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  • 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki mahnen Grußwort aus Heiden an die Hiroshima-Gedenkveranstaltung 2020 in Wien. (Läuten der Peace-Bell am Nagasaki-Gedenktag am 9. August ...
    Veröffentlicht um 06.08.2020, 00:49 von Claudia Bürgler
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    Veröffentlicht um 15.04.2020, 23:36 von Claudia Bürgler
  • Gorbachev: Time to Revise the Entire Global Agenda An Interview with Mikhail Gorbachev, World BEYOND War, April 5, 2020 Q: How did you take the news of the pandemic? A: I think I took it the way most ...
    Veröffentlicht um 06.04.2020, 01:02 von Claudia Bürgler
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75 Jahre Hiroshima und Nagasaki mahnen

veröffentlicht um 06.08.2020, 00:42 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 06.08.2020, 00:49 ]

https://www.dunant-museum.ch/de/2020/03/17/sonntag-9-august-2020-peace-bell-gedenkfeier/
Grußwort aus Heiden
an die Hiroshima-Gedenkveranstaltung 2020 in Wien.

(Läuten der Peace-Bell am Nagasaki-Gedenktag am 9. August beim Dunant-Museum in Heiden. Einladung )

 

Auch dieses Jahr senden wir Euch ein gemeinsames Grußwort aus Heiden – dem Dunant-Dorf hoch über dem Bodensee, wo wir jedes Jahr am 9. August im Gedenken an den Atombombenabwurf auf Nagasaki die Peace-Bell läuten, eine Kopie der Angelus-Glocke der Urakami-Kirche, die beinahe unbeschädigt den Atom­bomben-Abwurf auf Nagasaki überstanden hat. Sie wurde von der Universität Nagasaki dem Henry-Dunant-Museum geschenkt.

Es ist kaum zu glauben, dass 75 Jahre nach den verheerenden Atombomben-Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki die Menschheit es noch nicht geschafft hat, sich von der Geissel der Atomwaffen zu befreien – und diese immer noch eine Bedrohung für ihre Weiterexistenz darstellen. Es ist kein Trost, dass sich die Klima­krise mittlerweilen ebenso zu einer existenziellen Bedrohung der Menschheit entwickelt hat. Im Gegenteil: Beides zeigt ein grundlegendes Versagen der Politik auf globaler Ebene auf – wobei es falsch wäre, diese der UNO in die Schuhe schieben zu wollen. Es sind zentral die Atommächte, die eine Entwicklung zu Abrüstung – nicht nur der Atomwaffen – und zu einer umweltverträglichen Wirtschaft und Politik ganz allgemein verhin­dern. Mit der Agenda 2030 hat die UNO-Generalversammlung ebenso eine zukunftsweisende Perspektive aufgezeigt wie UNO-Generalsekretär Guterres mit seinem Appell vom 23. März 2020 für einen globalen Waffenstillstand angesichts der Corona-Pandemie.

Beides zu unterstützen ist eine dankbare Aufgabe für die Zivilgesellschaft bis hin zu den UNO-Mitglieds­staaten. Allerdings haben wir da aus der Schweiz nicht durchgängig Erfreuliches zu berichten. Nach dem Bundesrat (der Regierung) hat sich auch der Nationalrat (die Volkskammer unseres Parlaments) am 6. Mai in einer Erklärung hinter den Aufruf Guterres für einen globalen Waffenstillstand gestellt – allerdings nicht einstimmig. Die grösste Partei der Schweiz, die SVP, hatte einen Ablehnungsantrag gestellt (weil deswegen mehr Geld für das Ausland ausgegeben werde statt in der Schweiz). So kam ein mageres Ergebnis von 129 gegen 44 Stimmen (bei 4 Enthaltungen) zustande; wobei 21 Mitglieder nicht an der Abstimmung teilnah­men, mehrheitlich von der SVP. Kein Wunder, dass der Aufruf in der Öffentlichkeit kaum beachtet wurde. Leider ist das nicht die einzige negative Nachricht. Wie wir schon letztes Jahr berichten mussten, hat sich der Bundesrat geweigert, den verbindlichen Auftrag des Parlaments zum Beitritt zum Atomwaffen-Verbots­vertrag umzusetzen, und es ist ihm gelungen, den Beitritt weiter hinauszuzögern, mindestens bis zum Ende dieses Jahres.

