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Japan erwacht - Regierungskomitee  macht einen Zwischenbericht 

Aktuelle Mitteilungen

  • Japan erwacht - Regierungskomitee publiziert einen Zwischenbericht Was sind die relevanten Ereignisse, die zum SuperGau von Fukushima geführt haben? War das Erdbeben vom 11.3.2011 alleine schuld an der Reaktorkatastrophe? Brauchte es den Tsunami als zusätzlichen ...
    Veröffentlicht um 01.02.2012 11:26 von Martin Walter
  • Der Ausstieg muss in die Bundesverfassung Atomausstiegsinitiative Die von einer breiten Trägerschaft (u.a. auch von PSR/ IPPNW Schweiz) unterstützte Atomausstiegsinitiative will den Betrieb von Atomkraftwerken verbieten. Nach einer maximalen Laufzeit von 45 Jahren sollen alle ...
    Veröffentlicht um 21.01.2012 13:27 von Martin Walter
  • Atomausstieg Pressemitteilung français  / englishDie AerztInnen für Soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkriegs (PSR/IPPNW, Friedensnobelpreis 1985) Schweiz haben mit Genugtuung den gestrigen Entscheid des Ständerates in Sachen Atomausstieg zur Kenntnis genommen ...
    Veröffentlicht um 29.09.2011 06:41 von Martin Walter
  • Explosion in den Atomanlagen von Marcoule In Marcoule, 30 km nördklich von Avignon, wo drei alte, stillgelgte Reaktoren stehen, werden einerseits MOX-Brennelemente hergestellt und andererseits leicht belasteter radioaktiver Abfall verbrannt. Am 12.9.2011 explodierte ...
    Veröffentlicht um 17.09.2011 02:50 von Martin Walter
  • Keine Hinweise auf auf ein erhöhtes Kinderkrebsrisiko? "Keine Hinweise auf ein erhöhtes Kinderkrebsrisiko in der Nähe von Kernkraftwerken" - unter diesem Titel war die Kommunikation der Resultate der Canupisstudie von den Autoren der Studie an die Presse getragen ...
    Veröffentlicht um 13.08.2011 09:20 von Martin Walter
  • Pressemitteilung zu CANUPIS 15. Juli 2011 CANUPIS-Resultate: Den Medien fehlten Informationen zu AKW und KinderkrebsIn der Medienkonferenz zur CANUPIS-Studie vom 12.7.2011 an der Universität Bern informierten die Autoren des ISPM über ...
    Veröffentlicht um 17.07.2011 06:57 von Martin Walter
  • Statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie ungenügend 12.7.2011 CANUPIS-Studie: Häufung von Leukämien bei Kleinkindern nicht ausgeschlossen In der Medienmitteilung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern vom 12.7.2011 orten wir von PSR ...
    Veröffentlicht um 25.07.2011 08:14 von Martin Walter
  • Fukushima Daiichi - der GAU Am 11.3.2011 ereignete sich im Nordosten Japans eines der schwersten Erdbeben. Ein Tsunami mit bis 14 Meter hoher Flutwelle überschwemmte anschliessend die Nordostküste des Landes und schickte 3 ...
    Veröffentlicht um 01.02.2012 11:24 von Martin Walter
  • Nationalrat bestätigt Energiewende.   Die Allianz «Nein zu neuen AKW» ist über den Entscheid des Nationalrates sehr erfreut. Mit dem Ja zum Atomausstieg wird die neue Energiepolitik des Bundesrates bestätigt. 101 Parlamentarierinnen und Parlamentarier ...
    Veröffentlicht um 03.07.2011 02:41 von Martin Walter
  • Atomenergie und Gesundheitsrisiken Offener Brief der Schweizer Sektion der PSR / IPPNW (Ärztinnen und Ärzte für Soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges) und der AefU (Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz) vom 3. Juni 2011 ...
    Veröffentlicht um 16.06.2011 06:25 von Martin Walter
  • Tschernobyl – Fukushima: ärztliche Verantwortung in der Atompolitik PSR / IPPNW Artikel Schweizerische Aerztezeitung Nummer 21, Mai 2011Ionisierende Strahlung erzeugt maligne Tumoren und genetische Schäden. Das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Strahlenbelastungen auch transgenetisch schädlich sein können ...
    Veröffentlicht um 09.07.2011 10:39 von Martin Walter
  • WHO soll objektiv über gesundheitliche Gefahren informieren Atomunfall in Fukushima. Pressemitteilung der IPPNW Deutschland vom 22.3.2011. more
    Veröffentlicht um 08.06.2011 23:55 von Martin Walter
  • Radioaktive Verstrahlung der Bevölkerung durch Atomkraftwerkunfälle in Japan. (Pressemitteilung vom 14.3.2011)  Radioaktive Verstrahlung der Bevölkerung durch Atomkraftwerkunfälle in Japan Die PSR / PPNW Schweiz - die Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges und für Soziale Verantwortung - nehmen ...
    Veröffentlicht um 08.06.2011 23:22 von Martin Walter
  • Presseerklärung PSR/IPPNW Schweiz vom 26.11.2009 zur Diskussion über die statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie Ungenügende statistische Nachweiskraft für Schweizer Studie zu Kinderkrebs um Atomkraftwerke? Seit dem 1. Sept. 2008 wird an der Schweizer CANUPIS-Studie gearbeitet, mit Ergebnissen ist 2011 zu rechnen. CANUPIS steht ...
    Veröffentlicht um 12.07.2011 12:49 von Martin Walter
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Japan erwacht - Regierungskomitee publiziert einen Zwischenbericht

