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Presseerklärung
PSR/IPPNW Schweiz vom 26.11.2009 zur Diskussion
über die statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie
Ungenügende statistische Nachweiskraft
für Schweizer Studie zu
Kinderkrebs um Atomkraftwerke ?
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Seit dem 1. Sept. 2008 wird an der Schweizer CANUPIS-Studie
gearbeitet, mit Ergebnissen ist 2011 zu rechnen.
CANUPIS steht für „Childhood Cancer and
Nuclear Power Plants in Switzerland“. Die
Studie prüft, ob Kinder, die in der Nähe
eines der vier Schweizer Atomkraftwerk-Standorte
leben oder aufgewachsen sind, ein erhöhtes
Risiko haben, an Krebs, insbesondere an Leukämie
zu erkranken. Ein solcher Zusammenhang war für
Deutschland mit der im Dezember 2007 veröffentlichten
KiKK-Studie (Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs
in der Umgebung von Kernkraftwerken) eindeutig nachgewiesen
worden.
CANUPIS wurde von der Krebsliga Schweiz (KLS) und
dem schweizerischen Bundesamt für Gesundheit
(BAG) in Auftrag gegeben. An der Finanzierung sind
auch Schweizer Energieunternehmen beteiligt, die
allerdings, um Interessenskonflikte zu vermeiden,
ihre Beiträge an das BAG überweisen müssen.
Die Studie wird ausgeführt vom Institut für
Sozial- und Präventivmedizin (ISPM), Direktor:
Prof. Dr. med. Matthias Egger, in Verbindung mit
dem Schweizer Kinderkrebsregister (SKKR) an der
Universität Bern. Federführend ist die
Leiterin des SKKR, Privatdozentin Dr. C. Kuehni.
Bezüglich des Studiendesigns war KiKK als
„Fall-Kontroll-Studie“ angelegt, d.h.
jedes in der Umgebung eines der 16 deutschen AKW-Standorte
an Krebs erkrankte Kind unter 5 Jahren wurde mit
drei gesunden Kindern gleichen Alters und gleichen
Geschlechts aus der gleichen Region hinsichtlich
der Wohnentfernung zum nächsten AKW-Abluftkamin
verglichen.
In der Schweiz wäre ein solches Design wegen
der zu geringen Zahlen statistisch von vornherein
nicht aussagekräftig gewesen. Deshalb hat man
sich bei CANUPIS für eine gesamtschweizerische
Langzeitstudie, eine sog. „Kohorten-Studie“
entschieden: Alle zwischen 1985 und 2007 geborenen
Schweizer Kinder (nicht nur die bis 5, sondern alle
bis 15-Jährigen) werden erfasst und die Wohnorte
der an Krebs erkrankten Kinder ab Geburt bis zur
Diagnose mit den Wohnorten der gesunden Kinder in
Bezug auf die Entfernung zu einem AKW-Standort verglichen.
Die statistische Nachweiskraft („statistical
power“) der CANUPIS-Studie wird allerdings
bezweifelt: Heute ist im „Schweizer Krebsbulletin“
Nr. 4/2009 ein Letter to the Editor „Sufficient
Statistical Power for CANUPIS ?“ (Ausreichende
statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie?)
von Dr.Claudio Knüsli, Dr.Hagen Scherb und
Dr.Martin Walter zu lesen. Eingehende statistische
Berechnungen veranlassen die Autoren zu dem Schluss,
das Risiko von falsch negativen Studienresultaten
müsse als inakzeptabel hoch eingestuft werden,
falls das Ausmaß des Krebserkrankungsrisikos
in der Umgebung von Atomkraftwerken in der Schweiz
und in Deutschland im ähnlichen Bereich liegt.
Die Verfasser des Letter to the Editor schlagen
deshalb vor, es möge ergänzend untersucht
werden, ob die Resultate der Schweizer Studie von
denjenigen der deutschen KiKK-Studie signifikant
verschieden sind.
In einer Replik widerspricht die CANUPIS-Studienleitung
der Sicht der Verfasser des Letter to the Editor
nicht, möchte die Diskussion aber erst weiterführen,
wenn Resultate vorliegen. Hinsichtlich Powerberechnungen
vor Studienbeginn wird ferner auf das internationale
Expertenteam verwiesen, das die CANUPIS-Studie berät.
IPPNW hat aufmerksam registriert, dass in dieses
„Wissenschaftliche Advisory Board“ (Beratungsgremium)
der CANUPIS-Studie auch Prof. Maria Blettner, Leiterin
des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie
und Informatik (IMBEI) der Universität Mainz,
berufen wurde. Blettner war gemeinsam mit Dr.Peter
Kaatsch vom Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz
federführend bei der KiKK-Studie. Bei der Vorstellung
der Ergebnisse, die eine eindeutige Risikoerhöhung
für Kinderkrebserkrankungen zeigten, fiel sie
durch folgende wissenschaftlich unhaltbare Behauptung
auf: „Aufgrund des aktuellen strahlenbiologischen
und strahlenepidemiologischen Wissens kann die von
deutschen Kernkraftwerken emittierte ionisierende
Strahlung grundsätzlich nicht als Ursache interpretiert
werden“. Die KiKK-Studie hatte nie das Ziel
verfolgt – und dementsprechend nie über
die notwendige Aussagekraft verfügt –
, Radioaktivität als Ursache auszuschliessen.
„Zusätzlich hat Frau Prof. Blettner
die extreme Strahlensensibilität von Embryos,
Feten, Säuglingen und Kleinkindern nicht berücksichtigt;
ferner vertraut sie hinsichtlich des „aktuellen
strahlenbiologischen und strahlenepidemiologischen
Wissens“ auf veraltete Berechnungsmodelle
zur Radionuklidverteilung in der AKW-Umgebung, zur
Inkorporation von Radioisotopen mit Atmung, Essen
und Trinken, zur Verweildauer in verschiedenen Organen,
zu Dosis-Wirkungsbeziehungen etc.“, so der
deutsche IPPNW-Kinderarzt Dr. Winfrid Eisenberg.
„Wenn Frau Prof. Blettner ihren Einfluss nun
auch in der Schweizer Kinderkrebsstudie geltend
macht, muss man sich um die Neutralität der
Ergebnisbewertung sorgen.“
Der Leserbrief, sowie eine Replik der Canupisstudienleitung,
im Schweizer Krebsbulletin findet sich hier:
http://www.ippnw.ch/content/pdf/LetterToTheEditorSKB.pdf
Die Wochenzeitung
(WOZ)
hat dazu recherchiert und sie hat zu diesem Thema
publiziert am 3.12.2009 (Susan Boos)
22. Januar
2009
Ärzte gegen den Atomkrieg: Obama macht Hoffnung
auf atomare Abrüstung |
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Die Schweizer Sektion der Internationalen Ärztinnen
und Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), die 1985 den
Friedensnobelpreis erhielten, sieht in der Antrittsrede
von Präsident Barack Obama erste Anzeichen einer amerikanischen
Initiative zur nuklearen Abrüstung: Der amerikanische
Präsident habe die „Minderung der nuklearen Gefahr“
zu einem von vier Vorrangthemen seiner Außenpolitik
erhoben. Er habe die Zusammenarbeit mit „früheren
Feinden“ zu diesem Zweck versprochen und sich zu Multilateralimus
bekannt. Auch seine klare Aussage, dass militärische
Stärke keine ausreichende Voraussetzung für nationale
Sicherheit sei, deute in diese Richtung.
Nach Auffassung des Präsidenten der Schweizer IPPNW, Dr. Claudio Knüsli, Onkologe, Basel, muss Obamas Rede zusammen mit der Stellungnahme der designierten Außenministerin, Hillary Clinton, gelesen werden. Sie hatte kürzlich in einer Anhörung des Senats ein neues nukleares Abkommen mit Russland, die Ratifizierung des Teststoppvertrags und Verhandlungen über ein Verbot der atomaren Spaltstoffproduktion für Waffenzwecke als vorrangige Schritte bezeichnet. Damit könnte auch die Abrüstungskonferenz in Genf aus ihrer jahrelangen Blockade erlöst werden. „Wir hoffen natürlich“, so Dr. Knüsli, „dass vom amerikanischen Präsidenten, der sich im Wahlkampf zum Ziel einer kernwaffenfreien Welt bekannt hat, in naher Zukunft noch deutlichere Worte und vor allem Taten kommen. Aber dies ist bereits ein Anfang!“
Für die Schweizer IPPNW ÄrztInnen sind dies willkommene
Neuigkeiten: Sie sind mit der Ausrichtung des IPPNW-Weltkongresses
betraut, der im August 2010 in Basel stattfinden wird. Der
Präsident des Organisationskomitees, Prof. Dr. Andreas
Nidecker, Radiologe, Basel, erwartet das „größte
Abrüstungsmeeting der globalen Zivilgesellschaft auf
Schweizer Boden. Obamas Rede lässt hoffen, dass es
ein positives Treffen wird.
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7. Januar 2009
Stop the bloodshed!
IPPNW Statement on the Violence in Gaza and the conflict between Israel and Palestine. |
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We, physicians who have the mission to protect life and promote health, cannot accept the present suffering and bloodshed taking place in Gaza. We urge all parties to immediately take all the necessary steps to achieve an immediate, complete, and stable ceasefire in the Gaza Strip and the South of Israel, and to provide sufficient medical care for all the victims who suffer from severe injuries.
We also call upon you to facilitate the renewal of negotiations for a comprehensive and lasting peace treaty between Israel and the Palestinians, based on the mutual right of both peoples to freedom and security.
IPPNW believes that peace in Palestine and Israel is not possible unless there is an end to illegal occupation of land and the use of force; recognition of legitimate boundaries; and a genuine commitment to non-violent conflict resolution. As physicians from all over the world we cannot in any way accept such indiscriminate and disproportionate use of violence against civilians as we are now witnessing. We therefore urge all parties to support the United Nations in their urgent responsibility to intervene and stop this humanitarian catastrophe, which could also ignite a regional war.
International Physicians for the Prevention of Nuclear War (IPPNW), recipient of the Nobel Peace Prize in 1985, is a non-partisan, global federation of national affiliates in more than 60 countries, including Israel and Palestine, dedicated to research, education, and advocacy relevant to the prevention of all wars. To this end, IPPNW seeks to promote non-violent conflict resolution and to minimise the effects of war. IPPNW has long advocated a peaceful and just resolution of the Israeli-Palestinian conflict and has developed a Medical Roadmap for peace in the Middle East.
For more information, please see http://www.ippnw.org/Events/Past/Regional/Ant2002.html
Helsinki, Moscow, and Stockholm on January 6, 2009
Vappu Taipale Sergey Kolesnikov Ime John
Co-presidents of IPPNW
John Loretz
Program Director
IPPNW
66-70 Union Square, Suite 204
Somerville, MA 02143
Tel: +617 440 1733
Fax: 617-440-1734
www.ippnw.org
International Campaign to Abolish Nuclear Weapons (ICAN)
www.icanw.org
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16. November 2008
US Wahlen und die Globale Nukleare Abrüstung*
von Michael Christ, Geschäftsführer der IPPNW International |
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US Election and Global Nuclear Disarmament
Dear IPPNW Friends,
After eight dark years of neo-con rule, the American people voted for hope and change, backed by global demand for progressive new US leadership. It feels like a new dawn.
The election of President Barack Obama brings newfound hope that the United States will become a champion for peace. During the campaign, President-Elect Obama pledged to end the Iraq war, to restore the rule of law, to close Guantánamo Bay, to reaffirm the Geneva Conventions, to pursue diplomacy, and to respect and participate in the United Nations. Like all US presidents, he has said he supports a strong military, and we may not find ourselves in agreement with everything he proposes. But of special importance to IPPNW is the prospect that the US under President Obama may finally show real leadership a global effort to eliminate nuclear weapons entirely.
On the campaign trail, candidate Obama said, “A world without nuclear weapons is profoundly in America’s interest and the world’s interest. It is our responsibility to make the commitment, and to do the hard work to make this vision a reality.”
We have before us an historic opportunity to set in motion the political forces for a nuclear free world. Indeed, as Ira Helfand has been stressing, Obama’s election presents us with what may be “our last best chance to end the nuclear era.”
This may be our moment. But as Obama himself said during his speech Tuesday night, “This victory alone is not the change we seek – it is only the chance for us to make that change. And that change cannot happen if we go back to the way things were. It cannot happen without you.”
It is you – the doctors, medical students, health workers, and activists who carry the IPPNW baton today – who hold the promise of this moment. Now comes the hard part. While we now have a US president who is sympathetic to what we have to say, we will have to work doubly hard over the next weeks and months to make our voices heard.
We all know that what politicians say on the campaign trail does not always translate into policy once they come to power. The pressure on the new administration to keep nuclear weapons will be strong and relentless. Just look at the most recent government plans to rebuild the country’s nuclear weapons infrastructure, with the goal of ensuring a steady flow of new nuclear warheads for the next 50 to100 years. In fact, the Pentagon still insists that the US will need as many as 4,500 nuclear weapons for the rest of the 21st century!
Our task is to make sure that President Obama makes good on his pledge of US leadership to rid the world of nuclear weapons. And thanks to MAPW and a core group of stalwarts we have a running start – the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons.
We have heard time and time again that nuclear disarmament cannot happen without US leadership and commitment. Such leadership may now be on the horizon, but it requires that we boost our own spirit of activism and cooperation, equal to the historic opportunity at hand. Let us expand our exchange of ideas, strategies, and actions.
Our task is to make sure that President Obama makes good on his pledge of US leadership to rid the world of nuclear weapons. And, thanks to MAPW and a core group of stalwarts, we have a running start – the International Campaign to Abolish Nuclear Weapons.
Inauguration day is on January 20th. Between now and then, the Obama Administration will need to hear from abolitionists in the US and around the world that the elimination of nuclear weapons is our highest priority. IPPNW has concrete plans to promote the Nuclear Weapons Convention—our practical roadmap to a nuclear-weapons-free world—in the United Nations, in the Rudd Commission, in dialogues with decision-makers, and during the months leading up to the 2010 NPT Review. PSR-USA will no doubt be redoubling its own outreach. We must now put the Obama administration at the top of the list of decision makers who will hear from us directly, and through your governments, that we expect a nuclear-weapons-free world to become a reality.
Let us recommit ourselves, now in this moment of historic opportunity, to our own creed: ICAN Abolish Nuclear Weapons!