Uns bleibt die Hoffnung, dass wir im nächsten Jahr doch noch den Beitritt der Schweiz zum Atomwaffen-Verbotsvertrag vermelden können. Der Kampf für das generelle Verbot der Atomwaffen und für ihre weltweite Vernichtung geht weiter!

Gemeinde Heiden, Gallus Pfister, Gemeindepräsident
Evangelische Kirchgemeinde Heiden, Simone Kolb Präsidentin
Katholische Kirchgemeinde Heiden–Rehetobel, Hansjörg Ritter, Präsident
Henry-Dunant-Museum, Norbert Näf, Präsident

Appenzeller Friedens-Stationen, Hansjörg Ritter, Präsident
ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW Schweiz),
Dr. med. Urs-Peter Frey, Delegierter der Regionalgruppe Ostschweiz

Schweizerischer Friedensrat (SFR), Ruedi Tobler, Präsident



Offener Brief an Frau Bundesrätin Sommaruga

veröffentlicht um 15.04.2020, 23:36 von Claudia Bürgler

Pressemitteilung . Die Aerzteorganisation PSR/IPPNW Schweiz (AerztInnen für soziale Verantwortung/zur Verhütung des Atomkrieges) hat sich heute mit einem Offenen Brief an die Bundespräsidentin gewandt. Darin wird hingewiesen, dass im Schatten der Corona Pandemie wichtige internationale Themen vernachlässigt werden. "Neben dem Klimwandel und all den damit verbundenen Problemen, gibt besonders die weltweite atomare Aufrüstung Anlass zur grossen Sorge", betont Dr. Jean-Jacques Fasnacht, Präsident der Organisation.

"Nachdem bereits im vergangenen Jahr sowohl Russland als auch die USA den 1987 geschlossenen INF-Vertrag gekündigt haben, demzufolge zwischen Ural und Atlantik keine nuklear bestückbaren Mittelstreckenraketen stationiert sein dürfen, sehen wir mit grosser Sorge, dass die nuklearen Sprengköpfe derzeit modernisiert und demnächst zbs. auch in unserem Nachbarstaat Deutschland stationiert werden sollen. Damit wächst die atomare Bedrohung auch für uns in der Schweiz. Wir fordern deshalb nun den Bundesrat auf, endlich, den von der Friedensnobelpreis ausgezeichneten Kampagne ICAN massgeblich initiierten, Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, TPNW) zu ratifizieren. Diese Forderung stellte auch bereits National- und Ständerat an den Bundesrat. Nur ein weltweiter Atomwaffenverbotstvertrag kann uns vollumfänglich schützen. Die Schweiz könnte mit ihrer Unterschrift ein Zeichen setzen, in der heutigen Situation ein besonders wichtiges!"

Kontakt PSR/IPPNW Schweiz, 041 240 63 49


Communiqué de presse PSR/IPPNW Suisse
 
Lettre ouverte à la Madame la Conseillère fédérale Sommaruga

L’organisation médicale PSR/IPPNW Suisse (Médecins pour une responsabilité sociale et pour la prévention de la guerre nucléaire)  a adressé ce jour une lettre ouverte à la présidente de la Confédération. Cette lettre rappelle que la pandémie du Covid19 ne doit pas éclipser les autres problèmes internationaux importants. « En plus du changement climatique, le réarmement nucléaire mondial nous inquiète profondément » souligne le Dr Jean-Jacques Fasnacht, président de l’organisation.

