Abstimmungen vom
18. Mai 2003 - SoA und MoratoriumPlus
Wir haben verloren. Wir sind enttäuscht.
Nicht nur aus gesundheitspolitischen Gründen waren wir für
„2 x Ja“, auch aus Gründen wirtschaftlicher Vernunft
und aus der Hoffnung auf eine positive gesellschaftspolitische
Vision, eine Vision der Entwicklung unserer demokratischen Institutionen
und aus der Hoffnung auf dringende Innovationen an unserem Industriestandort
Schweiz. Uns ist es nicht gelungen, unsere Mitbürger davon
zu überzeugen, dass mit einer dezentralen Energieproduktion
der Weg frei zu machen ist für unser Ziel, ohne Angst vor
einem Atomunfall leben zu können. Dabei sind die gesundheitlichen
Probleme, die aus aus der Atomenergie resultieren, sowie die Folgen
für das Erbgut der Menschen und aller lebenden Organismen,
für uns alle offensichtlich. Wir verstehen unsere Gegner
aus Wirtschaft und Politik nicht. Wer wird einst die wahren Kosten
der Atomtechnologie tragen? Wer wird den Verlust an Demokratie,
den das neue Kernenergiegesetz bringt, verantworten? Im Lande,
das „Demokratie“ bisher als das Label getragen
hat.
Ist
Tschernobyl, sind die Leiden der weissrussischen und ukrainischen
Bevölkerung vergessen?
Atomenergie ist ein hoffnungsloser Fall
auf der Intensivstation, ein Patient den man am 18.5.2003 nicht
hatte sterben lassen wollen. Die Schläuche werden ihm gezogen
werden! Von der gleichen économiesuisse, die heute seine
Weiterbehandlung hat beschliessen lassen, aber von den gleichen
Exponenten der Wirtschaft also auch, die die Swissair und andere
stolze Schweizer Unternehmen ins Grounding geführt haben.
Ihr, der écomomiesuisse, scheint unsere Bevölkerung
ihr Vertrauen zu schenken. Schade!
Allen, die die SoA-Initiativen unterstützt
haben danken wir an dieser Stelle von Herzen, allen die Mtglieder
des Nationalen Aerztekomitees waren, die uns mental und finanziell
unterstützt haben, aber auch allen, die für unsere Anliegen
ihre Stimme in die Urne gelegt haben.
So oder so: Ein neues Schweizerisches AKW
wird nicht mehr gebaut werden!
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Dr. med. Martin
Walter
für die IPPNW/PSR/CH
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Dr. med. Bernhard Aufdereggen
für die AerztInnen für Umweltschutz |
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