In Peace,
Michael Christ
Executive Director
P.S. The ICAN Working Group and the IPPNW Executive Committee meet regularly by conference call and will be discussing further IPPNW’s response to the election. Your thoughts about how to make the most of the new opportunities ahead would be most welcomed. John Loretz and I have also had initial conversations with some of our NGO partners about how we might partner with other leading international NGOs and Nobel laureates to send a strong message on and after inauguration day—we’ll keep you posted
Michael Christ
Executive Director
International Physicians for the Prevention of Nuclear War,
1985 Nobel Peace Prize
66-70 Union Square, Suite 204
Somerville, MA 02143 USA
Tel: 617-440-1733, ext. 207
mchrist@ippnw.org
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6. November 2008
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon unterstützt Atomwaffenkonvention |
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IPPNW-Arzt wird internationale Abrüstungskommission beraten
IPPNW-Presseinfo vom 31.10.2008
>link
Die Idee einer "Atomwaffenkonvention" als Wegbereiter für eine atomwaffenfreie Zukunft hat weitere prominente Unterstützung erhalten: Letzte Woche sprach sich UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon für eine Atomwaffenkonvention aus. In seiner Rede bei einer Veranstaltung des "East-West-Institute" am 24. Oktober beschrieb er fünf Schritten zur Abrüstung. U. a. forderte Ki-Moon die Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages (insbesondere die Atomwaffenstaaten) auf, ihre Vertragsverpflichtungen zu erfüllen und Verhandlungen mit dem Ziel der nuklearen Abrüstung aufzunehmen.
Für die nukleare Abrüstung könnten entweder sich wechselseitig verstärkende, bisher separate Instrumente zusammengefasst oder eine Atomwaffenkonvention mit einem starkem Verifikationssystem ausgehandelt werden. Weiter merkte er an, dass er einen entsprechenden Entwurf einer Atomwaffenkonvention, der einen guten Ansatz bieten würde, allen UN-Mitgliedsstaaten zugeschickt hat.
Der Modellentwurf, den Generalsekretär Ban Ki-Moon hier erwähnt, wurde erstmals 1997 von drei Friedensorganisationen herausgegeben und von Costa Rica bei den United Nations eingereicht. Die zweite Auflage erschien 2007 unter dem Titel "Securing Our Survival (SOS)". Ban Ki-Moon ist einer von vielen prominenten Politikern, die eine Atomwaffenkonvention befürworten. Am 1. Juli 2008 wurde eine Erklärung von Europa-Abgeordneten veröffentlicht, in der sie ebenfalls die Atomwaffenkonvention befürworten. Die Erklärung wurde bisher von mehr als 100 MdEPs unterzeichnet. Weitere Unterstützer können Sie auf der Kampagnenhomepage finden: www.icanw.org/prominent-supporters
Die internationale ICAN-Kampagne der IPPNW, die die Schaffung einer Atomwaffenkonvention zum Ziel hat, kann einen weiteren Erfolg verbuchen. Der Vorsitzende der neuen internationalen Kommission für Nichtverbreitung und Abrüstung Gareth Evans hat den australischen IPPNW-Arzt und Leiter der ICAN-Kampagne Professor Dr. Tilman Ruff zum offiziellen Berater ernannt. Die Internationale Kommission wurde vom australischen Premierminister Kevin Rudd im Juni 2008 ins Leben gerufen. Am 21. Oktober traf sich die so genannte "Rudd"-Kommission zum ersten Mal. Gareth Evans ist ehemaliger australischer Außenminister, Leiter der International Crisis Group und Mitglied der WMD-Commission (sog. Blix-Kommission). Ein Video mit einer Aussage zu ICAN von Gareth Evans können Sie unter www.icanw.org/videos finden. Weitere Informationen über die internationale Kommission für Nichtverbreitung und Abrüstung finden Sie unter: www.icnnd.org.
General Klaus Naumann, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses, wurde überraschenderweise ebenfalls Mitglied in der "Rudd"-Kommission. Zurzeit bemüht sich die deutsche IPPNW um einen Gesprächstermin mit General Naumann, um ihn zu bitten, die jüngste Auflage des Modellentwurfs einer Atomwaffenkonvention zu lesen und detailliert zu kommentieren. General Naumann hat 2007 mit anderen ehemaligen Militärs eine Studie mitverfasst, die "präventive" Angriffe mit Atomwaffen befürwortet.
Der Modellentwurf einer Atomwaffenkonvention "Securing Our Survival (SOS)":
www.icanw.org/securing-our-survival
Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 – 69 80 74 14
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3. August 2008
National and Global Leaders Must Stop the US/India Nuclear Trade Deal, Says MPI Chairman |
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July 23, 2008: The proposed U.S.-India nuclear trade deal would critically undermine the Non-Proliferation Treaty and must be stopped, former Canadian Senator Douglas Roche, Chairman of the Middle Powers Initiative, said today.
“MPI calls once again on all relevant governments and international authorities to use their authority to stop the agreement from being reached,” Senator Roche said.
On July 22, Indian Prime Minister Manmohan Singh narrowly survived a no-confidence motion by a vote of 275 to 256 after two days of bitter debate, heckling of the Prime Minister and widespread charges of vote-buying. More than a domestic issue, this vote clears the way for vote on the nuclear deal with the US.
The arrangement, first proposed by President Bush and Prime Minister Singh in 2005, would have India accept safeguards on civilian – but not military – nuclear facilities in return for access to the global market of civilian nuclear fuel and technology. This proposal would reverse a 30-year policy of the United States of restricting nuclear-related exports to India, which has never joined the nuclear Non-Proliferation Treaty (NPT). Should this agreement go through, it will undercut a founding principle of the NPT: the sharing of nuclear technology should be limited to non-nuclear weapon states who have foresworn nuclear weapons by joining the treaty. By striking a special deal with India, the United States is undercutting a primary rationale for non-nuclear weapon states for joining the NPT.
The Middle Powers Initiative insists that this is not merely an agreement that can be struck between the two heads of state. Besides the Indian parliament, the US House and Senate must vote on the deal. Internationally, the International Atomic Energy Agency (IAEA) needs to conclude a special safeguard agreement with India and the Nuclear Suppliers Group (NSG) has to agree to waive rules on nuclear transfers to states without full-scope safeguards. The IAEA Board of Governors meets in August and the NSG meets in September. Afterwards, the proposal goes back to the US Congress.
“All these bodies have a responsibility to refuse to support this ill-conceived proposal. In particular, we call on members of the NSG, which must make this decision unanimously, to reject the deal,” Senator Roche said.
MPI maintains that the United States and India must show absolute commitment to nuclear disarmament and non-proliferation before this agreement can be completed without damaging the NPT. The US and India must sign and ratify the Comprehensive Test Ban Treaty and a verifiable Fissile Materials Cut-off Treaty. In addition, India must make a formal declaration accepting the NPT obligation of good-faith negotiation for the elimination of nuclear weapons.
>http://www.middlepowers.org/index.html
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4. Februar 2008
Nuclearisation
in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive
Action |
2nd Conference
Nuclearisation in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive Action”
Planned for April 2008 - postponed till
2009 or later
>MAIL from Werner Van Gent
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After the success of the conference "Nuclearisation
in Europe and the Middle East - from Threat to Preventive
Action" in March 2007, a wish was expressed from various
participants to hold this conference yearly. The aim was
to provide a forum for opinion makers, where contacts can
be made, new and old ideas can be exchanged and provoked
in a neutral and supportive environment.
After the good experience in 2007, we were convinced that we could realise a 2008 conference.
A call for donations has resulted in an amazing amount of sFr. 8000.-.Also a further sFr. 7000.- are confirmed. (sFr. 4000.- from the canton Tessin and sFr. 3000.- from Novartis). However, further applications for sponsorship, which included a detailed documentation of the 2007 conference, remained without success until after our deadline of Christmas 2007.
According to the decision of our board meeting (November 2007), the 2008 conference is now postponed until 2009. Apparently we didn’t manage to articulate the possible financial benefit to the banks, the groups and the foundations.
However, the ignorance towards the social and economic
coherences between nuclear energy, nuclear weapons is alarming.
To postpone the conference was a hurtful decision. But
- not only for us. See Mail from Werner van Gent.
With our next mail-out we will ask our donors if we can take the donations across to 2009.
Yours Günter Baitsch
MAIL from Werner Van Gent
This is indeed very unpleasant news. Especially as the
connection between Nuclear power stations and non-peaceful
use of nuclear energy should be clear. It doesn' t take
a physics genius to understand that fuel elements can be
transformed relatively easily in their initial stages, and
that leaking fuel elements can provide a population, like
in the Ukraine, with cancer.
I do not know either, what can be done to make the contemporary
society -of which seems to have its brain increasingly switched
off - aware of these problems. For the Tsunami, people spend
umpteen millions, from the threat of miserably dying from
radiation, people close their eyes.
I will be in Basel towards the end of February and maybe we could meet to discuss our ideas.
Kind Regards
Your Werner van Gent
(translation: Mirjam Baitsch)
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9. Dezember 2007
Studie
zu Leukaemie bei AKW's |
Berlin (dpa) - Das Risiko
für Kinder an Leukämie (Blutkrebs)
zu erkranken nimmt nach einer Studie zu, je
näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk
liegt. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung
des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz.
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
ist Auftraggeber der Studie. Bundesumweltminister
Sigmar Gabriel (SPD) kündigte die Überprüfung
der Ergebnisse durch die Strahlenschutzkommission
an.
Ob das erhöhte Krebsrisiko für Kinder
aber tatsächlich durch die Strahlenbelastung
aus einem Kernkraftwerk verursacht wird, steht
laut Bundesumweltministerium und BfS nicht fest.
Die Strahlenbelastung der Bevölkerung müsste
durch den Betrieb der Atomkraftwerke in Deutschland
um mindestens das tausendfache höher sein,
um den beobachteten Anstieg des Krebsrisikos
erklären zu können, erklärte
das Ministerium. Das BfS erklärte, das
Ergebnis könne «nicht plausibel mit
den tatsächlichen Ableitungen aus den Reaktoren
erklärt werden». Allerdings könnten
auch andere mögliche Risikofaktoren, die
im Zusammenhang mit Leukämie bei Kindern
in Betracht zu ziehen seien, «den entfernungsabhängigen
Risikoanstieg derzeit nicht erklären».
Laut der Studie nimmt die Häufigkeit von
Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf
Jahren mit der Nähe zum Reaktorstandort
zu. Im Umkreis von fünf Kilometern um die
deutschen Kernkraftwerke wurde für den
Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 ermittelt,
dass 77 Kinder an Krebs, davon 37 an Leukämie
erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt
wären nach Darstellung der Wissenschaftler
48 Krebs- beziehungsweise 17 Leukämiefälle
zu erwarten gewesen. Nach der Studie treten
somit zusätzlich 1,2 Krebs- beziehungsweise
0,8 Leukämiefälle pro Jahr in der
näheren Umgebung von allen 16 untersuchten
Standorten auf.
Nach Angaben des Ministeriums befasst sich die
Studie ausschließlich mit dem statistischen
Zusammenhang der Entfernung des Wohnorts vom
Standort des Atomkraftwerks. Zu den Ursachen
der erhöhten Krebsraten enthalte die Studie
keine Aussagen. Über die Studie hatte die
«Süddeutsche Zeitung» (Samstag)
zuerst berichtet.
Die Untersuchung wurde von der Mainzer Professorin
Maria Blettner geleitet und von einem vom BfS
eingesetzten zwölfköpfigen Expertengremium
begleitet. Sie umfasste 1 592 an einem Krebs
erkrankte Kinder und 4 735 nicht erkrankte Kinder
als Kontrollgruppe. Untersucht wurden 41 Landkreise
in der Umgebung der 16 Standorte der Kernkraftwerke.
Die neue Studie ist die dritte in einer Reihe
entsprechender Untersuchungen des Kinderkrebsregisters.
Das Ergebnis passt nach Auffassung des BfS zu
ähnlichen Untersuchungen, die weltweit
durchgeführt werden.
Gabriel kündigte an, sein Ministerium werde
nach Prüfung der Ergebnisse über das
weitere Vorgehen entscheiden. Der niedersächsische
SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner forderte
den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie,
sollte die Gesundheitsschädlichkeit von
Atommeilern nachgewiesen werden. «Kommt
eine Studie zu dem Ergebnis, dass Atomkraftwerke
aufgrund ihrer Strahlung gesundheitsschädlich
sind, müssen alle Atommeiler in Deutschland
sofort abgeschaltet werden», sagte der
SPD- Spitzenkandidat bei der Landtagswahl Ende
Januar der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hannover.
Der frühere Umweltminister verwies auch
auf die rätselhaften Leukämie-Fälle
in der Elbmarsch in der Umgebung des Atomkraftwerks
Krümmel und des Forschungskernreaktors
in Geesthacht in Schleswig-Holstein.
Grünen-Chef Reinhard Bütikofer forderte
die beschleunigte Abschaltung der ältesten
Atomkraftwerke. Es seien zwar noch nicht alle
Fragen beantwortet, dennoch handele völlig
verantwortungslos, wer für einen längeren
Betrieb von Atomkraftwerken oder gar den Neubau
eintrete. Der Bund für Umwelt und Naturschutz
Deutschland (BUND) forderte mehr Tempo beim
Atomausstieg.
Quelle: dpa-info.com GmbH
Und in der Schweiz? Kein AKW-Standortkanton
in der Schweiz führt ein Krebsregister.
Im Kanton Solothurn ist die Kinderleukaemieincidenz
gemäss einer Dissertation
von Pierre Morin (pdf 75291 kb)
fast zwei mal höher als im Schweizerischen
Durchschnitt. Die Solothurner Regierung kämpft
im Auftrag des Parlamentes um einen neuen Reaktor,
Gösgen 2.
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4. November 2007
Hilfe für die Kinder von Tschernobyl! |
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Aufruf zur Unterstützung/Erhaltung des Institutes Radioprotection „Belrad“ in Belarus.
Lesen Sie dazu das Schreiben des Vereins „Kinder von Tschernobyl, Belarus“ an den weissrussischen Botschafter, Ambassadeur Viktar Schykh in Paris vom 15. August 2007.
>Version française
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>English version
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pdf [128KB]
Der Verein Kinder von Tschernobyl, Weissrussland sowie PSR / IPPNW Schweiz unterstützen seit Jahren das unabhängige Strahleninstitut Belrad von Prof. V. Nesterenko in Minsk. Belrad organisiert Messungen der radioaktiven Verstrahlung, informiert und führt Strahlenschutzmassnahmen bei der betroffenen Bevölkerung durch. Zum Beispiel wird Pektin, ein Nahrungszusatz aus getrockneten Apfelrückständen, Kindern mit einer hohen Radiocaesium-Belastung während drei Wochen mit dem Essen verabreicht. Pektin ist ein anerkanntes Mittel zur Bekämpfung der Intoxikation durch Schwermetalle (Blei, etc.). Caesium ist ein Schwermetall, das ebenfalls durch Pektin aus dem Körper abgeführt wird. Eine dreiwöchige Pektinkur kostet pro Kind 3-5 Dollar, zuzüglich Kosten für die Strahlenmessungen und Arbeitszeit. Die Caesium 137 Belastung kann dadurch um einen Faktor von 3-5 reduziert werden.
