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Presseecho zu Hiroshima-Gedenkveranstaltung in Heiden. Tagblatt Osttschweiz 8.8.2016

veröffentlicht um 09.08.2016, 03:04 von Claudia Bürgler

«So etwas darf sich nicht wiederholen»

Am Ende durften alle Gäste die Friedensglocke einmal zum Läuten bringen (Im Bild Othmar Kehl).
Am Ende durften alle Gäste die Friedensglocke einmal zum Läuten bringen (Im Bild Othmar Kehl). (rz)

Am Samstag läutete die Friedensglocke in Heiden zum Gedenken an die Opfer des Atombombenabwurfs in Hiroshima in Japan. Dieses schreckliche Ereignis fand vor 71 Jahren statt. Zum Gedenktag sprachen Stimmen aus verschiedenen Organisationen.

RONJA ZELLER

HEIDEN. Am 6. August vor 71 Jahren löschte eine Atombombe in Hiroshima rund 80 000 Menschen innert Sekunden aus. Bis heute sterben damalige Bewohner Hiroshimas an Krebserkrankungen als Langzeitfolge der Strahlung. Schätzungen ergeben, dass durch diesen Abwurf bis zu 166 000 Personen ihr Leben verloren haben. Nur drei Tage später passierte das Gleiche in der Stadt Nagasaki.

Läuten für den Frieden

Am Samstag wurde in Heiden zum Gedenken an das Ereignis und an die Opfer die Friedensglocke neben dem Henry-Dunant-Museum geläutet. Organisiert wurde der Anlass vom Henry-Dunant-Museum, Dunant 2010plus und den ÄrztInnen zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW Schweiz). Gleich nach dem 18-Uhr-Glockenschlag der Kirche Heiden läutete John Böhi, Vorstand Henry-Dunant-Museum, zu Beginn der Feier die Friedensglocke. Der ehemalige Chefarzt des Spitals Heiden und Mitglied von PSR/IPPNW, Othmar Kehl, begrüsste die rund 50 Gäste. Anschliessend sagte Claudio Knüsli, Vorstandsmitglied PSR/IPPNW Schweiz, einige Worte zur Geschichte von Hiroshima bis heute. Ausserdem hoffe er, dass die Friedensglocke die Menschen wachrüttle. «Der Klang möge uns ermutigen, unsere Kraft für den Frieden einzusetzen. So etwas darf sich nicht mehr wiederholen. Dafür braucht es starke Proteste gegen die aktuellen Nuklearprogramme», sagte er.

Der Verein Schweizerischer Friedensrat verfasste ein Grusswort an den Hiroshima-Gedenktag in Wien. Dort findet jedes Jahr eine Gedenkfeier an diesem Tag statt. Ruedi Tobler, Präsident des Schweizerischen Friedensrates, las den Gästen den Brief vor. Im Brief steht, dass die Gedenktage zu Hiroshima und Nagasaki immer noch unvermindert aktuell seien. Denn trotz der vielen Unglücke mit Atombomben und Atomkraftwerken (Tschernobyl und Fukushima), die in vergangener Zeit passiert seien, «modernisieren» die Atomwaffenmächte ihre Atomwaffenarsenale und rüsten nicht ab. Nach den drei Reden durften die Gäste noch selbst die Friedensglocke läuten. Dann ging es zum Kino Heiden zu einem Apéro und dort wurde danach der Film von Aya Domenig gezeigt.

Ein Film von Aya Domenig

Domenigs Film heisst «Als die Sonne vom Himmel fiel». Die japanisch-schweizerische Regisseurin wandelt darin auf den Spuren ihres verstorbenen Grossvaters. Dieser hatte nach dem Abwurf der Atombombe als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet. Normalerweise findet in Heiden nur eine Gedenkfeier am 9. August statt, also am «Atombombenabwurfstag» von Nagasaki, da aber in diesem Jahr dieser Film fertiggeworden ist, werden zwei Gedenkfeiern durchgeführt. Die zweite findet dann morgen statt. Um 10.45 Uhr startet die Veranstaltung beim Henry-Dunant-Museum.

Japanische Friedensbotschafter

Ab Mitte August sind 22 Studenten und elf Erwachsene aus Japan in der Schweiz zu Gast. Unter dem Namen Nagasaki-Friedensbotschafter (Nagasaki Peace Messengers) besuchen sie zuerst Genf. Die jungen Leute sammeln auf der ganzen Welt Unterschriften für die nukleare Abrüstung. Sie kämpfen für eine friedliche Welt ohne Nuklearwaffen.

Die Studenten sind am 17. August zu Besuch an der Kantonsschule in Trogen und einen Tag später bei der Friedensglocke in Heiden.

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