« L’année dernière les Etats-Unis et la Russie ont résilié le traité FNI, conclu en 1987. Celui-ci proscrivait le stationnement de missiles nucléaires de moyenne portée entre l’Oural et l’Atlantique. Or, nous constatons avec inquiétude que les ogives sont modernisées et vont être stationnées, par exemple chez nos voisins allemands. La menace nucléaire grandit également pour la Suisse. Nous demandons au Conseil fédéral d’enfin ratifier le traité onusien d’interdiction des armes nucléaires (TIAN), à l’élaboration duquel la campagne ICAN, Prix Nobel de la Paix, a largement contribué. Le Conseil national et celui des Etats ont fait la même demande auprès du Conseil fédéral. Seule une interdiction planétaire des armes atomiques est à même de nous protéger. En ratifiant le traité, la Suisse donnera un signal important, surtout par les temps qui courent ».

Contact: PSR/IPPNW Suisse, Tél. 041 240 63 49

Gorbachev: Time to Revise the Entire Global Agenda

veröffentlicht um 06.04.2020, 01:02 von Claudia Bürgler

An Interview with Mikhail Gorbachev, World BEYOND War, April 5, 2020

Q: How did you take the news of the pandemic?

A: I think I took it the way most people did. Initially, there was hope that it could be controlled, localized. But things took a very different turn and the epidemic spread far and wide. Unprecedented measures and decisions became necessary. Leaders, citizens and international organizations found themselves in an extremely difficult situation. All of this will have to be thoroughly analyzed, but the priority now is to take things in hand and defeat this new, vicious enemy.

Q: How do you assess the measures now being taken?
A: The main concern must be people’s security and saving people’s lives. I assume that the steps now being taken are based on science and the advice of the most competent experts. Right now they are practically unanimous that lockdown is necessary. This is something both the authorities and the people must accept. A lot depends on people’s behavior. Utmost responsibility and discipline is of the essence. Then we may hope that the worst could be avoided.

Q: Is it time yet for lessons learned? Do you agree that the world will never be the same?
A: That depends precisely on what lessons will be learned. I recall recent history of how we addressed the nuclear threat. We understood that it is our common enemy, a threat to all of us, and the leaders of two nations, the Soviet Union and the United States declared that a nuclear war cannot be won and must never be fought. Then came Reykjavik and the first treaties eliminating nuclear weapons. By now, 85% of those arsenals have been eliminated. We must continue along this path but we now see new challenges. Together with my friends in the Forum of Nobel Peace Laureates we have for years been calling for a radical rethinking of international politics. Let me quote from out appeal adopted back in 2005:

“Focusing on meeting human needs and having a reverence for life are the foundation of human security. Excessive military expenditures actually breeds insecurity. Two areas where funds need to be channeled by the international community are education and health, particularly regarding the scourges of AIDS, malaria and tuberculosis through both protection and prevention.” What could one add to this? Just the name of the new dreadful disease.

Over the past five years all we’ve been hearing is talk about weapons, missiles and airstrikes. But is it not clear by now that wars and the arms race cannot solve today’s global problems? War is a defeat, a failure of politics! This common tragedy has reminded us of the futility of trying to go into hiding and sit it out, ignoring the threats that we face. In today’s world, no one can hope to go into hiding!

And so I’ll never tire of repeating: We need to demilitarize world affairs, international politics and political thinking and reallocate funds from military purposes to the purposes serving human security. We need to rethink the very concept of security. Above all else, security should mean providing food, water, which is already in short supply, a clean environment and, as top priority, caring for people’s health.

To achieve human security we need to develop strategies, make preparations, plan and create reserves. This should be the responsibility of national leaders and leaders at all levels.

I believe that preparations should start now for an Emergency Session of the United Nations General Assembly, to be held as soon as the situation is stabilized. It should be about nothing less than revising the entire global agenda.

Q: Could I ask how things have changed for you and for the Gorbachev Foundation?
A: Of course we are complying with all requirements and we have had to start working from home. I am communicating with colleagues by phone and we have created a discussion platform on the web. We’ll be adapting to the new circumstances. I’ve been asked to write an additional chapter for the English edition of my book What Is At Stake Now, to account for the new developments. I have agreed and will work on it.