veröffentlicht um 21.01.2012 12:41 von Martin Walter   [ 01.02.2012 11:26 wurde aktualisiert. ]

Was sind die relevanten Ereignisse, die zum SuperGau von Fukushima geführt haben? War das Erdbeben vom 11.3.2011 alleine schuld an der Reaktorkatastrophe? Brauchte es den Tsunami als zusätzlichen Faktor für den Kernschmelzunfall der drei Reaktoren von Fukushima Dai-ichi? Fragen die weltweit wichtig sind für die Zukunft der Option Kernenergie. Wenn das Erdbeben genügt als Erklärung, ist diese Technologie für Japan out - und für uns auch. 

Lesen Sie den provisorischen Report der vom Regierungskabinett der japanischen Regierung am 24. Juli 2011 eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Atomkatastrophe von Fukushima (publiziert am 26.12.2011). 

Der Ausstieg muss in die Bundesverfassung

veröffentlicht um 01.11.2011 12:10 von Martin Walter   [ 21.01.2012 13:27 wurde aktualisiert. ]

Atomausstiegsinitiative


Die von einer breiten Trägerschaft (u.a. auch von PSR/ IPPNW Schweiz) unterstützte Atomausstiegsinitiative will den Betrieb von Atomkraftwerken verbieten. Nach einer maximalen Laufzeit von 45 Jahren sollen alle Schweizer AKW abgestellt werden. Wenn es Sicherheitsgründe nötig machen, soll die Abschaltung früher erfolgen. Der Atomstrom wird ersetzt durch Einsparungen, Effizienzsteigerung und der Förderung von erneuerbaren Energien.

Weitere Informationen finden Sie auf Ausstieg muss in die Verfassung

Atomausstieg Pressemitteilung

veröffentlicht um 29.09.2011 00:07 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert 29.09.2011 06:41 von Martin Walter ]

français  / english

Die AerztInnen für Soziale Verantwortung / zur Verhütung des Atomkriegs (PSR/IPPNW, Friedensnobelpreis 1985) Schweiz haben mit Genugtuung den gestrigen Entscheid des Ständerates in Sachen Atomausstieg zur Kenntnis genommen. Der Entscheid ist verantwortungsvoll und trägt sowohl Sicherheitsaspekten als auch neueren Erkenntnissen der biologischen Effekte niedriger Dosen ionisierender Strahlen und somit medizinischen Bedenken Rechnung. Die Schweiz folgt damit dem Beispiel Deutschlands, womit unsere beiden Länder energiepolitisch weltweit ein deutliches Zeichen setzen. Sie sind Wegbereiter für eine Zukunft der innovativen, nachhaltigen Energienutzung, der Energieeffizienz und der Ressourcenschonung.
PSR / IPPNW Schweiz

