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Fukushima Dai-ichi - der SuperGAU

veröffentlicht um 02.07.2011, 03:11 von Martin Walter   [ aktualisiert: 25.08.2013, 10:44 ]
Am 11.3.2011 ereignete sich im Nordosten Japans eines der schwersten Erdbeben. Ein Tsunami mit bis 14 Meter hoher Flutwelle überschwemmte anschliessend die Nordostküste des Landes und schickte 3 laufende AKW in Fukushima Daiichi in den Gau. Alles geriet in den Blöcken 1-3 ausser Kontrolle.  Der Betreiber Tepco versuchte und versucht immer noch mit verzweifelten Massnahmen die Freisetzung von Reaktormaterial in die Biosphäre zu begrenzen. Genau wie 1986 in Tschernobyl mussten aber weite Gebiete um die drei havarierten Reaktoren evakuiert werden. Ereignisdosisgrenzwerte mussten für Kinder auf eine unter normalen Bedingungen geltenden 20-fache Dosis erhöht werden, damit man diese Kinder in der Praefektur Fukushima überhaupt noch in die Schule schicken konnte. Statt der internationalen Dosisgrenze von 1 mSievert/Jahr wurden für diese Kinder 20 mSievert pro Jahr zugelassen, gleichviel wie für einen AKW-Arbeiter in der Schweiz.

Die weltweiten Auswirkungen des Fukushima-GAU sind wohl geringer als die von Tschernobyl. Der Unfall in Fukushima hat die Freisetzung radioaktiven Materials nicht mit der gleichen Wucht wie der Reaktor in Tschernobyl gemacht. Die radioaktive Wolke hat uns zwar auch erreicht, die gemessenen Strahlenwerte und die Konzentrationen von Iod 131, Caesium 137 und Caesium 134 waren viel geringer als diejenigen nach Tschernobyl. Eine Iodprophylaxe war in grossen Teilen Japans aber auch bei uns nicht angezeigt. Bei uns stabiles Iod aus prophylaktischen Gründen einzunehmen, war nicht angezeigt (siehe Baverstockreferat 26.4.2002 und WHO-Guidelines 1999). Vorsicht ist hingegen geboten, was Nahrungsmittel aus Japan betrifft. Sie müssen gemessen werden. Für die japanische Bevölkerung der Umgebung der Reaktoren ist der Unfall vom gleichen Ausmass wie der von Tschernobyl. Die sozio-oekonoischen Folgen allein des Reaktorunfalles werden für Japan gravierend sein. Auch Regionen ausserhalb des 100-km Radius um die havarierten Reaktoren sind betroffen. So musste Grüntee produziert in Shizuokaeiner Region 370 km südwestlich von den Fukushima-Reaktoren, aus dem Handel genommen werden.
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Martin Walter,
21.01.2012, 13:08
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Martin Walter,
06.07.2011, 10:02
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Martin Walter,
06.07.2011, 10:02
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Martin Walter,
25.09.2014, 07:44
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