomtechnologie etwas verändert?

Weit parteilicher war die Problemstellung, auf welche Art demokratische Strukturen Atomtechnologie in Frage stellen und was im wissenschaftlichen Kampf gegen die Atomtechnologie möglich und notwendig ist.

Der "11. September" hat bei den Atomtechnokraten selber (bis jetzt jedenfalls) nichts verändert. Es wurden höchstens organisatorische Massnahmen wie Flugzeugabwehr in Betracht gezogen. Demgegenüber machte die Tagung deutlich, dass die bisherige "Risikophilosophie" nur beschränkte Gültigkeit hat. Wir von AMüs sehen uns von verschiedenen Vorträgen und Voten internationaler Organisationen in unseren Bestrebungen gegenüber den Atombehörden bestätigt:

Fest formulierte technische Regeln über Bauweise, technische Ausrüstungen und materialtechnische Fertigung sind weiterhin notwendig. Regeln müssen auf den entsprechenden internationalen Forschungsergebnissen basieren.

Mit Wahrscheinlichkeitsüberlegungen kann die Unsicherheit der AKW nur begrenzt beurteilt werden. Solche Studien machen mögliche Unfallszenarien und Ausfallraten der einzelnen Schutzmechanismen ausfindig, aber sie berücksichtigen kein "menschliches Versagen", geschweige denn menschliche Zerstörungsabsicht. Zudem unterminiert der oft vorgetragene Grundsatz, dass ein AKW gut ist, wenn eine Katastrophe nur einmal in 10´000 Jahren auftritt, alle Sicherheitsreserven. Denn nicht mehr der technische "Schutz", sondern die Zahlen sollen ausschlaggebend sein.

Schwachstellenanalysen welche die Anfälligkeit von AKW-Einrichtungen auf aktive Zerstörung (Zugänglichkeit, Absicherungen usw.) untersucht, sind dringend nötig. Genau dies verlangen wir von der Aktion Mühleberg stilllegen seit Anfang 2002 von der Überwachungsbehörde HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernkraftwerke).

In diesem technischen Umfeld waren nun die Demokratie und das öffentliche Interesse zu diskutieren.

Scheinheiliges Spiel der Überwacher und Atompromotoren

In seinem Referat war Wolfgang Jeschki (kürzlich pensionierter Chef der schweizerischen Atombehörde HSK) in zwei Dingen bemerkenswert: Er klammerte sich stark an die Rahmenbedingungen von Bundesverfassung und Gesetzgebung, welchen die Behörden "unterworfen" seien. Im Herbst 2003 habe die Bevölkerung wieder die Möglichkeit, sich zu der Verwendung der Atomkraft zu äussern (Initiativen Atom-Ausstieg und MoratoriumPlus). Dies sei durch das Initiativenrecht garantiert. Hier übergab Jeschki die ganze Verantwortung der Bevölkerung - ein Ansatz, welcher vor Demokratie trieft. Die Behörden sind "neutral" und richten sich nur nach dem Volks-Wunsch. - Weiter betonte Jeschki die Befruchtung der Arbeit der Bundesbehörden durch die atomkritischen Organisationen, eine entwaffnend vereinnahmende Haltung. Die Anti-Atom-Bewegung hat schliesslich immer gesagt, dass unsere Aufsässigkeit die Überwacher zu mehr Offenheit gegenüber der Bevölkerung und mehr Massnahmen bei den AKW zwingt. Genau betrachtet wird durch Jeschkis Aussage eine machtpolitische Kategorie ("zwingen") zu einer rein biologischen ("befruchten") heruntergespielt!

Wenn es hart auf hart geht, zum Beispiel bei der Darstellung der "Sicherheit" der AKW gegen Flugzeug-Absturz/Angriff, da sieht Alles schnell anders aus. Da wird der Öffentlichkeit Einiges an Falschinformationen aufgetischt.

Kriterien der Kritikfähigkeit

Spannend wurde die Diskussion um das Vorgehen und die Bedingungen für einen (wissenschaftlichen) Widerstand. Mycle Schneider von WISE Paris (World Information Center on Energy, Paris) präsentierte einige Kernpunkte. Eine widerständige/kritische Wissenschaft hat seiner Meinung nach folgende Bedingungen zu erfüllen:

Unabhängigkeit der ForscherInnen: es darf keinen Interessenskonflikt geben

Eine Position "ausserhalb" des gängigen Atom-Betriebs ist Grundvoraussetzung für Unabhängigkeit und kritische Arbeit.

