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Nukleare Hungersnot

veröffentlicht um 25.04.2012, 05:14 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 25.04.2012, 05:32 ]
Ein lokal begrenzter Atom-Krieg irgendwo auf der Welt, würde das globale
Klima und damit die landwirtschafltiche Produktion so stark schädigen, dass
das Leben von mehr als einer Milliarde Menschen gefährdet wäre. Zu
diesem Schluss kommt die am 25. April 2012 am Weltgipgel der
Friedens-Nobelpreisträger in Chicago vorgestellte Studie "Nuclear
Famine" der IPPNW und PSR  (Internationale Aerzte zur Verhütung des
Atomkrieges). In der Studie wird bewiesen, dass selbst die relativ
kleinen nuklearen Arsenale wie zbs. Indien oder Pakistan, weltweite
Schäden an den den Ökosystemen der Erde verursachen und Hunderte von
Millionen zum Teil bereits von Hunger betroffene Menschen bedrohen würde.
Die Studie konnte auch dank der Unterstützung des Eidgenössischen
Departemens für Auswärtige Angelegenheiten durchgeführt werden.

Zu den spezifischen Erkenntnissen von "Nuclear Famine", die im April
2012 veröffentlicht wurden:

    * Die Mais-Produktion in den USA würden im Durchschnitt um 10% für
      ein ganzes Jahrzehnt zurückgehen, mit dem stärksten Einbruch (20%)
      im Jahr 5. Die Sojabohnen-Produktion würde um rund 7% sinken, mit
      dem schwersten Verlust von  mehr als 20%, im Jahr 5.
    * Es wäre ein deutlicher Rückgang der Zwischensaison-Reisproduktion
      in China zu verzeichnen. In den ersten 4 Jahren würde die
      Reisproduktion um durchschnittlich 21% sinken; in den nächsten 6
      Jahre durchschnittlich 10% .
    * Mit dem Anstieg der Nahrungsmittelpreise würden Lebensmittel
      unzugänglich für Hunderte von Millionen der Aermsten. Selbst wenn
      die Agrarmärkte weiterhin normal funktionieren würden, würde die
      ANzahl der unterernährten Menschen um 215 Millionen im Laufe
      eines Jahrzehnts zunehmen.
    * Erhebliche landwirtschafltiche Defizite über einen längeren
      Zeitraum würden fast sicher zu Panik und Horten auf
      internationaler Ebene führen, und den Lebensmittel-Zugang weiter
      reduzieren.
    * Die 925 Millionen Menschen in der Welt, die bereits jetzt chronisch
      unterernährt sind (mit einem Grundverbrauch von 1.750 Kalorien
      oder weniger pro Tag), wären mit einer Abnahme von 10% ihres
      Lebensmittelkonsums in grosser Gefahr.

"Der Tod von einer Milliarde Menschen innerhalb eines Jahrzehnts wäre
eine Katastrophe ohne Beispiel in der Geschichte der Menschheit",
sagte der Autor des Berichts, Dr. Ira Helfand. "Es wäre nicht das 
Aussterben der menschlichen Rasse, aber es wäre ein Ende der modernen
Zivilisation wie wir sie kennen".

"Nuclear Famine" ist die zweite Veröffentlichung der IPPNW zu den
globalen gesundheitlichen und ökologischen Konsequenzen eines lokal 
begrenzten  Atom-Krieges mit nur einem Bruchteil der mehr als 20.000
weltweit vorhandenen Atomwaffen.  Die komplete Abschaffung aller
Atomwaffen ist die einzige Option.

Die Zusammenfassung der Studie auf deutsch finden Sie unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/IPPNW-Studie_Nukleare-Hungersnot_2012.pdf

Die gesamte Studie in englischer Sprache können Sie auf unserer Internetseite herunterladen unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/NuclearFamineIPPNW0412.pdf




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