Während des Kalten Krieges in den 60er Jahren, hatten die Russen Pektine entwickelt, um die Soldaten und die Bevölkerung während eines Atomkrieges schützen zu können, da Pektine nicht nur Caesium sondern auch Strontium und Uranderivate wie auch Plutonium aus dem Organismus eliminieren.
Die WHO studierte die Toxikologie von Nahrungszusätzen; die Pektine sind die sichersten Präparate, die man im Tierversuch lebenslang auch während Schwangerschaften ohne Risiken für den Nachwuchs verabreichen durfte. Solche Pektin-Präparate sind bei uns in jedem Lebensmittelgeschäft (zur Herstellung von Konfitüre und Süssigkeiten) erhältlich.
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17. Juli 2007
Debatte über KKW-Sicherheit nach Erdbeben |
17. Juli 2007, 17:45, NZZ Online:
Das bei dem schweren Erdbeben in Zentraljapan beschädigte Atomkraftwerk bleibt auf Weisung der Regierung vorerst abgeschaltet. Nach einem Leck und einem Transformatorbrand wurden weitere Vorfälle bekannt... Der Betreiber Tokyo Electric Power Co. des der Leistung nach weltgrössten Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa gab zunächst am Montag nach anfänglichem Zögern zu, dass neben dem Transformatorbrand 1200 Liter radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gespült wurden.
>zum Artikel
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12.November 2006 (updated 25.02.07)
IPPNW Switzerland cordially invite you to attend a symposium, which will take place this spring, from March 22nd to 25th on beautiful Monte Verità, above Locarno in the Southern Swiss Canton of Ticino. The general topic will be the „Growing nuclearisation of the world“. Specifically we want to discuss, if the time has come to promote Nuclear Weapon Free Zones in Europe and the Middle East, if the IAEA should be strengthened in the control function and mutual respect in political negotiations.
In the past, in (not so) diplomatic exchanges, substantial mistakes were made by powerful countries critical of other proud nations with a long history. Mistakes based on misconceptions, mistrust and lack of respect. On the other hand certain principles, which govern the peaceful coexistence of nations have not been respected by local powers. Hatred here and there, posturing and menaces today increase the chance for military attacks, not only in the Middle East but also on the Korean Peninsula. As predicted, unfortunately global horizontal proliferation has increased the risk for deployment of nuclear weapons. As physicians we have to say: In case of a nuclear war: we cannot help. Prevention of a nuclear war is the only way.
IPPNW in the past has received the Nobel peace prize for successful mediation between the former Sowjet Union and the Western nations. It is hoped, that discussions during the planned symposium again will contribute to a better mutual understanding of the problems. Furthermore we do expect, that the realistic goals of Nuclear Weapon Free Zones in Europe and the Middle East can be defined and necessary political measures and next steps towards such zones be talked about. In this context we consider it a high priority, to discuss openly, honestly and with respect for cultural differences between the participants. Speakers experienced in international diplomacy and knowledgable of the political and security issues in the Middle East and Europe will be present on Friday and Saturday. It is intended to summarize the proceedings of the symposium and make concrete proposals directed to the political decision makers in Europe and the Middle East or other rational citizen in these regions.
We hope to attract people interested in debating the issues of countering nuclear proliferation and of promoting security in a future world without nuclear weapons. We all need to advance the ever so necessary peacework in the Middle East.
Dr. med. Günter Baitsch,
Prof. Dr. med. A. Nidecker,
Dr. med. Claudio Knüsli
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Radioaktive Gesundheitsschäden verjähren
nicht
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Presseerklärung vom 24.4.2006 der Ärztinnen und Ärzte
für Soziale Verantwortung Schweiz zum 20.Jahrestag der Katastrophe
von Tschernobyl
Claudia Bürgler, Geschäftsführerin
PSR/IPPNW Schweiz und
Claudio Knüsli, Präsident PSR/IPPNW Schweiz
Die Explosion des Reaktors im Kernkraftwerk Tschernobyl vom 26.
April 1986 hat die Welt für immer verändert. Mit dem
SuperGAU begann für Millionen Menschen eine neue Zeitrechnung.
Der Wind schickte die todbringende radioaktive Wolke rund um die
Welt. Seither fordert die grösste industrielle Katastrophe
aller Zeiten Jahr für Jahr mehr Opfer in den verstrahlten
Gebieten. In der Ukraine sind weit mehr als 2´500´000
Menschen als Tschernobylopfer anerkannt. In Weissrussland hat sich
die Geburtenrate seit 1986 halbiert und die Todesrate nahm um 50%
zu. Die weiträumige radioaktive Verstrahlung des Bodens führt über
die Nahrungskette nach wie vor zu einer anhaltenden inneren Strahlenbelastung
der Menschen, was insbesondere auch die Kinder krank werden lässt.
Krebs, vor allem des Magendarmtraktes, der Harnwege, der Lunge,
der Brust und der Schilddrüse nehmen massiv zu. Aber auch
Herzkreislaufkrankheiten, Schädigungen der Stoffwechselorgane,
des Nervensystems sowie der Immunabwehr und Missbildungen bei Neugeborenen
häufen sich in beängstigendem Ausmass. Genetische Veränderungen
bei Strahlenopfern lassen für kommende Generationen Schlimmes
befürchten. Selbst bei uns in der scheinbar fernen Schweiz
muss laut Bundesamt für Gesundheit von 200 Tschernobyl-bedingten
Krebstoten ausgegangen werden.
Verheimlichung und Verfälschung durch Regierungsbehörden…
Während die Regierung der ehemaligen Sowjetunion den Menschen
tagelang das Ausmass der Katastrophe zu verschleiern versuchte,
arbeiteten Hunderttausende junge Männer fieberhaft daran,
den brennenden Reaktor zu löschen und mit dem Sarkophag, einer
Betonhülle, zu sichern. Diesen heldenhaften Einsatz bezahlten
die meisten von ihnen mit ihrer Gesundheit oder gar mit ihrem Leben.
Die Bevölkerung der weiträumig verseuchten Gebiete war
ebenso schutz- und informationslos über Wochen und Monate
der Strahlenbelastung ausgesetzt.
…und Zensur der wissenschaftliche Daten zu den Gesundheitsfolgen
durch die IAEA sowie Bevormundung einer schwachen WHO
1986 äusserte Hans Blix, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde,
Wien, „angesichts der Vorzüge der Atomenergie könne
man sich ein Tschernobyl jedes Jahr leisten“. Bereits 1995
verhinderte die IAEA die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse
eines WHO-Kongresses über die Gesundheitsschäden nach
Tschernobyl. Sie bevormundet die Weltgesundheitsorganisation kraft
eines Vertrages von 1959. Dieser verpflichtet die WHO zur Zustimmung
durch die IAEA bei Projekten, die sich Gesundheitsfolgen durch
Radioaktivität widmen. Dieser Vertrag bedarf dringend einer Änderung,
was auch PSR/IPPNW Schweiz seit Jahren fordern. Er schränkt
die WHO in ihrer Handlungsfähigkeit ein. Nicht Strahlenexperten,
sondern Trinkwasserspezialisten der WHO mussten sich mit den Radioaktivitätsfolgen
befassen – statt Schäden am Erbgut wurde Zahnkaries
studiert! Nicht verwunderlich ist auch, dass der WHO-Bericht vom
September 2005 zu den Folgen nach Tschernobyl durch die an der
Verbreitung der Atomenergie interessierte IAEA veröffentlicht
wurde. Dementsprechend nannte er verfälschte und unglaubhaft
niedrige Opferzahlen. Diese verharmlosende Vertuschungsstrategie,
die die Opfer für ihr Unglück selbst verantwortlich macht
und ein zweites Mal zu Opfern werden lässt, ist schärfstens
zu verurteilen.
Von Tschernobyl lernen !
Die Katastrophe lehrt uns, dass ein unbeherrschbarer Unfall in
einem Atomkraftwerk oder ein Terroranschlag auf ein solches jederzeit
möglich ist. Die Folgen sind inakzeptabel. Radioaktive Gesundheitsschäden
verjähren nicht. Eine Laufzeitverlängerung der AKWs
auf 40 Jahre nimmt das Risiko von 1 zu 6 in kauf, dass es in
Europa zu einem erneuten, nicht beherrschbaren nuklearen Unfall
kommt. PSR/IPPNW Schweiz weisen zum 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe
nicht nur auf die Notwendigkeit weiterer Forschung und Aufarbeitung
der Reaktorkatastrophe hin, sondern warnt eindringlich vor den
Gefahren der Atomkraft. Wir appellieren an die Behörden
und die Energiefachleute in der Schweiz, ihre Verantwortung für
eine sichere, atomenergiefreie und zukunftsfähige Energiepolitik
wahrzunehmen.
Claudia Bürgler, Geschäftsführerin Claudio Knüsli,
Präsident
Literatur zur Presseerklärung vom 24.4.2006 der Ärztinnen
und Ärzte für Soziale Verantwortung Schweiz zum 20.Jahrestag
der Katastrophe von Tschernobyl
1. Tschernobyl, Auswirkung auf Umwelt, Gesundheit und Menschenrechte;
Wien, 12.-15.4.1996 Permanentes Völkertribunal und Internat. Ärztekommission
zu Tschernobyl, ISBN 3-00-001500-0 ; p. 171
2. WHO, Effect of Radiation on Human Heredity, Geneva 1957
3. Resolution WorldHealthAssembly 12.40; 28.5.1959
4. Health of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the
Chernobyl Explosion; Bern, 12.11.2005
Download
pdf [157KB]
5. Williams D.; Lessons from Chernobyl; BMJ 2001 Vol 323 p. 643
6. LE SACRIFICE, Film par E.Andreoli et W.Tchertkoff Production
FELDAT Film 2003)
>link
7. ATOMIC LIES, Film by W.Tchertkoff, Production FALO – TSI
2002 (Televisione Svizzera Italiana)
>link
8. Nakajima H.; 20-23 November 1995, WHO Genf: Conférence
Internationale sur les Conséquences de Tchernobyl et d‘autres
Accidents Radiologiques sur la Santé
9. Risikotechnik Atomenergie (IPPNW)
>link
10.Risiko für einen SuperGAU in Europa bei 16 Prozent (IPPNW)
>link
11.Homepage PSR/IPPNW Schweiz
http://
www.ippnw.ch
>top
30.10.05
"First Salzburg Conference on updating Nuclear Law" -
Ein Bericht von Andreas Nidecker (Vorstandsmitglied PSR/IPPNW
Schweiz)
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zum Drucken (pop-up) Vom 20.- 23. Oktober 2005 fand der von der Salzburger Plattform
gegen Atomgefahren (plage) organisierte Kongress statt. Chancen
und Probleme des internationalen und nationalen Atom- und Umweltrechts
wurden von Fachleuten aus der ganzen Welt mit NGOs erörtert.
Bericht von Andreas Nidecker (Vorstandsmitglied PSR/IPPNW Schweiz):
Conference on "Updating International Nuclear Law" in
Salzburg, Oct 20-23, 2005 – Report by A. Nidecker (Exec.
Committee PSR / IPPNW Switzerland) for Vital Signs
Nuclear research and nuclear industry have managed to grow, and
survive, because of highly favourable structures found in international
law and institutions. For this reason PLAGE, the Austrian Plattform
against nuclear dangers, is trying to initiate a process aimed
at the adjustment of international law to the dimensions of nuclear
risks. With the industry presently trying to make a comeback, such
a process appears ever more urgent and long overdue.
At this recent international conference, experts and NGO representatives
debated the topic “Updating International Nuclear Law”.
There was a number of high ranking law professors and practicians
present, including three former winners of the Alternative Nobel
prize. Eastern and Western Europe, the US, South Africa, India,
Argentina, New Zealand and the pacific regions were represented
and the talks and discussions were of high quality. Analyses were
presented of the existing human- and environmental rights situation,
its deficits and also the chances for fighting the industry. The
undersigned was able to attend the conference during one day.
Many presentations on Saturday focussed on experiences made by
the speakers in the course of frequently longtime battles with
the nuclear industry. There were tales of terrible terrestrial
destruction e.g. by the French nuclear authorities COGEMA in former
French uranium mines in the Limousin region but also in the pacific
test sites of the Marshall islands by the US military. Light was
shed on the legal precautions taken by the industry, in order to
avoid or diminish later recompensation payments. Also it was mentioned,
how difficult it can be to obtain the appropriate documents and
to prove that damage has been done. How can the financial amount
of damages be calculated and what are the indirect monetary values
for an intact ecosystem and for rehabilitation measures, was asked.
It was stated, that expert opinions need to be professional, yet
unfortunately many of the experts are in Govt. or industry positions
and therefore biased. Lawyers for the Marshall Island people, at
the time forcefully displaced of their homeland by the US also
spoke of their ongoing fight against their own Government.
Another case were claims by New Zealand and Australia in the Seventies
against France. Based on lack of compensation benefits against
harm due to nuclear fallout, the French eventually had to stop
atmospheric nuclear testing in the South pacific. This decision
had model character for later ruling by the International Court
of Justice. Influential in the above case was the existing rights
of using the high seas. Nowadays similar situations exist as e.g.
between Great Britain and Ireland, due to the contamination of
the sea by Sellafield nuclear waste. Existing treaties have to
be strengthened and are to be respected. Also, jurisdiction has
to consider in all cases, that once irreparable damage has been
done, compensation is no longer possible. This fact needs to be
understood by desicionmakers and are but one of many reasons, why
legal norms and institutions have to be strengthened. The power
of civil societies and the NGOs in this regard is important and
environmental hazards have to be negotiated profoundly today.
On speaker spoke of the renewed interest in nuclear power in
the US and the political present push for legal „streamlining“ of
licencing applications by the industry. Also the US Govt. is subsidizing
the nuclear industry with 6 Billion $ and unfortunately the public
opinion on NP is somewhat shifting due to global warming and peaking
of the oil. In 2002 the programme „Nuclear power 2010“ was
launched, entirely emphasizing the road the American Govt intends
to take re the energy future. Generation IV Nuclear power (NP)
plants are intended to be better, safer and more economical. Due
to the fact, that recyling of nuclear waste is not permitted in
the US, a new waste repository in the Yucca Mountain Nevada has
been or will shortly be taken into use. In the US, in the opinion
of this speaker, little can be done to fight the resurgence of
nuclear power. Liability claims therefore have little chances to
receive compensation.
A speaker from Argentina, winner of the alternative Nobel Prize,
emphasized the need to continuously supply the media with well
researched packs of information and use direct actions to influence
nuclear and nonnuclear regulations in the courts. He advocated
the creation of local, regional, national and continental nuclear
free zones as effective measure in the fight against nuclear weapons
and power. We, the people need to „smell“ opportunities
and ought not to forget, that behind the „media“ there
are always people, and people can be treated politely, informed
and therefore influenced regarding our own concerns.
