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Fachtagung vom 19. bis 22. Juni 2014 in Gera/Ronneburg Die gesundheitlichen Auswirkungen radioaktiver Strahlung beim Uranbergbau

veröffentlicht um 17.04.2014, 00:15 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 05.08.2014, 01:21 ]
EINLADUNG

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

was in Basel 2010 mit der IPPNW-Tagung "Uranium mining, health and indigenous peoples" begann und in Bamako/Mali (2012) und Dar Es Salaam/Tansania (2013) seine Fortsetzung fand, kehrt nun nach Europa zurück. Wir wollen mit Blick auf die lange Geschichte des Uranabbaus in Deutschland mit einer Fachtagung in Gera/Ronneburg den Fokus auf die Auswirkungen der Uranabbaus auf Gesundheit und Umwelt im eigenen Land richten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Gefahren ionisierender Strahlung.

Seit 1946 wurde Uran im Erzgebirge abgebaut, zuerst von der sowjetischen, später ab 1954 von der sowjetisch-deutschen Wismut AG. 1990 wurde der Abbau eingestellt. Die gesamte Produktion betrug ca. 231.000 t Uran. Die Wismut AG war damit der viertgrößte Uranproduzent der Welt und der wichtigste und größte Uranoxidlieferant für sowjetische Atombomben und Brennstäbe in den sowjetischen Atomkraftwerken. Beschäftigt waren bei der Wismut annähernd 400.000 Menschen.

Die Schäden für Menschen und die Umwelt waren und sind bis heute immens. Ganze Landstriche wurden verwüstet. Über 100 Millionen Tonnen radioaktive Abfälle hat die Wismut in  Thüringen und Sachsen hinterlassen. Zehntausende Bergleute sind an Silikose gestorben, tausende an Bronchialkarzinom, ausgelöst durch das radioaktive Radon in den Gruben. Bedingt durch die langen Latenzzeiten zwischen Krebsauslösung und Ausbruch der Krankheiten geht das sterben auch heute noch 25 Jahre später weiter.

Mit einer aufwendigen Sanierung, die bis 2010 bereits 5,4 Milliarden Euro verbraucht hat, wurde versucht die gigantischen Schäden auf ein "vertretbares Restrisiko" zu begrenzen.
Mit der Fachtagung möchten wir

  • eine nachhaltige Vermittlung von Grundlagen der gesundheitlichen Auswirkungen von radioaktiver Niedrigstrahlung am Beispiel des Uranabbaus gewährleisten
  • der Zugang zu Fachliteratur vermitteln
  • den TeilnehmerInnen einen Eindruck von den Auswirkungen des Uranbergbaus der SAG/SDAG Wismut vor Ort vermitteln
  • der Transfer der gewonnen Erkenntnisse in die aktuelle politische Debatte (in die vom Uranbergbau betroffenen Staaten Afrikas) diskutieren und 
  • das Netzwerk von ExpertInnen in diesem Themenbereich erweitern 

Das Tagungsprogramm beinhaltet

Vorträge von ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen über die Gefahren des Urans und seiner Zerfallsprodukte.

Dabei werden sowohl die direkten gesundheitlichen Auswirkungen im Fokus stehen, als auch indirekte Auswirkungen (wie Folgen für das Grundwasser und Sozialstrukturen), die wiederum in engem Zusammenhang mit der Gesundheit der Menschen stehen.

In Round-Table-Diskussionen und Arbeitsgruppen wird das Vorgetragene vertieft, Gelegenheit zu ausführlicheren Nachfragen gegeben und Raum für Diskussion und Gespräche sein.

Sie sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.
Veranstalter

Deutsche Sektion der IPPNW, Ärzte in sozialer Verantwortung
PSR / IPPNW Schweiz
in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Strahlenschutz und dem
kirchlichen Umweltkreis Ronneburg
Fachtagung "Die gesundheitlichen Auswirkungen radioaktiver Strahlung beim Uranbergbau"

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