Explosion in den Atomanlagen von Marcoule

veröffentlicht um 12.09.2011 06:44 von Martin Walter   [ 17.09.2011 02:50 wurde aktualisiert. ]

In Marcoule, 30 km nördklich von Avignon, wo drei alte, stillgelgte Reaktoren stehen, werden einerseits MOX-Brennelemente hergestellt und andererseits leicht belasteter radioaktiver Abfall verbrannt. Am 12.9.2011 explodierte um 11.45h ein Verbrennungsofen. Ein Arbeiter wurde getötet 4 weitere erlitten schwere Verbrennungen. Ob Radioaktivitaet freigesetzt wurde ist noch unklar.

Die ASN berichtet, dass keine Freisetzung stattgefunden habe.

L’ASN a activé à 12h30 son centre d’urgence (situé à son siège à Paris XII) à la suite d’un accident survenu dans l’installation nucléaire Centraco (Centre de traitement et de conditionnement de déchets de faible activité) située sur la commune de Codolet à proximité du site de Marcoule (Gard).

Keine Hinweise auf auf ein erhöhtes Kinderkrebsrisiko?

veröffentlicht um 13.08.2011 08:06 von Martin Walter   [ 13.08.2011 09:20 wurde aktualisiert. ]

"Keine Hinweise auf ein erhöhtes Kinderkrebsrisiko in der Nähe von Kernkraftwerken" - unter diesem Titel war die Kommunikation der Resultate der Canupisstudie von den Autoren der Studie an die Presse getragen worden. Ob dem wirklich so ist? Oder lag es nur an der ungenügenden statistischen power der Studie, dass da nichts anderes dabei rauskam? Dr. Alfred Körblein hat in der Nummer 590-591 / 2011 des Strahlentelex zu diesem Thema publiziert und stellt die Aussage der Autoren der Canupisstudie in Frage. Eine lesenswerte Publikation, die zu weiteren Diskussionen der Interpretation der Resultate der Canupisstuudie führen muss. Folgen Sie diesem Link.

Pressemitteilung zu CANUPIS 15. Juli 2011

veröffentlicht um 17.07.2011 03:51 von Martin Walter   [ 17.07.2011 06:57 wurde aktualisiert. ]

CANUPIS-Resultate: Den Medien fehlten Informationen zu AKW und Kinderkrebs

In der Medienkonferenz zur CANUPIS-Studie vom 12.7.2011 an der Universität Bern informierten die Autoren des ISPM über die Anzahl der Leukämiefälle bei unter 5-jährigen Kindern in AKW-Nähe. Bei 6.8 erwarteten Fällen seien in Zone I (5 km-Umkreis) 8 Fälle beobachtet, in Zone II (5-10 km) bei 20.8 erwarteten Fällen 12 Fälle beobachtet und in Zone III (10-15 km) bei 28.3 erwarteten Fällen deren 31 beobachtet worden. Dies betraf die Kohorte der knapp 3000 Kinder, deren Daten zum Geburtsort bekannt waren (in der Originalpublikation „birth cohort“ genannt). Anders ausgedrückt sei das relative Risiko in Zone I um 20% erhöht, in Zone II um 40% erniedrigt und in Zone III um 10% erhöht. Was die Autoren in der schriftlichen Medieninformation in deutscher Sprache nicht erwähnten, war die Analyse der in der Schweizer Studie ebenfalls untersuchten Kohorte  gemäss dem Wohnort zum Zeitpunkt der Leukämiediagnose. Diese Kohorte der CANUPIS-Studie - in der englischen Originalpublikation „resident cohort“ genannt - umfasste über 4000 Kinder. Hier betrugen die aus der englischsprachigen Publikation ersichtlichen Zahlen für die Zone I 7.8 erwartete, jedoch 11 beobachtete Fälle (relatives Risiko um 41% erhöht), für Zone II 23.5 erwartete, jedoch 20 beobachtete Fälle (Risiko um 15% erniedrigt), und für Zone III 34 bei 32.4 erwartete Fälle (Risiko um 5% erhöht).

