Argumente gegen Atomenergie
Atomkraft ?
Für Gesundheit gefährlich - Strahlenschutz
ungenügend
Ein grosser Kernschmelzunfall würde die Schweiz
als gesellschaftliches und staatliches Gebilde zerstören.
Jede Nuklearanlage setzt - auch im Normalbetrieb - Radioaktivität
frei. Die Risiken kleiner Strahlendosen sind ungenügend erforscht,
der Wissensstand über das Ausmass somatischer und genetischer
Schäden, die ein AKW im Normalbetrieb oder ein Endlager verursachen,
ist dürftig. Internationale StrahlenexpertInnen mussten ihre
Risikoabschätzungen in den letzten 20 Jahren massiv nach
oben revidieren. Das Krebsrisiko wird heute um mindestens einen
Faktor 10 höher eingestuft als Ende der 60-er Jahre. Es braucht
also weit weniger Strahlung, um Krebs zu verursachen als früher
angenommen.
In der Umgebung vieler Atomkraftwerke sind Leukaemien bei Kindern
häufiger als in Durchschnittspopulationen. Epidemiologische
Beweise für einen causalen Zusammenhang mit der Atomkraft
fehlen zwar, doch sind die publizierten Studien indikativ für
einen Zusammenhang Atomkraft - kindliche Leukaemie .
In der Umgebung der Wiederaufbereitungsanlage von Sellafield
findet sich eine erhöhte Rate von Leukaemien bei Kindern
und Totgeburten. Das Risiko des Kindstodes in utero ist dosiswirkungsabhängig
von der Strahlendosis, die der Kindsvater in der Anlage von Sellafield
als Arbeiter vor der Zeugung akkumuliert hat.
In der Gegend von La Hague ist die Leukaemieincidenz der Kinder
erhöht und korreliert mit ihrer Aufenthaltsdauer an den Meerestränden
und mit dem Konsum von Meerfisch aus den heimatlichen Gewässern.
Mutationen im Minisatellitengenom von Kindern, deren Väter
als Liquidatoren in Tschernobyl gearbeitet haben, sind massiv
häufiger (Faktor 7), verglichen mit ihren von deren vor dem
Einsatz in Tschernobyl (noch unbestrahlten) Vätern gezeugten
Geschwistern.
Was wissen wir über gesundheitliche Schäden
aus dem Normalbetrieb der Schweizerischen AKW's ?
Nichts!
In der Schweiz ist kein flächendeckendes Krebsregister und
kein Missbildungsregister vorhanden. Beschämend für
unser reiches Land, denn exakte Folgen und Kosten umweltgefährdender
Anlagen und eine vorausschauende Gesundheitspolitik werden verunmöglicht.
Neue Generation "inhaerent sichere Reaktoren"
inexistent
Bei genauer Betrachtung erweisen sich die propagierten fortgeschrittenen
Nuklearsysteme als blosse Fantasiegebäude und wissenschaftlich
gespenstisch anmutende Gebilde. Eine Literaturstudie des Schweizerischen
Wissenschaftsrates hat sich mit den so genannten fortgeschrittenen
Nuklearsystemen befasst. Alle in der Studie betrachteten Systeme
weisen Entwicklungshorizonte von zehn bis fünfzig Jahren
auf oder können vermutlich gar nicht zur Anwendungsreife
gebracht werden. Einzig greifbar ist ein europäischer Druckwasserreaktor,
der den alten Reaktoren, die heute in Betrieb sind, stark ähnelt,
also nicht als fortgeschrittenes System gelten kann. Eine Kernschmelze
ist auch bei diesem Reaktortyp möglich, wenn auch die Sicherheit
höher sein soll als bei den laufenden AKW.
Wiederaufbereitung unsinnig - Transportbehälter
verseucht
Die Vorfälle der letzten Jahre sprechen eine deutliche Sprache
über den desolaten Zustand des Systems, abgebrannte Brennelemente
wiederaufzubereiten: Transportbehälter (u.a. Castor-Behälter),
welche den abgebrannten Brennstoff befördern sind des öfteren
an der Oberfläche kontaminiert unterwegs, was nicht nur Bahnangestellte
und PolizistInnen sondern auch die Bevölkerung entlang der
Transportwege gefährdet. Kinderleukämien um die Anlage
von La Hague und Todgeburten und kindliche Tumoren um die Anlage
von Sellafield sind deutliche Zeichen der erhöhten Strahlung
im Umkreis von Wiederaufbereitungsanlagen. Volkswirtschaftlich
betrachtet ist es absurd, den abgebrannten Brennstoff in La Hague
oder Sellafield zerlegen zu lassen, um Plutonium und Uran herauszutrennen.