Konkret muss diese Position durch eine Unabhängigkeit von Industrie usw., aber zugleich auch von Stiftungen und Bewegungen garantiert sein.

Qualifikation

Sowohl auf Konzept-, als auch auf Methodenebene muss eine klar ausgedrückte Linie verfolgt werden, damit eine gültige Qualität der Arbeit garantiert ist.

Diese Qualifikation bürgt für Professionalität und muss sich von (zum Beispiel anti-atomarem) Wunschdenken abheben.

Klare Positionen

Eine gewisse Parteilichkeit kommt in folgenden Ansprüchen zur Geltung: Die Position muss internationalistisch, systemisch (von Strukturen her gedacht) und dynamisch (konkrete Erkenntnis und Kritik sind nicht ewig gültig) sein.

Kollektive Interessen stehen vor den individuellen

Transparenz - Kommunikation - Information: Dies sind unabdingbare Elemente. Auch hier gilt die Unabhängigkeit, denn es braucht eine schonungslose Öffentlichkeit.

Ist eine atomfeindliche wissenschaftliche Bewegung in Sicht?

Diese Thesen stehen in gewissem Gegensatz zu Jeschkis Voten, sind provokativ. Beruhen sie aber nicht - etwas ausgefeilter als bei Jeschki - auf der Vorstellung von Neutralität?

Natürlich wird ein pointierter Standpunkt vertreten - beispielsweise mit dem Ansatz, das Spezifische dem Übergreifenden unterzuordnen, die Umwälzpumpe im Reaktor nicht so wichtig zu nehmen wie die transnationalen Schiebereien im Business innerhalb der Atomkette (Stichwort: Uranmunition und Plutonium-Brennstoff).

Im Rahmen der bürgerlichen Demokratie muss natürlich eine gutachterliche Tätigkeit bei juristischen Verfahren möglichst "unparteilich" vor sich gehen. Befangenheit ist eine Falle, in welche so manche Gerichte die KritikerInnen locken wollen. (Befangenheit ist aber auch schon Atomförderern nachgewiesen worden - mit den Folgen des Ausschlusses aus einem Verfahren). Selbstverständlich muss sich ein Öko-Institut Darmstadt (Verfasser der ersten von Schweizer Behörden unabhängigen Studie zum AKW Mühleberg), welches mit drei Wissenschaftern in offiziellen Gremien vertreten ist, im Rahmen der demokratisch vorgegebenen Spielregeln bewegen. Diese Spielregeln gilt es jedoch immer auszunützen, ja sogar neu zu definieren. - Das ist das so genannte "Demokratie-Spiel", welches auch wir mit unseren ausserparlamentarischen Anträgen und Forderungen durchzuziehen versuchen.

Der Rahmen der Demokratie bekommt mit der Thesen zum Anspruch auf Öffentlichkeit Kontur. Unausgesprochen erhält dieser Punkt subversiven Charakter. Öffentlichkeit sollte in der Demokratie eigentlich selbstverständlich garantiert sein. Ohne diese ist kein Meinungsbildungs-Prozess möglich. Die Forderung ist aber - speziell im Atomstaat - nicht erfüllt. Was ohne Beteiligung der Bevölkerung entschieden und geschoben wird, wird häufig mit dem Argument des Betriebsschutzes und der Gefahrenabwehr hinterzogen. In der Schweiz kommen zudem noch staatliche Spezialitäten der Konkordanz hinzu, wo auf "sub-politischem" Parkett geheim hinter verschlossenen Türen Aushandlungen zwischen KontrahentInnen stattfinden. Die Kultur des Streitens, des Klagerechts, der Anhörung - das alles ist der Schweiz fremd; nicht so in der BRD, in Frankreich, in den USA.

Wie ist wissenschaftliche Entlarvung mit Widerstand zu koppeln?

Demokratie und Wissenschaft: Es ist das grosse Verdienst der Tagung der PSR, diese Verknüpfung angegangen zu haben. Damit ist nämlich der Faden aufgenommen, dass Wissenschaft in einem gesellschaftlichen Umfeld steht, welches sich im Grossen wie im Kleinen immer verändert. Wissenschaft ist nicht neutral.