One member of the Deutsche Bundestag and member exec. Committee
of EUROSOLAR emphasized the need to change the EURATOM treaty and
proposes EURENEW instead of EURATOM. EURATOM is an anachronistic
treaty. Its commission is funnelling huge amounts of Euros into
nuclear fusion and fission research, when it has been recognized,
that indeed nuclear power indeed has been a huge failure. NP is
supplying a mere 5% of electricity to the world markets, despite
of all the massive, decadelong financial support it received by
many Govts. The speaker sees a huge disparity between funding and
research and one – in his opinion – totally flopped
technology. EURATOM treaty should be changed and Renewables should
be funded in the future, but Germany and the strong EU countries
are not likely to change treaty for now. Still, individual countries
could withdraw from the treaty, which in theory is a possibility
to exert influence on it and is future handling. Renewable could
flourish much better, if a framework for their subsidizing would
exist. China may soon become a world leader in renewable energy
implementation, as it is adapting its legislation and favoring
environmental protection and the renewables in the future.
A representative of Austria finally presented the new Austrian
act on third party liability for nuclear damage. Even though Austria
does not have Nuclear power plants, its neighbouring countries
do and therefore put the Austrian population at risk. The legal
framework presented gives several good definitions e.g. as „what
is nuclear damage“ and what may plaintiffs ask for in cases
of nuclear damage. In this new legal document, the NP plant
operator has to prove, that he did not cause radiation damage,
which is
quite the contrary as it is custom in most other countries. Situations
are dealt with, what could legally be done, when NP plants abroad „damage“ Austrian
citizen. Although this new legal act is political, it was accepted
by the Austrian Govt. The Act on third party liability could be
a model for other countries. It tries to put the nuclear industry
at par to other industries, as so far and legally it has been priviledged.
A law professor from the US, former delegate to the Rio Conference
1992 wrote a book: „Defending the Environment: Civil Society
Strategies to enforce International Environmental Law“, Transnational
Publishers, Inc. Ardsley, New York. The author told of the great
hurdles which exist in international litigation against operators
of NP and other plants and the responsible parties in environmental
accidents. She proposes to 1) define clearly the problem: what
has been polluted? Water? Air? Soil? The issue has to be narrowed
down. Who are the responsible actors? 2) Use a forum to publish
the observations and 3) Use credible experts. In the book presented,
a huge list of organisations and individuals, who have been involved
in civil and environmental rights issues and claims is given.
Discussions on Sunday focussed on the right to a safe and healthful
environment and asked, if the human right to environment has
been recognized under international law. Furthermore strategies
for
the future and the role of civil society and NGOs were discussed.
It is the strong belief of the undersigned, that the continued
fight against NP and Nuclear Weapons needs an all out effort
by a great number of different groups of Civil Society and professionals
as Lawyers and Medical Doctors may see a need for future closer
cooperation, to the benefit of our environment and the public
in
many concerned countries and regions.
Infos: www.plage.cc
A.Nidecker, Basel 25.10.05
Prof. Dr. med. A. Nidecker
Vorstand PSR / IPPNW Switzerland c/o
IMAMED Radiologie Nordwest 4058 Basel / Schweiz
Tel. +41 61
686 42 42
andreas.nidecker@imamed.ch; anidecker@bluewin.ch
>top
30.10.05
20 Jahre Tschernobyl – die Strahlenkrankheiten nehmen
unaufhörlich zu.
Film- und Diskussionsabend.
„Atomare Lügen“
Dokumentarfilm von Wladimir Tschertkoff.
Freitag, 11. November 2005, 20.00 Uhr im Kornhausforum in Bern.
Eintritt frei!
Programm
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19.10.05
Friedenstaube radioaktiv verseucht
Zum unglaublichen Fehlentscheid, der IAEA den Nobelfriedenspreis
2005 zu verleihen, verweisen wir auf die Stellungsnahme der IPPNW
Deutschland
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22.09.05
WHO publiziert verharmlosenden Bericht zu den Folgen 20 Jahre nach
Tschernobyl
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Die am 5.9.2005 veröffentlichten Zahlen der WHO* zu den Opfern
nach der Katastrophe von Tschernobyl sind unglaubwürdig und
unverständlich. Die Erklärung findet sich im Vertrag
vom 28.5.1959, der die WHO de facto unter die Kontrolle der IAEA
brachte. Der WHO sind die Hände gebunden: Untersuchungen zu
den Gesundheitsfolgen durch Radioaktivität sowie deren Publikation
müssen von der Internationalen Atomenergieagentur IAEA bewilligt
werden. Die Tatsache, dass die WHO selber erst 5 Jahre nach dem
Super-Gau ihre Untersuchungen in Tschernobyl aufnehmen konnte,
dokumentiert ihre Hilflosigkeit. Dass der aktuelle WHO-Bericht
unter www.iaea.org eingesehen werden muss, macht nur allzu deutlich,
wie sehr selbst die Logistik der obersten Weltgesundheitsbehörde
von der Atomlobby abhängt. PSR/IPPNW Schweiz fordert die Entlassung
der WHO aus der Abhängigkeit der IAEA schon seit Jahren!
Die Zensur durch die IAEA ist leider auf breiter Ebene wirksam.
Nicht nur „Wissenslücken“, sondern auch die aktive
Unterdrückung von wissenschaftlichen Daten ist mitunter Ursache
für die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmass
der Gesundheitsschäden durch den AKW-Unfall. So ist das weissrussische
Krebsregister durchaus eine verlässliche Grundlage zur Dokumentation
der überproportional steigenden Krebsinzidenz in den stark
radioaktiv verstrahlten Gebieten. Die in der Swiss Medical Weekly
(www.smw.ch) bereits im Oktober 2004 publizierte Arbeit von Okeanow
zu diesem Thema wird jedoch im aktuellen WHO-Rapport nicht zitiert.
Ebenso fehlt ein Hinweis auf eine Publikation von Tondell von 2004,
die die Zunahme der Krebshäufigkeit in Nordschweden im Zusammenhang
mit den stark radioaktiven Niederschlägen nach der AKW-Explosion
bringt.
Die Tatsache, dass die mittlere Lebenserwartung der Menschen in
den verstrahlten Gebieten um 10 Jahre zurückgegangen ist,
lässt sich nicht allein auf Panik und Verunsicherung oder
soziale und wirtschaftliche Folgen der AKW-Katastrophe zurückführen.
Ein solcher Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Korrekt
ist, dass es Hunderttausenden von Erwachsenen und Kindern in den
betroffenen Gebieten körperlich und psychisch miserabel geht.
Besonders betroffen sind die sogenannten Liquidatoren – 800
000 Aufräumarbeiter, die die stark verstrahlte AKW-Ruine und
ihre Umgebung grösstenteils ungeschützt dekontaminieren
mussten. Mindestens 100 000 von ihnen - damals junge, gesunde Männer
- sind bereits verstorben, mehr als ein Drittel ist invalid. Für
sie ist es besonders bitter, als Simulanten und nicht als Opfer
einer riesigen humanitären Katastrophe wahrgenommen zu werden.
Bei Liquidatoren wurden in einem hohen Prozentsatz strahlungsbedingte
linksseitige Hirnschäden (bei Rechtshändern) objektiv
mittels EEG (Elektroenzephalographie) und MRT (Magnetresonanztomographie)
nachgewiesen. Zusammen mit den Schäden an Augen, Gehör
und Gleichgewichtsorgan erklärt diese linkshemisphärische
Degeneration zwangslos einen Teil der psychischen Phänomene
wie Antriebslosigkeit und Depression als hirnorganische Strahlenfolgen.
Diese, sowie weitere durch Radioaktivität hervorgerufene Gesundheitsschäden
wie vorzeitige Alterung, Kreislauf -, Krebs- und Stoffwechselerkrankungen
sowie Immunschwäche werden Gegenstand unseres wissenschaftlichen
Symposiums an der Universität Bern vom 12.11.2005 sein.
>
Informationen
und Anmeldung
*Pressemitteilung zum WHO Bericht. Wien (sda/dpa). Der Atomunfall
von Tschernobyl vor knapp 20 Jahren fordert gemäss der Weltgesundheitsorganisation
WHO schätzungsweise 4000 Menschenleben. Die meisten Opfer
seien unter den 1000 Atom-Arbeitern und Katastrophenhelfern zu
beklagen. Diese waren unmittelbar nach dem Atomunfall extrem hoher
radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Bis Mitte dieses Jahres geht
die WHO von 50 Todesfällen aus, die in direktem Zusammenhang
mit Tschernobyl stehen. Dies teilte die UNO-Organisation am Montag
in Wien mit. In ihrem 600 Seiten starken Bericht kommen die UNO-Experten
zu dem Schluss, dass das Unglück «keine schwerwiegenden,
negativen gesundheitlichen Folgen für die übrige Bevölkerung
in der Umgebung der Atomkraftwerke» haben dürfte. Auch
habe man - mit Ausnahme einiger begrenzter Gebiete - «keine
weit reichende, radioaktive Verseuchung festgestellt, die eine
ernste Bedrohung für die menschliche Gesundheit darstellen
würde». Armut und damit verbundene Krankheiten sowie
psychische Erkrankungen würden eine weit grössere Bedrohung
für die örtliche Bevölkerung darstellen als die
Strahlung. Fortdauernde Mythen und falsche Vorstellungen über
die Strahlung hätten zu einem «lähmenden Fatalismus» unter
der Bevölkerung in der Region geführt. Allerdings gehen
die Verfasser des Berichts davon aus, dass von den insgesamt mehr
als 200000 Menschen, die zwischen 1986 und 1987 im schwer verstrahlten
Gebiet arbeiteten, «schätzungsweise 2200 an den Folgen
der Verstrahlung sterben dürften»
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15.08.05
Good News!
Prof. Yuri I. Bandazhevsky ist frei !
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Am 5. August 2005 hat die weissrussische Regierung Prof. Yuri
Bandazhevsky, den ehemaligen Direktor des Medizinischen Institutes
in Gomel, überraschend freigelassen. Bandazhevsky war 2001
zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt worden, nachdem er den Behörden
vorgeworfen hatte, das Ausmass der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl
verschleiert zu haben. „Ich habe das nicht erwartet, und
ich habe nicht drauf gehofft“ sagte Bandazhevksy als er nach
Hause* in die Hauptstadt Minsk zurückkehrte. Bandazhevsky
wurde 1999 festgenommen und zwei Jahre später von einem Militärgericht
wegen angeblicher „Bestechlichkeit“ verurteilt worden.
Zahlreiche Organisationen (auch Amnesty International) haben sich
seit Jahren für seine Freilassung eingesetzt, unter anderen
auch PSR/IPPNW Schweiz.
PSR/IPPNW Schweiz hofft nun, dass er an ihrem Symposium „Health
of Liquidators (Clean-up Workers), 20 Years after the Chernobyl
Explosion“ das am 12. November im Inselspital in Bern stattfindet,
teilnehmen kann.
PSR/IPPNW Schweiz, 10. August 2005
Unterstützungsappell!
Die CRIIRAD: Kommission für unabhängige Forschung und
Information zur Radioaktivität in Frankreich hat eine internationale
Aktion gestartet:
Werden Sie einer der 3'000 Mitbegründer des biomedizinischen
Forschungslabors in Weissrussland! Dieses Labor soll Professor
Bandazhesky und seiner Gattin Galina erlauben, Ihre Forschungen
weiterzubetreiben.
Infos: www.criirad.org
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29.06.05
1'000 Frauen für den Friedensnobelpreis
2005
Bekanntgabe der 1000 Namen
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Bern, 29.6.2005 - 1000 Frauen aus über 150 Ländern
sollen dieses Jahr gemeinsam den berühmten Friedensnobelpreis
erhalten! Die offizielle Nomination wurde im Januar 2005 beim
Nobelkomitee in Oslo deponiert. Ab sofort sind die Namen der
1000 Frauen unter www.1000peacewomen.org öffentlich zugänglich.
Die Zahl 1000 ist ein Symbol, denn die 1000 vorgeschlagenen Frauen
stehen stellvertretend für unzählige Frauen, die sich
weltweit für Frieden und Menschenwürde einsetzen.
Eine der 1000 Frauen ist unser langjähriges, aktives Mitglied
Solange Fernex. Wir gratulieren Ihr und allen anderen ganz herzlich!
PSR/IPPNW Schweiz.
ganze Pressemitteilung des Komitees 1000 Frauen für den
Friedensnobelpreis:
(Download
pdf 108KB)
>top
29.05.05
(updated: 22.09.05)
Health of Liquidators (clean-up workers),
20 Years after the Chernobyl Explosion
International scientific meeting
November 11/12, 2005
Berne / Switzerland
Organized by PSR / IPPNW Switzerland
Programmheft:
(Download
pdf 275KB)
>Online
application
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26.02.05
Strahlenschutz Schweiz gefährdet –
Offener Brief der PSR/IPPNW an das BAG (14. Januar 2005)
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Anlass zum Brief, der auch in der Schweizerischen Ärztezeitung
vom 19.1.05 publiziert wurde, hat die einseitige Zusammensetzung
der Referentenliste des Strahlenschutz-Workshops der KSR (Eidgenössische
Kommission für Strahlenschutz und Überwachung der Radioaktivität)
vom Donnerstag, 27.1.2005 in Bern gegeben. Diese
wissenschaftliche Veranstaltung befasste sich dieses Jahr mit der
Niedrigdosis-Radioaktivität. Deren Relevanz wird international
kontrovers beurteilt, was angesichts der geplanten Revision der
ICRP1990-Richtlinien von grosser Brisanz ist.
PSR/IPPNW Schweiz geht es um eine offene,
transparente und ausgewogene Diskussion dieses Themas,
das aus präventivmedizinischer Sicht von enormer
Tragweite ist, wie die Hintergrundinformationen
des Offenen Briefes dokumentieren. Mit Erleichterung
hat PSR/IPPNW anfangs Januar von einer kritischen
Stellungnahme der KSR zum Entwurf der neuen ICRP-Richtlinien
Kenntnis genommen. Es war der KSR jedoch leider kurzfristig
nicht mehr möglich, zusätzlich unabhängige
Referenten ins bereits feststehende Programm des
Workshops aufzunehmen. Eine Folgeveranstaltung der
PSR/IPPNW mit ausgeglichener Referentenbesetzung
soll Ende dieses Jahres realisiert werden.
Weitere Informationen:
Offener Brief an das BAG vom 14. Januar 2004
(Download
pdf 683KB)
Final Report des KSR-Workshops 2005
(Download
pdf 683KB)
>top
06.11.2004
Rethinking Nuclear Energy and Democracy
after September 11, 2001
>>Version
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Das Buch zum Kongress vom 26. April 2002 ist publiziert!