Da die Analyse des Wohnortes zum Zeitpunkt der Krebsdiagnose dem Vorgehen bei der deutschen Kinderkrebsstudie KiKK entspricht, auf welche die CANUPIS-Autoren während der Medienkonferenz wiederholt vergleichend als Ausgangsbasis verwiesen (und die letztlich auch der Auslöser für die CANUPIS-Studie darstellte), ist es fragwürdig, diese 41% Risikoerhöhung bei unter 5-Jährigen in der „resident cohort“ in Zone I selektiv nicht zu nennen. Insbesondere, da die Autoren in der englischen Zusammenfassung selber darauf hinweisen, dass die Resultate der „birth cohort“ und der „resident cohort“ ähnlich seien, wäre es gegenüber den Medien korrekt gewesen, beide Kohorten mit gleichem Gewicht darzustellen. Dies betrifft sowohl die mündliche Präsentation wie auch die schriftliche Medieninformation.

Zusammenfassende Berechnungen, die die Resultate der CANUPIS-Studie, einer deutschen Studie von Kaatsch und einer englischen Studie von Bithell berücksichtigen, ergeben ein signifikant um circa 40% erhöhtes Leukämierisiko für diese Gruppe von Kleinkindern in der Umgebung von AKW. Eine Zunahme des Leukämierisikos um 40% für Kinder unter 5 Jahren, die im Umkreis von 5 km eines Atomkraftwerkes leben, ist aus medizinischer Sicht relevant: Es sei an Untersuchungen aus den Jahren nach 1950 zu Schwangeren erinnert, die zum Ausschluss einer Zwillingsschwangerschaft geröntgt wurden. Sie ergaben bei den in der Schwangerschaft gegenüber ionisierender Strahlung exponierten Kindern ein um 40% erhöhtes Krebsrisiko. Diese wichtige Erkenntnis führte zu den heute gültigen strengen Strahlenschutzbestimmungen.

Eine ergänzende schriftliche Medieninformation durch das CANUPIS-Team mit der Bekanntgabe der oben zitierten Resultate der „resident cohort“ wäre der aus methodischer Sicht ausgezeichneten CANUPIS-Studie nachträglich zu wünschen. Denn wenn gleichwertig sein soll, was für „birth cohort“ und „resident cohort“ gefunden wurde, sollte den Medien klar mitgeteilt werden, dass die Leukämierisikoerhöhung für Kleinkinder im ersten Fall 
+ 20%, im zweiten Fall + 41% beträgt. Dies selbst im Wissen um die Tatsache, dass beide Resultate
nicht signifikant sind, wurden doch in den Medien die Fallzahlen der „birth cohort“ ausführlich
wiedergegeben und auch die 20%-Risikoerhöhung immer wieder genannt. Es ist
anzunehmen, dass die 41% Risikoerhöhung bei der „resident cohort“ das Publikum noch
brennender interessieren wird.

Dr.med.C.Knüsli, Onkologe, Basel
Präsident PSR/IPPNW Schweiz

(für PSRnews; www.ippnw.ch)

Statistische Nachweiskraft der CANUPIS-Studie ungenügend 12.7.2011

veröffentlicht um 12.07.2011 06:58 von Martin Walter   [ 25.07.2011 08:14 wurde aktualisiert. ]

CANUPIS-Studie: Häufung von Leukämien bei Kleinkindern nicht ausgeschlossen

In der Medienmitteilung des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Bern vom 12.7.2011 orten wir von PSR/IPPNW widersprüchliche Angaben. Einerseits wird in Lead und Zwischentiteln suggeriert, dass im Umkreis von Schweizer AKW keine Hinweise für eine Häufung von
Leukämie bei Kleinkindern gefunden worden sei. Andererseits wird in der Medienmitteilung
zugegeben, dass aufgrund der grossen statistischen Unsicherheit keine signifikanten Aussagen
gemacht werden könnten.