Thanks to Pavel Palazhchenko and Metta Spencer.

The original article can be found on:

https://worldbeyondwar.org/gorbachev-time-to-revise-the-entire-global-agenda/

Gratulation: Schaffhausen ist "Mayors for Peace" beigetreten.

veröffentlicht um 02.04.2020, 01:34 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 02.04.2020, 01:39 ]

01.04.2020. Pressemitteilung Stadt Schaffhausen
. Beitritt zum Netzwerk «Mayors for Peace»

Die Stadt Schaffhausen ist dem Netzwerk «Mayors for Peace» (Bürgermeister für den Frieden) beigetreten. Es handelt sich dabei um ein unparteiisches, internationales Netzwerk aus Städten und anderen Gebietskörperschaften. Das Netzwerk ist als Nichtregierungsorganisation im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen registriert. Es verfolgt das Bestreben nach einem weltweiten Frieden und der Abschaffung aller Atomwaffen, um den nächsten Generationen eine sichere, saubere, nachhaltige und friedliche Welt zu hinterlassen.

Entstehungsgeschichte
Im August 1945 wurden die beiden Städte Hiroshima und Nagasaki durch zwei Atombomben in Sekundenbruchteilen in Schutt und Asche gelegt und unzählige Menschen verloren ihr Leben. Für die Überlebenden, die durch die Bomben zu Strahlenopfern wurden, dauert das Leiden bis heute an. Deshalb haben die Bürgermeister von Hiroshima und Nagasaki die Organisation Mayors for Peace gegründet mit der Vision, in Zusammenarbeit mit Partnerstädten auf der ganzen Welt bis 2020 alle Atomwaffen abzuschaffen.

Mittlerweile haben sich schon 7'869 Städte aus 163 Ländern und Regionen den Bürgermeistern für den Frieden angeschlossen. Aus der Schweiz sind 21 Städte dabei, darunter Basel, Bern, Genf, Köniz, Lausanne, Luzern, Montreux, Nyon, Thun, Winterthur und Zürich.

Der Stadtrat begrüsst die Bemühungen zur weltweiten nuklearen Abrüstung und damit das Ziel des UN-Vertrags vom 7. Juli 2017 über das Verbot von Kernwaffen (TPNW) und hofft, dass die Schweiz diesem beitreten wird.

Ansprechperson:

Peter Neukomm, Stadtpräsident
Telefon: +41 52 632 52 11
E-Mail: peter.neukomm(at)stsh.ch

Atomwaffen statt «Public Health»

veröffentlicht um 02.04.2020, 01:13 von Claudia Bürgler

Infosperber, 1.4.2020, Christian Müller. Wenn das Geld für die US-Atomwaffen für das US-Gesundheitssystem ausgegeben würde: die erschreckenden Zahlen.

Das bekannte US-amerikanische News-Magazin Newsweek vermeldet Interessantes und vor allem Anschauliches: Mit dem Geld, das die USA in einem Jahr für Atomwaffen ausgeben, könnten 300’000 Betten für Intensiv-Stationen, 35’000 Beatmungsgeräte, 150'000 Krankenschwestern und 75’000 Ärzte finanziert werden.

Newsweek beruft sich dabei auf Berechnungen der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). In deren jüngstem Bericht stellt ICAN fest, dass die USA laut armscontrol.org im Jahr 2019 35,1 Milliarden Dollar für Atomwaffen ausgegeben haben.

Originalartikel: https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/USA-Atomwaffen-Public-Health-Kosten

Grußwort aus Heiden an die Hiroshima-Gedenkveranstaltung 2019 in Wien

veröffentlicht um 06.08.2019, 00:02 von Claudia Bürgler

Zum dritten Mal schicken wir Euch ein gemeinsames Grußwort – ergänzt durch die beiden Kirchgemeinden– aus Heiden. Im Dunant-Dorf hoch über dem Bodensee läuten wir jedes Jahr am 9. August im Gedenken an den Atombombenabwurf auf Nagasaki die Peace-Bell – eine Kopie der Angelus-Glocke der Urakami-Kirche, die beinahe unbeschädigt den Atombomben-Abwurf auf Nagasaki überstanden hat. Sie wurde von der Universität Nagasaki dem Dunant-Museum geschenkt.