Der IPPNW Global Watch Report präsentiert eine repräsentative
Auswahl von Referaten, gehalten von Wissenschaftlern, Politikern
und Mitgliedern von NGO`s anlässlich des im Titel erwähnten
PSR/IPPNW-Symposiums in Basel.
Die Auswertungen und Analysen ergeben einen vertieften Einblick bezüglich
aktuellen Sicherheitsstandards von Atomanlagen. Die Kernenergiepolitik von
Japan und einigen europäischen Ländern, bereits erstellte Ausstiegsszenarien
aus der Kernenergie, kommen ebenso zur Sprache wie die Analyse einiger ernster
Unfälle in Tokaimura (Japan) und Tschernobyl (Ukraine).
Gefahrenanalysen veranschaulichen das Problem Flugstrassen und ihre oft erschreckende
Nähe zu grossen Atomanlagen. Die Rolle der Militärs in Beziehung
zur zivilen Kernenergienutzung werden am Beispiel von Frankreich erläutert,
die wichtige Rolle der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) aufgezeigt.
Der vom Symposiumskoordinator Mycle Schneider neu geschriebene Beitrag über
den letzten Stand der Auswirkungen der Tschernobylkatastrophe zeigt, dass die
Symposiumsbeiträge heute aktueller denn je sind.
Publiziert von IPPNW International 2004
90 Seiten, in englischer Sprache, Fr. 15.-- innerhalb der Schweiz
(Europa zuzüglich Portokosten) zu bestellen bei:
PSR/IPPNW Schweiz, sekretariat@ippnw.ch
>top
07.07.2004
Europäische Petition gegen Atomenergie
Renaissance der Atomenergie in Europa verhinderm!
Unter dem Motto "Eine Million Europäer verlangen den Ausstieg
aus der Atomenergie" starten zahlreiche Organisationen aus
ganz Europa am Tschernobyl-Gedenktag (26. April 2004) eine Unterschriftenaktion.
> http://www.ippnw.at/presse/0404-petition-gg-atomenergie.shtm
>top
02.12.2003
Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in
Children (15.2.2003)
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Einzelne Publikationen:
Schaffner Andreas: Chernobyl - opening the pages to scientific
authors from Eastern Europe - Editorial in der Schweizerischen
Medizinischen Wochenschrift
Swiss Med Wkly 2003;133:488-490 -
www.smw.ch
(Download
pdf 86KB)
Dubrova Youri E.: Monitoring of radiation-induced germline mutation
in humans
Swiss Med Wkly 2003;133:474-478 -
www.smw.ch
(Download
pdf 173KB)
Bandazhevsky Y.I.: Chronic Cs-137 incorporation in children’s
organs
Swiss Med Wkly 2003;133:488-490 -
www.smw.ch
(Download
pdf 140KB)
Okeanov A. E., Sosnovskaya E. Y., Priatkina O. P.: A national
cancer registry to assess trends after the Chernobyl accident
Clinical Institute of Radiation Medicine
and Endocrinology Research, Minsk, Belarus
Swiss Med Wkly 2004;134:645–649 · www.smw.ch
(Download
pdf 159KB)
Bandajevsky Y.I., Bandajevskaya G.: Cardiomyopathies au césium
137
Cardinale, Tome XV, No 8, octobre 2003, 40-43
(Download
pdf 399KB)
>top
22.11.2003
Krieg macht krank, auch der im Irak
Ein internationales Team von Ärzten und
Wissenschaftlern der IPPNW forderte heute in London die britische
und die US-Regierung auf, endlich für ein funktionierendes
Gesundheitswesen im Irak zu sorgen und verlässliche Daten über
die Erkrankten, Verletzten und Toten im Irak zu sammeln. Ein Ergebnis
der Studie: Der Gesundheitsstatus der Iraker ist heute schlechter
als vor dem Krieg.
> http://www.ippnw.de/index.php?/s,1,3,47,64/o,article,895/
>top
9.11.2003
Ausstieg aus der Atomkraft
Das Thema Atomkraft ist weiter aktuell. Die deutsche IPPNW führt
im Mai 2004 einen Kongress in Berlin zum Thema Atomzeitalter durch.
Konsultieren Sie die Website in Deutschland
> www.atomkongress.de
>top
SoA-Abstimmungen vom
18.5.2003
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Martin Walter für die IPPNW/PSR/CH
Wir haben verloren. Wir sind enttäuscht. Nicht nur aus gesundheitspolitischen
Gründen waren wir für „2 x Ja“, auch aus Gründen
wirtschaftlicher Vernunft und aus der Hoffnung auf eine positive
gesellschaftspolitische Vision, eine Vision der Entwicklung unserer
demokratischen Institutionen und aus der Hoffnung auf dringende
Innovationen an unserem Industriestandort Schweiz. Uns ist es nicht
gelungen, unsere Mitbürger davon zu überzeugen, dass mit
einer dezentralen Energieproduktion der Weg frei zu machen ist für
unser Ziel, ohne Angst vor einem Atomunfall leben zu können.
Dabei sind die gesundheitlichen Probleme, die aus aus der Atomenergie
resultieren, sowie die Folgen für das Erbgut der Menschen und
aller lebenden Organismen, für uns alle offensichtlich. Wir
verstehen unsere Gegner aus Wirtschaft und Politik nicht. Wer wird
einst die wahren Kosten der Atomtechnologie tragen? Wer wird den
Verlust an Demokratie, den das neue Kernenergiegesetz bringt, verantworten?
Im Lande, das „Demokratie“ bisher als das Label getragen
hat.
Ist Tschernobyl, sind die Leiden der weissrussischen und ukrainischen
Bevölkerung vergessen?
Atomenergie ist ein hoffnungsloser Fall auf der Intensivstation,
einer den man am 18.5 2003 nicht hatte sterben lassen wollen. Die
Schläuche werden ihm gezogen werden! Von der gleichen économiesuisse,
die heute seine Weiterbehandlung hat beschliessen lassen, aber von
den gleichen Exponenten der Wirtschaft also auch, die die Swissair
und andere stolze Schweizer Unternehmen ins Grounding geführt
haben. Ihr, der écomomiesuisse, scheint unsere Bevölkerung
ihr Vertrauen zu schenken. Schade!
So oder so: Ein neues Schweizerisches AKW wird nicht mehr gebaut
werden!
>top
Die Meinung von PSR/IPPNW/CH zum Krieg
gegen den IRAK
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Der unnötige Irak-Krieg – Stellungnahme von PSR/IPPNW-CH
PD Dr. med. vet. Jean-Luc Riond
Trotz unserer Bemühungen und Widerstände, haben wir die
letzten Vorbereitungen für die Führung eines Krieges und
den Einmarsch der US- und UK-Armeen ohne UNO-Mandat im Irak folgen
können. Völkerrechtlich ist dieser Krieg nicht gerechtfertigt.
Die StudentInnen des Fachgebietes Völkerrecht der Universität
Mainz lernen – wie andere StudentInnen auch, dass ein Krieg
ohne Ermächtigung des UNO-Sicherheitsrates rechtswidrig ist.
Die höchst simplifizierte Unterteilung des mächtigsten
Mannes der Welt, George W. Bush, in „böse“ und
„gute“ Staaten stösst auf kein Verständnis.
Die Vereinigten Staaten sind auf die naive Rhetorik des „Westerns“
zurückgefallen. Massenvernichtungswaffen wurden durch die UNO-Inspektoren
im Irak nicht gefunden. Inzwischen ist der Nachbarstaat Iran auf
dem Weg zum Bau einer Atombombe, ohne grosse Aufmerksamkeit der
Weltgemeinschaft auf sich zu ziehen. Nach der Patt-Situation im
Versuch zur Vorbeugung des Krieges, ist jetzt die UNO ausschliesslich
damit beschäftigt, humanitäre Hilfe zu leisten. Um diesbezüglich
nur ein Problem zu erwähnen: Die Nahrungsversorgung wird zusammenbrechen,
und die Wasserversorgung ist für breite Teile der Bevölkerung
nicht mehr gewährleistet. Das internationale Komitee des Roten
Kreuzes (IKRK) wäre mit der Aufgabe der Aufrechterhaltung der
Wasserversorgung während des Krieges beschäftigt. Es ist
dazu nicht fähig. Breite Schichten der verarmten Einheimischen
können sich die nötigen Vorräte an Wasser nicht beschaffen.
Können wir da als Beobachter sitzen? Kann man trotz dieser
auswegslosen Situation lediglich auf einen „Lerneffekt“
der Menschheit hoffen statt zu handeln? Könnte im nächsten
Konflikt, der mit Sicherheit kommen wird, die Diplomatie nicht nur
eine Chance erhalten, sondern diese wahrnehmen und dann auch den
Sieg davontragen?
PSR/IPPNW Schweiz, sowie die Dachorganisation IPPNW/International
setzen sich gegen einen Krieg gegen den Irak ein. Diese Stellungnahme
beruht auf folgenden Argumenten:
Nur eine Resolution des UNO-Sicherheitsrates hat völkerrechtlich
die Legitimation, die Anwendung von Gewalt gegen den Irak sanktionieren.
Mit den völkerrechtlich formulierten Voraussetzungen ist nur
dann ein Krieg gerechtfertigt. Zur Frage der Legalität eines
Krieges haben sich in einem Brief an die Tageszeitung „The
Guardian“ 16 Völkerrechtsprofessoren aus Oxford und Cambridge,
der London School of Economics und der Pariser Sorbonne geäussert
(NZZ Nr. 56, Seite 5; 8-9/03). Sie sind der Ansicht, dass es gegenwärtig
zur Anwendung militärischer Gewalt keine Rechtfertigung unter
internationalem Recht gibt. Die Doktrin der vorsorglichen Selbstverteidigung
(vorbeugender Militärschlag, preemptive strike) gegen einen
hypothetischen künftigen Angriff habe keine Rechtsgrundlage.
Vor einer Militäraktion müsse der Uno-Sicherheitsrat eine
klare Zustimmung ausdrücken. Viele Länder, unter anderem
Frankreich, Deutschland und Russland, haben sich gegen die sofortige
Anwendung von Gewalt eingesetzt. Mehr Zeit sollte für die Uno-Inspektionen
eingeräumt werden. Hinzu kommt, dass der Krieg in der britischen
Öffentlichkeit sehr umstritten ist. Der Schulterschluss zu
den Amerikanern hat Premierminister Tony Blair politisch in seinem
eigenen Land mehr und mehr isoliert. Präsident Bush wird von
einem grossen Teil des US-amerikanischen Volkes unterstützt,
um gegen seine höchst simplifizierte Vorstellung der „Achse
des Bösen“ und der „Schurkenstaaten“ auf
der Suche nach al-Kaida-Mitgliedern oder deren Zellen zu kämpfen.
Der Volkswille, der in Strassendemonstrationen ausgedruckt wurde,
sollte respektiert werden. Am 15. und 16. Februar demonstrierten
Millionen von Menschen in allen fünf Erdteilen gegen den drohenden
Krieg im Irak. In Bern versammelten sich 40'000 Personen. Seither
wurden Antikriegsdemonstrationen regelmässig in der ganzen
Welt gehalten. Am Mittwoch den 5. März zum Beispiel gingen
in der ganzen Schweiz Tausende von Schülern und Schülerinnen
auf die Strassen. Die Bahnhofstrasse in Zürich wurde durch
den Protest der Gymnasialschüler und -schülerinnen teilweise
lahm gelegt. In der indonesischen Hafenstadt Surabaya (Ostjava)
hat am Sonntag, den 9. März 2003 die bisher grösste Kundgebung
gegen einen Irak-Krieg in ganz Südostasien stattgefunden. Zwischen
Mehr als 2 Millionen Menschen nahmen am friedlich verlaufenen Massengebet
teil, zu welchm eine gemässigte muslimische Organisation -
Nahdlatul Ulama (Indonesiens grösste Muslimorganisation) -
aufgerufen hatte.
Der Krieg ist keine Lösung für die Regelung der zahlreichen
Konflikte im Nahen Osten und überhaupt auf der Welt, vor allem
aber für denjenigen der Kurden im Norden des Iraks und für
die Schiiten im Süden des Landes. Die Hoffnungen für die
Schaffung einer Kurden-Nation sind sehr stark. Neue Chancen und
Perspektiven für diese Region können mit anderen Mitteln
als der Gewaltanwendung geschaffenb werden. Die Gründung eines
vollwertigen Palästinensischen Staates, der seinerseits Israels
Existenzrecht und Nachbarschaft anerkennt und respektiert, ist unbedingt
nötig, um Frieden in der Region und der ganzen Welt zu gewährleisten.
Das in Genf von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey initiierte
Expertentreffen über die humanitären Folgen eines Irak-Krieges
erinnert an die verheerenden Konsequenzen eines Krieges im Nahen
Osten für die Bevölkerung und für die Umwelt in deren
Region. Hunderttausende Opfer sind der wahrscheinliche Preis an
Menschenleben für den Krieg und eine gleich hohe Zahl von Flüchtlingen
ist auf der anderen Seite der Grenze zu erwarten. Der Gebrauch von
Munition mit abgereichertem Uran, wie im ersten Golfkrieg und im
Kosovo-Krieg, und von biologischen und chemischen Waffen könnte
den Irak langfristig verschmutzen und gesundheitliche Probleme grössten
Ausmasses auslösen. In den vergangenen Jahren hat die Zahl
der Krebstoten im Südirak extrem stark zugenommen. Die Mögichkeit
eines Zusammenhanges zwischen dem Einsatz von uranhaltigen Geschossen,
welche die alliierten Streitkräfte während des Golfkrieges
im südlichen Irak gebraucht haben, und der stark gestiegenen
Morbiditäts- und Mortalitätsrate ist zu dieser Zeit keineswegs
ausgeschlossen.
Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA)
Mohammed al-Baradei hat keinen Beweis erbringen können, dass
ein Atomwaffenprogramm im Irak aktiv verfolgt worden ist. Die Anschuldigungen
der US beruhen zum Teil auf gefälschten Dokumenten, die behaupteten,
dass der Irak in den letzten Jahren versucht hätte, Uran aus
dem Niger zu beziehen. Wer die Fälschungen angeordnet hat ist
unklar. Viele hatten ein Interesse, den Irak anzuschwärzen.
Vieleicht sogar Herr Bush?