«Die Ergebnisse der CANUPIS-Studie widersprechen den Beobachtungen der deutschen
Kinderkrebsstudie (KiKK-Studie) nicht. Die Schweizer Studie fand bei unter 5-jährigen, die im Umkreis
von fünf Kilometern von Schweizer AKW wohnten, eine Inzidenzzunahme von Leukaemie um 18 Prozent», «Glücklicherweise sind Leukämien bei Kindern selten. Umso schwieriger ist es, eine Häufung
dieser Erkrankungen in regional begrenzten Studien nachzuweisen.»

Die CANUPIS-Studie ist methodisch sauber durchgeführt worden, die Schweiz jedoch schlicht zu
klein bzw. die Anzahl Fälle ungenügend, um eine stichhaltige Aussage machen zu können.
 
Kommentar von Dr. med. Claudio Knüsli, Praesident  PSR/IPPNW Schweiz - 12.7.2011

Fukushima Daiichi - der GAU

veröffentlicht um 02.07.2011 03:11 von Martin Walter   [ 01.02.2012 11:24 wurde aktualisiert. ]

Am 11.3.2011 ereignete sich im Nordosten Japans eines der schwersten Erdbeben. Ein Tsunami mit bis 14 Meter hoher Flutwelle überschwemmte anschliessend die Nordostküste des Landes und schickte 3 laufende AKW in Fukushima Daiichi in den Gau. Alles geriet in den Blöcken 1-3 ausser Kontrolle.  Der Betreiber Tepco versuchte und versucht immer noch mit verzweifelten Massnahmen die Freisetzung von Reaktormaterial in die Biosphäre zu begrenzen. Genau wie 1986 in Tschernobyl mussten aber weite Gebiete um die drei havarierten Reaktoren evakuiert werden. Ereignisdosisgrenzwerte mussten für Kinder auf eine unter normalen Bedingungen geltenden 20-fache Dosis erhöht werden, damit man diese Kinder in der Praefektur Fukushima überhaupt noch in die Schule schicken konnte. Statt der internationalen Dosisgrenze von 1 mSievert/Jahr wurden für diese Kinder 20 mSievert pro Jahr zugelassen, gleichviel wie für einen AKW-Arbeiter in der Schweiz.

Die weltweiten Auswirkungen des Fukushima-GAU sind wohl geringer als die von Tschernobyl. Der Unfall in Fukushima hat die Freisetzung radioaktiven Materials nicht mit der gleichen Wucht wie der Reaktor in Tschernobyl gemacht. Die radioaktive Wolke hat uns zwar auch erreicht, die gemessenen Strahlenwerte und die Konzentrationen von Iod 131, Caesium 137 und Caesium 134 waren viel geringer als diejenigen nach Tschernobyl. Eine Iodprophylaxe war in grossen Teilen Japans aber auch bei uns nicht angezeigt. Bei uns stabiles Iod aus prophylaktischen Gründen einzunehmen, war nicht angezeigt (siehe Baverstockreferat 26.4.2002 und WHO-Guidelines 1999). Vorsicht ist hingegen geboten, was Nahrungsmittel aus Japan betrifft. Sie müssen gemessen werden. Für die japanische Bevölkerung der Umgebung der Reaktoren ist der Unfall vom gleichen Ausmass wie der von Tschernobyl. Die sozio-oekonoischen Folgen allein des Reaktorunfalles werden für Japan gravierend sein. Auch Regionen ausserhalb des 100-km Radius um die havarierten Reaktoren sind betroffen. So musste Grüntee produziert in Shizuokaeiner Region 370 km südwestlich von den Fukushima-Reaktoren, aus dem Handel genommen werden.