Trotzdem können wir uns des Eindrucks nicht verwehren, dass mit der kategorischen Forderung nach Unabhängigkeit gemeint ist, dass dies allein und zwingend ein (wissenschaftlich) kritisches Verhalten und die Aufdeckung von Problemen und Widersprüchen zur Folge hat. - Dies gilt sicher für die kritischen Institute, die es schon fast auf der ganzen Welt gibt. Es darf aber nicht vergessen werden, dass die Biografien der GründerInnen dieser Institute immer in Kritik und Kampf begonnen haben. Und dass mit dem Wachstum der Institute diese immer mehr entpolitisiert werden - der radikalen Demokratie "ideologisch" sogar verlustig gehen. Denn "Demokratie" heisst noch immer nicht allein Aufklärung, sondern Kampf, Strategie, Taktik.

Kontrapunkte sind Menschen, die gelebte Wissenschaft verbinden mit gelebtem Widerstand im Dreck der Bauplätze und auf der Widerlichkeit der Strasse. Oder mal erfahren haben, wie das konkret aussieht. "Wissenschaft ist parteilich". Wer auf der Strasse steht, mit den Leuten redet, streitet, hat einen anderen Untersuchungsgegenstand als wer sich nach den Medien oder den wissenschaftspolitischen Karrieren orientiert und dort den Platz garantiert haben will. Wer die Globalisierung und den Kampf dagegen, die bewegenden Momente für ein Existenzrecht analysiert, macht andere Studien zur Atompolitik und -technologie als wer sich nach den Parlamentsdebatten richtet.

Das Elend der zersplitterten Wissenschaft

Die fulminante Rede eines japanischen Bürgermeisters an der PSR-Tagung demonstrierte auf eindrückliche Art, wie Wissen und mutiger Widerstand innerhalb parlamentarischer Rahmenbedingungen plötzlich Türen öffnen können. Formelle Demokratie (nicht ausserparlamentarische), lokale Politik, werden plötzlich zum Motor der Geschichte gegen nationale und supranationale Interessen.

Was ist aber wissenschaftlich zu tun, dass solche Kämpfe nicht als Anekdoten (bestenfalls in Geschichtsbüchern) verschwinden? Warum wurde der (sich innerhalb reiner staats-demokratischer Regeln bewegende) Widerstand am Wellenberg zum aufmüpfigen Referat an die PSR-Tagung gerufen? - Das Symposium hat die Frage nach der Erklärung von Widerstand nicht gestellt. Insofern lässt sie sich nicht beantworten. - Aber eine Wissenschaft, die für Widerstand taugt, müsste zumindest entwerfen können, welche gesellschaftliche Bedeutung (aus Sicht des Kapitals und aus Sicht der Betroffenen) der Atomsektor hat. Es müsste, auf detaillierterer und schwierigerer Ebene, bestimmbar sein, weshalb die Leute in den verschiedenen Gegenden der Schweiz so unterschiedlich auf die Ängste um Risiko, Atommüll und Versorgung reagieren - und das signifikant!

Wissenschaft wäre dann eine theoretische Disziplin, welche aus der aktuellen Situation über Widerstand nachdenkt und zwar im Zusammenhang mit der Atomtechnologie als Technologie und Wissenschaft. Das ist einfacher in der Soziologie als in der Naturwissenschaft. Das war einfacher zur Zeit von Aufständen der Siebziger Jahre als in Zeiten des Stillehaltens. Aber es wäre wünschenswert, wenn sich so etwas entwickeln würde und wir dazu beitragen könnten: nicht nur als Untersuchungsgegenstand, sondern als Beteiligte.

>top


WAA - Atomtransporte und die Verschmutzung der Weltmeere. Die Freisetzung radioaktiver Isotopen bedroht unser Genom und verursacht Krebs. WAA setzt unnötig Isotopen frei.

Genetische Folgeschäden und Krebs verursacht durch das zu Ende gehende Atomzeitalter. Stop it!

Zum Beispiel Todgeburten und Leukaemien
>download pdf (acrobat 4.0) 28 kb

Zum Beispiel Mutationen am Minisatellitengenom:
>mehr

Zum Beispiel Schilddrüsenkrebs
>download pdf (acrobat 4.0) 19 kb

 
    > top  
       
 
| PSR/IPPNW | Engagements | Kommunikation | Agenda | Forum
 
 

Kommunikation: Aktuell | Gelesen | PSR-News | Publikationen | Feedback

 
Diese Website wurde erstellt von David Walter

Grafik by Dr med Alex Bubenhofer