Die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich erwägen
den Einsatz von Atomwaffen als eine Option zur Abwehr irakischer
Angriffe mit Massenvernichtungswaffen. Eine Eskalation der Gewalt
bis zur Anwendung von Atomwaffen ist durchaus möglich. Die
Strategen prüfen den Einsatz taktischer Nuklearwaffen im Irak
in zwei Fällen. Zum einen könnten die USA mit Bunkerbrechern
unterirdische Befestigungsanlagen angreifen, die wirksam gegen herkömmliche
Sprengstoffe geschützt sind. Zum anderen liesse sich unter
Umständen dank Atomwaffen verhindern, dass das Regime in Bagdad
seinerseits Massenvernichtungswaffen gegen amerikanische Soldaten
einsetzt. Nach dem Chemiker Heiner Staub, Chef der Gruppe Abrüstung
im Labor Spiez, der zweimal in den 90er-Jahren bei einer Uno-Inspektion
in Irak war, gibt es keine ernsthafte Bedrohung mit chemischen und
biologischen Waffen aus dem Irak, da die Waffensysteme zum grossen
Teil veraltet und rostig sind.
Der Irak als Ziel und Testfeld? Er dient sicher nicht für
die Erprobung neuer Waffen, wie: unbemannte Flugobjekte, Roboter
und computergesteuerte Aktionen mit virtueller Organisation. All
dies dient nicht den Interessen der Menschheit.
>top
Program of the Symposium:
Health Consequences of "Chernobyl" in Children
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Zentrum für Lehre und Forschung (ZLF) Cantonal Hospital Basel
/ Switzerland Saturday February 15, 2003 (8.30 am to 5 pm)
Organized by
PSR / IPPNW Switzerland
and the
Faculty of Medicine,
University of Basel, Switzerland
PSR / IPPNW Switzerland / Schweiz / Suisse
Physicians for Social Responsibility / International Physicians
for the Prevention of Nuclear War
Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung / zur
Verhütung des Atomkrieges
Médecins pour une Responsabilité Sociale / pour la
Prévention de la Guerre nucléaire
Faculty of Medicine, University of Basel
Medizinische Fakultät der Universität Basel
Faculté de médecine, Université de Bâle
Welcome
| Bienvenue
| Willkommen
Program February 15th, 2003
08h30 Registration
09.00h Morning Session
9h00 M. Fernex: Welcome - Health Consequences of Chernobyl. The
Role of 137Cs
9h10 V. B. Nesterenko: Monitoring of the 137Cs-Accumulation in
Children from the Chernobyl Regions. Efficiency of Existing Radioprotective
Measures
9h30 G. Bandazhevskaya: Radiocaesium and Cardiac Diseases in Children
9h50 Discussion: M. Fernex
10h10 H.J. Müller: Genetic and Hereditary Consequences of
Chernobyl
10h15 Y. E. Dubrova: Monitoring of Radiation-Induced Germline Mutation
in Humans. The Chernobyl Experience
10h35 R. Goncharova: Population Mutagenesis Dynamics in Wild Mammals
Exposed to Chronic Low-Dose Radiation, over more than 20 Generations
10h55 Discussion: H.J. Müller
11h15 Coffee break
11h30 G. I. Lazjuk: Findings from a National Register for Congenital
Malformations
11h50 A. Körblein: Perinatal Mortality in Germany and Congenital
Malformations in Bavaria, after Chernobyl
12h10 Discussion: M. C. Addor
12h30 Lunch in Hospital Cafeteria
13.30h Afternoon Session
13h30 R. Herrmann: Radiation and Tumors
13h35 A. E. Okeanov: A National Cancer Register to Assess Trends
after
an Accident.
13h55 Discussion: C. Knüsli
14h20 Coffee Break
14h35 U.O. Keller: Immunological and Endocrine Disorders in Children
14h40 N. Gres: Radiocontamination and Severity of Infectious Diseases
15h00 E. Eliseeva: Incidence of Different Diseases in Children
in Belarus
15h20 U. Zumsteg: Type I Diabetes Mellitus in Switzerland
15h30 Discussion: U.O. Keller
15h45 G. Holländer: Induction of Autoimmune Mechanisms and
Ionizing Radiation
16h05 T. Vorontsova: Variations of Autoimmune Reactions Intensity
in Children with Diabetes mellitus or Thyroiditis, according to
the Radiocontamination
16h25 Discussion: G. Holländer
16h50 A. Nidecker: Conclusions
17h00 End of Symposium
Adresses of Organizers and Speakers
Organizers
Fernex, Michel, Prof Dr. med (emer.), PSR/IPPNW Schweiz, Postfach
167, CH-4118 Rodersdorf, Switzerland
s.m.fernex@wanadoo.fr
Nidecker, Andreas, Prof. Dr. med., PSR/IPPNW Schweiz, CH-4005 Basel,
Switzerland
andreas.nidecker@imamed.ch
Speakers
Addor Marie-Claude, EUROCAT Registre vaudois, Centre Hospitalier
Universitaire Vaudois
marie-claude.addor@chuv.hospvd.ch
Bandazhevskaya, Galina, Dr. med., Institute for Radioprotection
"Belrad", Charity House, Staroborisovsky-Tract 11, 220114
Minsk, Belarus
Dubrova, Yuri, PhD, Department of Genetics, University of Leicester,
LE1 7RH, United Kingdom
yed2@leicester.ac.uk
Eliseeva, Elena, Dr. med., Children Hospital No 8, Esenina Str.
66 (19-249), 220025 Minsk, Belarus
Gontcharova, Rose, Prof. PhD, Antimutagenesis Laboratory, Institute
of Genetics and Cytology, 27, Akademichnaya St. 220072 Minsk, Belarus
antimut@biobel.bas-net.by
Gres, Nika, Prof. Dr. med., Scientific and Clinical Research, Institute
of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova
str. 23, 22014 Minsk, Belarus
Herrmann, Richard, Prof. Dr.med, Director Onchological Dept, University
Hospital, CH-4032 Basel, Switzerland
herrmann@uhbs.ch
Hollaender, Georg A., Prof. Dr. med., Paediatric Immunology, Department
of Research, Hebelstrasse 20, CH-4031 Basel, Switzerland
georg-a.hollaender@unibas.ch
Keller, Ulrich O., Prof. Dr. med., Endocrinology, Diabetes &
Clinical Nutrition, University Hospital, CH-4031 Basel, Switzerland
ukeller@uhbs.ch
Koerblein, Alfred, PhD, Umweltinstitut Munich, Winzerstrasse 48,
D-80797 Munich, Germany
ak@umweltinstitut.org
Knuesli, Claudio, Dr. med., Oncology, Clara Hospital, CH-Basel,
Switzerland
claudio.knuesli@claraspital.ch
Lazjuk, Gennady, Prof. Dr. med., Department of Genetics, Belarus
Institute for Hereditary Diseases, Orlovskaya 98, 220053 Minsk,
Belarus,
Muller, Hansjakob, Prof. Dr. med., Medical Genetics, UKBB, Dept.
for Clinical Biological Sciences, PO Box, CH-4005 Basel, Switzerland
hansjakob.mueller@unibas.ch
Nesterenko, Wassily B., Prof., Institute for Radioprotection "Belrad",
Charity House, Staroborisovsky-Tract 11, 220114 Minsk, Belarus
nester@hmti.ac.by
Okeanov, A.E., Prof. Dr. med., Scientific and Clinical Research,
Institute of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova
str. 23, 22014 Minsk, Belarus
Vorontsova, Tatiana V., Dr. med., Scientific and Clinical Research,
Institute of Radiation Medicine and Endocrinology (NIKI RMiE), Filimonova
str. 23, 22014 Minsk, Belarus
Zumsteg, Urs, Dr. med., Paediatric Diabetology, University Children's
Hospital, Römergasse 8, PO Box, CH-4005 Basel, Switzerland
urs.zumsteg@unibas.ch
>top
PSR/IPPNW Schweiz fordert eine friedliche
Lösung der Irakkrise
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Die IPPNW veröffentlichte am 12.11.2002 in London und Washington
DC eine britische IPPNW-Studie über die Folgen eines erneuten
Krieges gegen den Irak. Die Autoren der Studie rechnen mit mehreren
hunderttausend Toten als direkte und indirekte Kriegsfolgen. (Bomben,
völliger Zusammenbruch der Infrastruktur).
Unter Völkerrechtlern herrscht Einigkeit, dass ein Angriff
auf den Irak einen eklatanten Bruch des Völkerrechtes darstellt.
Das Recht des Stärkeren, das Gesetz des Dschungels darf zu
keinem Zeitpunkt das Handeln bestimmen.
Die bewusste Inkaufnahme der in der IPPNW-Studie beschriebenen
Folgen, ist ein Kriegsverbrechen. Allen Bemühungen und Fälschungen
zum Trotz gibt es keinerlei Beweise, dass das Regime in Bagdad über
Massenvernichtungswaffen verfügt oder Kontakte zu Al Quaida
unterhält.
Der Diktator im Irak muss mit den Mitteln des Völkerrechtes
in die Schranken gewiesen werden. Gleiches muss für die Bush-Junta
gelten.
PSR/IPPNW Schweiz
Sie finden die oben erwähnte Studie unter:
http://www.medact.org/tbx/pages/sub.cfm?id=556
oder
http://www.ippnw.org/CollateralDamage.html
>top
Das Nein aus Nidwalden
>>Version
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Mit 57.5% der Stimmen hat die Nidwaldner Bevölkerung am
22.9.2002 gegen einen Sondierstollen in den Wellenberg gestimmt!
Dr. med. Martin Walter, CH-2540 Grenchen
Ein Lager für sogenannt schwach- und mittelaktive Atomabfälle
ist heute in weite Ferne gerückt, denn in den Wellenberg wird
es nicht kommen. Es wäre, wenn der Bund es trotzdem noch dorthin
befehlen würde, dies das Ende der Demokratie in der Schweizerischen
Eidgenossenschaft.
Bundesrat Moritz Leuenberger kommentierte den Entscheid des Nidwaldnervolkes
denn auch am Abend im Fernsehen genau in diese Richtung: Es müsse
nun ein totaler, ein totaler Neubeginn gemacht werden!
Was meint er wohl damit? Den Neubeginn der Atomkraft oder den Neubeginn
der Standortsuche?
Das letztere wäre intellektuell gesehen nicht weniger falsch
als das erste. Es gibt nämlich keine Lösung für das
Entsorgungsproblem in Sachen AKW, es gibt einzig und allein Schadensbegrenzung.
Es muss jetzt also, Herr BR Leuenberger, nicht schon wieder ein
falscher Anfang, sondern endlich, endlich ein gutes - oder das bestmögliche
- Ende gemacht werden!
BR Moritz Leuenberger und seine Kollegen Politiker sollten diese
Sache jetzt doch einmal - vielleicht auch zusammen mit Frau SR Christine
Beerli von der VERA - tiefer bedenken. Weil es keine Lösung
für das Atommüllproblem gibt, sollten sie, wenn die Schweizer
Bevölkerung kein Endlager will, einen ersten sinnvollen Schritt
der Schadensbegrenzung machen: nämlich den baldestmöglichen
Ausstieg aus der Kernenergie einleiten.
Die SoA-Initiativen liegen goldrichtig und sie sind der einzig
intellektuell und politisch gangbare Weg aus der Atomfalle.
>top
Program of the IPPNW sponsored European-Japanese
Symposium
"Rethinking Nuclear Energy and Democracy after 09/11 2001"
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26 - 27 April 2002 at the Radisson SAS Hotel, Basel, Switzerland
| Welcome
| Willkommen
Program and presentations -
the presentations will be updated as soon as possible
> to download available presentations click the links below
Morning Session 9h00 - 12h30, 26 April 2002
Opening by Prof. Dr. Andreas Nidecker, MD, Executive
Council Member and former President of PSR/IPPNW Switzerland
>Prof.
Dr. med.A. Nidecker: Opening Symposium in English (pdf-Download
64 kb)
Greetings by Prof. Dr. Leonhard Burckhardt, Greater
City Council of Basel (CH)
>Welcome (pdf download
in English 80 kb)
Introduction by Dr. Monika Brodmann, IPPNW Switzerland,
Member of the Board of IPPNW-International
1. Part: Environmental and Social Impact / Risk Assessment Procedures
Session Chairs: Prof. Dr. Abraham Béhar, MD, PhD, Co-President
of
IPPNW, President of AMFPGN France (French affiliate of IPPNW), and
Dr. Jean-Luc Riond, DVM, PhD, President of PSR / IPPNW Switzerland
Five presentations, 15-20 minutes each
Dr. Angelika Claussen, MD, President of IPPNW Germany
Theory and practice in Germany
Presentation
in German (pdf-Download 81kB)
Dr. Tetsunari Iida, Executive Director, Institute for Sustainable
Energy
Policies (Japan)
Theory and practice in Japan
Presentation
(Power Point-file Download 152 kB)
Mycle Schneider, Executive Director, WISE-Paris and Board Member,
Takagi Fund for Citizen Science (France-Japan)
The Citizen Science Concept - the role of independent and counter
expertise
Presentation
in English (pdf-Download 98 kB)
John Large, Large and Associates, London (UK)
The aftermath of the US attacks: The end of probabilistic risk analysis?
Presentation
in English (pdf-Download 147 kB)
Presentation
(Power Point-file Download 4.13 MB)
Dr. Tom Vanden Borre, Nuclear Law Expert, Councillor in the Policy
Coordination Unit of the Belgian Prime Minister’s Office
Are nuclear operators liable and insured in case of an act of terrorism
on a nuclear facility or shipment
Presentation
in English (pdf-Download 163 kB)
Afternoon Session 14h30 - 17h30, 26 April 2002
2. Part: Nuclear Policy Decision Making - Possibilities and Barriers
for the Various Actors in the Decision Making Process
Session Chairs: Prof. Mitsuhei Murata, Prof. of Comparative Civilizations,
former Japanese Ambassador to Switzerland (Japan) and Dr. Martin
Walter, MD, Executive Council and former President of PSR / IPPNW
Switzerland
Prof
M. Murata Opening Part 2 in English (pdf-Download 67 kb)
Four presentations, 15-20 minutes each
Dr. Wolfgang Jeschki, former Executive Director, Directorate for
Nuclear
Safety HSK (CH)
Reactor Safety: The role and importance of the nuclear safety authority
Presentation
in German (pdf-Download 110kB)
Presentation
in English (pdf-Download 84kB)
Tobias Münchmeyer, Nuclear Campaigner, Greenpeace-International
(NL-D)
Nuclear policymaking - what role for NGOs?
Pierre Conesa, Director of Prospective and assessment center, French
Ministry of Defence
The role of the militar
Presentation
in English (pdf-Download 79 kB)
Dr. Peter Steiner, President of the Committee for the Co-determination
of the Nidwaldner People on Nuclear Installations, MNA, Canton Nidwalden
(CH)
Of local public consultation and decision making on nuclear issues:
The
Nidwalden Case
Presentation
in German (pdf-Download 103 kB)
Evening Round Table Discussion 18h00 - 20h00, 26 April 2002
Nuclear Energy in a Democratic State - What Role for Decentralized
Decision Making?