Wir übermitteln Euch unsere solidarischen Grüße für Euer Engagement für die weltweite atomare Abrüstung, müssen aber eingestehen, daß derzeit der Einsatz möglichst breiter gesellschaftlicher Kreise gegen weitere atomare Aufrüstung im Zentrum steht. So ist vor wenigen Tagen der INF-Vertrag für das Verbot atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen ersatzlos ausgelaufen und die USA sind aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Die Idee der Eindämmung der Atomwaffen durch Rüstungskontrolle steht derzeit heftig im Gegenwind.

Ein positives Zeichen aus der Schweiz können wir Euch senden, allerdings getrübt durch einen Wermutstropfen. Wie wir letztes Jahr berichten konnten, hatte der Nationalrat (Volkskammer) einer Motion zugestimmt, daß die Regierung den Atomwaffenverbots-Vertrag sofort unterzeichnen und dem Parlament zur Ratifikation vorlegen soll. Erfreulicherweise hat auch der Ständerat (Länderkammer) im Dezember der Motion zugestimmt, die damit zum verbindlichen Auftrag an die Regierung geworden ist. Der aber schiebt den Entscheid vor sich her und will erst nächstes Jahr nach einem Zusatzbericht entscheiden. Als Grund für das Hinausschieben wird angeführt: Der Beitritt zum Verbotsvertrag könnte den Spielraum der Schweiz für Vermittlungsbemühungen bei der atomaren Rüstungskontrolle schmälern. Aber gerade beim INF-Vertrag ist der Bundesrat trotz Aufforderung aus der Zivilgesellschaft nicht aktiv geworden für Verhandlungen für eine Erneuerung und Erweiterung des Vertrags.

Wir bleiben dran und hoffen, Euch in einem Jahr positivere Nachrichten aus der Schweiz übermitteln
zu können.

Gemeinde Heiden, Gallus Pfister, Gemeindepräsident
Evangelische Kirchgemeinde Heiden, Simone Kolb Präsidentin
Katholische Kirchgemeinde Heiden–Rehetobel, Hansjörg Ritter, Präsident
Dunant Museum, Norbert Näf, Präsident
Appenzeller Friedens-Stationen, Hansjörg Ritter, Präsident
ÄrztInnen für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges (PSR/IPPNW
Schweiz), Dr. med. Urs-Peter Frey, Delegierter der Regionalgruppe Ostschweiz
Schweizerischer Friedensrat (SFR), Ruedi Tobler, Präsident

Pressemitteilung zum Entscheid des Bundesrates zum Atomwaffenverbotsvertrag

veröffentlicht um 03.04.2019, 10:21 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert: 03.04.2019, 10:22 ]

Die Ärzteorganisation PSR/IPPNW Schweiz ist konsterniert und entrüstet, dass der Bundesrat die überfällige Unterzeichnung des TPNW, bei dessen Verfassung die Schweiz massgeblich mitgewirkt hat,  unter nicht nachvollziehbaren Gründen erst 2020 noch einmal einer Überprüfung unterziehen will. Damit werden nicht nur die Mehrheit der Bundesparlamente, sondern auch die FMH (Schweizerische Ärztegesellschaft), das Schweizerische Rote Kreuz und das Internationale Rote Kreuz desavouiert, welche aus humanitären und ethischen Gründen die Ratifizierung des Atomwaffenverbots gefordert haben.