Aber: damit die Abklingbecken nicht überquellen, resp. die
AKW nicht abgestellt werden müssen, wird der Atommüll
nach Frankreich oder Grossbritanien abgeschoben zur Wiederaufbereitung,
denn der strahlende Abbrand kann in keinem europäischen Land
aufbewahrt werden.
Atommüll-Frage ungelöst
Eine akzeptable und definitive Lösung für ein Atommülllager
gibt es nicht und sie ist auch für Jahrzehnte nicht abzusehen.
Die Entsorgung des Atommülls gehört zu den nicht lösbaren
Problemen unserer modernen Gesellschaften. Schadensbegrenzung
durch den Ausstieg aus der Atomenergie ist der einzig gangbare
Weg.
Waffenfähiges Plutonium - Proliferation - ein Albtraum
Wiederaufbereitung ( WAA) - euphemisch recycling genannt - verschmutzt
die Weltmeere und stellt riesige Plutoniumberge her, mit dem Atomwaffen
hergestellt werden können. Ein Bericht der Projektgruppe
International MOX Assessment (IMA) stellt fest, dass die Herstellung
eines groben Atomsprengsatzes mit reaktorgrädigem Plutonium
für einen Laien nicht mehr Spezialisierung benötigt
als der Bau einer Bombe mit waffengrädigem Plutonium. Jedes
Atomkraftwerk, das MOX- Brennstoff einsetzt, ist indirekt ein
Lager von waffenfähigem Plutonium. In der Schweiz betrifft
dies Beznau I und II und Gösgen. Aus dem Bericht geht hervor,
dass kein Zweifel besteht, dass frischer MOX-Brennstoff wie abgetrenntes
Plutonium zu beurteilen sei, da seine Herauslösung keinerlei
technische Schwierigkeiten bereiten würde. Damit wird jeder
MOX-lagernde Standort, also auch jeder betroffene Reaktor, zu
einem Lager von direkt waffenfähigem Material.
Das Neue Kernenergiegesetz ist das Papier nicht wert,
auf dem es dereinst gedruckt werden wird
Das neue Kernenergiegesetz war vom Bundesrat als indirekter Gegnvorschlag
für die Initiativen "Strom ohne Atom" und "MoratoriumPlus"
gedacht. Der Bundesrat hatte zwar keine Laufzeitbeschränkung
für die alten Reaktoren vorgesehen gehabt, immerhin aber
die Wiederaufbereitung des Abbrandes aus den Atom- Reaktoren verboten
haben wollen, da er wahrscheinlich eingesehen hat, dass Wiederaufbereitung
unwirtschaftlich ist, die Luft und die Weltmeere verseucht, das
Abfallvolumen vergrössert, die Plutoniumberge weiter auftürmt,
Proliferation von Atomwaffen fördert und, last but not least,
die Gesundheit der Bevölkerung um die Wiederaufbereitungsanlagen
in Sellafield und La Hague schädigt. Das Parlament scheint
ihm nicht zu folgen: Der Ständerat schlägt ein WAA-Moratorium
von 10 Jahren vor, der Nationalrat hat in der ersten Lesung die
WAA als Recycling weiterlaufen lassen.
Was auch immer bei der Differenzbereinigung herauskommen wird,
es ist zuwenig! Wir müssen den geordneten Ausstieg aus der
Atomenergie schaffen, wie Italien, Deutschland, Schweden und Belgien
diesen Weg in Angriff genommen habe.
Welchen Beitrag kann Atomstrom zur Lösung des CO2-Problems,
zur Linderung des Teibhausphänomens unseres Planeten, zu
leisten?
Das CO2-Problem ist ein globales Problem. Gebrauch von fossilen
Brennstoffen wo auch immer zur Energieproduktion wirkt sich global
aus.
Strom aus AKW machte im Jahr 2001 3% des weltweiten Energieverbrauches
aus. 90% des Energieverbrauches 2001 stammte aus fossilen Quellen:
Oel, Gas und Kohle. Der Energieverbrauch stieg von 1992-2001 um
12%, also um das Vierfache der gesamten Atomenergie. Dieses Wachstum
und der heutige nukleare Energieanteil zeigt die Absurdität
einer Substitutionsstrategie.
Allein zur Substitution des Verbrauchszuwachses der fossilen Energieträger
während den letzten 10 Jahren wären 1'500 neue AKW notwendig
gewesen!
Die Klimaerwärmung als Grund zur Option Kernenergie heranzuziehen,
ist nicht zulässig.
Wir können den durch das Atomzeitalter angerichteten
Schaden am Biotop Erde und am menschlichen Genom nicht mehr rückgängig
machen, wir können den Schaden aber begrenzen. Durch den
Ausstieg aus der Atomenergie! |