Introduction by Prof. Dr. Gerhard Roller, Technical College Bingen
Democratic concepts, safety and security in a nuclear world
Presentation in German (pdf-Download 103 kB)
Key note speech by Jean-François Collin, former Director
of the Minister’s Office of Dominique Voynet
Who decides: the minister, the top administration or the industry?
Presentation
in English (pdf-Download 117kB)
Presentation
in French (pdf-Download 89kB)
Moderation:
Mycle Schneider, Executive Director, WISE-Paris
and Board Member, Takagi Fund for Citizen Science (France-Japan)
Participants in Round Table:
Olivier Deleuze, Minister of Energy and Sustainable
Development, (Belgium)
Jean-François Collin, former Director of
the Minister's Office of Dominique Voynet, Environment Ministry
France
Kazuyuki Takemoto, farmer, Principal Organizer
of the Kashiwazai-Kariwa referendum (Japan)
Rebecca Harms, Chairman of the Green Group, Parliament
Lower
Saxony, (Germany)
Dr. Peter Steiner, President of the Committee
for the Co-determination of the Nidwaldner People on Nuclear Installations,
MNA, Canton Nidwalden (CH)
Morning Session 9h00 - 12h30, 27 April 2002
3. Part: Nuclear Risks - Pre- and Post-Event Measures
Session Chairs: Prof. Dr. Michel Fernex, MD and Dr. Arthur Muhl,
DC, Executive Council Members and former Presidents of PSR / IPPNW
Switzerland
Key note speech by David Waller, Deputy Director General,
Department of Management, International Atomic Energy Agency, IAEA
(Austria)
September 11: Ways and means to protect against Nuclear Terrorism:
An IAEA Perspective
Presentation
in English (pdf-Download 102kB)
Five presentations, 15-20 minutes each
Ed Lyman, Scientific Director, Nuclear Control Institute, Washington,
USA
Terrorism threat and nuclear power - Recent developments and lessons
to be learned
Presentation
in English (pdf-Download 93kB)
Dr. Keith Baverstock, MD, Regional Advisor for Public Health and
Radiation, World Health Organization, WHO (Finland)
Between iodine prophylaxis and evacuation
Presentation
in English (pdf-Download 76 kB)
Dr. Ian Fairlie, Independent Consultant (UK)
Protection from radiation: Uncertainties in radiation doses and
risks
Presentation
in English (pdf-Download 104 kB)
Hideyuki Ban, Director Citizens' Nuclear Information Center, Tokyo
(Japan)
The Tokai-mura accident management
Presentation
in English (pdf-Download 1140 kB)
Afternoon Session 14h30 - 17h30, 27 April 2002
4. Part: Nuclear Phase Out Policy Implementation
Session Chairs: Dr. Monika Brodmann, MD, International Councillor
and former President of PSR / IPPNW Switzerland, Board of Directors
IPPNW and John Loretz, Central Office of IPPNW, Boston
Five country case studies, 15-20 minutes each, 10 minutes questions
and 30 minutes final discussion
Dr. Klaus Renoldner, MD, President of OMEGA (Austrian affiliate
of IPPNW)
Austria: From referendum to constitutional prohibition of nuclear
energy
Summary
in English (pdf-Download 83 kB)
Rebecca Harms, Chairman of the Green Group, Parliament Lower
Saxony, (Germany)
Germany: The planned phase out
Kazuyuki Takemoto, farmer, Principal Organizer of the Kashiwazai-Kariwa
referendum (Japan)
Japan: From a local referendum to national plutonium phase-out?
Presentation
in English (pdf-Download 164 kB)
Dr. Tomas Kåberger, President, Ecotraffic Energy Research,
Göteborg (Sweden)
Sweden: The missed phase out
Presentation
in English (pdf-Download 139 kB)
Conrad U. Brunner, Member of the Board of Directors, Swiss Agency
for
Energy Efficiency (CH)
Switzerland: Democratic decision-making: The case of referenda for
a nuclear phase-out
Presentation
in English (pdf-Download 98kB)
Slides
in English (pdf-Download 176kB)
Evening Event, 19h00, 27 April 2002 See below
Other Events before, during and after the Symposium
25. April 2002, 18h00: "Chernobyl: Misinformation?"
/ "Desinformation in Sachen Tschernobyl?" "Tchernobyl
et Contre-Vérités?"
Première of documentary at the "Offene Kirche St. Elisabethen"
(5 minutes walking distance from the SAS Radisson Hotel)
The television producer, Wladimir Tschertkoff, will attend this
presentation.
25 April 2002, 19h30 - 21h00: Welcome Drinks and
Buffet SAS Radisson Hotel - For all speakers and participants (sponsored
by the city of Basel)
26 April 2002, 07h15 - 08h00: Morning Church Service
honouring Chernobyl Day at the "Offene Kirche St. Elisabethen"
Pfr. Felix Felix, Dr. Martin Walter, MD, Anne Sibylle Frey
26 April 2002, 18h00 - 20h00: Round Table Discussion
"Nuclear Energy in a Democratic State": See program
Evening of 26 April 2002:
Dinner on your own!
(A few seats have been tentatively booked at the restaurant of Hotel
Radisson. Anybody interested to have dinner at the hotel, please
indicate
this at the organizers desk until the Friday afternoon break)
27 April 2002 Surprise Evening Event in the Canton
Baselland including dinner (sponsored for all participants). Buses
leaving 18h30 in front of the hotel SAS Radisson.
28 April 2002 Optional Tour A to the Bernese Alps
of Switzerland, including railway trip to "Top of Switzerland"
at 3475 meters above sea level (Jungfraujoch)
28 April 2002 Optional Tour B to Zürich,
including City Tour and visit of the Kunsthaus Zürich (Comprehensive
Retrospective of the painter William Turner)
>top
Pressestimmen zum Symposium
Pressestimmen zum Symposium
- Tagesanzeiger vom 29.4.2002
>>Version
zum Drucken (pop-up)
Atomkraftwerke sind nicht terrorsicher
Atomanlagen mit ihrem riesigen Schadenspotenzial sind weltweit
nicht für Terroranschläge wie am 11. September gerüstet.
Die Atomlobby redet deshalb nicht gern darüber.
Von Felix Maise, Basel
"Rethinking Nuclear Energy and Democracy after 09/11"
hiess der zweitägige Kongress der internationalen Vereinigung
Ärzte für soziale Verantwortung, der am Samstag in Basel
zu Ende ging: Der Terroranschlag auf die New Yorker Twin Towers
und das Pentagon in Washington hat nicht nur die atomkritische,
1985 mit dem Friedens-Nobelpreis ausgezeichnete Ärzteorganisation
aufgeschreckt, sondern auch die politischen Verantwortlichen in
den AKW-Standortländern und die Atombranche selber. Nur reden
Letztere darüber weniger gerne und öffentlich, als es
die Ärztevereinigung in Basel tat.
Denn Atomanlagen mit ihrem gewaltigen Schadenspotenzial sind auf
Terroranschläge à la New York und Washington nicht vorbereitet.
Das musste in Basel auch der Vertreter der Internationalen Atomenergie-Agentur
(IAEA) in Wien, David B. Waller, eingestehen. Die IAEA sei derzeit
aber daran, entsprechende Massnahmen zu treffen.
Die zwei unabhängigen Nuklear-Sicherheitsexperten am Kongress
zeichneten ein sehr viel düstereres Bild als der Wiener Atombeamte.
Edwin S. Lyman, wissenschaftlicher Direktor des privaten Nuclear
Control Institutes in Washington, wusste über die US-amerikanischen
Vorkehrungen nach dem 11. September nicht viel Hoffnungsvolles zu
berichten. Zwar habe man in der Atombranche und bei den zuständigen
staatlichen Behörden die Brisanz der Ereignisse sofort erkannt,
aber angesichts der Schwierigkeiten und Kosten möglicher Gegenmassnahmen
das Problem so schnell wie möglich unter den Teppich gekehrt.
Als Einziges sei in gewissen Staaten die Bewachung der Anlagen verstärkt
worden, aber nicht einmal das überall.
Sellafield ein leichtes Ziel
Zu einem ähnlich kritischen Bild kam auch John H. Large, der
mit seiner privaten Nuklear-Sicherheitsfirma private Unternehmen
und staatliche Behörden berät, so letzthin etwa Russland
und eine holländische Spezialfirma bei der Bergung des russischen
Atom-U-Boots "Kursk". Er hat im Auftrag von Greenpeace
untersucht, wie sicher die besonders gefährliche britische
Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield vor Terroranschlägen
wie in New York ist. Large berichtete in Basel über die beunruhigenden
Ergebnisse seiner Arbeit, die noch nicht publiziert sind.
Danach könnten sich Terroristen problemlos die Informationen
verschaffen, die sie für ein erfolgreiches Attentat auf Sellafield
bräuchten. Die meisten Angaben dazu seien auf öffentlich
zugänglichen Kanälen zu bekommen. So existierten genaue
Pläne der relativ weitläufigen Anlage, aus denen ein optimaler
Absturzort eines Flugzeugs zu eruieren wäre. Sämtliche
ältere Anlagen seien baulich kaum geschützt, und mit einem
voll getankten Passagierjet, der beim Absturz in Flammen aufgehen
würde, würden auch die besser geschützten Gebäude
kaum sicherer sein, zumal wohl sofort viele von einer externen Stromversorgung
abhängige Sicherheitssysteme ausfallen würden.
Sellafield liegt auch geografisch an exponierter Stelle, da zahlreiche
Flugrouten nur unweit an der Anlage vorbeiführen. Large errechnete,
dass ein entführter Jumbo nur vier bis fünf Minuten bräuchte,
um von seiner normalen Route abzuweichen und auf die Atomfabrik
von Sellafield abzustürzen.
Auch Schweizer Werke unsicher
Der 11. September stelle die bisher übliche Sicherheitsphilosophie
im internationalen AKW-Bau grundsätzlich in Frage. Denn bisher
habe man auf Grund von Unfall-Erfahrungswerten die Sicherheitsanforderungen
bestimmt. "Seit dem 11. September gibt es jetzt aber einen
ganz neuen Faktor, nämlich den bewusst geplanten Absturz. Und
damit sind alle probabilistischen Risikoanalysen nichts mehr wert",
so Large.
Gegenüber dem "Tages-Anzeiger" äusserte sich
der britische Nuklear-Risikomanager auch skeptisch zur Terrorsicherheit
der schweizerischen Atomanlagen. Vor einer Woche hatte die Schweizer
Atomkontrolle, die Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen
(HSK), vor den Medien gemeldet, die Schweizer AKW seien in diesem
Punkt relativ sicher. Er wisse zwar, dass die beiden neueren AKW
Gösgen und Leibstadt Flugzeugabstürze in ihre Pläne
einbezogen hätten. Dabei betrachte man aber in erster Linie
die Gebäudestärke der kritischsten Anlageteile, etwa des
Containments direkt um den Reaktorkern, und gehe von kleineren Flugzeugen
aus. "Wenn ein voll getanktes Passagierflugzeug der heutigen
Grösse aufs Werkgelände stürzt, würden auch
schweizerische AKW ausser Kontrolle geraten", ist er überzeugt.
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Pressestimmen zum Symposium - Basler
Zeitung (BAZ) 27.4.2002
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Atomrisiken nach dem 11. September
Von Markus Lohr
Eben erst hat die "Hauptabteilung für die Sicherheit
der Kernanlagen" (HSK) Entwarnung gegeben: Die Betonhüllen
um die Schweizer Atomkraftwerke seien sicherer als bisher angenommen
und würden auch einem aufprallenden Flugzeug Stand halten,
schreibt die HSK in ihrem am Montag veröffentlichten Jahresbericht.
Vom Terror des 11. September geweckte Horrorvorstellungen über
die Folgen eines Attentates auf einen Atommeiler verweist die HSK
ins Reich der Fantasie.Kein Grund zur Sorge also? Mitnichten. Die
Einschätzung der HSK bezieht sich lediglich auf die Betonummantelung
von Schweizer Kernkraftwerken, während in Mittel- und Osteuropa
dutzende Meiler stehen, die schlechter gesichert sind. Ausserdem
teilen keineswegs alle Experten die Zuversicht der HSK. Die Aufsichtsbehörden
in Deutschland und Frankreich jedenfalls sehen die Wirksamkeit der
Sicherheitsmassnahmen bei einem Flugzeug-Attentat nicht garantiert.
Kommt hinzu, dass sich Terroristen auch andere Möglichkeiten
ausdenken könnten, das Zerstörungspotenzial von Kernkraftwerken
freizusetzen. Wie wenig es braucht, um auf ein AKW-Gelände
vorzudringen, hat die Umweltorganisation Greenpeace wiederholt vorgeführt
- letztmals am Donnerstag dieser Woche in Zorita, 80 Kilometer östlich
von Madrid: Ganze fünf Stunden brauchten dort die Sicherheitsleute,
um die Umwelt-Aktivisten wieder von der Reaktorkuppel herunterzuholen.
Symposium in Basel
Dass Atomanlagen Ziel von Terroranschlägen sein könnten,
ist nicht neu. Neu ist, dass es seit dem Terrorinferno von New York
und Washington ein geschärftes Bewusstsein dafür gibt.
Zum Beispiel bei den ÄrztInnen für Soziale Verantwortung
und zur Verhütung des Atomkrieges (PSR/IPPNW): Sie haben am
Freitag und am Samstag zu einem zweitägigen Symposium nach
Basel geladen, um unter dem Eindruck des 11. September über
Atomenergie, ihre Risiken und ihre demokratische Kontrolle zu diskutieren.
Unter den zahlreichen Referenten sorgte gestern Freitag vor allem
der Brite John Large für Aufsehen. Large arbeitete bis 1988
für die britische Atomenergiebehörde, bevor er sich selbstständig
machte. Als Fachmann geniesst er internationales Ansehen; nach dem
spektakulären Untergang des russischen Atom-U-Bootes "Kursk"
im Oktober 2001 leitete er das Expertenteam, das die nuklearen Risiken
der Havarie abzuschätzen hatte. Im Gefolge des 11. September
hat Large die atomare Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield genauer
unter die Lupe genommen - mit beunruhigenden Resultaten: Technisch
beschlagene Terroristen können laut Large in öffentlich
zugänglichen Dokumenten alle notwendigen Informationen finden,
um die Schwachpunkte im Sicherheitsdispositiv von Sellafield zu
identifizieren. Die Wiederaufbereitungsanlage, deren Gebäulichkeiten
über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren errichtet und erweitert
wurden, sei in keiner Weise gegen einen Terrorangriff aus der Luft
gewappnet. Und auch mit nachträglichen Massnahmen kann laut
Large der Schutz der Anlage nur geringfügig verbessert werden.