Erfreulicher Entscheid: Die FMH bittet den Bundesrat, den Atomwaffenverbotsvertrag zu ratifizieren.

veröffentlicht um 24.02.2019, 23:58 von Claudia Bürgler

http://www.icanw.org/status-of-the-treaty-on-the-prohibition-of-nuclear-weapons/
Medienmitteilung von PSR/IPPNW Schweiz. (version française ci-dessous)

Die FMH, Standesorganisation von über 40'000 Schweizer ÄrztInnen und Ärzten, unterstützen den Vertrag zum Kernwaffenverbot TPNW. Dies wurde an der letzten Delegiertenversammlung beschlossen. Die FMH hat den Bundesrat anfangs Februar gebeten, die Unterzeichnung und die Ratifizierung des TPNW vorzunehmen. Der National- und Ständerat haben diese Forderung 2018 ebenfalls bereits an den Bundesrat gerichtet.

Die ÄrztInnen für soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges (PSR/IPPNW) sind erfreut über diesen Entscheid der FMH und hoffen nun, dass das präventive Anliegen des Atomwaffenverbotes beim Bundesrat Anklang findet. Denn der Schweizerische Aussenminister, Bundesrat Dr. med. Ignazio Cassis weiss um das ärztliche Prinzip der Prävention und damit um den Grundgedanken des TPNW.

Der Atomwaffenverbotsvertrag  TPNW (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) geht auf eine Initiative von ICAN - der internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen - zurück. Angesichts der humanitären Katastrophe im Falle eines Atomkrieges wird der TPNW vollumfänglich auch vom Weltärztebund (WMA) - dem  Zusammenschluss aller nationalen Ärztegesellschaften - sowie dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK) unterstützt. Der Vertrag ist bisher von 71 Ländern unterschrieben und von 21 ratifiziert worden.

Kontakt: PSR/IPPNW Schweiz, Telefon 041 240 63 49, sekretariat@ippnw.ch


Communiqué de presse

Une démarche réjouissante : La FMH appelle le Conseil fédéral à ratifier le traité d’interdiction des armes nucléaires.

Comme elle l’a décidé lors de sa dernière assemblée des délégués, la FMH, l’association professionnelle de plus de 40‘000 médecins suisses, soutient le traité d’interdiction des armes nucléaires (TIAN). Début février la FMH a invité le Conseil fédéral à signer et à ratifier le traité. Le Conseil national et le Conseil des Etats avaient fait de même en 2018 déjà.

Les médecins pour une responsabilité sociale et pour la prévention de la guerre nucléaire (PSR/IPPNW) se réjouissent de la décision de la FMH. Ils espèrent que le versant préventif du traité d’interdiction des armes nucléaires trouvera écho auprès du Conseil fédéral. En tant que médecin, le ministre suisse des affaires étrangères, le Conseiller fédéral Ignazio Cassis, sait l’importance du principe de prévention, idée fondatrice du TIAN.   

Le traité d’interdiction des armes nucléaires fait suite à une initiative d’ICAN, la campagne internationale pour l’abolition des armes nucléaires. Considérant les effets humanitaires catastrophiques d’une guerre atomique, l’Association médicale mondiale (AMM) - qui regroupe toutes les sociétés médicales nationales - soutient pleinement le TIAN, tout comme le fait le CICR. A ce jour 71 pays ont signé le traité, 21 l’ont ratifié.

Contact: PSR/IPPNW Suisse, téléphone 041 240 63 49, sekretariat@ippnw.ch

Bürgermeister und Parlamentarier fordern Russland und die USA zum Erhalt des INF-Vertrages auf

veröffentlicht um 30.01.2019, 07:37 von Claudia Bürgler

http://www.baselpeaceoffice.org

Am Dienstag, dem 29. Januar, forderten Bürgermeister, Parlamentarier, Politikexperten und Vertreter der Zivilgesellschaft aus 40 Staaten in einem gemeinsamen Appell die Präsidenten Trump und Putin auf, den INF-Vertrag zu erhalten. Der Appell richtet sich ebenfalls an die Vorsitzenden der amerikanischen und russischen Verteidigungsgremien und zielt darauf ab eine neue atomare Aufrüstungsspirale zu verhindern, Maßnahmen zur Reduzierung des Risikos eines nuklearen Konflikts zu verabschieden und die weltweite nukleare Abrüstung zu unterstützen. (auch in Englisch, Französisch, Russisch und Spanisch erhältlich).

