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Menschenrechte, künftige Generationen und Verbrechen im Atomzeitalter

veröffentlicht um 18.09.2017, 01:33 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 18.09.2017, 03:54 ]

PSR / IPPNW (Internationale ÄrztInnen für die Verhütung eines Atomkrieges) Schweiz, SAFNA (Schweizer Anwälte für Nukleare Abrüstung), Basel Peace Office, U-Network Deutschland und CIDCE (Centre International de Droit Comparé de l’Environnement) Frankreich haben vom 14. – 17. September an der Universität Basel einen Kongress zum Thema „Menschenrechte, künftige Generationen und Verbrechen im Atomzeitalter“ durchgeführt. Es wurde festgestellt, dass die Anwendung von Atomwaffen schwerste Auswirkungen vor allem für die Zivilgesellschaft hätte. Die Folgen müssten als massive Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäss dem Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs angesehen werden. Zudem

wurde der vielen hunderttausend Opfer der beiden Atombomben in Hiroshima und Nagasaki und der mehreren tausend Atomtests in allen Kontinenten gedacht. Diese Menschen, aber auch die Geschädigten von Atomkatastrophen wie in Mayak 1957, Sellafield 1957, Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 wurden teilweise nie über die wahren Ursachen der Katastrophen und deren gesundheitlichen Auswirkungen informiert. Moderne wissenschaftliche Recherchen zeigen, dass Dokumente von Regierungen oft vernichtet wurden. Auch werden Nachforschungen zur laufenden Atomkatastrophe in Japan gesetzlich verboten. So erreichen betroffene Länder, dass epidemiologische Studien behindert oder verunmöglicht werden und die Entschädigung von Opfern erschwert wird. Es besteht somit ein grosser Bedarf einer gesetzlichen Verankerung der Menschenrechte auf Information und gerechter Kompensation der Opfer.

Im gleichen Kontext wurden auch Fragen der Verletzung von Menschenrechten künftiger Generationen diskutiert: Diese tragen die Risiken eines Atomkriegs, verbunden mit den gesundheitlichen Risiken der fortschreitenden globalen Verseuchung durch radioaktive Substanzen der Umwelt. Ebenso werden unsere Nachkommen massgeblich die finanziellen Lasten des Rückbaus von Atomkraftwerken und der sicheren Lagerung radioaktiver Abfälle schultern. Deshalb müssen nicht nur unsere, sondern auch die Rechte künftiger Generationen anerkannt und gesetzlich abgesichert werden.

photo: Mark Niedermann Photography Basel / Switzerland



Mehr Infos: /https://www.events-swiss-ippnw.org/


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