Überforderte Sicherheitsleute
Nicht minder beängstigend die Ausführungen von Edwin
Lyman, wissenschaftlicher Direktor des Washingtoner Nuclear Control
Institute. Bei Scheinattacken durch die US-Aufsichtsbehörden
hätten es die Sicherheitsleute in rund der Hälfte der
getesteten Atomanlagen nicht geschafft, die Angreifer vom Zugang
zu den zentralen Bereichen zu hindern. In den neunziger Jahren hat
die US-Atomindustrie laut Lyman die Budgets für Sicherheitsmassnahmen
drastisch gekürzt, um den Atomstrom billiger zu machen.Das
Fazit eines Rundtischgespräches zum Abschluss des ersten Tages
des Basler Symposiums lag am Freitagabend auf der Hand: Die Gefahr
eines Terroranschlages ist ein zusätzliches Risiko bei der
Nutzung der Atomenergie - und ein zusätzliches Argument für
den Ausstieg.
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Pressestimmen zum Symposium - AMues, Bulletin
Nr 63, Juli 2002
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Gegen Atomkraft - Für Demokratie
Jürg Aerni, AmueS, Aktion Mühleberg stilllegen
Zum 16. Jahrestag der Atom-Katastrophe von Tschernobyl organisierten
die ÄrztInnen für soziale Verantwortung PSR/IPPNW in Basel
ein zweitägiges internationales Symposium. Die Internationale
Atomenergie-Agentur war ebenso vertreten wie der japanische Widerstand
gegen die Verwendung von Plutonium-Brennstoff in AKW. Ein Umdenken
nach dem Anschlag auf das World Trade Center fordern atomkritische
Kreise; die Offiziellen sehen sich kaum gestört...
Erzwingt der hollywoodsche Techno-Anschlag ein Umdenken?
Die Tagung der PSR Schweiz stand unter dem Zeichen "Rethinking
nuclear energy and democracy". Damit waren zwei Gedankenstränge
gemeint:
Hat sich nach dem "11. September", dem Anschlag auf das
World Trade Center, für die wissenschaftliche Beurteilung der
Atomtechnologie etwas verändert?
Weit parteilicher war die Problemstellung, auf welche Art demokratische
Strukturen Atomtechnologie in Frage stellen und was im wissenschaftlichen
Kampf gegen die Atomtechnologie möglich und notwendig ist.
Der "11. September" hat bei den Atomtechnokraten selber
(bis jetzt jedenfalls) nichts verändert. Es wurden höchstens
organisatorische Massnahmen wie Flugzeugabwehr in Betracht gezogen.
Demgegenüber machte die Tagung deutlich, dass die bisherige
"Risikophilosophie" nur beschränkte Gültigkeit
hat. Wir von AMüs sehen uns von verschiedenen Vorträgen
und Voten internationaler Organisationen in unseren Bestrebungen
gegenüber den Atombehörden bestätigt:
Fest formulierte technische Regeln über Bauweise, technische
Ausrüstungen und materialtechnische Fertigung sind weiterhin
notwendig. Regeln müssen auf den entsprechenden internationalen
Forschungsergebnissen basieren.
Mit Wahrscheinlichkeitsüberlegungen kann die Unsicherheit
der AKW nur begrenzt beurteilt werden. Solche Studien machen mögliche
Unfallszenarien und Ausfallraten der einzelnen Schutzmechanismen
ausfindig, aber sie berücksichtigen kein "menschliches
Versagen", geschweige denn menschliche Zerstörungsabsicht.
Zudem unterminiert der oft vorgetragene Grundsatz, dass ein AKW
gut ist, wenn eine Katastrophe nur einmal in 10´000 Jahren
auftritt, alle Sicherheitsreserven. Denn nicht mehr der technische
"Schutz", sondern die Zahlen sollen ausschlaggebend sein.
Schwachstellenanalysen welche die Anfälligkeit von AKW-Einrichtungen
auf aktive Zerstörung (Zugänglichkeit, Absicherungen usw.)
untersucht, sind dringend nötig. Genau dies verlangen wir von
der Aktion Mühleberg stilllegen seit Anfang 2002 von der Überwachungsbehörde
HSK (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernkraftwerke).
In diesem technischen Umfeld waren nun die Demokratie und das öffentliche
Interesse zu diskutieren.
Scheinheiliges Spiel der Überwacher und Atompromotoren
In seinem Referat war Wolfgang Jeschki (kürzlich pensionierter
Chef der schweizerischen Atombehörde HSK) in zwei Dingen bemerkenswert:
Er klammerte sich stark an die Rahmenbedingungen von Bundesverfassung
und Gesetzgebung, welchen die Behörden "unterworfen"
seien. Im Herbst 2003 habe die Bevölkerung wieder die Möglichkeit,
sich zu der Verwendung der Atomkraft zu äussern (Initiativen
Atom-Ausstieg und MoratoriumPlus). Dies sei durch das Initiativenrecht
garantiert. Hier übergab Jeschki die ganze Verantwortung der
Bevölkerung - ein Ansatz, welcher vor Demokratie trieft. Die
Behörden sind "neutral" und richten sich nur nach
dem Volks-Wunsch. - Weiter betonte Jeschki die Befruchtung der Arbeit
der Bundesbehörden durch die atomkritischen Organisationen,
eine entwaffnend vereinnahmende Haltung. Die Anti-Atom-Bewegung
hat schliesslich immer gesagt, dass unsere Aufsässigkeit die
Überwacher zu mehr Offenheit gegenüber der Bevölkerung
und mehr Massnahmen bei den AKW zwingt. Genau betrachtet wird durch
Jeschkis Aussage eine machtpolitische Kategorie ("zwingen")
zu einer rein biologischen ("befruchten") heruntergespielt!
Wenn es hart auf hart geht, zum Beispiel bei der Darstellung der
"Sicherheit" der AKW gegen Flugzeug-Absturz/Angriff, da
sieht Alles schnell anders aus. Da wird der Öffentlichkeit
Einiges an Falschinformationen aufgetischt.
Kriterien der Kritikfähigkeit
Spannend wurde die Diskussion um das Vorgehen und die Bedingungen
für einen (wissenschaftlichen) Widerstand. Mycle Schneider
von WISE Paris (World Information Center on Energy, Paris) präsentierte
einige Kernpunkte. Eine widerständige/kritische Wissenschaft
hat seiner Meinung nach folgende Bedingungen zu erfüllen:
Unabhängigkeit der ForscherInnen: es darf keinen Interessenskonflikt
geben
Eine Position "ausserhalb" des gängigen Atom-Betriebs
ist Grundvoraussetzung für Unabhängigkeit und kritische
Arbeit.
Konkret muss diese Position durch eine Unabhängigkeit von
Industrie usw., aber zugleich auch von Stiftungen und Bewegungen
garantiert sein.
Qualifikation
Sowohl auf Konzept-, als auch auf Methodenebene muss eine klar
ausgedrückte Linie verfolgt werden, damit eine gültige
Qualität der Arbeit garantiert ist.
Diese Qualifikation bürgt für Professionalität und
muss sich von (zum Beispiel anti-atomarem) Wunschdenken abheben.
Klare Positionen
Eine gewisse Parteilichkeit kommt in folgenden Ansprüchen
zur Geltung: Die Position muss internationalistisch, systemisch
(von Strukturen her gedacht) und dynamisch (konkrete Erkenntnis
und Kritik sind nicht ewig gültig) sein.
Kollektive Interessen stehen vor den individuellen
Transparenz - Kommunikation - Information: Dies sind unabdingbare
Elemente. Auch hier gilt die Unabhängigkeit, denn es braucht
eine schonungslose Öffentlichkeit.
Ist eine atomfeindliche wissenschaftliche Bewegung in Sicht?
Diese Thesen stehen in gewissem Gegensatz zu Jeschkis Voten, sind
provokativ. Beruhen sie aber nicht - etwas ausgefeilter als bei
Jeschki - auf der Vorstellung von Neutralität?
Natürlich wird ein pointierter Standpunkt vertreten - beispielsweise
mit dem Ansatz, das Spezifische dem Übergreifenden unterzuordnen,
die Umwälzpumpe im Reaktor nicht so wichtig zu nehmen wie die
transnationalen Schiebereien im Business innerhalb der Atomkette
(Stichwort: Uranmunition und Plutonium-Brennstoff).
Im Rahmen der bürgerlichen Demokratie muss natürlich
eine gutachterliche Tätigkeit bei juristischen Verfahren möglichst
"unparteilich" vor sich gehen. Befangenheit ist eine Falle,
in welche so manche Gerichte die KritikerInnen locken wollen. (Befangenheit
ist aber auch schon Atomförderern nachgewiesen worden - mit
den Folgen des Ausschlusses aus einem Verfahren). Selbstverständlich
muss sich ein Öko-Institut Darmstadt (Verfasser der ersten
von Schweizer Behörden unabhängigen Studie zum AKW Mühleberg),
welches mit drei Wissenschaftern in offiziellen Gremien vertreten
ist, im Rahmen der demokratisch vorgegebenen Spielregeln bewegen.
Diese Spielregeln gilt es jedoch immer auszunützen, ja sogar
neu zu definieren. - Das ist das so genannte "Demokratie-Spiel",
welches auch wir mit unseren ausserparlamentarischen Anträgen
und Forderungen durchzuziehen versuchen.
Der Rahmen der Demokratie bekommt mit der Thesen zum Anspruch auf
Öffentlichkeit Kontur. Unausgesprochen erhält dieser Punkt
subversiven Charakter. Öffentlichkeit sollte in der Demokratie
eigentlich selbstverständlich garantiert sein. Ohne diese ist
kein Meinungsbildungs-Prozess möglich. Die Forderung ist aber
- speziell im Atomstaat - nicht erfüllt. Was ohne Beteiligung
der Bevölkerung entschieden und geschoben wird, wird häufig
mit dem Argument des Betriebsschutzes und der Gefahrenabwehr hinterzogen.
In der Schweiz kommen zudem noch staatliche Spezialitäten der
Konkordanz hinzu, wo auf "sub-politischem" Parkett geheim
hinter verschlossenen Türen Aushandlungen zwischen KontrahentInnen
stattfinden. Die Kultur des Streitens, des Klagerechts, der Anhörung
- das alles ist der Schweiz fremd; nicht so in der BRD, in Frankreich,
in den USA.
Wie ist wissenschaftliche Entlarvung mit Widerstand zu koppeln?
Demokratie und Wissenschaft: Es ist das grosse Verdienst der Tagung
der PSR, diese Verknüpfung angegangen zu haben. Damit ist nämlich
der Faden aufgenommen, dass Wissenschaft in einem gesellschaftlichen
Umfeld steht, welches sich im Grossen wie im Kleinen immer verändert.
Wissenschaft ist nicht neutral.
Trotzdem können wir uns des Eindrucks nicht verwehren, dass
mit der kategorischen Forderung nach Unabhängigkeit gemeint
ist, dass dies allein und zwingend ein (wissenschaftlich) kritisches
Verhalten und die Aufdeckung von Problemen und Widersprüchen
zur Folge hat. - Dies gilt sicher für die kritischen Institute,
die es schon fast auf der ganzen Welt gibt. Es darf aber nicht vergessen
werden, dass die Biografien der GründerInnen dieser Institute
immer in Kritik und Kampf begonnen haben. Und dass mit dem Wachstum
der Institute diese immer mehr entpolitisiert werden - der radikalen
Demokratie "ideologisch" sogar verlustig gehen. Denn "Demokratie"
heisst noch immer nicht allein Aufklärung, sondern Kampf, Strategie,
Taktik.
Kontrapunkte sind Menschen, die gelebte Wissenschaft verbinden
mit gelebtem Widerstand im Dreck der Bauplätze und auf der
Widerlichkeit der Strasse. Oder mal erfahren haben, wie das konkret
aussieht. "Wissenschaft ist parteilich". Wer auf der Strasse
steht, mit den Leuten redet, streitet, hat einen anderen Untersuchungsgegenstand
als wer sich nach den Medien oder den wissenschaftspolitischen Karrieren
orientiert und dort den Platz garantiert haben will. Wer die Globalisierung
und den Kampf dagegen, die bewegenden Momente für ein Existenzrecht
analysiert, macht andere Studien zur Atompolitik und -technologie
als wer sich nach den Parlamentsdebatten richtet.
Das Elend der zersplitterten Wissenschaft
Die fulminante Rede eines japanischen Bürgermeisters an der
PSR-Tagung demonstrierte auf eindrückliche Art, wie Wissen
und mutiger Widerstand innerhalb parlamentarischer Rahmenbedingungen
plötzlich Türen öffnen können. Formelle Demokratie
(nicht ausserparlamentarische), lokale Politik, werden plötzlich
zum Motor der Geschichte gegen nationale und supranationale Interessen.
Was ist aber wissenschaftlich zu tun, dass solche Kämpfe nicht
als Anekdoten (bestenfalls in Geschichtsbüchern) verschwinden?
Warum wurde der (sich innerhalb reiner staats-demokratischer Regeln
bewegende) Widerstand am Wellenberg zum aufmüpfigen Referat
an die PSR-Tagung gerufen? - Das Symposium hat die Frage nach der
Erklärung von Widerstand nicht gestellt. Insofern lässt
sie sich nicht beantworten. - Aber eine Wissenschaft, die für
Widerstand taugt, müsste zumindest entwerfen können, welche
gesellschaftliche Bedeutung (aus Sicht des Kapitals und aus Sicht
der Betroffenen) der Atomsektor hat. Es müsste, auf detaillierterer
und schwierigerer Ebene, bestimmbar sein, weshalb die Leute in den
verschiedenen Gegenden der Schweiz so unterschiedlich auf die Ängste
um Risiko, Atommüll und Versorgung reagieren - und das signifikant!
Wissenschaft wäre dann eine theoretische Disziplin, welche
aus der aktuellen Situation über Widerstand nachdenkt und zwar
im Zusammenhang mit der Atomtechnologie als Technologie und Wissenschaft.
Das ist einfacher in der Soziologie als in der Naturwissenschaft.
Das war einfacher zur Zeit von Aufständen der Siebziger Jahre
als in Zeiten des Stillehaltens. Aber es wäre wünschenswert,
wenn sich so etwas entwickeln würde und wir dazu beitragen
könnten: nicht nur als Untersuchungsgegenstand, sondern als
Beteiligte.
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WAA - Atomtransporte und die Verschmutzung der
Weltmeere. Die Freisetzung radioaktiver Isotopen bedroht unser Genom
und verursacht Krebs. WAA setzt unnötig Isotopen frei.
Genetische Folgeschäden und Krebs verursacht durch das zu
Ende gehende Atomzeitalter. Stop it!
Zum Beispiel Todgeburten und Leukaemien
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Zum Beispiel Mutationen am Minisatellitengenom:
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Zum Beispiel Schilddrüsenkrebs
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