Zu den deutschen Unterstützerinnen und Unterstützern des Appells zählen Stefan Schostok (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Hannover und Vize-Präsident „Bürgermeister für Frieden“, Claudia Roth (Bündnis 90/ Die Grünen), Vize-Präsidentin des Bundestages, Dr. Petra Sitte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende DIE LINKE und Uta Zapf, ehemalige

Vorsitzende des Bundestagsunterausschusses „Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung“. Aus der deutschen Zivilgesellschaft unterstützen unter anderem Frank Otto, Botschafter des World Future Council und Otto Jäckel, Vorsitzender der deutschen Sektion der „International Association of Lawyers against Nuclear Arms“ den Appell.

Der INF- Vertrag ist eine historische Übereinkunft zwischen den Vereinigten Staaten und der ehem. Sowjetunion aus dem Jahre 1987, welche die Vernichtung aller nuklearen und konventionellen boden-gestützten ballistischen Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern besiegelte und weitläufige gegenseitige Inspektionen vor Ort zur Verifikation ermöglichte. Nachdem US Präsident Trump am 20. Oktober 2018 seine Absicht des Rückzuges aus dem Vertrag angekündigt hatte, signalisierte das State Department die Vereinbarung zum 2. Februar 2019 auszusetzen und eine halbjährige Auslaufphase zu starten.

Falls der INF Vertrag aufgelöst werden sollte, würde die derzeitige Aufrüstungsspirale weiter angeheizt werden. Insbesondere würde dies bedeuten, dass nuklear-bewaffnete, boden-gestützte Mittelstreckensysteme zurück nach Europa kämen und amerikanische in Asien neu stationiert werden würden.

„Wir sind höchst besorgt über das sich verschlechternde Sicherheitsumfeld nicht nur in Europa, sondern auch international, welches dazu führte, dass letzte Woche das Bulletin of the Atomic Scientists die „Doomsday Clock“ auf zwei Minuten vor Mitternacht stellte,“ sagt Christine Muttonen (Österreich), Co-Präsidentin der „Parlamentarier für Nukleare Nichtverbreitung und Abrüstung (PNND).“„Konflikte über den INF- Vertrag sollten durch den Vertrag gelöst werden, nicht dadurch, dass man ihn aufgibt. Und andere Konflikte sollten durch Diplomatie und Gemeinsame Sicherheitsmechanismen, wie die Vereinten Nationen und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bewältigt werden,“ so Frau Muttonen, die bis vor kurzen Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE war. „Nukleare Drohgebärden und Wettrüsten sind keine Lösung.“

„Bürgermeister und Parlamentarier, besonders hier in Europa, werden nicht auf ihren Händen sitzen, während die USA und Russland unsere Sicherheit untergraben,“ sagt Thore Vestby (Norwegen), Vize-Präsident der Organisation „Bürgermeister für Frieden“ und ehemaliges Mitglied des norwegischen Parlaments. „Deshalb unterstützen Städte und Parlamente aktiv Abrüstungsverträge wie den INF- und die START -Verträge, fördern zusätzliche Maßnahmen wie den Verzicht auf einen Ersteinsatz, den neuen Atomwaffensperrvertrag und beenden ihre Investitionen in Atomwaffenhersteller.“

„Die Gesetzgeber der Atommächte spielen eine besondere Rolle, da sie durch die Verhinderung von Genehmigungen für und Finanzierung von neuen, fortgeschrittenen und einsatzfähigeren Atomwaffen, die das Risiko des Endes der Menschheit durch einen Unfall, Fehlkalkulation oder Absicht weiter erhöhen,“ meint Paul Quiles (Frankreich), Bürgermeister der Stadt Cordes sur Ciel, Präsident der Organisation „Initiatives pour le Désarmement Nucléaire“ und ehemaliger französischer Verteidigungsminister.