Nationalrat bestätigt Energiewende.

veröffentlicht um 09.06.2011 00:26 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert 03.07.2011 02:41 von Martin Walter ]

 
Die Allianz «Nein zu neuen AKW» ist über den Entscheid des Nationalrates sehr erfreut. Mit dem Ja zum Atomausstieg wird die neue Energiepolitik des Bundesrates bestätigt. 101 Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben für den Atomausstieg gestimmt (Motion Schmidt).  Die nächste Hürde für ein nachhaltiges Energiezeitalter ist damit geschafft. Die Atomenergie hat ausgedient. Nun ist es am Ständerat, diesen doppelten Ausstiegsentscheid des Nationalrates und des Bundesrates engagiert voranzutreiben.

Die Weichen für eine erneuerbare Energiezukunft sind gestellt. Der Nationalrat hat richtig entschieden und den Atomausstieg, den der Bundesrat beschlossen hat, bestätigt. Die Schweiz erfüllt alle Voraussetzungen für eine nachhaltige Energieversorgung. Das zeigen alle Studien und bestätigen hunderte von Unternehmungen, die im Bereich der Stromeffizienz und der erneuerbaren Energien aktiv unterwegs sind. Der Nationalrat hat diese einmalige Chance erkannt und bestärkt mit seinem zukunftsweisenden Entscheid die Energiepolitik des Bundesrates. Stromeffizienz und erneuerbare Energien sollen das kommende Energiezeitalter bestimmen und die risikoreiche und umweltzerstörende Atomenergie endgültig ablösen. Der Ständerat muss nun den doppelten Ausstiegsentscheid des Nationalrates und des Bundesrates vorantreiben, denn es gilt jetzt Nägel mit Köpfen zu machen, verbindliche Massnahmen zur Durchsetzung einer umfassenden Energieeffizienz-Strategie zu beschliessen und förderliche Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien definitiv einzurichten.

Die Allianz «Nein zu neuen AKW» wird die Öffentlichkeit wissen lassen, wer im Nationalrat für den Atomausstieg gestimmt und somit die neue Energiepolitik des Bundesrates bestätigt hat.

Atomenergie und Gesundheitsrisiken

veröffentlicht um 09.06.2011 00:22 von Claudia Bürgler   [ aktualisiert 16.06.2011 06:25 von Martin Walter ]

Offener Brief der Schweizer Sektion der PSR / IPPNW (Ärztinnen und Ärzte für Soziale
Verantwortung / zur Verhütung des Atomkrieges) und der AefU (Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz) vom 3. Juni 2011 an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier im National- und Ständerat



Atomenergie und Gesundheitsrisiken


Sehr geehrte Damen und Herren

Sie werden in diesen Tagen die Weichen für die zukünftige nationale Energiepolitik stellen. In der Diskussion werden die wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Aspekte der Atomenergie dominieren. Zusätzlich müssen jedoch zwingend auch ihre gesundheitlichen Risiken berücksichtigt werden. Sie beschäftigen uns Ärztinnen und Ärzte seit Jahrzehnten.

Die Gewinnung des atomaren Brennstoffs und der Normalbetrieb von AKW machen uns Sorge, denn 
  • die Urangewinnung führt zu Krebserkrankungen und Fehlbildungen in der lokalen Bevölkerung
  • Beschäftigte in Atomkraftwerken sterben häufiger an Krebserkrankungen infolge radioaktiver Strahlung
  • im 5-km Umkreis von Atomkraftwerken lässt sich eine Verdoppelung von Kinderleukämien nachweisen
  • in der Nähe von AKW sowie von Atomzwischen- und Endlagern werden weniger Mädchen geboren als statistisch zu erwarten, in der Schweiz insbesondere in der Region Beznau
Bei nuklearen Unfällen führt die grossflächige und langdauernde Verseuchung mit Radionukliden zu einer inneren Verstrahlung der Menschen. Dies erhöht das Risiko für Krebs, Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen sowie für genetische Schäden, Totgeburten und Fehlbildungen.

Wir bitten Sie, auch diese langfristigen ernsthaften Gesundheitsaspekte in Ihrer verantwortungsvollen Entscheidung zu berücksichtigen und dabei insbesondere das Wohl unserer Kinder und Kindeskinder im Auge zu behalten.

Die Vorstände


PSR / IPPNW Schweiz
AefU Schweiz

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