„Die Tatsache, dass der Präsident der US Konferenz der Bürgermeister einer der 18 amerikanischen Bürgermeister ist, die den Aufruf so kurzfristig unterstützen, ist ein wichtiger Indikator, dass die „Main Street USA“ (bzw. der US Durchschnittsbürger) sich gegen das destabilisierende und teure nukleare Aufrüstungsprogramm der Administration stellt und proaktive Bemühungen für eine atomwaffen-freie Welt unterstützt,“ sagt Frank Cownie, Bürgermeister von Des Moines, Iowa, und Vize-Präsident der „Bürgermeister für Frieden.“

„Atomwaffen und der Klimawandel stellen eine existentielle Bedrohung für heutige und zukünftige Generationen dar,“ sagt Prof. Andreas Nidecker (Schweiz), Präsident des Basel Peace Office. „Die enormen Ausgaben für Kernwaffen, über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr, sollten stattdessen für Bereiche verwendet werden, die unsere Sicherheit steigern, wie z.B. Diplomatie, Klimaschutz und die Ziele nachhaltiger Entwicklung.“

“Die Diplomatie beginnt auf der koreanischen Halbinsel ihre Wirkung zu entfalten, der Norden und Süden knüpfen kulturelle, sportliche und weitere Kontakte trotz ihrer politischen Differenzen,“ sagt Alyn Ware (Tschechien), Globaler Koordinator der PNND und Ratsmitglied des World Future Council. „Wir geben dem koreanischen Friedens- und Denuklearisierungsprozess unsere volle Unterstützung und fordern die Vereinigten Staaten, NATO und Russland auf, einen ähnlichen diplomatischen Ansatz für ihre Konflikte zu verfolgen und um weltweite nukleare Abrüstung zu erreichen.“

Contacts:
Basel Peace Office: Prof (em) Andreas Nidecker MD. +41 76 557 3712  anidecker@bluewin.ch
Mayors for Peace Europe: Sean Morris. +44 7 771 930 196  s.morris4@manchester.gov.uk
Mayors for Peace North America: Jacqueline Cabasso +1 510 306-0119 wslf@earthlink.net
Parliamentarians for Nuclear Non-proliferation and Disarmament:  Alyn Ware +41 788 912 156  alyn@pnnd.org
World Future Council: Thies Kätow +49 163 776 7899 thies@pnnd.org

 

 

World doctors urge world leaders to join the Treaty on Prohibition of Nuclear Weapons

veröffentlicht um 11.10.2018, 10:54 von Claudia Bürgler

October 10, 2018, https://peaceandhealthblog.com/

Nuclear weapons are weapons of mass extermination. In light of the terrible humanitarian and environmental effects that such weapons have, doctors and scientist have always warned the global society that such weapons must never be used again, and should be abolished.

This weekend (October 5-6), I had the privilege to represent IPPNW at the general assembly of the World Medical Association in Reykjavik, Iceland. The WMA is a federation of 114 national medical associations from all over the world.

Upon recommendation from their council meeting held in Riga, Latvia in April, the general assembly adopted a new version of previous resolutions pointing at the unacceptable humanitarian impact of nuclear weapons. What is new in this year’s resolution is that the world doctors urge all states to “sign and ratify” the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons, which was adopted at the UN on July 7 last year and opened for signature on September 26.

Once the ban-treaty is signed and ratified by 50 states (there are currently 69 signatories and 19 ratifications), it will become international law putting both legal and moral pressure on the nuclear-armed states and their allies to fulfill their already existing obligation for nuclear disarmament and abolition.

The new resolution of the World Medical Association in support of the nuclear weapons ban treaty is a very strong signal from the world doctors and a significant milestone on our path to a safer world free from the threat that nuclear weapons pose on humanity.

The full text of the resolution can be found on the WMA website.

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